Wärmetransporteure

  • Wolkenlos der Himmel (obwohl auf dem Bildschirm bewölkt zu lesen ist) und es lockt schon mal in insektenträchtigen Gebieten nach denen Ausschau zu halten. Gestern, dort angelangt, fällt mir ein Baumrest auf, und zwar dort, wo in den vorigen Jahren am Fuße dieses abgestorbenen Baumes jede Menge Rote Waldsameisen auf ihrem Hügel umherwuselten.

    Addi ist Ameisenexpertin, daran dachte ich, vielleicht erinnert sie sich an das Aussehen des Hügels, wie ich ihn schon mal zeigte. Jetzt ist es mehr als lädiert.

    Doch unten am Reststamm war Unbekanntes, noch nie gesehenes, zu sehen.

    Ameisen, besonders auffallend zwei Pulks, unbeweglich, einige oberhalb bewegten sich etwas.

    Meine diesbezüglche nachträgliche Überlegung: "Von Bienen hast du mal gehört, dass die sich bei solchen Wetterlagen so in der Sonne aufhalten und Wärme 'tanken', sich von der Sopnne aufheizen lassen. Zurückgekehrt in ihren 'Bau' kühlen sie wieder ab, die Anzahl der Tiere bewirkt dabei einen Anstieg der 'Innenraum' Temperatur".


    Als ich mich am Stammrest abstützte, wegen Graben, Dornen u.a., löste sich von der Rückseite des Stammrestes ein Rindenstück ab und sichtbar wurde erneut von mir noch nie gesehenes:

    eine derartige Anzahl von Kokons dicht bei dicht platziert.


    Dann der Pirschgang. Nichts Kreuchendes oder Fleuchendes ließ sich blicken. Irgendwo moderte ein weiterer Baumstamm herum. Darin


    Carabus problematicus, Blauvioletter Waldlaufkäfer,

    auch in meinem Bestimmungsbuch zu finden, 30 mm


    g beim Finden nicht als Käfer erkannt, dann jedoch: sehr flugfreudig, 3,8 mm

    d

    Rüsselkäfer, ja. Aber dann. Bei 'Kerbtier' zu lesen: Spezialliteratur um den Namen zu finden.

    Ich schrieb schon mal, dass ich das nicht mehr zu wissen brauche.

    Soviel für heute und Grüße, Hermann

  • Die Gespinste gehören zu den Sackspinnen (Clubionidae). Da sitzen die Spinnen drin. Immer schön unter Rinde zu finden.

    Der kleine Käfer gehört zu den Scirtidae und ich denke Gattung Cyphon. Nicht leicht zu bestimmen. Der Rüssler ist Gattung Larinus und sollte Larinus turbinatus sein.

    Liebe Grüße

    Klaas

    Der englische Biologe John Burton Sanderson Haldane (*05.11.1892 in Oxford, Vereinigtes Königreich 01.12.1964 in Odisha, Indien) fand sich einst in Gesellschaft einer Gruppe Theologen wieder. Auf die Frage, was man wohl über die Natur des Schöpfers aus der Untersuchung seiner Schöpfung schließen könne, soll er geantwortet haben: „Eine unangemessene Vorliebe für Käfer!“ - Und ich hätte gefragt: "Wieso unangemessen???" :79:

  • Oh wie schön Hermann, Du konntest die ersten Ameisen in diesem Jahr beobachten! :45:

    Jetzt ist es mehr als lädiert.

    Neben dem "Homo sapiens idiotica" (ein Widerspruch in sich...) und äußerer Einflüsse, wie z. B. Astbruch gehen vor allem Grünspechte gerne an Ameisennester. Zum einen ist es eine willkommene Speisekammer, zum anderen nehmen sie auch gerne ein "Bad in Ameisensäure", um die Parasiten im Gefieder zu vertreiben.

    dass die sich bei solchen Wetterlagen so in der Sonne aufhalten und Wärme 'tanken', sich von der Sopnne aufheizen lassen. Zurückgekehrt in ihren 'Bau' kühlen sie wieder ab, die Anzahl der Tiere bewirkt dabei einen Anstieg der 'Innenraum' Temperatur".

    Ganz genau Hermann.
    Ich beneide Dich, dass Du schon Ameisen in diesem Jahr sehen konntest!

    Viele Grüße

    Addi

    _______________________________________________________________________________________________________________________

    "In den kleinsten Dingen

    zeigt die Natur

    ihre größten Wunder."

