Ist das eine edle Kugelspinne?

  • Hallo,

    ich habe die Spinne auf dem Foto nachts in meiner Küche "erwischt", wie sie sich gerade über einen Wurm hermachte, der bestimmt vier- bis fünfmal so groß war wie sie.

    Die Spinne selbst war sehr klein, vielleicht 1 cm groß.

    Ich habe sie eingefangen und rausgesetzt. Wegen der auffälligen Zeichnung auf dem Rücken war ich neugierig, was für eine Spinne das wohl sein könnte. Nach allen Bildern hat sie am ehesten Ähnlichkeit mit einer Fettspinne/edlen Kugelspinne oder auch falsche schwarze Witwe?

    Ich bin ein wenig beunruhigt, falls das zutreffen sollte. Bin leider schon mal von einer Spinne (Nosferatu) gebissen worden und da ich allergisch bin, war es kein Spaziergang...

    Danke im Voraus für eure Hilfe, ich weiß, die Spinne ist nicht so gut zu erkennen, aber das ist leider das einzige Foto, was ich habe.

    Liebe Grüße,

    Sassy

  • Hallo Sassy,

    nein; das ist keine Kugelspinne. Leider seh ich nicht viel auf dem Handydisplay, aber gehe davon aus, dass es ein Weibchen der Radnetzspinnengattung Zygiella ist. Kann dir später vom Laptop aus aber eine bessere Bestimmung geben. Das ist ein häufiger Fund ums Haus herum im Herbst. Ein paar Wochen hat sie noch um ihren Kokon zu bauen, aus dem im Frühjahr dann die kleinen Spiderlinge schlüpfen werden. Sie stirbt allerdings vorher.

    Zum Thema Allergie habe ich dir ein paar wichtige Informationen. Du kannst erst bei einer zweiten Begegnung mit einem allergieauslösenden Stoff allergisch reagieren. Ich halte selbst seit ein paar Jahren u.a. Nosferatuspinnen und stelle (wie andere Halter auch) fest, dass man sich lange gezielt abmühen muss um gebissen zu werden. Mir ist es noch nie passiert. Die haben ja einen gesunden Überlebensinstinkt und weichen großen Lebewesen, wie z.B. einem menschlichen Finger natürlich aus. Wer sie allerdings mit der Hand fängt und dabei quetscht, der kann an dünnen Hautstellen gebissen werden. Das Gift der Zoropsis spinimana ist stark genug um ein Insekt zu töten. Der Mensch nimmt es als Mückenstich wahr.

    Selten kommt es zu einer Reaktion, die einem Wespenstch entspricht.

    Man schreibt (aus Haftungsgründen) natürlich immer dazu, dass nicht bekannt ist, wie es bei einer allergischen Reaktion wäre. Allerdings wurde (meines Wissens nach und ich lese eigentlich alle aktuellen Studien zu der Art) noch nie eine tatsächliche Allergie festgestellt. Im Gegensatz zu Wespen oder Bienen, deren Gifte nicht nut stark sondern auch hochgradig allergen sind.

    Sehr häufig lese ich Berichte über angebliche Spinnenbisse und deren dramatische Folgen. Ursache für Probleme mit Rötung, Schwellung, Juckreiz oder offenen Wunden und verzögerter Wundheilung entstehen in erster Linie durch Erreger wie Staphylokokken, die beim unbewussten Kratzen in die Bissstelle eingebracht werden.

    Leider erhalte ich regelmäßig im Herbst viele Bilder totgeschlagener angeblicher Nosferatu-Spinnen, die in erster Linie Große Hauswinkelspinnen sind, deren Weibchen schon mal zubeissen, wenn man sie ungeschickt mit der Hand fängt. Die sehen fast nichts und beissen daher in alles, was sie bedrängt. Ganz im Gegensatz zur Zoropsis, die aufgrund ihrer Beutefangstrategie ausgezeichnete Sinnesorgane haben muss.

