Neuzugang -> Sphinx ligustri, Status: geschlüpft und abgeflogen

  • Hallo zusammen,

    eigentlich wollte ich nur die Bio-Reste zum Kompost bringen. Da fielen mir die typischen Ausscheidungen einer Schwärmerraupe auf. Kurz gesucht und siehe da: ich habe Neuzugang Sphinx ligustri.

    Ich hoffe sie ist nicht parasitiert :angry:, so wie die letzte. Bislang macht sie sich gut und hat Appetit. Interessanterweise frisst die an Forsythia . Ich werde morgen früh mal Liguster holen und sehe was sie dazu meint. Ich muss auch schon mal einen Kübel Erde bereitstellen. Es wird nicht lange dauern und das Rumgerenne bei der Suche nach Verpuppungsplätzen geht wieder los.... (die letzten beiden Windenschwärmer mühsam damals. Und die letzte Schwalbenschwanzraupe hatte 3h lang im Eiltempo die Wohnung sondiert, alles ignoriert was ich bereitgestellt hatte und sich dann am Vorhang des Küchenfensters verpuppt)

  • Meine Sichtung einer Raupe des Ligusterschwärmers von 2013 habe ich in der "Rätselecke" am 07.02. 2019 unter dem Thema "Was ist das? (Und von wem?)" beschrieben. Die Raupe fraß am Flieder, ein kleiner Liguster stand 3 m daneben, an dem war nichts. Da ich nicht weiß, ob und wie man auf einen alten Beitrag verweisen kann, zeige ich noch mal das Rätselbild:

    Liebe Grüße

    Peter

    - - - - - - - - - - - - - -

    Aus meiner Lebensliste: Tierarten aus meinem Garten:

    161 Falter (Album), 107 Käfer (Album), 60 Wanzen (Album), 16 Zikaden (Album)

  • Sie machen den Wechsel problemlos mit. Aber die Raupen des Ligusterschwärmers sind durchaus bekannt dafür, dass sie nicht nur an Liguster sitzen, sondern auch an Forsythie, Flieder, Stechapfel und einigen anderen Büschen. Flieder bietet sich als Nahrungspflanze am ehesten an, da große Blätter und man nicht ganz so häufig raus muss, um Futter zu besorgen. Habe ich früher auf dem Weg von der Schule nach Hause gemacht, da ich Fahrrad fuhr und immer an Fliederbüschen vorbei kam.

    Liebe Grüße

    Klaas

    Der englische Biologe John Burton Sanderson Haldane (*05.11.1892 in Oxford, Vereinigtes Königreich 01.12.1964 in Odisha, Indien) fand sich einst in Gesellschaft einer Gruppe Theologen wieder. Auf die Frage, was man wohl über die Natur des Schöpfers aus der Untersuchung seiner Schöpfung schließen könne, soll er geantwortet haben: „Eine unangemessene Vorliebe für Käfer!“ - Und ich hätte gefragt: "Wieso unangemessen???" :79:

  • Hallo, Jürgen, viel Erfolg beim Durchzüchten! So ein Neuzugang macht immer große Freude, ich freue mich mit dir.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Ich bin auch schon sehr gespannt, wie es weitergeht! Du hast anscheinend schon so einige Erfahrungen gesammelt!
    Ich durfte hier ja schon das Kleine Nachtpfauenauge (Saturnia pavonia) und den Schlehen-Bürstenspinner (Orgyia antiqua) großziehen. Eine Admiralraupe ist vor zwei Jahren sozusagen vom Himmel gefallen auf meinem Balkon. Ich habe sie auf eine Pflanze gesetzt und schon fing sie an, sich zu verpuppen.

    Viele Grüße

    Addi

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    "In den kleinsten Dingen

    zeigt die Natur

    ihre größten Wunder."

    Carl von Linné (1707 - 1778)

  • Hallo zusammen!

    Mir fiel gestern Abend noch ein, dass ich gar nicht vom Nachbarn klauen muss, weil ich selber Liguster im Garten habe. Also habe ich eine Auswahl zusammengestellt: die Forsythie auf der ich sie fand, Flieder und Liguster (wachsen praktischerweise gleich am selbenm Fleck). Das Ergebnis war eindeutig. Der Liguster wurde aufgeregt untersucht. Es wirkte, als ob man einem Kind direkt vor dem Süßigkeitsladen 20€ schenkt ^^

    Über Nacht wurde der Liguster ziemlich entlaubt...

    Klaas Reißmann : Mit einer einzelnen Raupe hält sich der Nachschub-Bedarf zum Glück in Grenzen. Da waren die Saturnia pavonia eine andere Liga ... aber dazu schreibe ich einen eigenen Beitrag, weil da gab's einige Highlights.

