[D/NRW/K/GL/SU] NSG Wahner Heide

  • Da endeten Verstöße gegen die Regel grundsätzlich mit Personalienfeststellung und Ermahnung. Aber wie du schon oben angemerkt hast, Hundebesitzer sind meist beratungsresistent.

    Die Ermahnungen der Hundebesitzer sind ein zweischneidiges Schwert. Wichtig ist natürlich, dass Hunde die Bodenbrüter nicht stören. Ebenso wichtig ist, dass Hundebesitzer den Kot ihrer Hunde aus dem Gelände raus tragen. Also Kotbeutel mitnehmen und den Kot einsammeln und wenigstens in einer Mülltonne entsorgen, um den Nährstoffeintrag über den Hundekot zu vermeiden.

    ABER: Hunde können durchaus auch positive Auswirkungen auf die Wahner Heide haben. Nämlich dann, wenn sie buddeln. Zumindest in meiner Gegend in den deutlich kleineren Heidegebieten, sind die Buddelstellen der Hunde oft das einzige, was eine völlige Überwucherung der Offensandflächen verhindert. Man könnte eigentlich ein Buch darüber schreiben, welche Fehler Behörden im Zusammenhang mit der Pflege von Schutzgebieten machen und dass die kleinen Verfehlungen unserer Mitmenschen hier und da zumindest teilweise die vernachlässigte Pflicht unserer Behörden auffängt.

    Allerdings haben bloße Ermahnungen keinen Effekt. Wenn es nicht in der Geldbörse schmerzt, bei Wiederholung ggf. gesteigert, hat das null Effekt.

    Da wo ich viel unterwegs war/bin, habe ich noch nie eine Kontrolle gesehe, geschweige denn überhaupt mal jemanden von der Ordnungsmacht angetroffen.

    Beste Grüße

    Andreas

    Im Prinzip ist das richtig. Die allermeisten hören nur, wenn es in der Geldbörse weh tut. Man muss hier aber auch Gesetze beachten. Auch wenn man Knöllchenverteiler ist. Wie Du oben lesen kannst, nehmen die Behördenvertreter die Personalien der entsprechenden Personen auf. Das bedeutet, dass sie eine mündliche Ermahnung erhalten. Aber man hat ihre Daten, auch im Zusammenhang mit dem Verstoß, den sie begangen haben. Bei erneuter Zuwiderhandlung kommt dann die Geldbuße. Würde man anders vorgehen, wäre im Zweifelsfalle eine Klage gegen die Vorgehensweise der Behörde durchaus Erfolg versprechend. Das ist wie bei Dir zuhause. Vermutlich parken jede Menge Autos da, wo sie nicht parken dürfen. Die meisten Verstöße sind in der Regel "parken auf dem Gehweg" und in Spielstraßen "parken außerhalb gekennzeichneter Flächen". Machen die Behörden da über einen längeren Zeitraum nichts und wollen nun einschreiten, kommen sie nicht drum herum erstmal eine mündliche Verwarnung zu erteilen. Da in den seltensten Fällen der Halter anwesend ist, werden dann Kärtchen verteilt, mit dem Hinweis darauf, welcher Verstoß begangen wurde und dass dieser zukünftig mit einer Geldbuße belegt wird, plus Angabe der Höhe der Geldbuße. Machen die Behörden das nicht, wenigstens über einen Zeitraum von zwei Wochen, ist der Strafzettel anfechtbar.

    Sehr viel besser wäre es, den Schutz des Gebietes durch "bauliche Maßnahmen" zu gewährleisten. Das heißt: Festlegen eines Kerngebiets, dass den höchsten Schutzstatus erhalten soll. Und dann erfolgt der Schutz dieses Kerngebiets durch das Erschweren der Zugänglichkeit. Das heißt, es werden die meisten Wege blockiert, so dass nur ein oder zwei Wege rein führen, für diejenigen, die sich wirklich die Mühe machen wollen und damit eben Behördenfahrzeuge schnell rein kommen (z.B. im Falle eines Waldbrandes!). Zum anderen muss man einfach Parkplätze entfernen. Über die Anzahl von Parkplätzen lässt sich die Menge der Menschen, die das Gebiet betreten, sehr gut steuern. Vor allem wenn man im Bereich der Zuwege Parkverstöße rigoros ahndet. Zum anderen spielt die Entfernung der Parkplätze zu den entsprechenden Gebieten eine große Rolle. Untersuchungen haben z.B. gezeigt, dass (ich habe die Zahlen nicht mehr ganz im Kopf) mehr als 70% der Besucher maximal 1.000 m weit in ein Erholungsgebiet zu Fuß eindringen. Von den restlichen weniger als 30% geht kaum einer über 2.000 m hinaus. Bis 3.000 m waren es, meine ich, weniger als 5% und jenseits der 3.000 m trifft man fast niemanden mehr. Also, weniger Parkplätze und diese möglichst weit weg vom Schutzgebiet mit der höchsten Priorität und schon ist der Aufwand der Kontrolle in einem Maße verringert, dass man sich eher um die Parkverstöße außerhalb kümmern kann, als dass man im Gebiet was machen müsste.

