• In der letzten Oktoberwoche war ja auch heuer wieder die Messe in München.Die Munich Mineral Show, wie das jetzt neudeutsch heisst.Da konnte ich wieder einige neue Stücke für die Sammlung finden.

    Aus den sehr mineralreichen Minen im Kongo stammt diese Handstufe (9 x 8 cm gross) mit einer für den Fundort recht typischen, aber weltweit seltenen Paragenese von Kobaltmineralien.

    Olivgrüner Kolwezit in kugeligen Aggregaten auf roten Cobalt-Dolomitkristallen.

    Stücke aus einem spektakulären Neufund in China wurden von einem deutschen Händler angeboten.Carlhintzeit heisst diese Halogenmineral, das bisher nur in winzigen Kristallen und als sehr selten bekannt war. Das Stüfchen, das ich von dem Händler erworben hab, ist 4 cm groß. Die einzelnen Kristalle, aus denen die Stufe besteht, hab ich unterm Mikroskop fotografiert.


    Auch neu aus einer chinesischen Mine sind Stufen mit gut ausgebildeten Barytkristallen.Dieses 9 x 6 cm grossse Stück hab ich von einem chinesischen Händler recht günstig bekommen.

    Ein interessantes Erz von einem deutschen Fundort ist diese Stufe (9 x 6 cm) mit sogenannter Schalenblende aus einer alten Grube bei Wiesloch in der Nähe von Heidelberg.Der alte bergmännische Name Schalenblende bezeichnet ein Gemisch aus Bleiglanz, Zinkblende und Wurtzit.

    Beim Herumstöbern gegen Ende der Messe konnte ich dann noch ein Stück entdecken, das ich schon lang gesucht hab. Eine Pseudomorphose,also Umwandlung, von Kaolin nach Feldspat. Der jetzt aus Kaolin bestehende ehemalige Feldspatkristall stammt von der einzigen Fundstelle an der solche ungewöhnlichen Bildungen bekannt sind.Aus dem Melbur Pit,einem Kaolin-Tagebau in Cornwall,England. Der Kristall ist 7 cm lang.

    Kein der Geometrie Unkundiger trete ein.(Platon)

  • Nun hab ich noch ein paar mineralogische Raritäten, mit dem Mikroskop fotografiert.

    In rotem Eudialyt eingewachsen sind die Zirkoniumsilikate Vlasovit und Gittinsit aus dem Kipawa Pegmatit in Kanada.

    Baumhauerit aus Lengenbach in der Schweiz:

    Vuagnatit aus der Copper King Mine in Kalifornien:

    Vittinkiit aus Madagaskar:

    Kein der Geometrie Unkundiger trete ein.(Platon)

  • Lieber Norbert,
    es kommt mir so vor, als wären alle diese Namen hier im Forum noch nicht aufgetaucht.

    Baumhauerit

    Ist das Mineral nach einem Herrn Baumhauer benannt?

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Geil finde ich ja, dass die kleinen Kolwezit-Kügelchen aussehen, wie kleine Moospölsterchen. Und bevor ich den Text dazu gelesen habe, habe ich auch noch gedacht "Hä? Wie stabilisieren/präparieren die denn die Moospölsterchen, dass die nicht vergammeln?" :79:

    Liebe Grüße

    Klaas

    Der englische Biologe John Burton Sanderson Haldane (*05.11.1892 in Oxford, Vereinigtes Königreich 01.12.1964 in Odisha, Indien) fand sich einst in Gesellschaft einer Gruppe Theologen wieder. Auf die Frage, was man wohl über die Natur des Schöpfers aus der Untersuchung seiner Schöpfung schließen könne, soll er geantwortet haben: „Eine unangemessene Vorliebe für Käfer!“ - Und ich hätte gefragt: "Wieso unangemessen???" :79:

  • es kommt mir so vor, als wären alle diese Namen hier im Forum noch nicht aufgetaucht.

    Hallo Sabine,

    das sind fast alle neue Spezies in meiner Sammlung. Die wurden hier tatsächlich noch nicht erwähnt.

    Mit dem Baumhauerit hast Du auch recht. Benannt nach dem Mineralogen Prof. Heinrich Baumhauer aus Bonn, der in der Schweiz tätig war.

