Insekten in meinem Garten

  • Gestern habe ich wieder eine interessante Entdeckung im Garten machen können. An den Blüten des Liebstöckel befinden sich seit einiger Zeit kleine schwarze Gebilde. Erst hielt ich sie für Blattläuse, aber bei näherem Hinschauen sah ich dies:

    Hier hat jemand für Nachwuchs gesorgt. Die meisten Hüllen sind bereits leer. Erst beim Anschauen der Bilder auf dem Computer sah ich ein kleines Insekt, das gerade schlüpfte.


    Ganz oben an der Blüte saß eine Wanze im Jugendstadium.

    Dass diese Wanze zu dem Gelege gehört, glaube ich nicht. Vielleicht wartet sie auf das Ausschlüpfen der kleinen Insekten, um sie zu verspeisen?

    Leider hat starker Regen in der Nacht den Stengel mit der Blüte umgeknickt. Nun liegt sie auf dem Kompost und ich hoffe, dass die restlichen kleinen Insekten noch ausschlüpfen können.

    Liebe Grüße vom Herbstblatt aus dem Pfälzerwald

    Die Natur muss gefühlt werden.

    (Alexander von Humboldt

  • Hallo,

    die dunklen Knubbel waren auch Blattläuse, ihnen entstiegen und entsteigen noch Parasitoide, vermutlich Brackwespen der Unterfamilie Aphidiinae, also Blattlauswespen. Die geflügelte Blattlaus ist es also nicht, die da ausgedchlüpft sein soll. Die ausgewachsene Weichwanze (sieht nach einer Lygus-Art aus) ist mehr an den Pflanzen interessiert und betrinkt sich daran.

    Viele Grüße

    Ziegelstein

    "Ah, connections, Son. That's the fateful key that Harriet missed, the key to understanding the natural world."

    Father Worm in "There's a Hair in My Dirt! - A Worm's Story" by Gary Larson.

  • Vielen Dank, lieber Ziegelstein, für die Aufklärung. Nun konnte ich etwas zur Blattlauswespe nachlesen und bin fasziniert. Es lohnt sich für mich, den Garten zu beobachten. Wieder habe ich etwas dazugelernt.

    :75:

    Liebe Grüße vom Herbstblatt aus dem Pfälzerwald

    Die Natur muss gefühlt werden.

    (Alexander von Humboldt

  • Wow, so viele Blattlausmumien auf einem Stengel habe ich noch nie gesehen! Da scheint ja eine ganze Kompanie von Blattlauswespen über sie hergefallen zu sein...

    Viele Grüße

    Addi

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    "In den kleinsten Dingen

    zeigt die Natur

    ihre größten Wunder."

    Carl von Linné (1707 - 1778)

  • Wow, so viele Blattlausmumien auf einem Stengel habe ich noch nie gesehen! Da scheint ja eine ganze Kompanie von Blattlauswespen über sie hergefallen zu sein...

    Hallo Addi, genau das freut mich sehr. Wenn man die Blattläuse nicht mit allen möglichen Mitteln bekämpft, kommen die Nützlinge und alles gerät wieder ins Gleichgewicht. In meinem Garten gibt es zwar Blattläuse, aber keine Blattlaus-Plage. Das regelt sich fast von alleine.

    Liebe Grüße vom Herbstblatt aus dem Pfälzerwald

    Die Natur muss gefühlt werden.

    (Alexander von Humboldt

  • Gestern war ich wieder auf Pirsch im Garten.

    Die Blüten des Mannstreu und der blauen Kugeldisteln sind bei Insekten sehr beliebt.




    Sehr viel los ist an den Blüten der Knorpelmöhre. Hier vergesse ich manchmal das Aufhängen der Wäsche, wenn ich beobachte, was hier alles kreucht und fleucht.






    Die Blüten der Erdbeerminze sind besonders bei kleinen Faltern und Fliegen beliebt.


    Kleine Falter, Bienen und Hummeln wuseln am Teppich-Thymian.

    Wir haben einige Beerensträucher entfernt und dafür kommen weitere Bienen- und Schmetterlingsstauden in den Garten. Dann kann ich bestimmt im nächsten Jahr noch mehr Insekten beobachten.

    Liebe Grüße vom Herbstblatt aus dem Pfälzerwald

    Die Natur muss gefühlt werden.

    (Alexander von Humboldt

  • Wir haben einige Beerensträucher entfernt und dafür kommen weitere Bienen- und Schmetterlingsstauden in den Garten.

    Das wird sich ganz bestimmt lohnen, kommen doch jetzt schon viele interessante Insekten in deinen Garten. :alright:

    Viele Grüße
    Uwe

    "Leben ist nicht genug" sagte der Schmetterling."Sonnenschein,Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu." (Hans Christian Andersen)






  • Diesmal kein Insekt im Garten, sondern Besuch vom Falken, der in der Nähe sein Nest hat. Bisher sahen wir ihn lediglich am Himmel kreisen und hörten gelegentlich seine Rufe.