    Liebe Grüße

    Klaas

    Der englische Biologe John Burton Sanderson Haldane (*05.11.1892 in Oxford, Vereinigtes Königreich 01.12.1964 in Odisha, Indien) fand sich einst in Gesellschaft einer Gruppe Theologen wieder. Auf die Frage, was man wohl über die Natur des Schöpfers aus der Untersuchung seiner Schöpfung schließen könne, soll er geantwortet haben: „Eine unangemessene Vorliebe für Käfer!“ - Und ich hätte gefragt: "Wieso unangemessen???" :79:

  • Das von Klaas Reißmann vorgestellte Konzept habe ich vor einigen Monaten bei einen Besuch des niederländischen NSG Oostvaardersplassen kennengelernt. Hier handelt es sich um ein recht großes NSG, dass zum größten Teil nur im Rahmen organisierter Führungen betreten werden darf. Im Randbereich gibt es einige frei zugängliche Wanderwege mit Unterständen zur Vogelbeobachtung. Es gilt allerdings ein Hundeverbot.
    Am Rande des NSG befindet sich ein Infozentrum mit Parkplatz.

    Gruß,
    Volker

  • Ich denke, das Konzept der Betretung nur im Rahmen von Führungen, halte ich für überzogen. Das klingt schon wieder danach, als ginge es darum Geld zu machen. Aber ansonsten klingt das sehr gut.

    Liebe Grüße

    Klaas

    Der englische Biologe John Burton Sanderson Haldane (*05.11.1892 in Oxford, Vereinigtes Königreich 01.12.1964 in Odisha, Indien) fand sich einst in Gesellschaft einer Gruppe Theologen wieder. Auf die Frage, was man wohl über die Natur des Schöpfers aus der Untersuchung seiner Schöpfung schließen könne, soll er geantwortet haben: „Eine unangemessene Vorliebe für Käfer!“ - Und ich hätte gefragt: "Wieso unangemessen???" :79:

  • Wahner Heide Juni 2025 -Am Fliegenberg-

    Immer noch Juni und ich habe eine kleine Tour am Fliegenberg (Südheide) gemacht.
    Vom Parkplatz bergab zum Fliegenbergweiher.

    Vierfleck (Libellula quadrimaculata)

    Rostfarbiger Dickkopffalter (Ochlodes sylvanus)

    Seerosenzünsler (Elophila nymphaeata)

    weiter bergab zum Leyenweiher.

    Graureiher

    Badende Stockente

    Bläßhühner Jung und Alt auf Futtersuche

    Langweilig....


    Kanadagans

    entlang des Waldrandes geht es wieder hoch zum Fliegenberg

    auf dem Weg ein Zickzacklinien-Trauerschweber (Hemipenthes morio)


    kurz hinter der Quelle versickert das Wasser wieder im Sand

    Faulbaum-Bläuling (Celastrina argiolus)




    Rostfarbiger Dickkopffalter (Ochlodes sylvanus)


    Hufeisen-Azurjungfer (Coenagrion puella)

    Salbei Gamander (Teucrium scorodonia)

    Dirk

    Edited once, last by Dirk_GL (July 29, 2025 at 5:01 PM).

  • Der Trauerschweber ist interessant. Habe ich hier noch nie gesehen. Zeigt der auf dem Foto seine übliche Flügelstellung in dee Ruheposition?

    Disclaimer: Es ist nicht auszuschließen, dass Teile meines Postings auf Leser irritierend/verstörend wirken können. Dies gilt insbesondere für Passagen, die durch das ggf. verwendete Stilmittel von ironisch/spöttisch wirkenden Zuspitzungen missverstanden werden könnten. Diese Passagen sind grundsätzlich weder persönlich diskreditierend noch beleidigend motiviert! – Sollten sich Personen dennoch getroffen oder nicht respektiert fühlen, bitte ich hiermit vorsorglich um Entschuldigung.