    Von einer Steatoda nobilis (Noble Fettspinne) würde ich mich auch nicht beißen lassen, die können sogar Allgemeinsymptome auslösen, aber die machen das dann, wenn sie gequetscht werden, ich fange sie lieber mit einem Glas und packe sie dann ins Terra.

    Liebe Grüße

    Jutta

    Edited once, last by Jutta: Ich bin zu ungeschickt um am Handy zu tippen... (October 19, 2025 at 5:06 PM).

  • Hallo Jutta,

    vielen Dank für Deine rasche Antwort. Jetzt bin ich ein beruhigt! Keine giftige Spinne in meiner Küche.... :)

    Ich habe seit meiner Kindheit schreckliche Angst vor Spinnen, und auch wenn es im Laufe der Zeit besser geworden ist (ich habe irgendwann angefangen, sie mit dem Glas zu fangen und rauszuwerfen, sofern sie nicht zu riesig sind), habe ich weiterhin großen Respekt vor ihnen und würde ihnen nicht zu nahe kommen. Anfassen würde ich keine von ihnen.

    Leider weiß ich nicht, wie ich es geschafft habe, die Spinne dazu zu bringen, mich zu beißen. Ich stand auf einer Wiese (gemäht), neben einem Betontisch. Auf einmal spürte ich ein Ziepen auf der Innenseite meines Arms, als ob ich an eine Brennnessel geraten wäre. Es waren aber keine Brennesseln da. Auf meinem Unterarm war eine braune-beige Spinne mit gemusterten Beinen, mit schlankem Körper. Sie seilte sich auf meine Brust ab, ich schüttelte mich (und schrie hysterisch....), bis sie sich dann endgültig abseilte. Da ich auf Insektenstiche erfahrungsgemäß mit starken Schwellungen reagiere, habe ich den Spinnenbiss ähnlich behandelt (Stichheiler, Zinksalbe, Antihistaminikum). Auf Kühlen habe ich verzichtet, weil der Biss kaum weh tat. Die Stelle schwoll über Nacht stark an, die Bissstelle wurde so groß wie ein Eincentstück und hat sich gewölbt, und der ganze Arm schmerzte.

    Erst nachdem ich dann doch gekühlt hatte, gingen die Schwellungen und die Schmerzen zurück. Die Stelle ist jedoch bis heute zu sehen und es wird wohl eine Narbe bleiben. Vermutlich war es weniger das Gift als Bakterien, die sich ausgebreitet hatten.

    Das ganze ist in einer Kleingartenanlage passiert und ich habe jetzt panische Angst, dass mir so etwas wieder passiert, wenn ich im Schuppen herumwühle oder eine Hecke schneide oder so. Hätte ich ein Spinnennetz zerstört oder ein Gelege angegriffen, hätte ich ja gewusst, warum mir das passiert ist (selbst schuld) und dass ich das in Zukunft dann lieber bleiben lasse.

    Das ganze lässt mir als Spinnenphobikerin leider keine Ruhe und ich unterstelle nun offenbar jeder Spinne, eine (gefährliche) Giftspinne zu sein.

    Nosferatu-Spinnen haben wir schon mehrfach bei uns in der Gartenanlage gesichtet und der Biss wird im Internet wie von einer Brennnessel beschrieben, wie ich es selbst auch erlebt habe. Die Spinne selbst hatte beige, lange getigerte Beine, schlanker Körper, vielleicht 4-5 cm groß. Es ist eine Selbstbestimmung, gebe ich zu, den gefangen habe ich die Spinne leider nicht.

    Gruß,

    Sassy

  • Liebe Sassy,

    Ich verstehe deine Angst besser, als du dir vorstellen kannst. Habe 50 Jahre unter einer extremen Spinnenphobie gelitten, die ständig mein Leben einschränken. Ich übertreibe nicht. Ich kpnnte Schuppen, Scheunen oder Keller oft nicht betreten und war nicht in der Lage Spinnen auch nicht kleine Exemplare einzufangen.

    Vor ein paar Jahren in einer neuen Wohnung im Gartengeschoss am Rand einer Streuobstwiese ist es dann so eskaliert, dass ich 3 Dosen Giftspray in 3 Zimmern hatte und dachte, ich müsse wieder ausziehen.

