Mineralien aus Österreich

  • Hallo,

    in den letzten Wochen hab ich mich den Stufen und Stüfchen von österreichischen Fundstellen, die ich in meiner Sammlung hab, zugewandt und fotografiert.Ein paar davon will ich hier mal Zeigen. Ich fang mal mit einigen Stücken an, die ich 1997! ( lang ist es her:)) bei einem Urlaub im Waldviertel selber gefunden hab.

    Die für mich damals interessanteste Fundstelle war der Graphit-Tagebau bei Amstall.

    Diese etwa 10 cm große Handstufe besteht ganz aus Graphit.

    In einer limonitischen Druse haben sich Aragonitkristalle gebildet.

    Das Schichtsilkat Nontronit als güngelbe Krusten auf Graphit. 5 x 4 cm groß.

    Ebenfalls 5 x 4 cm groß ist diese Stufe mit für den Fundort typischen abgerundeten Pyritkristallen.

    Auch Granat gab relativ häufig zu finden. Diese Stufe mit Almandinkristallen bis zu 3 mm Größe stammt aus einem Feld bei Stockern im benachbarten Weinviertel.

    Pyrop gab es in einem alten Steinbruch bei Nöchling.


    Nun noch ein paar gekautfe oder getauschte Stücke.

    Dazu gehört eines der merkwürdigsten Minerale, die ich in meiner Sammlung hab.Es heisst Crossit und gehört zur Mineralgruppe der Amphibole.Crossit wurde zuerst an einer amerikanischen Fundstelle entdeckt und nach seinem Entdecker benannt. Dann wurde dem Crossit der Status als eigenständige Spezies wieder aberkannt. Nicht weil es sich um eine Abart eines anderen Minerals handelt, sondern neuere Analysen haben ergeben, dass Crossit ein Zwischenglied zwischen mehreren Amphibolen ist.Erklärt wird das ungefähr so::cool:

    Bei Crossit handelt es sich um ein Zwischenstadium zwischen Glaukophan und Ferroglaukophan, bzw. entweder Glaukophan oder Ferroglaukophan, bzw. Magnesioriebeckit oder Riebeckit.

    Der Fundort in Österreich ist bei Einberg in der Nähe von Hallein im Salzburger Land. Die Bildbreite der Mikroskopaufnahme beträgt etwa 5 mm.


    Augit vom Söllnkar im Obersulzbachtal gehört zu den alpinen Klassikern aus Österreich.

    Die Stufe ist etwa 3 cm groß, der größte Kristall misst 6 mm.


    Prehnit aus den Alpen ist dagegen schon seltener. Dieses 2 cm grosses Stüfchen stammt vom Ritterkopf in der Rauris.

    Vom Mörchnerkar im Zillertal stammt diese 6 mm große Hämatit-Eisenrose.

  • Das sind dünne Beläge aus Eisenoxid. Mit reinen Graphit meinte ich,dass das Stück ein kompaker Brocken Graphit ist, und nicht krustenförmig auf einer Matrix aus Nebengestein sitzt.Aber ganz ohne Begleitminerale geht es halt nicht.;)

    Gruß Norbert

    Kein der Geometrie Unkundiger trete ein.(Platon)

  • Sehr sehenswerte Aufnahmen von interessanten und schönen Mineralien. :ups:

    Viele Grüße
    Uwe

    "Leben ist nicht genug" sagte der Schmetterling."Sonnenschein,Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu." (Hans Christian Andersen)






  • Lieber Norbert, die neu angefertigten Fotos sind ganz prima geworden und zeigen sehr interessant geformte und auch optisch aparte Stücke.

    Nontronit als güngelbe Krusten auf Graphit

    Der gefällt mir besonders gut!

    Bei Crossit handelt es sich um ein Zwischenstadium zwischen Glaukophan und Ferroglaukophan, bzw. entweder Glaukophan oder Ferroglaukophan, bzw. Magnesioriebeckit oder Riebeckit.

