wo sind unsere Vögel ?

  • Gestern wollte ich es wissen und habe die vielversprechende Route von Friedhof (parkähnlich) über Stadtwald zu Wald Friedhof (parlähnlich) gewählt .

    In der Stadt auf dem alten Friedhof Reihernest an Reihernest - ich sag ja ,überreihert

    auch mitten in der Stadt Schwärme von Saatkrähen auf ihren Nistbäumen ein Spektakel ohnegleichen

    ab jetzt gehts 2 km durch alten Eichenwald und durch den Waldfriedhof .Da sieht es aus wie hier.

    Mein Blick ständig in die Kronen - auf 2 km ein Kleiber und 3 Meisen .Das ist verglichen mit vor 15 Jahren nicht normal.

    Aber Rabenvögel ohne Ende , Reiher bis zum Abwinken , Milane und Bussarde .

    Was sagen die Vogelexperten dazu ,derer ich keiner bin ?

    Jeder weiss was ,zusammen wissen wir viel und insgesamt wissen wir viel zu wenig !

  • Hallo Werner,

    Ich bin interessierter Laie und ebenfalls kein Experte, aber mir ist gleiches aufgefallen. Man sieht und hört deutlich weniger Vögel in Feld, Wald und Flur.

    Das ist auch satistisch belegt:

    Rote Liste der Brutvögel Deutschlands 2021 - NABU
    43 Prozent der 259 regelmäßig in Deutschland brütenden heimischen Vogelarten mussten in die neue Rote Liste aufgenommen werden, inklusive der in Deutschland…
    www.nabu.de

    Industriell betriebene Landwirtschaft, klimabedingtes Baum-/Walsterben (Monolulturen), die fortschreitende Zersiedelung der Landschaften, Flächenversiegelung Städten, Insektensterben. All das hat Folgen.

    Es ist akuell aber auch noch früh im Jahr. Erliche Vogelarten sind noch nicht aus ihren Winterquartieren zurück.

    BG

    Andreas

    Disclaimer: Es ist nicht auszuschließen, dass Teile meines Postings auf Leser irritierend/verstörend wirken können. Dies gilt insbesondere für Passagen, die durch das ggf. verwendete Stilmittel von ironisch/spöttisch wirkenden Zuspitzungen missverstanden werden könnten. Diese Passagen sind grundsätzlich weder persönlich diskreditierend noch beleidigend motiviert! – Sollten sich Personen dennoch getroffen oder nicht respektiert fühlen, bitte ich hiermit vorsorglich um Entschuldigung.

  • Industriell betriebene Landwirtschaft, klimabedingtes Baum-/Walsterben (Monolulturen), die fortschreitende Zersiedelung der Landschaften, Flächenversiegelung Städten, Insektensterben. All das hat Folgen.

    Danke Andreas , diese Einflüsse mögen es wohl sein .

    Es ist akuell aber auch noch früh im Jahr. Erliche Vogelarten sind noch nicht aus ihren Winterquartieren zurück.

    ein kleiner Hoffnungsschimmer

    Jeder weiss was ,zusammen wissen wir viel und insgesamt wissen wir viel zu wenig !

  • Mein Blick ständig in die Kronen - auf 2 km ein Kleiber und 3 Meisen .Das ist verglichen mit vor 15 Jahren nicht normal.

    Aber Rabenvögel ohne Ende , Reiher bis zum Abwinken , Milane und Bussarde .

    Guten Tag Werner

    Hattest du dich verlaufen und warst bei uns im Norden? :eek: Ich schaue ja mehr nach Pilze, aber die Vogelwelt wird immer "eintöniger"!

    Grüße von der Insel Rügen

  • bei euch also auch .

    Ja, die Rabenvögel sind allgegenwärtig. Über die geschützten Kraniche wollen wir gar nicht mehr reden, die überwintern ja hier schon. Obwohl, in diesem Jahr hatten die es schwerer. Besonders die an Wasser gebundenen Vögel hatten es schwer. Viele haben es nicht überlebt. Dadurch haben andere Überlebt. Ich habe auch erst erfahren, dass Blesshühner tote Schwäne fressen. Ja, so ist die Natur!

