Seit einigen Jahren beobachte ich hier in Leverkusen einen Bereich, wo sich Biber aufhalten. Ortsangaben halte ich bewusst vage und auch die Fotos werden so sein, dass man hoffentlich nicht zu viele Rückschlüsse ziehen kann.
Ich hatte gesehen, dass es neue Baumfällungen gegeben hat und wollte es mir genauer ansehen. Allerdings ist diese Stelle schwer zu erreichen. In den vergangenen Jahren hatte ich mich immer durch den Brombeerdschungel gekämpft. Inzwischen ist das Dickicht noch undurchdringlicher geworden und meine Gesundheit schlechter, so dass ich diese Strapazen nicht mehr hätte schaffen können.
Im vergangenen Sommer hatte ich einmal versucht, durch den Fluss zur anderen Seite zu kommen (davon hatte ich geschrieben, meine ich), was aber nicht geklappt hat. Zum Glück hatte ich nur den Verlust eines Badelatschen zu verkraften und nicht den meiner ganzen Fotoausrüstung!
Auch ein Bötchen war keine Alternative. So hatte ich mir den frühen Vormittag des 1. Januars ausgesucht. Es war schlechtes Wetter, nieselig, kühl bis kalt und aller Voraussicht nach 95 % der Bevölkerung mit dickem Schädel im Bett - also meine Chance! Denn ich musste teilweise direkt neben einer vierspurigen Straße gehen, wo Fußgänger eigentlich nichts verloren haben.
Aber mein Plan ist aufgegangen. Auf dem Hinweg kam kein Auto in meiner Fahrtrichtung, auf dem Rückweg nur zwei oder drei.
Ich war im Vorfeld schon einige Male dort (von der anderen Seite aus) und habe mir mittels verschiedener Online-Karten ausgerechnet, wie ich am besten gehen sollte, um dann hinab zum Biberbereich zu kommen. Es war ordentlich gearbeitet worden...
![]()
Bei den vier dicksten gefällten Bäumen habe ich den Umfang gemessen. Hier sind es 53,5 cm.
![]()
85 cm 57 cm
![]()
86 cm
![]()
Neben den so offensichtlichen Spuren, wie ein umgelegter Baum, gibt es noch weitere Spuren, die die Anwesenheit von Bibern verraten.
So z. B. die sogenannte Biberrutsche. Das sind (oft steile) Uferbereiche, an denen die Tiere ins Wasser rutschen.
![]()
![]()
Kürzere oder längere Zweige und Äste, die sorgfältig entrindet wurden, sind weitere Hinweise.
![]()
In dem Bereich, wo ich gewesen war, gab es auch regen Fußgängerverkehr, besser gesagt Biberstraßen. Ausgewachsene Tiere wiegen immerhin 23 kg bis 30 kg (haben eine Kopf-Rumpf-Länge von 83 cm bis 102 cm sowie Schwanzlängen von 30 cm bis 35 cm. Entsprechend beträgt die Gesamtlänge 113–137 cm). Also gut nachvollziehbar, dass ihr Gewicht und ihre Kelle, die über den Boden streift, diese Spuren macht.
![]()
Dies scheint der Hauptweg Richtung Fluß zur Biberrutsche zu sein.
![]()
![]()
Im weiteren Verlauf meine ich, dass ich den wahrscheinlichen Wohnbereich gefunden habe. Glücklicherweise war es dort dermaßen verholzt, voller Brombeeren und anderem Undurchdringlichen, dass es mir ziemlich sicher erscheint (in der Regel kommen dort ja auch keine Menschen vorbei). Ich habe mich leise zurückgezogen und mir besagten Bereich am nächsten Tag von der anderen Flußseite aus angeschaut.
Der Fluß macht einen kleinen Abstecher, so dass zwischen den beiden Flußseiten eine Art Insel entstanden ist.
![]()
Den Wohnbereich erkennt man u. a. auch daran, dass dort sogenannte Nahrungsflöße angelegt werden, wichtig im Winter. Denn so hat man die Speisekammer direkt vor der Türe. An diesem Standort hat es aber nicht ein großes Nahrungsfloß gegeben, sondern mehrere kleine.
![]()
![]()
![]()
Biber bauen, je nach den Gegebenheiten unterschiedliche Bauten. Biberdämme und Biberburgen gibt es bei weitem nicht überall.
Es gibt den Erdbau, den Mittelbau und eben die klassische Burg.
Erdbaue können auch schon einmal einbrechen, wenn das Ufer sehr flach ist und zu weit nach oben gegraben worden ist. Ansonsten liegen sie aber versteckt.
In einen solchen Fall werden oft über das entstandene Loch Zweige angehäuft, um es abzusichern und werden dann als Mittelbau bezeichnet. Oberflächlich können diese Zweig- und Astanhäufungen auch für Reisighaufen gehalten werden, die von der Gehölzpflege übrig geblieben sind. Schaut man aber genauer hin, sieht man die Verwendung (zumindest zum Teil) von entrindeten Ästen bzw. man erkennt an den Enden die typische Nageform. Auch kann der Bau mit Schlamm abgedichtet worden sein.
Ist der Uferbereich zu flach und damit ungeeignet für einen der beiden vorher beschriebenen Bauten, dann wird eine schwimmende Biberburg angelegt. Diese können im Laufe der Zeit eine beträchtliche Größe erreichen.
Allen drei Wohnformen ist gemein, dass der Eingang immer unter Wasser liegt, was dem Schutz der Tiere dient. Der Wohnbereich liegt immer im Trockenen. Es gibt einen Vorraum zum Trocknen und für die Körperpflege und den eigentlichen Wohnkessel.
Da die Biber während ihrer nächtlichen Streifzüge auch ab und an Ruhepausen einlegen, gibt es entsprechende "Pausenräume". Entweder sind es natürliche Erdhöhlen oder der Biber hat sie sich selbst gegraben. Ob dieses auch solche sind, da mag ich mich nicht festlegen.
![]()
![]()
![]()
Ich habe zwei Logos entworfen, wo ich momentan noch nicht weiß, welches mir besser gefällt...
![]()
![]()