    Ich nehme Ängste anderer Menschen sehr ernst, weil ich weiß, dass es ganz egal ist, wie unwirksam das Gift bei Menschen ist, Angst ist so viel mächtiger als Statistiken oder Fakten.

    Das Erlebnis mit der großen Spinne auf dir macht mir schon beim Durchlesen Gänsehaut. Ich habe immer noch ein paar Endgegner unter den Achtbeinern, vor allem unter den Winkelspinnen, da muss ich noch lange dran arbeiten, bis ich an denen irgendwas entdecke, das sie mir sympathischer macht.

    Deine Schilderung lässt mich aber an zwei ganz andere Arten denken, zu denen das Verhalten und bei der ersten auch die Bissfolgen eher passen könnten. Ich verlinke dir unten mal die 2 Artenporträts, die mir dazu einfallen.

    Im Hochsommer verteidigen die Weibchen der Ammen-Dornfinger ihre Brutgespinste, die z.B. in hohen Stauden oder Gräsern auf Wiesen zu finden sind. Die sind vor allem im August aggressiv, wenn das Gespinst beschädigt oder auch nur berührt wird. Sie kommen durch menschliche Haut durch und verursachen spürbare Reaktionen.

    Cheiracanthium punctorium – Wiki der Arachnologischen Gesellschaft e. V. https://share.google/iv22Qy4gBv9NFGBJU

    Die zweite Art ist eng verwandt mit den Hauswinkelspinnen und steht im Ruf sich auch in Gefahrensituationen zu wehren, ihr Gift ist allerdings viel harmloser, als z.B. in nordamerikanischen Medien behauptet wird. Es ist die dritte Art, die im Artikel unten genannt wird, Eratigena agrestis. https://wiki.arages.de/index.php?titl…n_Spinnentieren

    Dir wünsche ich, dass dir zukünftig kein Achtbeiner mehr zu nahe kommt. Schau lieber den süßen Lucas auf Youtube, das ist die sympathischste Spinne überhaupt für mich.

    Liebe Grüße

    Jutta

  • Liebe Jutta, ein interessanter Gedankenaustausch. Bleibst du bei der eigentlichen Anfrage bei einer Zygiella spec.?

    Sassy Das Label "bestimmt auf Artniveau" ist für Bestimmungsergebnisse reserviert. Ich setze für dich das Label "unbestimmt". Wie du die Bestimmungsanfrage zu Ende bringst, indem du den Titel um das Bestimmungsergebnis ergänzt und das richtige Label aussuchst, schau mal hier:

    Sabine Flechtmann
    July 15, 2019 at 5:17 PM

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Liebe Sabine,

    Ich kann bei dieser Gattung und dem Foto keine seriöse Artbestimmung machen. Selbst die Gattung ist nicht hundertprozentig. Leider hat mich heute eine fiese Hexe im Rücken erwischt und ich komme nicht heim an den Laptop.

    Ich hoffe auf JuergenS , der vielleicht mehr sieht als ich und bestätigen oder korrigieren kann. Ansonsten bitte noch als unbestimmt markieren.

    Liebe Grüße

    Jutta

  • Liebe Jutta,

    Dein Posting zu lesen tat so gut! Ich komme mir schon vollkommen bescheuert vor mit meiner Spinnenangst - meine Wohnung im vierten Stock gleicht seit dem Biss einer Festung aus Fliegengittern, und für den kommenden Urlaub habe ich mir sogar ein Insektenpopupzelt gekauft, weil ich nicht weiß, ob wir Fliegengitter haben. Der Gedanke, dass eine Spinne nachts über mich rüber krabbelt, war immer meine Horrorvorstellung, aber jetzt noch mit dem Gedanken, dass sie mich sogar beißen könnte...

    Ich sehe in jeder Staubmaus eine Spinne und zucke dann zusammen, und der Gedanke, dass ich in meinem Garten wieder Gartenarbeit machen soll, ist gerade unvorstellbar. Ich weiß ja bis heute nicht, wie die Spinne auf meinen Arm gekommen ist, hat die mich angesprungen?