    Gruß Norbert

    Kein der Geometrie Unkundiger trete ein.(Platon)

  • dass die kleinen Kolwezit-Kügelchen aussehen, wie kleine Moospölsterchen.

    Das war genau mein Gedanke! Im ersten Moment sah es wie ein Pilz mit Mooskügelchen aus. Was für intensive Farben!
    Tolle Stücke hast Du erstanden Norbert!
    Bei der Schalenblende war meine erste Assoziation, dass sie Ähnlichkeit mit Blattminen hat...

    Gratuliere zu den Käufen und zum Fund der Pseudomorphose.

    Viele Grüße

    Addi

    _______________________________________________________________________________________________________________________

    "In den kleinsten Dingen

    zeigt die Natur

    ihre größten Wunder."

    Carl von Linné (1707 - 1778)

  • Jetzt im Frühling ist auch wieder Börsenzeit. Die Stufen, die ich neu in die Sammlung aufgenommen habe, hab ich auch gleich fotografisch dokumentiert.

    Die grüne Feldspat-Varietät Amazonit kommt in Deutschland nicht sehr häufig vor. Das Mineral wurde jetzt in einem Steinbruch in der Oberpfalz gefunden, und an der Uni Erlangen analysiert. Die Stufe ist 9 x 6 cm groß.Die Bildbreite bei der Detailaufnahme beträgt etwa 2,5 cm.

    In der Kategorie "Edelsteinminerale" konnte ich einen 6 cm großen Heliodorkristall aus Brasilien erwerben.

    Auch dieser Olivinkristall (Peridot) hat Edelsteinqualität. Ist aber nur 5 mm groß. Er stammt von einer zu Ägypten gehörenden Insel im Roten Meer.

    Als nächstes sehen wir einen Bergkristall mit geheimnisvollen Einschlüssen, die sich nicht leicht bestimmen lassen. Es könnte Sand sein oder ein Tonmineral.Meine Vermutung geht zu feinkörnigen Glimmer.Der Kristall stammt aus Brasilien und ist 10 cm groß.

    Diese mit Calcit gefüllte Septarie kommt aus Orderville in Utah/USA, und misst 12 x 10 cm.Septarien sind Kalkkonkretionen in Tongesteinen.Spannungsrisse im Inneren sind oft mit Mineralien ausgefüllt.

    Bei dieser Natrolithstufe von der Typlokalität Hohentwiel bei Singen ist ein historisches Etikett der Mineralienhandlung Maucher in München dabei.

    Kein der Geometrie Unkundiger trete ein.(Platon)

  • Sehr schöne Neuzugänge. :alright:

    einen Bergkristall mit geheimnisvollen Einschlüssen, die sich nicht leicht bestimmen lassen.

    Diese Stufe finde ich ganz besonders interessant.

    Viele Grüße
    Uwe

    "Leben ist nicht genug" sagte der Schmetterling."Sonnenschein,Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu." (Hans Christian Andersen)






  • Ich hab da auch länger überlegt, ob ich die mitnehmen soll. Die Flächen könnten nachgeschliffen sein, um die Einschlüsse besser zu sehen.Trotzdem sind diese Einschlüsse mal was Besonderes.Ich hab auch im Netz dazu recherchiert.Da bin ich nur auf ein ähnliches Stück vom gleichen Fundort gestoßen.In der Bildbeschreibung steht da auch nur "Bergkristall mit Einschlüssen".

    Kein der Geometrie Unkundiger trete ein.(Platon)

  • Lieber Norbert, herzlichen Glückwunsch zu den Neuzugängen, von denen mir der Heliodor besonders gut gefällt. Für den Sammler ist aber vermutlich der Natrolith vom Locus typicus der wertvollste, oder?

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Ende März war heuer wieder eine Börse in Aue im Erzgebirge. Auch hier gab es einiges zu sehen, das unbedingt in die eigene Samlung musste.

    Aus der Grube Niederschlag im Erzgebirge hab ich eine Stufe mit Barytkristallen (8 x 8 cm) und einen Fluoritwürfel mit 7 cm Kantenlänge mitgebracht.