    Grüße von der Insel Rügen

  • Zu Andreas Punkten kommt noch dazu das es kaum noch Totholz gibt, es wird alles aufgeräumt, die Gärten und Felder sind fast Steril, vertrocknete Pflanzen/Kräuter/Blumen werden sofort entfernt und nicht stehen gelassen bis Insekten im nächsten Jahr sich entwickeln oder drin überwintern können. Wenn es was gibt, sind es Wälder (wie Andreas schon schreibt, Monokulturen) oder Felder. Kaum noch Wilde Brachflächen <-- wird alles zu gebaut, kaum noch Wilde Wiesen und wenn mal was angepflanzt wird sind es mittlerweile sehr oft nur noch Neophyten die wenig bis gar keinen Nutzen für Insekten oder Vögel haben z.b. Forsythie. In Städten werden immer mehr Grünflächen platt gemacht, altes Gehölz entfernt wo viele Bruthöhlen drin waren oder an Fassaden riesen Flächen von wilden Efeu entfernt. Ich kann mir vorstellen das auch der Waschbär einfach zu viel Einfluss hat, er krallt sich die junge Brut aus den letzten verbliebenen Höhlen. Hauskatzen richten auch sehr viel Schaden an, auf wird Feldern alles Totgespritzt.

    Die Vögel Verhungern vor unseren Augen. Genauso die Jungvögel, die alten finden einfach zu wenig.

    Dazu kommt noch das viele Leute in Gärten ihre Pflanzen mit Giften behandeln. Gerade Meisen füttern viele Raupen, diese Raupen werden vergiftet, die Meisen verfüttern diese giftigen Raupen und schon ist eine ganze Brut in kürzester Zeit tot.

    Dann wird es zum Teil immer trockener, Vögel brauchen Wasser, genauso auch Insekten, es bleiben ja nicht mal mehr Pfützen stehen weil alles abfließt.

    Im Ausland werden auch noch sehr viele Vögel gefangen und getötet, z.b. in Afrika hängen in 700 Kilometer Fangnetze + Leimruten um Singvögel zu fangen. In Spanien werden Illegal viele Singvögel gefangen und getötet, z.b. der Ortolan der steht immer noch auf Speißekarten, man muss nur wissen wem man fragen muss. Aber auch in Deutschland ist der Illegale Singvogelfang recht hoch.

    Im Ausland werden viele Greifvögel, Störche, Kraniche ect geschossen einfach aus Spaß.

    In Österreich gibt es eine Tradition, wo wilde Singvögel gefangen werden, in Ausstellungen ausgestellt und Monate später zwar wieder frei gelassen werden, aber dann sind diese Vögel aufgrund von Stress, und Bewegungsmangel so geschwächt das sie kaum noch eine Woche in der Natur überleben.

    Es sind viele, sehr viele einzelne Faktoren die am Ende eins gemeinsam haben, das Vögel immer weniger und weniger werden.

    Jede Brachfläche muss aufgeforstet werden, aber keiner denkt an die Vögel/Tiere die Brachen brauchen um zu brüten/Nachwuchs zu bekommen. Viele sehen Natur nur in Wald und Gewässer, aber Wiesen, Brachen, blühende Felder oder Büsche, das ist alles unordentlich.

    Viele Beerentragene Gehölze werden entfernt obwohl die gerade für viele Tiere im Winter wichtig wären. Neue Büsche sind dann meist Neophyten oder welche die nur Grün sind, aber keine Früchte hervorbringen.


    Dieser Winter hat dennoch malnauch viele Opfer gefordert, es war zumindest hier, sehr lange sehr kalt und schneebedeckt, nicht jeder Vogel überlebt das.