    Liebe Grüße vom Herbstblatt aus dem Pfälzerwald

    Die Natur muss gefühlt werden.

    (Alexander von Humboldt

  • So knapp daneben ist ja nicht tragisch, für mich als Entomologen ist das Geflügel ohnehin nicht wirklich differenzierungswürdig. Das ist halt die homoiotherme, eierlegende Mischpoke mit Federn und Schnabel, bei denen der Aortenbogen rechtsrum läuft und Weibchen heterogametisch und Männchen homogametisch sind. Kennste einen, kennste alle. Nichtsdestotrotz gibt's doch tatsächlich Leute, die diese Insektenvernichter weitergehend unterscheiden und z. B. behaupten, die Falken wären mit den restlichen Greifen weit weniger verwandt als mit Papageien...

    "Ah, connections, Son. That's the fateful key that Harriet missed, the key to understanding the natural world."

    Father Worm in "There's a Hair in My Dirt! - A Worm's Story" by Gary Larson.

  • Greifvögel waren für mich als Kind stets Feinde aus der Luft. Die Oma hielt Hühner und wenn am Himmel ein Habicht kreiste, war sie wachsam. Nicht selten wurde ein Huhn von ihm geschlagen.

    Längst schon gibt es in diesem Garten keine Hühner mehr.

    Hier summen und brummen Bienen und Hummeln und je mehr es sind, umso mehr freue ich mich. Ich habe in diesem Monat viele Bilder machen können und die schönsten zeige ich hier.













    Beim Spaziergang durch das Dorf habe ich diesen herrlichen Lavendelstrauch gesehen, der von Dutzenden Hummeln umschwärmt wurde. Genau solche Sträucher kommen als Ersatz für die gerodeten Beerensträucher in den Garten. Ich stelle mich damit auf den Klimawandel ein und wähle solche Pflanzen aus, die mit Trockenheit gut zurechtkommen und Nahrung für Insekten bieten.


    Mein Sohn versuchte mich zu überreden, Honigbienen anzuschaffen. Aber das tue ich mir nicht an. Wir wollen ab dem nächsten Jahr mit dem Wohnwagen reisen und werden dann über Sommer immer wieder mal einige Tage unterwegs sein. Dann muss der Garten einige Tage sich selbst überlassen bleiben. Zusätzliche Arbeit versuche ich zu vermeiden.

    Im Vogelnistkasten wurde ein Hornissennest gebaut. Wenn ich mich dort hinten aufhalte, fliegt schon mal ein dicker Brummer um meinen Kopf herum. Hornissen sorgen auch dafür, dass wir keine lästigen Wespen am Esstisch haben.

    Liebe Grüße vom Herbstblatt aus dem Pfälzerwald

    Die Natur muss gefühlt werden.

    (Alexander von Humboldt

  • Liebe Ingrid,

    dein bunt blühender Garten ist phantastisch. Beim Weissling an Minze sehe ich den Karstweissling Pieris mannii und der Falter an Erdbeerminze ist Pyronia tithonus, den dt. Namen habe ich gerade nicht patat.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Vielen Dank, liebe Sabine. :98.

    Das müsste dann das Rotbraune Ochsenauge sein (Pyronia tithonus). Diesen Falter sehe ich seit Jahren immer wieder im Sommer im Garten. Er besucht unterschiedliche Pflanzen, beispielsweise auch die Blüten vom Oregano und sitzt manchmal auf den Blättern der Funkien. Es ist ein hübscher, kleiner Falter.

    Liebe Grüße vom Herbstblatt aus dem Pfälzerwald

    Die Natur muss gefühlt werden.

    (Alexander von Humboldt

  • Beim Spaziergang durch das Dorf habe ich diesen herrlichen Lavendelstrauch gesehen, der von Dutzenden Hummeln umschwärmt wurde. Genau solche Sträucher kommen als Ersatz für die gerodeten Beerensträucher in den Garten.

    Falls die Möglichkeit besteht, diesen Lavendelstrauch oder auch andere blühende Pflanzen in und außerhalb deines Gartens auch mal in der Dämmerung oder etwas später aufsuchen und vorsichtig ableuchten.

    Es könnte erfreuliche Sichtungen geben! ;)

    Viele Grüße
    Uwe

    "Leben ist nicht genug" sagte der Schmetterling."Sonnenschein,Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu." (Hans Christian Andersen)






  • Falls die Möglichkeit besteht, diesen Lavendelstrauch oder auch andere blühende Pflanzen in und außerhalb deines Gartens auch mal in der Dämmerung oder etwas später aufsuchen und vorsichtig ableuchten.