    Addi : Du hast mich jetzt auf die Idee gebracht ein paar Berichte div. Überwinterungsaktionen zu verfassen. Mal sehen, was ich da zusammenstellen kann. Oder vielleicht sollte ich das den Winter über machen um die insektenarme Zeit zu überbrücken...

    LG, Jürgen

  • Du hast mich jetzt auf die Idee gebracht ein paar Berichte div. Überwinterungsaktionen zu verfassen. Mal sehen, was ich da zusammenstellen kann. Oder vielleicht sollte ich das den Winter über machen um die insektenarme Zeit zu überbrücken...

    Das finde ich eine gute Idee! Ob Du es in der insektenarmen Zeit machst oder wann anders, liegt auch daran, wieviel Zeit Du hast...

    Ich habe 2x Raupen aufgezogen und jeweils Berichte dazu gemacht:

    Das Kleine Nachtpfauenauge (Saturnia pavonia)

    und den

    Schlehen-Bürstenspinner (Orgyia antiqua).

    Die ersten Posts waren meist noch Fragen und Unsicherheiten meinerseits, aber dann kommt der ganze Verlauf in Bildern.

    Viele Grüße

    Addi

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    zeigt die Natur

    ihre größten Wunder."

    Carl von Linné (1707 - 1778)

  • Addi : das sind ja riesige Beiträge und Fotostrecken, alle Achtung! ^^ Klasse dokumentiert!

    Vom Ei weg habe ich nur Saturnia pavonia aufgezogen. Meistens bringen mir die Verwandtschaft Raupen und/oder Puppen, die irgendwo im Haus oder der Landwirtschaft gefunden wurden. Es handelte sich also oft um Überwinterungen.

    Wissenschaftlich aufbereitet war man die "Aufzucht" der Dolchwespe Scolia hirta ausgehend von Puppenkokons, die ich im Kompost fand.

    Von Spinnen (Wespenspinne, Gartebkreuzspinnen) oder den Gelegen der Gottesanbeterinnen habe ich gar keine Bilder gemacht, weil die sind nicht ungewöhnlich hier und die habe ich fast jährlich am / im Haus.

    Aber zu besagten Nachtpfauenaugen, Segelfalter, Schwalbenschwanz, Windenschwärmer, Totenkopfschwärmer müsste ich was haben...

  • Aber zu besagten Nachtpfauenaugen, Segelfalter, Schwalbenschwanz, Windenschwärmer, Totenkopfschwärmer müsste ich was haben...

    Den Schwalbenschwanz habe ich dieses Jahr erstmals aus einer Raupe aufgezogen.

    SIEHE HIER

    Aber die anderen Arten wären schon sehr interessant, zumal die hier im Forum nur selten gezeigt werden, besonders der Totenkopfschwärmer.

    Oder vielleicht sollte ich das den Winter über machen um die insektenarme Zeit zu überbrücken...

    Wäre eine gute Möglichkeit. :alright: Ansonsten auch jederzeit sehr gerne.

    Viele Grüße
    Uwe

    "Leben ist nicht genug" sagte der Schmetterling."Sonnenschein,Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu." (Hans Christian Andersen)






  • Vom Ei weg habe ich es bisher noch nie gemacht. Ich hatte Sorge, dass ich zu viel falsch machen könnte. Zudem wusste ich auch nicht, welche Art ich gerade gefunden hatte... Da war es einfacher zu sehen, auf welchen Futterpflanzen die Räupchen saßen und ob ich diese täglich problemlos in meinem Dunstkreis ernten könnte.

    Wissenschaftlich aufbereitet war man die "Aufzucht" der Dolchwespe Scolia hirta ausgehend von Puppenkokons, die ich im Kompost fand.

    Daran wäre ich sehr interessiert!

    Wäre eine gute Möglichkeit. :alright: Ansonsten auch jederzeit sehr gerne.

    Genau! :thumbup:

    Viele Grüße

    Addi

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    Carl von Linné (1707 - 1778)

  • JuergenS September 2, 2025 at 6:23 PM

    Changed the title of the thread from “Neuzugang” to “Neuzugang -> Sphinx ligustri, Status: verpuppt”.
  • "oder auch 2027"???

    Bleiben die da manchmal auch 2 Jahre in der Erde?

    Zumindest ein Buch., das sich auf Futterpflanzen von Lepidoptera konzentriert erwähnt zur Überwinterung "zuweilen auch zweimal"

    Überrascht mich nicht. z.B. ist Saturnia pavonia dafür bekannt bis zu drei mal zu überwintern. Und "meine" haben das damals auch tlw. getan. War ein mehrjähriges Projekt damals...

