Mir unbekannte Raupe

  • Hallo,

    in einem der Nachbargärten wurde in diesen Tagen ein Ligusterschwärmer gefunden. In der Tageszeitung war davon zu lesen. Ansporn für mich, selber nach Material für einen Beitrag im Forum Ausschau zu halten.

    Im eigenen Garten:

    Man könne sie essen, wurde mir gesagt. Nun ja, verführerisch und appetietlich sehen sie aus.

    Und es gäbe etliche davon. Aber nur die Früchte könne man bedenkenlos verzehren. Vieh, das davon nicht wusste und Nadeln und Rinde des Baumes fraß, verendete.

    Verständlich, dass Hermann kein Risiko eingeht.

    Bleibe ich bei giftigen Pflanzen, und den Raupen die diese total kahl fressen - ohne Schaden zu nehmen. Nur, wer die Raupen dann frißt, dem hat das letzte Stündlein geschlagen. Den Falter, dessen Vorstufen die Raupen sind, nennen wir auch Jakobskrautbär, die Pflanze, die sich unerwünscht vehement ausbreitet, Jakobskraut.

    Und eine solche Raupe meinte ich zu sehen, als ich heute suchend einen mir sehr bekannten Waldweg entlangschritt: diese gelben Querstreifen.

    Ich hatte auf der gesamten Pirsch nichts Interessantes gefunden, absolut nichts. Und jetzt eine einzelne Raupe bei der ich dachte: was soll's, Raupen des Jakobskrautbären findet man beizeiten massig. Doch dann wurde gestutzt. Die Raupe befand sich auf einem Erlenblatt. Für alle Fälle hatte ich ein leeres Glas mitgenommen. In dieses kam der Fund samt Erlenblätter.

    Daheim dann der Blick in das Bestimmungsbuch. Nein, nein, die beiden Raupenarten sehen verschieden aus. Nur, wie mag der Name des Falters sein, der dereinst, wenn alles gut geht, über den Waldweg flattert? Ein schwacher Trost bleibt, der, dass die knapp 40 mm lange Raupe 'Neu für mich' ist.

    Nach den 'Füßen' wird bei Bestimmungen manchmal gefragt.

    Vielleicht zeigt das Foto weitere Details als da wären: sind das tatsächlich Fühler, die da aus dem Vorderteil herausragen?

    So oder so, manchmal findet sich in dieser falter / käferarmen Zeit doch noch Material für einen Beitrag im Forum. Gefunden.

    Es grüßt der Hermann

  • Hallo Hermann,

    du findest ja immer interessante Viecher! :28: Hab ich noch nie gesehen, aber mit den Begriffen "gelb-schwarze Raupe auf Erle" habe ich sie tatsächlich gefunden. Erlen-Rindeneule - Acronicta alni lepiforum.

    Ob sie mir dieser Farbe einfach nur so tut, als ob sie giftig wäre? Und ein Vogel, der es doch versucht, dem bleiben wenigstens die "Haare" im Hals stecken.

    Liebe Grüße
    Susanne

    You cannot get through a single day without having an impact on the world around you. What you do makes a difference, and you have to decide what kind of difference you want to make.”
    Jane Goodall

    Tierartenliste 2026 (Stand 17.01.26) gesamt: 100, neu: 2, Vögel: 47, Nachtfalter: 12, Tagfalter: 0, Liste gesamt bei iNat

  • Verständlich, dass Hermann kein Risiko eingeht.

    Sehr vernünftig, Hermann! Ich meine, dass bei der Eibe sogar nur das Fruchtfleisch nicht giftig ist, nicht die gesamte Frucht.

    Was für eine schicke Raupe, vor allem mit diesen Fortsätzen! Wie ich gerade im Lepiforum sah, ist aber nur die ausgewachsene Raupe so hübsch, jüngere Stadien sehen doch eher seltsam aus.

    Viele Grüße

    Addi

    _______________________________________________________________________________________________________________________

    "In den kleinsten Dingen

    zeigt die Natur

    ihre größten Wunder."

    Carl von Linné (1707 - 1778)

  • Hallo, nochmals, diesmal mit einem Zeitfenster: gestern, etwa 15 Uhr, Fund der von mir gezeigten Raupe; etwa 23 Uhr die Idee, davon im Forum zu berichten; eine Stunde nach Mitternacht auf 'Absenden' gedrückt; 8 Uhr, nach dem Aufwachen, neugieriger Kontrollblick, ob sich Wer darauf gemeldet hat.

    Ja! zu sehen hier. Da sage Einer, wir wären ein lahmer Haufen.