    Ich hoffe, das geht wieder weg...

    Die Ammen-Dornfinger hatte ich auch im Verdacht beim Googlen, aber die Beine waren halt so scheckig, wie bei einer Kreuzspinne, aber der Körper war nicht plump genug...

    Lucas werde ich mir ansehen...ich habe mal eine Springspinne (?) gefangen, vor vielen Monaten, die war ganz niedlich und sprang immer gegen das Glas...

    Dir gute Besserung bei der fiesen Hexe!

    Sabine, danke für den Hinweis, das werde ich machen.:)

    Viele Grüße,

    Sassy

  • Hallo Sassy,

    das hast Du so schön plastisch geschildert und ich kann das sehr gut nachvollziehen, weil ich hier im Haus zwei Spinnenphobikerinnen erster Güte sitzen habe: Meine Frau und ganz extrem, meine Tochter. :99: Meine Tochter gerät schon in Panik, wenn sie nur einen einzelnen Spinnfaden irgendwo entdeckt. :42:

    Meine Frau reagiert auf Insekten-Stiche und -bisse allergisch. Entweder es entstehen dicke Quaddeln, oder die ganze Hand oder der Fuß schwillt an.

    Auch wenn wir hier in Deutschland keine extrem giftigen Spinnen haben (noch nicht), kann auch der Biss einer an sich harmlosen Spinne durchaus unangenehme Folgen haben. Meine Frau wurde vor Jahren in der Garage von einer (unidentifizierten) Spinne im Fußknöchelbereich gebissen. Es entwickelte sich daraus eine Sepsis, die langwierig mit starken Antibiotikagaben behandelt werden musste und nicht nebenwirkungsfrei vertragen wurde.

    Eine Phobie sind ja weitestgehend irrational starke Ängste die bis zur Panikattacke geraten können. So etwas kann lebensqualitäteinschränkend sein und ist u. U. therapierungswürdig. Ich selber habe keine Spinnenphobie, aber bin im Umgang mit Spinnentieren sowie Beiß-/Stech-Insekten grundsätzlich umsichtig und vorsichtig, nach dem ich gesehen habe, wie das bei meiner Frau "ausgeartet" ist. Ganz verhindern kann man so etwas ja nie, wenn man gerne in der Natur unterwegs ist und sich der Gartenpflege befleißigt. Dennoch ist Vorsicht geboten und Vorsorge (z. B. tragen schützender Kleidung in Zeckengebieten) zu empfehlen.

    Beste Grüße

    Andreas

    Disclaimer: Es ist nicht auszuschließen, dass Teile meines Postings auf Leser irritierend/verstörend wirken können. Dies gilt insbesondere für Passagen, die durch das ggf. verwendete Stilmittel von ironisch/spöttisch wirkenden Zuspitzungen missverstanden werden könnten. Diese Passagen sind grundsätzlich weder persönlich diskreditierend noch beleidigend motiviert! – Sollten sich Personen dennoch getroffen oder nicht respektiert fühlen, bitte ich hiermit vorsorglich um Entschuldigung.

  • Ich hoffe auf JuergenS , der vielleicht mehr sieht als ich und bestätigen oder korrigieren kann

    Hallo zusammen,

    ich habe zwar einen größeren Bildschirm zur Verfügung, was aber leider nicht bedeutet, dass ich auch umso mehr erkennen kann ;)

    Ich wäre auch bei Zygiella, wobei ich x-notata in Betracht ziehen würde. Allerdings ist das weit aus dem Fenster gelehnt.
    Die Zeichnung am Opisthosoma ist sehr schön kontrastreich gezeichnet, gefällt mir.

    Die Spinne ist eigentlich harmlos (so wie fast alle Spinnen in D und Umgebung).