    Das seltene Bormineral Congolit wurden erstmals in der Republik Kongo in Afrika gefunden und nach dem Land benannt.Dort gibt es das Borat aber nur in submikroskopisch kleinen Splittern. Die besten Kristalle wurden in der Kalilagerstätte Bismarckshall bei Bischofferode in Thüringen entdeckt.Mit 7 mm KL ist das hier einer der größten.

    Schaut aus wie Gips, ist aber ein Zink-Arsenat aus der bekannten Tsumeb-Mine in Namibia, und damit eine mineralogische Rarität: Leiteit.

    Etwa 3 mm groß.

    Das Bormineral Yuanfuliit kommt in vulkanischen Gesteinen vor. Diese 2 cm große Stufe wurde in Le Celia in Spanien gefunden.

    Die Bildbreiten der Detailaufnahmen beträgt 4 - 5 mm.



    Kein der Geometrie Unkundiger trete ein.(Platon)

  • Schöne Neuzugänge, sogar zwei Erzgebirger sind dabei. :alright:

    Aus der Grube Niederschlag im Erzgebirge hab ich eine Stufe mit Barytkristallen (8 x 8 cm)

    Was sind das für kleine schwarze Pünktchen auf dieser Stufe? Pyrit?:91:

    Schaut aus wie Gips,

    Das war auch sofort mein erster Gedanke. :)

    Viele Grüße
    Uwe

    "Leben ist nicht genug" sagte der Schmetterling."Sonnenschein,Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu." (Hans Christian Andersen)






  • Das Vulkangestein am Schluss gefällt mir am besten. Besteht nicht die große Gefahr, dass die "Härchen" abfallen können?

    Beim Lesen mancher Herkunftsorte, kam mir spontan das Thema "Blutdiamanten" in den Sinn.
    Besteht die Gefahr auch bei der Art von Steinen, die Du sammelst, dass sie unter nicht akzeptablen Umständen abgetragen (gesammelt, gefunden...) werden oder ist das ausgeschlossen? Und falls nicht, wie kannst Du sicher sein, dass Du nicht solche Steine bekommst?

    Viele Grüße

    Addi

    _______________________________________________________________________________________________________________________

    "In den kleinsten Dingen

    zeigt die Natur

    ihre größten Wunder."

    Carl von Linné (1707 - 1778)

  • Das Vulkangestein am Schluss gefällt mir am besten. Besteht nicht die große Gefahr, dass die "Härchen" abfallen können?

    Das dürfte wie bei den Insekten sein. Aufbewahrung ist eine Kunst und teuer erkauft. Aber wenn man es richtig macht, geht das sehr gut. ;)

    Beim Lesen mancher Herkunftsorte, kam mir spontan das Thema "Blutdiamanten" in den Sinn.
    Besteht die Gefahr auch bei der Art von Steinen, die Du sammelst, dass sie unter nicht akzeptablen Umständen abgetragen (gesammelt, gefunden...) werden oder ist das ausgeschlossen? Und falls nicht, wie kannst Du sicher sein, dass Du nicht solche Steine bekommst?

    Was sind denn für Dich "nicht akzeptable Bedingungen"? Wenn Du an Ausbeutung der Menschen denkst, die dort arbeiten, würde ich sagen, hast Du keine Chance dergleichen zu verhindern..., bzw. hast Du vermutlich keine Chance überhaupt was zu bekommen, was nicht unter solchen Bedingungen gewonnen wird. So abgefahren, wie Deutschland, dürfte in dieser Beziehung kaum einer sein. Und selbst bei uns gibt es Bereiche, wo Menschen ausgebeutet werden, bzw. wo wir es mit Menschenhandel zu tun haben (auch wenn es gegen das Gesetz verstößt). Du kannst wetten, dass z.B. im horizontalen Gewerbe ausgebeutet wird. Nicht überall und jede(r), aber komplett sauber ist das Gewerbe nicht.