    Carl von Linné (1707 - 1778)

  • Neben dem "Homo sapiens idiotica" (ein Widerspruch in sich...) und äußerer Einflüsse, wie z. B. Astbruch gehen vor allem Grünspechte gerne an Ameisennester. Zum einen ist es eine willkommene Speisekammer, zum anderen nehmen sie auch gerne ein "Bad in Ameisensäure", um die Parasiten im Gefieder zu vertreiben.

    Zum einen sind es nicht (nur) Grünspechte, die sich gerne auf ein Ameisennest setzen, sondern z.B. auch Eichelhäher (die dafür eigentlich bekannter sind, als Grünspechte). Davon unabhängig verursachen diese Vögel keinen oder nur einen minimalen Schaden. Wenn das Wort "Schaden" hier überhaupt angebracht ist. Denn...

    ...im Winter ist es kalt, die Ameisen weitestgehend inaktiv. Scheint die Sonne und erwärmt das Nest, kommen sie auch mal raus, halten sich aber in der Regel sehr tief im Boden auf und bilden dort eine Traube um die Königin(nen) drum herum. Die Traube wärmt. Alle anderen Tätigkeiten sind auf Null reduziert, bis auf Futter beschaffen (Vorräte). Am Nest wird nicht gebaut. Dieses ist der natürlich Witterung und "Verwitterung" ausgesetzt. Ebenso, wie unsere Straßen langsam kaputt gehen, wenn wir sie nicht ständig ausbessern, leidet auch das Nest. Und der Nesthügel, den wir im September/Oktober beobachten können, hat nichts mit dem zu tun, was wir im Januar/Februar sehen können. Das Extrem habe ich in meiner Jugend gesehen. Ein Nest, das grob geschätzt eine Fläche von etwa 40 qm bedeckte. Jedoch waren die Materialien weitestgehend vermodert und zu einem +/- erdigen Hügel verwittert. Auf dem Hügel, nebeneinander, zwei Nesthügel, wie man sie kennt. Sie brachten das gesamte Nest ab April/Mai auf eine Höhe, die sich geschätzt im Bereich von 160 cm abgespielt hat. Im Winter war von diesen Hügeln fast nichts mehr übrig und das Ganze sackte auf "schlappe" ca. 100 cm zusammen. Große Nester - große Verluste, kleine Nester - kleine Verluste. Ich denke, wenn Hermann "sein" Nest im Mai besucht, dürfte es weitestgehend wieder hergerichtet sein. Vorausgesetzt, dass das Volk nicht schwächelt und langsam zusammen bricht.

    Liebe Grüße

    Klaas

    Der englische Biologe John Burton Sanderson Haldane (*05.11.1892 in Oxford, Vereinigtes Königreich 01.12.1964 in Odisha, Indien) fand sich einst in Gesellschaft einer Gruppe Theologen wieder. Auf die Frage, was man wohl über die Natur des Schöpfers aus der Untersuchung seiner Schöpfung schließen könne, soll er geantwortet haben: „Eine unangemessene Vorliebe für Käfer!“ - Und ich hätte gefragt: "Wieso unangemessen???" :79:

  • Hallo ihr Zwei. Eure Kommentare: derart sachkundig, wissensträchtig (und prompt) hatte ich so nicht erwartet. Auch Lohn für meine Arbeit.

    Arbeit: Das Einfügen der Fotos in den Beitrag, Größe verändern, platzieren u.a., kann zeitaufwändig und somit nervig sein. (gestern: noch zu groß, gelandet wo es nicht erwünscht ist) Mitunter überlege ich am Schluss ob ich überhaupt 'Absenden' anklicken soll. Aber weiter geht's.

    Auch von mir liebe, und anerkennende!, Grüße - Hermann

  • Mitunter überlege ich am Schluss ob ich überhaupt 'Absenden' anklicken soll. Aber weiter geht's.

    Bitte Hermann! Beiträge müssen doch nicht im perfekten Layout daherkommen! Es geht doch um das Teilen von Erlebnissen und Erfahrungen. Und Deine oft so humorvolle Art zu schreiben möchte ich nun wirklich nicht missen! :arm:
    Aber Du hast recht, ein Beitrag kann schon viel Arbeit machen und entbehrt auch nicht einer gewissen Vorbereitung.

    Viele Grüße

    Addi

    _______________________________________________________________________________________________________________________

    "In den kleinsten Dingen

    zeigt die Natur

    ihre größten Wunder."

    Carl von Linné (1707 - 1778)

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!