    Es könnte erfreuliche Sichtungen geben! ;)

    Ich werde mal in den Abendstunden einen Spaziergang durch das Dorf machen und dann diesen Lavendelstrauch besuchen. :43:

    Heute Morgen war ich im Garten und stellte fest, dass überall fast bewegungslose Hummeln sitzen. Was ist denn da los?




    Es wirkt, als würden die Hummeln schlafen, aber vielleicht sind sie erschöpft. Vorsichtshalber habe ich noch weitere Gefäße mit Wasser im Garten verteilt. Allerdings habe ich daran noch nie Hummeln gesehen, nur Wespen und Bienen.

    Es gibt aber auch sehr aktive Hummeln, die herumfliegen.


    Die Knorpelmöhre beherbergt mittlerweile eine ganze Sippe voller Streifenwanzen. Noch nie habe ich so viele in meinem Garten gesehen.

    An der Astilbe entdeckte ich ein weißes Gespinst. Hier hat jemand für Nachwuchs gesorgt. Wer macht einen solchen Kokon für seinen Nachwuchs?



    Dies zeigt mir, dass es wichtig ist, nicht alles Verblühte wegzuschneiden. Ich möchte den Insekten, die hier schlüpfen werden, die Gelegenheit geben, zu überleben. Wer auch immer das sein mag.

    Die Trockenheit bei uns ist schlimm. Nun hat es schon wieder mehr als eine Woche lang nicht mehr geregnet. Alles vertrocknet. Ich gieße nur noch das Notwendigste und hoffe auf Regen. Es tröpfelt leicht, hört aber jedes mal gleich wieder auf.

    Morgens sitzen die Amseln schon um 6 Uhr im Aroniabeerenstrauch und futtern. Dabei sind die Beeren noch lange nicht reif. Sie bräuchten noch mindestens 6 Wochen, wenn sie so lange hängen bleiben.

    Weit und breit gibt es nur leere Gärten mit Rasen, Steinflächen und Ziersträuchern. Wo sollen die Vögel denn Futter finden, wenn nichts wächst. Hätte jeder nur einige Sträucher mit Wildbeeren im Garten, sähe die Sache anders aus.

    Aroniabeeren schmecken herb und eigentlich wollte Herr Pfälzer davon im Herbst einen Likör machen. Wir hoffen, dass wir wenigstens einige Beeren ernten können. Wenn sie aber helfen, dass die Vögel überleben, verzichten wir auf den Likör.

    Liebe Grüße vom Herbstblatt aus dem Pfälzerwald

    Die Natur muss gefühlt werden.

    (Alexander von Humboldt

  • Hallo,

    die Hummeln (welche auch Bienen sind) haben mittlerweile alle neue Geschlechtstiere am Start für die kommende Saison. Die Männchen haben das Pech, dass sie draussen schlafen müssen, entsprechend träge hängen sie morgens auf den Blüten herum, auf / in denen sie zum Teil genächtigt haben.

    leere Gärten mit [...] Steinflächen [...]. Wo sollen die Vögel denn Futter finden, wenn nichts wächst.

    Das reizt den Schottergärtner zu der These: Wer braucht schon Vögel :86: .

    Viele Grüße

    Ziergestein

    "Ah, connections, Son. That's the fateful key that Harriet missed, the key to understanding the natural world."

    Father Worm in "There's a Hair in My Dirt! - A Worm's Story" by Gary Larson.

  • Da müssen aber jede Menge Hummel-Männer bei uns genächtigt haben. Interessant, dass sie nach getaner Arbeit durch Jüngere ersetzt und ausgesperrt werden! :32:

    Ich zum Beispiel brauche Vögel. :blink: Wie leer wäre die Natur ohne ihren Gesang. Wer würde all unsere Beeren stibitzen, wenn es keine Flattermänner mehr gäbe?

    Vögel machen mehr Freude als Nachbarn. :89: Schottergärten gibt es in der Straße nicht, aber alle haben ihre Einfahrten und Hofflächen pflastern lassen. Ab und zu sieht man einen Forsythien-Strauch, eine Zierbanane oder Thujas wachsen. Das lockt keine Insekten an und damit auch keine Vögel. Auch die Nachbarwiese hat keine Beerensträucher. Dort wachsen nur Haselsträucher, Pfeifensträucher und Felsenbirnen ohne Früchte, weil sie ständig zurückgeschnitten werden.

    Immerhin werden in der Nachbarschaft im Winter Vögel gefüttert. Aber sie brauchen ja auch im Sommer was zum Futtern. :92:

    Liebe Grüße vom Herbstblatt aus dem Pfälzerwald

    Die Natur muss gefühlt werden.

    (Alexander von Humboldt

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