    Unsere Mitbürger mit Migrationshintergrund werden all zu oft auch ausgebeutet. Können kaum Deutsch und arbeiten bei den Paketzustellern. Kannst Dich ja mal über Arbeitsbedingungen und Löhne informieren (morgens um 6 Uhr anfangen und um 20 Uhr immer noch auf der Straße - von den Löhnen wollen wir nicht reden). Ich will da nicht arbeiten. Und ich will auch nicht für Amazon fahren!!! Oder schau Dir die Wohnungen an, in denen sie oft genug wohnen. Da werden 600€ kalt für eine Wohnung bezahlt, in der Du und ich nicht wohnen wollen würden; nicht mal, wenn man uns die 600€ Kaltmiete bezahlt, statt sie von uns zu bekommen. Das Sicherheitsgewerbe. Frag mal nach Löhnen und Arbeitszeiten. Geh mal in Dein örtliches Rathaus und frag die Jungs, wieviel Wochenenden sie im Monat haben, respektive wie oft sie frei haben und was sie pro Stunde verdienen. Der Stundenlohn ist bei den meisten so bescheiden, dass sie freiwillig die Wochenenden arbeiten, damit sie halbwegs entsprechend verdienen und nicht heute überlegen müssen, wie sie morgen ihre Familie am Fressen halten.

    Insofern..., sollte es um dieses Thema gehen, komme ich an einen Punkt, wo ich neige zu sagen "Ein jeder kehr vor seiner Tür, da hat er Dreck genug dafür!". Wir stellen uns gerne so hin, als gäbe es sowas bei uns nicht. Wir zeigen mit dem Finger auf Nationen, bei denen offensichtlich ausgebeutet wird. Aber wir sind keinen Deut besser. Es kommt bei uns nur nicht so oft vor und ist nicht so offensichtlich. Und wir verschließen gerne die Augen vor der eigenen Realität.

    Liebe Grüße

    Klaas

    Der englische Biologe John Burton Sanderson Haldane (*05.11.1892 in Oxford, Vereinigtes Königreich 01.12.1964 in Odisha, Indien) fand sich einst in Gesellschaft einer Gruppe Theologen wieder. Auf die Frage, was man wohl über die Natur des Schöpfers aus der Untersuchung seiner Schöpfung schließen könne, soll er geantwortet haben: „Eine unangemessene Vorliebe für Käfer!“ - Und ich hätte gefragt: "Wieso unangemessen???" :79:

  • (...)
    Besteht die Gefahr auch bei der Art von Steinen, die Du sammelst, dass sie unter nicht akzeptablen Umständen abgetragen (gesammelt, gefunden...) werden oder ist das ausgeschlossen? Und falls nicht, wie kannst Du sicher sein, dass Du nicht solche Steine bekommst?

    Hallo Adelheid,

    so traurig es ist, aber Ausbeutung findet leider überall statt und teils organisiert und im großen Stil. Sie betrifft überwiegend die ärmsten Menschen. Aber nicht nur Menschen, sondern auch Tiere werden ausgebeutet. Man denke z. B. an die Massentierhaltung.

    Jeder der den Hype um die ach so heilsbringende Elektromobilität begrüßt, sollte sich die Bedingungen vor Augen führen, unter welchen Umständen Kobalt, Lithium und "seltene Erden" für die Batterieherstellung von E-Autos gewonnen werden. Nur um mal ein Beispiel zu nennen.

    BG

    Andreas

    Disclaimer: Es ist nicht auszuschließen, dass Teile meines Postings auf Leser irritierend/verstörend wirken können. Dies gilt insbesondere für Passagen, die durch das ggf. verwendete Stilmittel von ironisch/spöttisch wirkenden Zuspitzungen missverstanden werden könnten. Diese Passagen sind grundsätzlich weder persönlich diskreditierend noch beleidigend motiviert! – Sollten sich Personen dennoch getroffen oder nicht respektiert fühlen, bitte ich hiermit vorsorglich um Entschuldigung.

    Edited once, last by Gunimo (April 11, 2026 at 10:29 AM).

  • Bei den meisten meiner Stufen glaube ich nicht, dass da eine solche Ausbeutung vorliegt. Allerdings kann man sich da beim Kauf von Edelstein-Mineralien nicht sicher ein.Bei dem weiter oben gezeigten Heliodor aus Brasilien weiß ich nicht, ob der vielleicht durch Kinderarbeit oder sowas gefunden wurde.

    Kein der Geometrie Unkundiger trete ein.(Platon)

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