  • Schön, den Fliegenberg wieder zu sehen! :) Der Bereich vom Parkplatz bis zu dieser interessanten Quelle ist mein Lieblingsstück. Da finde ich meist alles, was ich mir erhoffe!

    Der Trauerschweber ist interessant. Habe ich hier noch nie gesehen.

    Den bekommst Du auch in Leverkusen zu sehen. Du hast also durchaus Aussicht auf Erfolg. Aber wie Fliegen halt so sind, sind sie meist schneller wieder weg als man gucken kann!

    Viele Grüße

    Addi

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    "In den kleinsten Dingen

    zeigt die Natur

    ihre größten Wunder."

    Carl von Linné (1707 - 1778)

  • Faulbaum-Bläuling (Celastrina argiolus)

    Von denen bitte mal einen in meine Gegend schicken, ich suche gerade intensiv nach dieser Art (wäre dann Tagfalterart Nr.54). Im Frühling habe ich ihn leider verpasst.

    Unbestimmter Zünsler

    Ich bin mir relativ sicher, das ist ein Seerosenzünsler/Laichkraut-Zünsler (Elophila nymphaeata), die habe ich kürzlich erst fotografiert.

    Elophila nymphaeata - LepiWiki

    Viele Grüße
    Uwe

    "Leben ist nicht genug" sagte der Schmetterling."Sonnenschein,Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu." (Hans Christian Andersen)






  • Wahner Heide Juli 2025 -Tongrube-

    Parken bei Altenrath und Rundgang Tongrube. Nach überqueren der Strasse hinein in die Heide und gleich rechts abbiegen.
    Ich betrete das Revier der Heuschreckensandwespe.

    Auf und am Weg finden sich die Nester des Wespe. Die ist hier zahlreich vertreten.
    Heuschreckensandwespe (Sphex funerarius)


    mehr Bilder dazu findet ihr hier:

    Dirk_GL
    August 1, 2025 at 11:26 AM

    heir blüht das Berg-Sandglöckchen (Jasione montana)

    die Schwarze Königskerze (Verbascum nigrum)

    und die Kleinblütige Königskerze (Verbascum thapsus)

    Braunkolbiger Braun-Dickkopffalter (Thymelicus sylvestris)


    Rostfarbiger Dickkopffalter (Ochlodes sylvanus)


    Brauner Feuerfalter (Lycaena tityrus)

    im Gebiet der Heuschrecken-Sandwespe findet sich auch die Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens). Sie wird von den Sandwespen nicht beachtet, die fangen ausschließlich Langfühlerschrecken.

    Und der Bienenwolf (Philanthus triangulum) siedelt sich gerne in der unmittelbaren Nähe der Sandwespen an.
    Hier an seinem Bau

    und bei der Mahlzeit



    Breitflügelige Raupenfliege (Ectophasia crassipennis)



    Raubfliege (Tolmerus)


    weitere Falter:
    Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni)


    Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus)



    Großer Kohlweißling (Pieris brassicae)


    Großes Ochsenauge (Maniola jurtina)

    und eine Gelbbindige Furchenbiene (Halictus scabiosae)


    auf dem Rückweg hatte ich dann noch eine interessante Begegnung:

    Dirk_GL
    July 10, 2025 at 6:42 PM

    im Juli war ich dann nochmals an der Tongrube. Bericht folgt...

    Dirk

  • Blitzsaubere Fotos vom Bienenwolf und der Heuschreckensandwespe. Ist ja interessant, dass Letztere nur Langflügelschrecken futtert. Vielleicht schmecken die anders oder sind im Ganzen kleiner...?
    Die Raupenfliegen gefallen mir immer so gut. Und die Raubfliegen sind jedes Mal eindrucksvoll.

    Viele Grüße

    Addi

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  • findet sich auch die Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens)

    Wie gut, dass du sie zeigst. In meiner Gegend kenne ich auch ein Revier, in dem sie vorkommt. Dort muss ich mal wieder hin und nach ihnen schauen.
    Im vergangenen Jahr fand ich dort leider keine Einzige mehr, warum auch immer.

    Und wieder ein sehr schön bebilderter Bericht! :alright:

    Viele Grüße
    Uwe

    "Leben ist nicht genug" sagte der Schmetterling."Sonnenschein,Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu." (Hans Christian Andersen)






  • Wahner Heide Juli 2025 -Nochmal Tongrube Teil 1-

    Ein weiterer Ausflug zur Tongrube. Diesmal ein sonniger aber sehr windiger Tag.
    Dieses Jahr sind wir immer noch auf der Suche nach dem Neuntöter. Diesmal sollten wir Glück haben.