    BTW: falls Du häufiger Quaddeln bei kleinen Stichen, Bissen, Verletzungen bekommst, könntest Du auch versuchen Deinen Histaminpegel zu reduzieren. (Das bedingt allerdings eine gewisse Ernährungsumstellung)

    Ich bin erstaunt, wie oft ich von Spinnenbissen lese. Ich hantiere seit meiner Kindheit mit Spinnen in freier Natur und im Haus. Ich wurde in meinem ganzen Leben erst zweimal gebissen. Einmal weil ich eine Araneus diadematus zwischen den Fingern festgehalten hatte (das war quasi provoziert und zählt eigentlich nicht) und einmal weil sich eine Plattbauchspinne unter mein T-Shirt am Rücken geflüchtet hatte und beim Versuch das Shirt auszuziehen wohl irgendwie eingeklemmt wurde.
    Alles was sich auf mich setzte, abseilte, mich ansprang, beim Radfahren samt Netz ins Gesicht gewickelt wurde oder ich von Boden einfing um sie vor Autos zu retten, etc. ... hat niemals gebissen.

  • Hallo Jürgen,

    herzlichen Dank, dann liege ich doch richtig. Die Z. x-notata fiel mir auch gleich ein, ich tu mir nur schwer bei unscharfen Fotos bis zur Art zu gehen, wenn es nicht garantiert keine andere aus der Gattung sein kann.

    Spinnenbissmeldungen sehe nicht nur ich sehr kritisch. Ich kenne Arachnologen, die jedes Jahr weit über Tausend Spinnen mit der Hand fangen und das in Ländern, in denen es auch größere Arten mit entsprechenden Cheliceren gibt. Wenn mir dann so jemand nach 2 Jahrzehnten Handfängen erzählt, dass er erst zweimal im Leben gebissen wurde, dabei aber nicht einmal die Haut verletzt wurde (beides Mal Trochosa), dann relativiert sich viel. Natürlich macht es Sinn isich m Umgang mit Honigbienen und manchen Wespenarten vernünftig zu verhalten. Die haben halt ein potentes Gift, das auch gegen Säugetiere eingesetzt Wirkung zeigt. Zudem werden sehr viele Menschen überall auf der Welt gestochen und die Folgen können dramatisch sein.

    Es ist so schade, dass sich das mit der unbestimmten aber starken Furcht vor Spinnen vermischt hat und von unseriösen Medien als Aufmacher genutzt wird. Das schadet dem Ruf der Spinnen sehr. Da wird immer wieder verwechselt, dass beim Kratzen an Mückenstichen oder durch kleinste mechanische Verletzungen der Haut zahlreiche Erreger an unseren Händen in die winzige Wunde gelangen. Dass die Erreger insbesondere Staphylokokken dann in die Blutbahn geraten und schwere Infektionen verursachen können, das tritt dann in den Hintergrund und es wird der Eindruck vermittelt, dass Spinnengift die Ursache der Infektion ist.

    Ich bin froh, dass es endlich Studien gibt, die diesem Mechanismus der Fehlzuschreibung Fakten entgegensetzen.

    Ich müsste schon oft gebissen worden sein, wäre auch nur ein Bruchteil der Berichte korrekt. Seit meine Angst sich weitgehend zur Faszination gewandelt hat, renne ich fast jeder Spinne hinterher um sie einzufangen und zu bestimmen. Ich suche gezielt mit Kinder- und Jugendgruppen unterschiedliche Habitate nach Spinnen ab und mache in solchen Situationen oft Handfänge (würde ich nie freiwillig machen, aber die Kids sollen nicht Angst von mir lernen sondern Neugier). Noch nie hat eine Spinne Anstalten gemacht mich zu zwicken und die Arachnologen aus dem Spinnenforum fangen oft nicht nur Spinnen, sondern halten sie auch im Labor oder zuhause. Die erzählen aber alle das Gleiche. Die Viecher in Mitteleuropa machen Vieles aber beissen gehört nur in seltenen Ausnahmefällen dazu. Fast nie spürbar außer bei der Handvoll Arten, die im verlinkten Artikel aus dem SpinnenWiki aufgezählt werden. Würde ich endlich mal eine Argyroneta oder große Segestria finden, wäre der letzte Gedanke, dass sie ein Gift besitzen, dass weh tun kann, weil ich weiß, dass die keineswegs aggressiv sind. Bei Katzen bin ich da allerdings sehr viel vorsichtiger...