  • Ich gieße unregelmäßig, meistens analog zum Niederschlag draußen. Aber eher zurückhaltend. Da sich die Erde in einem Kübel befindet, wäre Staunässe am Boden fatal. Denn oft graben sich die Raupen bis zum Kübel-Boden ein. Sie würden gerne noch weiter, aber geht halt nicht.
    Und es soll nichts schimmeln oder Gepflänz austreiben. Ich will keine Wurzeln in die Puppenstube wachsen lassen.

  • Klasse Serie Jürgen! Ich habe noch nie beobachten können, wie eine Raupe sich eingräbt.
    Wieviel Zentimeter Erde hast Du ihr bereit gestellt? Gibt es eine bestimmte Tiefe, die sie bevorzugen? Bei Dir zu Hause ist das Ende ja sozusagen vorgegeben. In der Natur graben sie sich wahrscheinlich so weit ein, dass sie zwar schön kühl liegen, aber wohl nicht gefrieren...?

    Überrascht mich nicht. z.B. ist Saturnia pavonia dafür bekannt bis zu drei mal zu überwintern.

    Das hatte ich auch gelesen, als ich meine hier hatte. Sie haben sich aber glücklicherweise mit einer Überwinterung zufrieden gegeben.

    Viele Grüße

    Addi

    _______________________________________________________________________________________________________________________

    "In den kleinsten Dingen

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    ihre größten Wunder."

    Carl von Linné (1707 - 1778)

  • Man nennt den Vorgang "überliegen". Von Sphinx ligustri ist ein kleiner Prozentsatz der Puppen dafür bekannt (hatte ich selbst in meiner Jugend einmal), dass sie überliegen. Der oben genannte Saturnia pavonia ist dafür auch bekannt. Ich glaube Spitzenreiter ist Cerura vinula - Gabelschwanz - bei dem Puppen bis zu fünf mal überliegen können sollen.

    Liebe Grüße

    Klaas

    Der englische Biologe John Burton Sanderson Haldane (*05.11.1892 in Oxford, Vereinigtes Königreich 01.12.1964 in Odisha, Indien) fand sich einst in Gesellschaft einer Gruppe Theologen wieder. Auf die Frage, was man wohl über die Natur des Schöpfers aus der Untersuchung seiner Schöpfung schließen könne, soll er geantwortet haben: „Eine unangemessene Vorliebe für Käfer!“ - Und ich hätte gefragt: "Wieso unangemessen???" :79:

  • Wieviel Zentimeter Erde hast Du ihr bereit gestellt? Gibt es eine bestimmte Tiefe, die sie bevorzugen? Bei Dir zu Hause ist das Ende ja sozusagen vorgegeben. In der Natur graben sie sich wahrscheinlich so weit ein, dass sie zwar schön kühl liegen, aber wohl nicht gefrieren...?

    Aktuell sind ca. 15cm Füllhöhe drin, das ist etwas mehr als die Hälfte des Kübels. In der freien Natur wird sie sich sicher tiefer eingraben, sofern es möglich ist. Und ja, sicherlich aus Gründen der Frostvermeidung, aber auch wegen Prädatoren, die an der Oberfläche herumstochern und -graben. Kann ja bei meinen kontrollierten Bedingungen eh nicht passieren, also habe ich mir riesige Kübel mit 80cm Erde drin erspart. So viel hätte ich auch nicht zusammenkratzen können, wie Du gleich lesen wirst.

    Die Raupe hat ja keine Ahnung wie viel Glück sie hatte. In der Forsythie, auf der ich sie fand, tummeln sich eine Menge Vögel, welche auch darin übernachten. Entsprechend viel los ist da oft tagsüber und am Abend. Trotzdem hat sie es bis zur ausgewachsenen Raupe geschafft. Problematisch wäre die Verpuppung geworden. Unser "Boden" ist ein riesiger Schwemmkegel alter Flussläufe. Nach max. 5cm ist die Humusschicht bei mir im Garten zu Ende und es findet sich nur mehr Schotter und Kies. Wirklich viele Meter weit nach unten. Weit wäre sie da nie gekommen und wird der Winter strenger, wäre sie vmtl. erfroren.

    Ich meine sporadisch von verschiedenen Verpuppungs-Tiefen gelesen zu haben und es würde mich nicht überraschen, wenn es artspezifische Unterschiede gibt. Wirkliche Werte dazu habe ich aber nicht.

    Die Windenschwärmer damals haben sich ihren Erd-Kokon am Kübelboden errichtet (also einen Halb-Kokon) Die wollten sicher tiefer, weil da war auch weniger Erde drin (Ackererde vom Fundort) Hat aber auch gut geklappt und dafür geht das Ausgraben nach dem Schlupf leichter. :)

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