Asiatische Hornisse (Vespa velutina)

  • Gestern bin ich auf dem NaturGut gewesen. Im hinteren Bereich, wo ein größerer Teich ist (mit Glück Eisvogelsichtung, viele Libellen...) habe ich die Möglichkeit genutzt, ihn über die dort liegenden Steine zu durchqueren. Der Teich wird von Regenwasser gespeist und momentan ist in dem Bereich wenig Wasser (bei viel Regen können die Steine aber auch überschwemmt sein).
    Jedenfalls ist es dort recht "kibbelig", sie zu nutzen. Die Steine sind zwar absolut fest, aber sie sind nicht plan und man muss sich schon konzentrieren beim Überqueren und sollte vor allem tunlichst nicht in den Himmel gucken... Jetzt fällt man nicht ins Wasser, aber in eine morastige Brühe ungewisser Tiefe.
    Nun, als ich also auf einem dieser Steine stand und das Treiben auf den Seerosenblättern beobachtete, sah ich auf einmal etwas, was ich bisher noch nicht gesehen hatte. Recht groß und in der Färbung ungewöhnlich. Falsche Kamera um den Hals, nur 60er Festbrennweite, aber wechseln wollte ich nicht, aufgrund der mangelnden Standfestigkeit und bis dahin wäre das Insekt sicher weg gewesen. Also drauf gehalten und gehofft.

    Nun, die Fotos sind jetzt nicht der Knaller, aber ich denke, man kann trotzdem vieles erkennen.

    In dem Moment dachte ich noch gar nicht an die Asiatische Hornisse. Ich hatte ja von meinen Beobachtungen im letzten Jahr die Größe der Europäischen Hornisse im Gefühl und die Asiatische Hornissen sind kleiner als unsere. Und dieses Tier wirkte doch recht groß.
    Am Laptop konnte ich dann mehr sehen und die Färbung irritierte mich ebenfalls. Ein wenig recherchiert und festgestellt, dass die Asiatische Hornisse doch recht unterschiedlich aussehen kann.
    Laut ihrem Lebenszyklus sind ab Mitte August die Geschlechtstiere unterwegs, so dass dies vielleicht eine Jungkönigin oder ein Drohn gewesen sein könnte.

    Viele Grüße

    Addi

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    "In den kleinsten Dingen

    zeigt die Natur

    ihre größten Wunder."

    Carl von Linné (1707 - 1778)

  • Bei uns in Rheinland-Pfalz ist die Asiatische Hornisse als etabliert eingestuft worden, was dazu führt, dass seit 1. August die Beseitigung von Nestern nicht mehr kostenlos von den zuständigen Stellen vorgenommen wird. Kurz darauf war in Leserbriefen von der "gefährlichen Wespe" und vom "bevorstehenden Aussterben" der Honigbiene zu lesen. Einer der Schreiber berichtete das mehrere Imkerkollegen, das Hobby wegen der Asiatischen Hornisse schon an den Nagel gehängt hätten.

    Ich war selbst nicht begeistert, als ich sie vor Jahren das erste Mal in meinem Garten entdeckt habe. Seither fliegt immer mal wieder ein Exemplar durch. Die Tiere sind scheu und zeigen keinerlei Agressionen. Sie haben auch meinen Garten nicht leer gefressen.

    Ich möchte auf einen interessanten Artikel des Niedersächsischen Landesamts für Verbraucherschutz aufmerksam machen, der viele Themen zu Asiatischen Hornisse behandelt, wie z.B. Ausbreitung, Imkerei, Biodiversität und auch von Erfahrungen unserer südlichen Nachbarländern berichtet. Darin wird auch erklärt, warum durch Entfernen der Nester die Ausbreitung nicht wirksam verhindert werden kann.