    Wald und Wiesen an der Tongrube.

    Hier blüht das Berg-Sandglöckchen (Jasione montana)


    und hier finden sich zahlreiche Insekten.
    Hauhechel-Bläuling an Thymian schon etwas gerupft


    Ampfer-Purpurspanner (Lythria cruentaria)

    Sehr zahlreich die Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens) -hier "ziemlich beste Kumpels"

    eine Dame beobachtet das Ganze aus der Deckung

    noch ein Bewerber

    Bienenwolf (Philanthus triangulum)

    auf dem Weg eine tote Blindschleiche


    Zahlreiche Landschaftspfleger im Einsatz an der Tongrube
    Schafe & Ziegen


    Esel


    und wie immer relativ scheu die Wasserbüffel in ihrem Element


    Erdhummel



    diese Jahr häufiger zu finden der Zickzacklinien-Trauerschweber (Hemipenthes morio)

    Teil 2 folgt sogleich...

    Edited once, last by Dirk_GL (August 6, 2025 at 9:53 PM).

  • Wahner Heide Juli 2025 -Nochmal Tongrube Teil 2-

    Flugbetrieb war natürlich auch, hier Landung Boeing 767-316 auf der Hauptbahn

    manchmal sieht man auch sehr skurile Fluggeräte wie diesen Gyrokopter


    wesentlich kleiner die Große Pechlibelle (Ischnura elegans) hier bei der Paarung

    keine Ahnung wem dieser Kokon gehört

    Braunkolbiger Braun-Dickkopffalter (Thymelicus sylvestris)

    Rostfarbiger Dickkopffalter (Ochlodes sylvanus)

    Roter Weichkäfer (Rhagonycha fulva)


    Echtes Tausengüldenkraut (Centaurium erythraea)

    Gewöhnlicher Blutweiderich (Lythrum salicaria)

    und dann entdeckten wir einen juvenilen Neuntöter. Die Eltern waren auch in der Nähe aber gut getarnt, Sie sahen den Jagdübungen des Jungvogels zu.








    ob er die Gelbe Wegameise übersehen hat ?


    Furchenbienen (Halictus scabiosae)

    (Halictus simplex - Aber nicht mit Gewissheit)

    und zum Abschluß der Tour noch ein Brauner Feuerfalter

    Dirk

    Edited 2 times, last by Dirk_GL (August 6, 2025 at 9:56 PM).

  • keine Ahnung wem dieser Kokon gehört

    Ich schwanke zwischen Wespe und Wespenspinne...

    ob er die Gelbe Wegameise übersehen hat ?

    Na hoffentlich! Immerhin ist es eine Königin!

    Viele Grüße

    Addi

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    "In den kleinsten Dingen

    zeigt die Natur

    ihre größten Wunder."

    Carl von Linné (1707 - 1778)

  • Gewöhnlicher Blutweiderich (Lythrum salicaria)

    mit einer Blütenbesucherin, die Melitta nigricans sein sollte.

    Die Furchenbiene an der Distel ist wohl ein Männchen von Halictus scabiosae, das Tier an der Flockenblume vielleicht eine Halictus simplex. Aber nicht mit Gewissheit.

    Viele Grüße

    Ziegelstein

    "Ah, connections, Son. That's the fateful key that Harriet missed, the key to understanding the natural world."

    Father Worm in "There's a Hair in My Dirt! - A Worm's Story" by Gary Larson.

  • es bleibt das Aggregat.

    Bedeutet dieser Ausdruck, dass die Gattung Hummel (Bombus) stimmt, aber die genaue Art aufgrund eines Fotos, welche nicht alle Merkmale zeigt oder wo nur die GU hilft, nicht weiter bestimmt werden kann?

    Viele Grüße

    Addi

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    zeigt die Natur

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  • Bedeutet dieser Ausdruck, dass die Gattung Hummel (Bombus) stimmt, aber die genaue Art aufgrund eines Fotos, welche nicht alle Merkmale zeigt oder wo nur die GU hilft, nicht weiter bestimmt werden kann?

    Für mich bedeutet das Erdhummel als Art Ok aber es ist anhand der Bilder nicht zu bestimmen ob Helle oder Dunkle Erdhummel.

    Dirk

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