So ein toller Pilzherbst 2023

  • Liebe Naturfreundinnen und Naturfreunde,

    so viele Pilze wie in diesem Herbst habe ich hier im Norden schon sehr lange nicht mehr gesehen. Überall sprießt es. Und bei gutem Wetter geht es in den Wald (na ja, eher Forst, so richtig schöne Wälder haben wir ja nicht). Für HaWe können es nicht genug Speisepilze sein, aber mir sind die anderen genau so lieb. Die zahllosen Pilze aus dem Sollingurlaub müssen jetzt leider warten. Also, los geht's!

    Dickschaliger Kartoffelbovist - Scleroderma citrinum

    Rosshaar-Schwindling - Gymnoporus androsaceus #ungeniessbar   #Neu4me

    auf Fichtenzweiglein. Die Stiele waren elastisch-zäh und superdünn, 3 cm lang, Hutdurchmesser 5 mm.

    Foto vom Fundort mit der kleinen Kamera, Folgebilder sind Studiofotos mit der Canon.

    Orangeroter Kammporling - Phlebia radiata #ungeniessbar

    an Birke. Den habe ich schon seit Jahren nicht mehr gefunden.

    Krauser Adern-Zähling - Plicatura crispa #ungeniessbar

    Fliegenpilz - Amanita muscaria #giftig

    Schopftintling - Coprinus comatus #essbar

    Pflaumen-Feuerschwamm - Phellinus tuberculosus

    an Kirschpflaume (Prunus cerasifera)

    Wird fortgesetzt.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Hallo Sabine

    Schicke Pilzbilder sind das geworden! :thumbup:

    Vor zwei Tagen waren wir Wandern. Wir konnten ebenfalls feststellen, die Pilze kommen! Allerdings fehlen die Spätherbstpilze. Kein Hallimasch, keine Violetten Rötelritterlinge, keine Nebelkappen und vor allem keine Frostschnecklinge. Mit einem frühen Winter wird es wohl nix! :/

  • so viele Pilze wie in diesem Herbst habe ich hier im Norden schon sehr lange nicht mehr gesehen.

    Da freut mich sehr für dich liebe Sabine.

    Schöne Fotos hast du gemacht, das Fliegenpilzfoto ist der Hammer,ich habe es schon bei den Fotos der KW 43

    bewundert. Da lacht mein Pilzlerherz.

    Die Schopftintlinge sind auch bei uns häufiger doch insgesamt war es kein gutes Jahr, weil einfach der Regen gefehlt hat.

    Freue mich schon auf die Fortsetzung.

    Liebe Grüße Wiltrud

  • Hallo Sabine,

    toller Fundbericht mit 1a Bildmaterial. Hier im Saarland ist auch einiges am kommen. Sogar frische Steinpilze, Maronenröhrlinge, Stockschwämmchen und Flockis sind da. Die Spätherbstarten wie Nebelgraue Trichterlinge und Violette Rötelritterlinge natürlich auch.

    Gruß
    Harry

  • Liebe Naturfreundinnen und Naturfreunde,

    über eure netten Zuschriften habe ich mich sehr gefreut! Schön, dass euch das Bildmaterial gut gefällt.

    Ich werde demnächst mal ein paar Fotos in den Thread laden, vielleicht könnt Ihr mir ja bei der Bestimmung helfen.

    Am besten einen eigenen Faden aufmachen für deine Funde, und bei Unbekanntem gibt es auch das Pilz-Unterforum Bestimmungsanfragen.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Dann kann ich ja gleich weitermachen.

    Gemeiner Birkenpilz - Leccinum scabrum #essbar
    Schwarzbrauner Birkenpilz - Leccinum melaneum #Neu4me
    Ein Mykorrhiza-Pilz von Birken.

    Gefunden am Parkplatz vom Getränkemarkt. Früher gab es den Birkenpilz im Stadtpark, aber seit bestimmt 10 Jahren habe ich hier vor der Haustür und der näheren Umgebung keinen mehr gefunden.