  • Liebe Adelheid, herzlichen Glückwunsch zur Sichtung der Asiatischen Hornisse. Ein Dank geht an Charlie für den Link auf den sehr interessanten und sachlichen Artikel aus Niedersachsen.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Ich möchte auf einen interessanten Artikel des Niedersächsischen Landesamts für Verbraucherschutz aufmerksam machen, der viele Themen zu Asiatischen Hornisse behandelt, wie z.B. Ausbreitung, Imkerei, Biodiversität und auch von Erfahrungen unserer südlichen Nachbarländern berichtet. Darin wird auch erklärt, warum durch Entfernen der Nester die Ausbreitung nicht wirksam verhindert werden kann.

    für den Link auf den sehr interessanten und sachlichen Artikel aus Niedersachsen.

    Vielen Dank Sabine.
    Genau das war auch mein Eindruck von dem Artikel. Unaufgeregt und informativ. Ein prima Link Kallemu!

    Viele Grüße

    Addi

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    Carl von Linné (1707 - 1778)

  • so soll das sein, statt der ewigen bekloppten Panikmache.

    Honigbienen sind für unsere Natur schlimmer als die Asiatische Hornisse. Und trotzdem wollen die dauernd Leute vernichten. Ich befürchte, dass dann auch crabro und Wespen dran glauben müssen...

  • Ist bei so etwas eigentlich ein gewisser Alkoholanteil wichtig oder kommt es mehr auf Zucker oder Hefen an?

    Viele Grüße

    Addi

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  • Nun, gestern habe ich mal eine delikate Brühe zusammengestellt... Ein Glück, wenn man nette Nachbarn hat, denn die spendierten mir etwas Himbeerwein (ich selber trinke keinen Alkohol), eine Flasche Hefeweizen musste ich dann doch noch besorgen, da sie ansonsten nur noch alkoholfreies Bier hatten und Himbeersirup gab es günstig. Das alles habe ich in eine alte Thermoskanne geschüttet und los ging es.
    Ich hatte ein Marmeladenglas dabei, in den Deckel einen länglichen Schnitt gemacht und Küchenrolle vom Boden des Glases bis nach außen geführt.
    Am Standort angekommen, wurde das Zeug umgefüllt und dann hieß es warten...
    Nun, es kam auch der ein und andere, nur nicht, die, die ich wollte! Keine Velutina war zu sehen!. Nur Fruchtfliegen...

    ... und Wespen (die mich allerdings schon bei der Vorbereitung umschwirrten...).

    Nun, gestern war das Wetter auch nicht so warm und sonnig, so dass auch keine im Seerosenteich Wasser trank.
    Nach einer Stunde oder so (wahrscheinlich hätte ich wohl länger warten müssen), machte ich mich wieder auf den Weg und schaute noch ein wenig in den anderen Anlagen vorbei.
    Immerhin sah ich eine Velutina, allerdings im Flug und damit schwer zu fotografieren.

    Jetzt muss ich mich mal schlau machen, wie in etwa der Nestabstand zwischen den Völkern ist. Ich denke, dass beide Hornissen aus einem Volk kommen. Die eine habe ich praktisch an einem Ende des NaturGuts gesehen, die andere am anderen Ende.
    Mit dem Fernglas habe ich auch einige Bäume abgesucht. Bei der momentanen Belaubung wäre es allerdings ein Glücksfall, das Sekundärnest zu finden...
    Immer, wenn ich etwas Helles zwischen dem Grün gesehen habe, schlug mein Herz schneller, um dann zu erkennen, dass es nur alte Blätter gewesen sind...

    Aber so schnell gebe ich nicht auf!
    Die Plörre steht im Kühlschrank und wird sich sicher noch eine Weile halten.
    Und dieses Mal nehme ich eine intakte Flasche für den Transport mit, denn gestern hatte ich einige Wespen im Schlepptau, da ich die Thermosflasche außen am Rucksack hatte. :15:

    Viele Grüße

    Addi

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    Carl von Linné (1707 - 1778)

  • Kühlschrank ist suboptimal. Das Zeug soll ja richtig fett gären.