    Um das wirklich zu verstehen muss man wohl ein Stückchen in der Materie sein. Wenn ich ehrlich bin, verstehe ich das überhaupt nicht. Muss ich vielleicht auch nicht, ich kann mich ja an der Farben- und Formenvielfalt erfreuen.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Um das wirklich zu verstehen muss man wohl ein Stückchen in der Materie sein. Wenn ich ehrlich bin, verstehe ich das überhaupt nicht.

    Das finde ich völlig normal. Dies ist ein allgemeines Naturforum. Hier sind eine Menge Mitglieder sehr kompetent in verschiedenen Teilaspekten. Vielen Diskussionen, z.B. über Details der äußeren Insekten-Anatomie kann ich oft auch nicht folgen. Das eine oder andere google ich dann schon mal wenn ein gewisser Schwellenwert an Interesse erreicht ist, vieles überlasse ich aber auch den fachlichen Spezialisten.

    Liebe Grüße,
    Volker

    Edited once, last by GEOversum (October 6, 2025 at 11:21 PM).

  • Hallo Sabine,

    die Definition des Crossits hab ich ungefähr so wiedergegeben, wie sie im Lexikon des Mineralienatlas steht.Hundertprozentig versteh ich das auch nicht.:)Aber es hängt mit der Chemie der verschiedenen Amphibole zusammen.

    Gruß Norbert

    Kein der Geometrie Unkundiger trete ein.(Platon)

  • Ich finde Mineralien, besonders in Kristallform faszinierend, habe aber Null Ahnung davon. Pyrit erkenne ich noch. Quarz auch, aber mit dem Risiko ihn mit etwas anderem zu verwechseln. Feldspat, Glimmer, Granit (was aber schon wieder ein Gemisch ist), ab und zu Granat und das war's dann schon.

    Wie bestimmst Du diese Mineralien und Kristalle?

    Ich meine, nur Form und Farbe allein wird es wohl nicht sein, wenn ich denke in wie vielen Farbschattierungen z.B. Quarz je nach "Verunreinigungen" auftreten kann. Die Härte mittels Ritz-Test wird man bei so schönen Kristallen wohl nicht ausprobieren?
    Lichtbrechung geht nur bei den wenigsten Exponaten.
    Und einen Gaschromatographen wird man wohl nicht gleich an der Hand haben?

    Absolut faszinierend an Kristallen finde ich, dass sie die Struktur der Moleküle und Möglichkeiten der Atombindungen so wunderschön in das Makroskopische transportieren.

    Ich habe mal vor "Urzeiten", damals noch analog auf Dia, im NHM (Naturhistorisches Museum Wien) etwas fotografiert ... wenn ich mich recht erinnere war das einfaches Salz, aber ein riesiger Kristall. Hätte ich ohne Tafel nicht erkannt.

    LG, Jürgen

    PS: das ist es, was mir an diesem Forum so gefällt: wohl jeder hat mehrere Interessensgebiete und hier kann man alle in einem Forum ausleben und erfährt nebenbei auch von anderen Gebieten viel Interessantes :)

  • Hallo Jürgen,

    einen Härtetest führe ich schon durch,wenn es Stellen gibt, an denen kein Schaden entstehen kann. Z.B. an der Rückseite der Stufe oder seitlich.Genauso verwende ich verdünnte Salzsäure zum Testen, ob ein Karbonat vorliegt. Bei sehr kleinen Stücken geht die Bestimmung dann aber nur visuell.Aber nicht nur nach Farbe und Kristallform. Mineralien haben auch noch andere physikalische Eigenschaften, die sie unterscheiden.Vor allem die Spaltbarkeit und der Glanz der Kristalle kann da wichtig sein.Auch die Paragenese,also das gemeinsame Auftreten verschiedener Arten, gibt Hinweise. Bei besonders seltenen Arten,die ich über Händler beziehe, muss ich mich aber darauf verlassen, dass da eine Analyse vorliegt. Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, dass ich selbst eine Analyse in einem Labor in Auftrag gebe. Da gibt es auch verschiedene Angebote. Hab ich aber noch nicht gemacht. Das ist doch relativ kostenintensiv.

    Gruß Norbert

    Kein der Geometrie Unkundiger trete ein.(Platon)

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