Rhagium inquisitor

  • Rhagium inquisitor. Die Art ist nur knapp halb so groß, wie R. sycophanta und ein Nadelholztier. Üblicherweise hat man, wenn man sie noch nicht beide kennt und R. sycophanta nicht schon einige male gesehen hat, eher Probleme R. sycophanta und R. mordax auseinander zu halten, weil das unsere beiden heimischen Arten (Mitteleuropa) mit +/- goldgelber Zeichnung sind. Die Kenntnis des Holzes hilft auch weiter. Viele finden Rhagium mordax und R. inquisitor im Winterquartier, weil dieses unter der Rinde der Brutbäume liegt. Da fertigen sie aus Holzraspeln eine schicke Kammer an. Die Anwesenheit der beiden Arten kann man sogar ohne den Käfer feststellen, weil die Kammern so typisch sind für Rhagium, dass man die mit keiner anderen Gattung verwechseln kann. Die beiden anderen Arten, Rhagium sycophanta und Rhagium bifasciatum findet man eher nicht im Winter, da diese ihre Verpuppungskammer tief im Holz anlegen. Kleine Tabelle mit Faustregeln, die (fast) immer zutreffen:

    Rhagium sycophanta - im Schnitt größte Art, an Laubholz, eigentlich sogar an Eiche (Quercus) gebunden. Wenn Du den findest, muss der Wald biologisch in sehr gutem Zustand sein, Überwinterung tief im Holz. Mit abstand die seltenste Art.

    Rhagium mordax - Bindung an Laubhölzer, meist Eiche, aber z.B. auch Buche, Überwinterung unmittelbar unter der Rinde der Brutbäume in einer eigens dafür angelegten Puppenkammer. Verpuppung im Spätsommer, Schlupf im Herbst, selten überwintert die Larve. Die Art kommt in jedem Wald vor, in dem ein Schild steht "Das ist eine Eiche". ;) :79:

    Rhagium inquisitor - im Schnitt kleinste Art, an Nadelhölzer gebunden. Überwinterung wie R. mordax. Der Art ist die Baumart weitestgehend egal, Hauptsache draußen hängen Nadeln an den Zweigen. Hier ähnlich, wie bei R. mordax, nur dass auf dem Schild stehen muss "Nadelbäume". ;) :79:

    Rhagium bifasciatum - bevorzugt Kiefer. Ob andere Nadelhölzer angenommen werden ist mir unbekannt, aber annehmbar, da ich auch ein paar Tiere völlig abwegig in toter Buche (Fagus sp.) gefunden habe. Überwinterung wie R. sycophanta. Interessant bei dieser Art ist, dass immer wieder Tiere auftauchen, bei denen die beiden weißen Striche der jeweiligen Flügeldecke über die gesamte Breite verbunden sind und so einen breiten, hellen, scheinbar durchsichtigen Fleck bilden (einmal selbst gefunden, einmal beim Fund dabei gewesen). Wenn im Wald ausgedehnte Kiefernbestände (Pinus sp.) stehen, sollte der zu finden sein.

    Liebe Grüße

    Klaas

    Der englische Biologe John Burton Sanderson Haldane (*05.11.1892 in Oxford, Vereinigtes Königreich 01.12.1964 in Odisha, Indien) fand sich einst in Gesellschaft einer Gruppe Theologen wieder. Auf die Frage, was man wohl über die Natur des Schöpfers aus der Untersuchung seiner Schöpfung schließen könne, soll er geantwortet haben: „Eine unangemessene Vorliebe für Käfer!“ - Und ich hätte gefragt: "Wieso unangemessen???" :79:

  • Heinier December 13, 2025 at 6:06 PM

    Set the label from bestimmt bis zur Gattung to bestimmt auf Artniveau
  • Heinier December 13, 2025 at 6:06 PM

    Changed the title of the thread from “Rhagium sycophanta/inquisitor?” to “Rhagium inquisitor”.
  • Man lernt nie aus :)

    Normal. Ich auch nicht. Jeden Tag was Neues. ;)

    Liebe Grüße

    Klaas

    Der englische Biologe John Burton Sanderson Haldane (*05.11.1892 in Oxford, Vereinigtes Königreich 01.12.1964 in Odisha, Indien) fand sich einst in Gesellschaft einer Gruppe Theologen wieder. Auf die Frage, was man wohl über die Natur des Schöpfers aus der Untersuchung seiner Schöpfung schließen könne, soll er geantwortet haben: „Eine unangemessene Vorliebe für Käfer!“ - Und ich hätte gefragt: "Wieso unangemessen???" :79:

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