    Ich fürchte du hast nicht ganz die richtigen Mittel zusammengemischt.

    Hier mein Rezept:

    Prise Hefe, 2/8 Zucker, 1/8 Rotwein (kein anderer), Rest Apfelmus (das billigste), ab in die Sonne damir und gären lassen. Immer Plastikflaschen nehmen, nie ganz voll machen. Immer wieder entgasen. Dann empfiehlt es sich feste Standorte für den Köder auszuwählen, je öfter an der selben Stelle desto besser die Wirkung.

    So kann das dann aussehen:

  • Vielen Dank Jonas für Deine Erfahrungen. Dann werde ich am besten mal Tütenrotwein besorgen, Hefe und Zucker habe ich, Apfelmus besorge ich dann auch noch, mixe es zusammen und stelle es auf den Balkon.
    Ich hatte halt die Sorge, wenn es nicht im Kühlschrank steht, dass es nicht gärt, sondern sauer wird.
    Mein nächstes Problem ist, dass der Bereich um die 7 km entfernt ist und ich dann immer nur punktuell mal dorthin radeln kann (habe kein Auto). Ich muss dann hoffen, dass ich in der Zeit, wo ich auf die Guten warte, sie sich auch blicken lassen.
    Staudenknöterichstiele habe ich noch hier, hatte ich mal mitgenommen. Ich werde meine Fantasie spielen lassen und aus allem, auch Apfel etwas basteln und morgen mitnehmen.

    Viele Grüße

    Addi

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    Carl von Linné (1707 - 1778)

  • Gestern habe ich Kenntnis bekommen von einem Primärnest der Asiatischen Hornisse.
    Zur Erinnerung: die Asiatische Hornisse baut zunächst ein Primärnest, oft in Gebüschen, Hecken usw. in eher geringer Höhe. Erst im Laufe der Zeit, wenn das Volk zu groß wird, ziehen sie um in das Sekundärnest (das ist die "Riesenkugel" hoch oben in den Bäumen). Aber es ist auch möglich, dass sie im Primärnest bleiben, wenn der Platz für sie ausreicht.
    So ein Nest habe ich gestern in einem Brombeerbusch fotografiert.
    Zwischen den Zweigen eher schwer zu erkennen.

    Die Zweige verhinderten auch einen freien Blick, aber ein paar Eindrücke bekam ich trotzdem.

    Das Nest wird laufend ausgebessert.

    Ich werde aufmerksam beobachtet...

    ... und für uninteressant befunden.

    Viele Grüße

    Addi

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  • Das mit den 2 Nestern wusste ich auch nicht...

    Auf unserer NABU-Leverkusen-Seite habe ich hier einen ausführlichen Artikel zur Asiatischen Hornisse geschrieben.

    Viele Grüße

    Addi

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  • Gestern habe ich Kenntnis bekommen von einem Primärnest der Asiatischen Hornisse.

    Eine tolle Entdeckung! :ups:
    Leider sehr versteckt, trotzdem sind dir einige schöne Einblicke gelungen. :alright:

    Wie es der Zufall wollte, ich habe gestern auch ein Nest der Europäischen Hornisse (Vespa crabro) entdeckt.
    Ich suche schon den ganzen Sommer vergeblich und musste nun feststellen, dass ich dort schon sehr oft vorbei gegangen bin. :33:
    Der Eingang liegt supergünstig für Beobachtungen kaum zwei Meter über der Wiese in einer alten Thuja (Lebensbaum). Einige weitere Bilder zeige ich demnächst in "Über Berg und Tal".


    wenn das Volk zu groß wird, ziehen sie um in das Sekundärnest (das ist die "Riesenkugel" hoch oben in den Bäumen).

    Hoffentlich kannst du das später auch noch finden.
    Bis dahin erst mal weitere spannende Beobachtungen am Primärnest.

    Viele Grüße
    Uwe

    "Leben ist nicht genug" sagte der Schmetterling."Sonnenschein,Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu." (Hans Christian Andersen)






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