    Dann kommen auch noch Krankheiten dazu die immer mal einzelne Vogelgruppen hart treffen. Z.b. das Blaumeisensterben, Amseln durch das Usutuvirus oder Wasservögel, Greifvögel, Kraniche ect durch die Vogelgrippe.

    Wir können allerdings helfen, in dem wir verschiedene Nistkästen anbieten für die verschiedenen Vogelarten, einheimische Pflanzen, Blumen, Kräuter und Büsche anpflanzen und stehen lassen für Insekten, in Wäldern auch mal Totholz und alte Bäume stehen lassen, Moore wiedervernässen, Feuchtwiesen wieder überschwemmen lassen Auenwälder wieder fluten ect ect. Hier in Leipzig kümmert sich der Nabu um ein Biotop, dort wird einmal im Jahr eine Handmahd durchgeführt damit die Brache nicht überwuchert, aber durch die Handmahd werden Insekten nicht so sehr geschädigt, als würde man mit einen Mäher da drüber. Dort fühlen sich mittlerweile Rotbauchunken, Laubfrösche, Erdkröten, Neuntöter, Wasserrallen und viele Insekte ect sehr wohl. Man kann was erreichen, aber auch nur wenn man es will.

    Das Problem ist aber auch, das viele Menschen einfach nicht wissen was es für Vogelarten gibt. Die meisten kennen gerade so noch die Amsel, den Buntspecht, Haussperling, Kohl und Blaumeise, Krähen und Tauben. Halt alles das was man so täglich sehen kann. Von Uferschnepfen, Wachtelkönig oder Brachpieper haben viele noch nie gehört, da kann man solche Vögel halt nicht schützen wenn man nicht weiß das die überhaupt existieren, leider ist es aber auch vielen Menschen gleichgültig was da draußen für "viecher" leben, aber das auch wir Menschen diese Tiere brauchen um selber leben zu können, verstehen die wenigsten.

  • Es ist wirklich unglaublich, was sich heute noch immer an Frevel an der Tierwelt und der Natur abspielt...

    "Sowas, kommt von sowas." - Es ist Hopfen und Malz verloren und längst "5 nach 12". :angry:

    Disclaimer: Es ist nicht auszuschließen, dass Teile meines Postings auf Leser irritierend/verstörend wirken können. Dies gilt insbesondere für Passagen, die durch das ggf. verwendete Stilmittel von ironisch/spöttisch wirkenden Zuspitzungen missverstanden werden könnten. Diese Passagen sind grundsätzlich weder persönlich diskreditierend noch beleidigend motiviert! – Sollten sich Personen dennoch getroffen oder nicht respektiert fühlen, bitte ich hiermit vorsorglich um Entschuldigung.

  • Und ja auch hier in Leipzig, obwohl man noch sehr verwöhnt wird, werden es weniger Vögel.

    Als ich angefangen habe mit der Fotografie, kannte ich mich zwar auch noch nicht so aus, aber man konnte wirklich überall Vögel Fotografieren. An meinem lieblingsee brüteten Höckerschwäne, jetzt seit einigen Jahren nicht mehr, Waschbär. Da gab es Ganzjährig Tafelenten, alle weg. Graugänse brüten nur noch selten, zum teil zu großer druck durch Menschen mit ihren Hunden, Stare finden nur noch wenige Höhlen, durchziehende Trauerschnäpper bleiben zum Teil ganz aus. Auf Friedhöfen gab es noch recht viele Haubenmeisen und Tannenmeisen, brütende Schwanzmeisen, Mittelspechte, Kleinspechte, Kernbeißer... ich gehe mittlerweile nur noch selten auf den Friedhof, er ist einfach so ruhig geworden, so wenig Vögel, das ist echt erschreckend. Aber es gibt auch Vögel die etwas mehr werden,( nur nach meinen persönlichen Beobachtungen) z.b der Neuntöter. Die gibt es hier gefühlt wie Sand am Meer. Seit letzten Jahr gibt es auch mehr Kohlmeisen hier und auch Blaumeisen sind gefühlt etwas mehr geworden. Nachtreiher und Zwergscharben scheinen sich auch immer mehr hier in Deutschland auszubreiten.