    Das erste Exemplar habe ich am 23.10. entdeckt, es war noch sehr klein und knubbelig, danach habe ich den Pilz jeden Tag besucht. Aufgrund des eher recht dunklen Hutes und des dicken Stiels hatte ich schon an den Schwarzhütigen Birkenpilz Leccinum melaneum gedacht, aber nun fand ich endlich auch das Unterscheidungsmerkmal heraus: An der Stielbasis soll auch die Stielrinde unter der Stielflocken schwarz sein. Ok, dann ist es doch der Gemeine Birkenpilz, der offenbar farblich viel variabler sein kann als ich ihn bislang kennengelernt habe. Zwischendurch als er noch so klein war, hatte ich auch die Birken-Rotkappe in Betracht gezogen und einen Spiegel mitgenommen, damit ich unter den Hut gucken konnte: Bei den Rotkappen geht die Huthaut um den Hutrand herum.

    Und heute, am 27.10. habe ich ein zweites Exemplar gefunden mit noch dunklerem Hut.

    Um den Getränkemarkt-Parkplatz scheint nicht gepflegt zu werden, da wächst auch Mausohr-Habichtskraut. Und eine weitere Pilzart konnte ich ausmachen, ebenfalls unter Birke. Den hatte ich gerade im Solling-Urlaub kennengelernt:

    Flaumiger Milchling - Lactarius pubescens

    Die Art milcht nur sehr schwach. Der Hut ist zu ca. 1/3 mit langen Haaren bedeckt, die zum Hutrand hin immer unordentlicher und deutlicher werden.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Liebe Sabine.

    Sehr schöne Bilder von diversen Birkenbegleitern sind Dir gelungen! :alright:

    Der dunkelhütige Birkenpilz ist meiner Meinung nach der Schwarzbraune Raufußröhrling (Leccinum melaneum).
    Vom Gemeinen Birkenpilz unterscheidet er sich durch den nahezu schwarzen Hut und die dichten schwarzen Stielschuppen. Auch ist die Oberfläche an der Stielbasis nahezu ebenso dunkel wie die Schuppen gefärbt. Die Art wurde eine zeitlang als Form von L. scabrum gesehen, ist aber mittlerweile als eigenständige Species anerkannt.

    LG, Nobi

    Edited once, last by nobi (October 28, 2023 at 4:27 PM).

  • Lieber Nobi,
    nobi
    ich danke dir sehr für deine Stellungnahme zum schwarzen Birkenpilz und auch für dein Lob zu den Fotos. Für Leccinum melaneum hat nur 19 Funde in Schleswig-Holstein verzeichnet, für mich wäre er neu. Im pilzforum.eu habe ich noch den Hinweis gefunden, dass melaneum im Schnitt nicht verfärbt. Also bin ich erneut zur Fundstelle gelaufen, ich hatte ja auch noch vor, die Lamellen vom Erdritterling aus der Bestimmungsanfrage zu bereiben. Was soll ich sagen? Beide Fruchtkörper sind offenbar von einem Sammler einkassiert worden. Ich habe deine - für mich wichtige - Meinung an die Landeskoordinatorin von pilze-deutschland weitergegeben und bin gespannt, was sie antwortet, wenn sie antwortet. Was ich für die Meldungsliste erfassen "darf", werde ich hier bekanntgeben.

    Das ist übrigens der Fundort: Die Birkenpilze standen hinter der Plakatwand.

    Nicht entdeckt hat der Pilzsammler allerdings einen anderen Fruchtkörper:

    Aufgrund des Fundortes in Straßennähe mit viel Autoverkehr bin ich jedoch noch nicht der Meinung, dass man den nun essen sollte.

    Ich werde bestimmt noch oft hierher gehen, ich wohne direkt hinter der Baumreihe ("Wäldchen") im Bildhintergrund. Derzeit steht hier alles voller "Bogenpilze".

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Für Leccinum melaneum hat nur 19 Funde in Schleswig-Holstein verzeichnet, für mich wäre er neu. Im pilzforum.eu habe ich noch den Hinweis gefunden, dass melaneum im Schnitt nicht verfärbt.

    Hallo Sabine

    Den Pilz habe ich auf Rügen bisher an zwei Stellen gefunden. Kartiert ist keiner. Ich kann bestätigen, er verfärbt sich nicht im Anschnitt!

  • Liebe Wiltrud,
    hier überhaupt einen Steinpilz zu entdecken ist schon klasse.

    Dann kann ich ja weitermachen mit Fotos vom Mittwoch aus dem Buchenwald Forst Kneeden bei Bad Oldesloe.