    Frühstück. Unterhaltung dabei durch ein Eichhörnchen, das in den Bäumen und Sträuchern bei mir und den Nachbarn umherturnt und sich dabei Nüsse vom Haselnußstrauch schmecken läßt. Dann eine Ringeltaube, eine der übermäßig zahlreichen, die im Zaubernuß'strauch' deren Früchte erntet. Ihr wird weniger gern zugeschaut. Sie selber müht sich auch nicht lange, denn die Früchtchen sind wenig kropffüllend.

    Dann ist, mal wieder, der PC an der Reihe. Der erste Daumen für "Gefällt mir" unter dem Beitrag stammt von Sabine. Von kompetenter Seite derart eingestuft ergibt das ein zufriedenes Gefühl. Er ist auch Lohn für den Zeitaufwand des Beitragerstellens.

    Kasimir unterstelle ich eine allerbeste Spürnase, denn sie findet auf die Schnelle den Namen der Raupe, den ich nie gefunden hätte. Toll, meinen Dank!

    Und Addi. Wie schon mehrfach, denkt sie an Hermanns Wohlergehen: Finger weg von den Früchten der Eiben, schreibt sie. Ja, ich möchte mein Mittun im Forum nicht abruppt beenden. Und für heute: Wenn mal wieder 'interessante Viecher' (Kasimir) gefunden werden, möchte ich das melden.

    Damit: Gruß Hermann

  • Lieber Hermann,

    sind das tatsächlich Fühler, die da aus dem Vorderteil herausragen?

    Die Keulenhaare bzw. Borsten müssten am Kopf angewachsen sein, um Fühler zu sein. Und Raupen haben generell noch keine Fühler. Das was du da siehst, sind Keulenhaare bzw. Borsten, und sie befinden sich mit 3 Paaren auf dem ersten (gelben) Brustsegment, jedes weitere gelbe Segment trägt ein einzelnes Paar dieser Keulenhaare. Die Raupe von Acronicta alni ist mit diesen Borsten unverwechselbar. In der deutschen Wikipedia steht, dass außer dieser Raupe nur noch die Raupe einer Falterart aus Madagaskar solche Keulenhaare hat.

    Man könne sie (die Eibenfrüchte) essen, wurde mir gesagt.

    Das ist mir jetzt aber wirklich wichtig: Alle Teile der Eibe sind giftig, nur der rote Samenmantel ist nicht giftig.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Lieber Hermann,

    als ich gestern nach einer erfolglosen Nachtrunde nach Hause kam, kam mir die Herausforderung den Namen deiner Raupe zu finden gerade Recht.
    Sie erinnert mich ein bisschen an die Raupe vom Monarchfalter - Danaus plexippus, aber die hat laut Wiki "fleischige Anhänge". Nicht einmal ein richtiges Wort dafür.

    Liebe Grüße
    Susanne

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  • Hallo Sabine, Du hast zusätzliches Wissen bezüglich der Raupe gefunden, oder war es bereits vorhanden? Mir mitgeteilt weiß auch ich jetzt um die Besonderheiten des Tierchens. Das belebt die Sache, macht sie erst richtig interessant. Jetzt ist es nicht mehr irgendeine Raupe, sondern eine mit Besonderheiten, und, eine weitere, die von Hermann gefunden wurde.

    Sei herzlichst bedankt für deine Bemühungen! Mir war unbekannt, dass Du eine Expertin auch im Raupenbereich bist. Hut ab.

    Gruß Hermann

  • Lieber Hermann,

    die Raupe habe ich auf den ersten Blick erkannt, die ist sowas von besonders und die habe ich auch erst einmal selbst gefunden. Die Zusatzinformationen musste ich aber auch erst nachschlagen.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Finger weg von den Früchten der Eiben, schreibt sie. Ja, ich möchte mein Mittun im Forum nicht abruppt beenden.

    Das wäre nun wirklich sehr, sehr schade, Hermann! :arm: Gucken (fotografieren) ja, anfassen verboten! :)

    Viele Grüße

    Addi

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  • Ein schwacher Trost bleibt, der, dass die knapp 40 mm lange Raupe 'Neu für mich' ist.

    Hallo Hermann.

    da diese wunderschöne Raupe nun eindeutig zugeordnet werden konnte, braucht man dich nicht mehr zu trösten sondern kann dir zum Fund gratulieren. :98.
    Eine solche Raupe würde ich auch ganz gerne mal finden.

    Raupen des Jakobskrautbären findet man beizeiten massig.

    Sehr beneidenwert, auch diese Raupen habe ich bisher vergeblich gesucht.

    Viele Grüße
    Uwe

    "Leben ist nicht genug" sagte der Schmetterling."Sonnenschein,Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu." (Hans Christian Andersen)






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