  • Ich kann mir vorstellen das auch der Waschbär einfach zu viel Einfluss hat, er krallt sich die junge Brut aus den letzten verbliebenen Höhlen. Hauskatzen richten auch sehr viel Schaden an, auf wird Feldern alles Totgespritzt.

    Waschbär, freilaufende Katzen nicht zu unterschätzen .Der Waschbär hat auch "meine " einst reichen Bestände des Steinkrebses vernichtet.

    Den Rest in unseren Bächen erledigt die Gülle der industriellen Landwirtschaft .

    Ich wollte auch die fast überall leergefegte Feldflur wäre überall so durchfurcht wie hier .


    Als ich angefangen habe mit der Fotografie, kannte ich mich zwar auch noch nicht so aus, aber man konnte wirklich überall Vögel Fotografieren.

    Den rapiden Rückgang beobachte ich seit etwa 10 Jahren

    Jeder weiss was ,zusammen wissen wir viel und insgesamt wissen wir viel zu wenig !

  • Den rapiden Rückgang beobachte ich seit etwa 10 Jahren

    Ich Fotografiere jetzt schon seit 2012/13 und ja es fällt von Jahr zu Jahr immer mehr auf. Auch viele ältere Leute die ich so unterwegs treffe sagen mir wie traurig sie sind das sie immer weniger Vögel sehen und hören.

    An meinem Lieblingssee gibt es weiter hinten eine Wiese und Gartenanlagen. Von dort kamen immer noch vereinzelt Feldsperlinge vor, mittlerweile ist die gesamte Population dort erloschen.

    Ein ehemaliges Kohleabbaugebiet wurde jetzt Jahrzehnte links liegen gelassen. Dort haben sich Feldlerchen noch und nöcher eingefunden, letztes Jahr das erst mal Baumpieper, dort brüten bzw versuchen Flussregenpfeifer zu brüten mindestens 5 Paare, Rohrweihen haben dort das erste mal gebrütet, verschiedene Möwenarten brüten dort, Drosselrohrsänger, Steinschmätzer, Kiebitz, Teichrohrsänger, Kuckuck, dort ist sogar einer der letzten verbliebenen Brutplätze für Rebhühner in Sachsen ( eigentlich gelten sie bei uns mittlerweile als Ausgestorben). Meine erste Heidelerche konnte ich dort letztes Jahr beobachten, Pirole, Wendehals und Neuntöter brüten in dem Gebiet, Sperbergrasmücken und viele viele weitere Vögel die dort Brüten und seltenheiten die im Herbst/Winter dort Rasten. Dieses Gebiet wurde jetzt von der Stadt wieder entdeckt. Dort hat sich die Natur erholt und alles zurück geholt, aber die Stadt möchte dort jetzt Campingdörfer aufbauen, mit Restaurant, Hafen für Boote aller Art, alles betonieren. Ich hab das große kotzen gekriegt als ich das gehört habe. Wir haben hier unglaublich viele Seen die schon von Menschen verunstaltet wurden, warum muss man jetzt noch das letzte fleckchen was für die Natur gut funktioniert wieder zerstören nur damit der Mensch seine egoistische Lebensweise fortführen kann . Es wird noch darum gekämpft, aber ich hab keine Hoffnung für dieses Gebiet...

  • dort ist sogar einer der letzten verbliebenen Brutplätze für Rebhühner in Sachsen ( eigentlich gelten sie bei uns mittlerweile als Ausgestorben)

    Klasse ! Als Bub hab ich die in den Hecken immer gefüttert (1958) . Ketten mit 14 Stück waren da.

    Hoffentlich bleibt dieses Gebiet der Natur erhalten .

    Jeder weiss was ,zusammen wissen wir viel und insgesamt wissen wir viel zu wenig !

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