    Riesenporling - Meripilus giganteus


    Rosa Rettich-Helmling - Mycena rosea #giftig

    Flaschen-Stäubling - Lycoperdon perlatum

    Langstieliger Knoblauchschwindling - Mycetinis alliaceus

    Spechttintling - Coprinus picaceus #ungeniessbar

    Stockschwämmchen - Kuehneromyces mutabilis #essbar

    Bereifter Rotfußröhrling - Xerocomellus pruinatus #essbar

    Lila Lacktrichterling - Laccaria amethystina #essbar

    Blauer Träuschling - Stropharia cyanea #ungeniessbar

    Schwefel-Ritterling - Tricholoma sulphureum #ungeniessbar
    ein ganz übler Stinker.

    Beutelstäubling - Lycoperdon excipuliforme

    Herbst-Lorchel - Helvella crispa #ungeniessbar#essbar
    Die Herbst-Lorchel ist bedingt essbar. Sie enthält Gyromitrin, was sich beim Braten verflüchtigt (gut lüften!). Einige Jahre lang durfte dieser Pilz nicht von Pilzsachverständigen der DGfM (Deutsche Gesellschaft für Mykologie) freigegeben werden, inzwischen ist das wieder zulässig. Unsere Pilzfreundin aus dem Solling schwärmte so von der Herbst-Lorchel, dass wir wissen wollten, wie sie schmeckt. Knusprig gebraten recht lecker. Wir belassen es beim Kostversuch.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Hallo Sabine

    Du zeigst uns eine Kollektion, wie wir sie heute fast identisch gesehen haben. Allerdings in deiner hervorragenden Bildqualität! :alright:

    Bei dem Herbstrotfuß bin ich nicht ganz sicher, Rotfuß schon, aber Herbst (oder Bereifter), dafür ist der ziemlich dolle rot.

  • Lieber Uwe,

    Bei dem Herbstrotfuß bin ich nicht ganz sicher, Rotfuß schon, aber Herbst (oder Bereifter), dafür ist der ziemlich dolle rot.

    Das war auch nur dieses eine Exemplar von zahllosen weiteren, was so intensiv rot war. Mit Rot an Fraßstellen ohne aufreißenden Hut nennen wir immer nur "pruinatus".

    Wenn ihr auch im Buchenwald wart, dann ist die Ähnlichkeit der Kollektion kein Wunder.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Die Herbst-Lorchel ist bedingt essbar. Sie enthält Gyromitrin, was sich beim Braten verflüchtigt (gut lüften!). Einige Jahre lang durfte dieser Pilz nicht von Pilzsachverständigen der DGfM (Deutsche Gesellschaft für Mykologie) freigegeben werden, inzwischen ist das wieder zulässig.

    Hallo Sabine

    Ich hatte das Glück, Herbstlorcheln lange Zeit im Wachstum begleiten zu dürfen.

    Meine Erkenntnis: Die Herbstlorchel kann sehr lange unverändert im Wald stehen. Man kann kaum erkennen, wie alt der Fruchtkörper ist. Irgendwann fängt ein "Zipfel" an zu vergammeln. Keiner kann sagen, wie weit die Dinger schon hinüber sind. Ob die dann noch verträglich sind?

  • Was für schöne Aufnahmen!

    Viele Grüße

    Addi

    _______________________________________________________________________________________________________________________

    "In den kleinsten Dingen

    zeigt die Natur

    ihre größten Wunder."

    Carl von Linné (1707 - 1778)

  • Lieber Uwe,

    Keiner kann sagen, wie weit die Dinger schon hinüber sind. Ob die dann noch verträglich sind?

    Sicher nicht mehr verträglich, aber das gleiche Problem gibt es bei den Morcheln.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Liebe Naturfreundinnen und Naturfreunde,
    in der Nachbarstraße gibt es alle Jahre wieder Pilze im Wendehammer.

    Fliegenpilz - Amanita muscaria

    Auch dieses Jahr wieder zahlreich:
    Pantherpilze - Amanita pantherina
    Meistens eher heller braun. Aber dieses Jahr auch in sehr dunklem Braun. Ich habe extra mal abgewartet, damit der durchgeschnittene Fruchtkörper seinen Stielring entfaltet. Und der ist oberseits ungerieft, also auch Pantherpilz.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Lieber Uwe, von genau dieser Stelle habe ich im letzten Jahr auch Panther gezeigt, vielleicht habe ich morgen Zeit, den entsprechenden Beitrag rauszukramen.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

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