    Liebe Grüße

    Jutta A.

  • Hier ein Artikel aus 2020, der belegt, dass bei Spinnenbissen (wie bei meiner Frau geschehen) potentiell folgenreiche Bakterienarten übertragen werden können, die nichts mit durch Kratzen selbst verursachten Infektionen zu tun haben:

    In Spinnenbissen lauert tödliche Gefahr
    Nach Spinnenbissen werden in Großbritannien immer häufiger schwere Vergiftungssymptome, aber auch Infektionen beobachtet. In einigen Fällen sind diese auch mit…
    www.n-tv.de

    Dieser bezieht sich auf die wissenschaftlichen Studien eines irischen Forscher/-innen-Teams der "National University of Ireland"

    Disclaimer: Es ist nicht auszuschließen, dass Teile meines Postings auf Leser irritierend/verstörend wirken können. Dies gilt insbesondere für Passagen, die durch das ggf. verwendete Stilmittel von ironisch/spöttisch wirkenden Zuspitzungen missverstanden werden könnten. Diese Passagen sind grundsätzlich weder persönlich diskreditierend noch beleidigend motiviert! – Sollten sich Personen dennoch getroffen oder nicht respektiert fühlen, bitte ich hiermit vorsorglich um Entschuldigung.

  • Hier ein Artikel aus 2020, der belegt, dass bei Spinnenbissen (wie bei meiner Frau geschehen) potentiell folgenreiche Bakterienarten übertragen werden können

    Ja und weiter?

    Ich verstehe dann nach dieser Logik nicht, warum nicht alle panische Angst vor Katzen haben? Jährlich 30.000 Katzenbisse und die sind nachweislich immer gute Quellen für Infektionen.

    Infektionsgefahr: Wenn ein Katzenbiss zum Notfall wird
    Ein Katzenbiss kann gefährlich werden, wenn er sich entzündet. Was tun bei einer Entzündung nach Katzenbiss und ab wann sollte man zum Arzt?
    www.zdfheute.de

    Ein Katzenbiss hat mir am Handballen DEUTLICH größere Probleme gemacht als alle Spinnenbisse meines Lebens zusammen. Und das obwohl ich z.B. auf Wespenstiche sehr stark reagiere.

    Ehrlich gesagt meide ich da Myriapoda (z.B. Lithobius forficatus) diesbezüglich deutlich mehr.

    Bakterien kann man sich überall einfangen, bei der Gartenarbeit am Kompost z.B.

    PS: n-tv ist da wenig seriös. Wenn ich schon "Reißzähne" lese. Sensations-Populismus pur. :16:

  • Hallo Jürgen,

    herzlichen Dank, dann liege ich doch richtig. Die Z. x-notata fiel mir auch gleich ein, ich tu mir nur schwer bei unscharfen Fotos bis zur Art zu gehen, wenn es nicht garantiert keine andere aus der Gattung sein kann.

    Hallo Jutta,

    ich bin sicherlich nicht die letzte Instanz bei dieser Frage ;) bei dem Bild bleibt es auch bei mir eine Schätzung. Weiter als zur Gattung mit Vorbehalt würde ich nicht gehen.

    LG, Jürgen

  • Hallo zusammen,

    Die genannten Pathogene befinden sich nicht nur häufig auf menschlicher Haut sondern auf zahlreichen anderen Oberflächen. Deswegen desinfiziert man ja alle Wunden. Weshalb sollten irgendwelche Tiere steril sein? Selbstverständlich werden alle Lebewesen von Bakterien besiedelt von denen einige pathogen sind. Das Ergebnis der Studie besagt genau das. Nämlich; dass theoretisch bei einem Biss pathogene Erreger übertragen werden könnten. Ich hab mir den ntv Artikel nicht angeschaut, jedoch die Studie gelesen. Die glücklicherweise mit vielen Mythen aufräumt. Interessanter wäre es, wenn es tatsächlich einen einzigen nachgewiesenen Fall gäbe, in dem ein Mensch in Deutschland von einer Spinne gebissen worden wäre, die durch ihren Kiefer Pathogene übertragen hätte, die zu einer Erkrankung führten. Dass es theoretisch möglich wäre überrascht nicht, kein Tier ist steril, wieso sollte eine Spinne das sein?

    Wie bereits heute von mir geschrieben sollte man Steatoda nobilis mit dem Glas einfangen und nicht mit der Hand. Falls also jemand dieser nichtheimischen Spinne begegnet. Ich hatte das Glück noch nicht, obwohl ich schon länger gezielt nach ihr suche und jede Kugelspinne unter die Lupe nehme.

    Angesichts der Bakterienpakete, die Säugetiere wie z.B. Hunde, Katzen, Mäuse oder Menschen im Mund herumtragen, lasse ich mich lieber von Achtbeinern beißen (die tun das halt nur in Ausnahmefällen und zu denen scheine ich nicht zu gehören.

    Wer die Studie tatsächlich liest, wird danach genauso gelassen mit einheimischen Spinnen umgehen wie zuvor. Und Steatoda nobilis eben nicht mit der Hand fangen, sondern mit dem Glas. Aber sich hoffentlich regelmäßig die Hände waschen, bei der Menge an Staphylokokken und anderen Krankheitserregern, die wir mit uns rumtragen.

    Liebe Grüße

    Jutta

  • JuergenS

    Nichts weiter!

    Welche "Logik" erschließt sich Dir nicht?

    Stichwort "Populismus": Was hat jetzt die Katze mit der Tatsache zu tun, dass Spinnenbisse in Einzelfällen offenbar zu Problemen führen können? Was hier ja dezidiert bestritten wurde! Wenn ich vom Bär gebissen werde, ist der Kopf ab.

    Tut mir leid, wenn Dir die besagte Studie einfach nicht gefallen will.

    Mag ja sein, das Du "NTV" zur "Lügenpresse" zählst. Mag sein, dass der Autor des Artikels kein Wissenschaftler ist und einen (pfui Teufel) unwissenschaftlichen Ausdruck verwendete.

    Das ändert aber nichts an den Ergebnissen der Forschungsstudie, auf die sich der Artikel bezieht.

    Ich bin weder Spinnenliebhaber, noch Spinnenexperte, aber ich habe in meiner Familie eine Erfahrung machen müssen, die den Erkenntnissen der "sensations-populistischen" Studie des Forscherteams entspricht.

    Meine Frau ist Allergikerin. Die kratzt nicht unbedarft an Insektenstichen herum. Nach dem Spinnenbiss wurde die kleine Wunde unverzüglich von mir desinfiziert und mit einem antiseptischen Pflaster abgedeckt.

    Es entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit eine Situation, die ärztliche Maßnahmen nach sich zog. Soweit die Fakten.

    Gerne darf hier natürlich weiterhin behauptet werden, die Infektion habe nichts mit dem Biss zu tun, sondern sei später durch Kratzen oder unsachgemäße Wundbehandlung ausgelöst worden.

    Ich mach mir die Welt widde-widde-wie sie mir gefällt. (Pippi Langstrumpf lässt grüßen).

    Ich wollte im Grunde nur darauf aufmerksam machen, dass es nicht schaden kann eine gewisse Vorsicht walten zu lassen, was vor alle für Allergiker gilt.

    Disclaimer: Es ist nicht auszuschließen, dass Teile meines Postings auf Leser irritierend/verstörend wirken können. Dies gilt insbesondere für Passagen, die durch das ggf. verwendete Stilmittel von ironisch/spöttisch wirkenden Zuspitzungen missverstanden werden könnten. Diese Passagen sind grundsätzlich weder persönlich diskreditierend noch beleidigend motiviert! – Sollten sich Personen dennoch getroffen oder nicht respektiert fühlen, bitte ich hiermit vorsorglich um Entschuldigung.

    Edited once, last by Gunimo (October 20, 2025 at 1:38 AM).

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