Späte Köderüberraschung

  • Nachdem hier vor Weihnachten ziemlich starker Frost war, u.a. eine Woche mit Temperaturen um -10,5°C, ging am Köder seit Weihnachten erstmal wenig ab.

    Die Silvesternacht war zwar warm, aber sehr trocken. Köderunfreundliches Wetter also.

    2 Arten, je 2x Conistra rubiginosa und Eupsilia transversa.


    In der gestrigen Neujahrsnacht war es dann kühler (so um die 11°C), aber es regnete auch anhaltend.

    Das Ergebnis geht schonmal bergauf, aber da geht noch mehr:


    Eupsilia transversa 9

    Conistra rubiginosa 25

    Conistra ligula 9

    Conistra vaccinii 4

    Conistra erythrocephala 1





    Und dann kam die absolute Überraschung:

    2 Herbsteulen, Sunira circellaris!

    Die vorerst letzte hatte ich am 28.11. des letzten Jahres.

    Da fragt man sich schon, wie so etwas möglich ist. Es istja bekannt, dass sie mal bis Mitte November oder sogar in den Dezember hinein gefunden werden. Und in warmen Wintern auch mal Anfang Januar. Aber bei der Witterung vor Weihnachten hätte ich das niemals erwartet...




    VG Jonas

  • Eupsilia transversa 9

    Conistra rubiginosa 25

    Conistra ligula 9

    Conistra vaccinii 4

    Conistra erythrocephala 1

    Hallo Jonas,

    das sieht doch schon recht gut aus. Die Schwarzgefleckte ist auch bei mir hier die mit Abstand häufigste Art. Und sogar eine Rotkopf-Wintereule ist dabei,

    die finde ich nur sehr selten.


    Und dann kam die absolute Überraschung:

    2 Herbsteulen, Sunira circellaris!

    Sehr erstaunlich, daß die diese niedrigen Temperaturen überlebt haben.

    Viele Grüße
    Uwe


    "Leben ist nicht genug" sagte der Schmetterling."Sonnenschein,Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu." (Hans Christian Andersen)






  • Hallo, Jonas,

    das ist eine reiche Ausbeute, wie ich finde. Conistra ligula und C. erythrocephala hatte ich noch nie. Beide Arten sind in Schleswig-Holstein selten bzw. sehr selten.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,

    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.

    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Hallo Sabine,


    selten oder unterkartiert? Ich denke eher letzteres. Wenn man gezielt ködern würde, würde man viel mehr finden als zB am Licht oder Zufallssichtungen.

    Bsp. rubiginosa, wenn ich die nur ohne Köder suchen würde käme ich statt auf 500 bis 800 pro Jahr höchstens auf 5 bis 10, also erheblich viel weniger.

    Zumindest zwischen Herbst und Frühling schlägt keine Beobachtungsmethode den Köder.


    Heute noch etwas kühler, nass und einsetzender Regen:


    Eupsilia transversa 13

    Conistra rubiginosa 31

    Conistra vaccinii 3

    Conistra ligula 3


    Es mehren sich auch überall her die Frühjahrsmeldungen. Erste cerasi, pilosaria und leucophaearia sind schon unterwegs...


    VG Jonas

  • Hallo, Jonas,

    ligula ist selten bei uns. Nach Roter Liste 2009 wurde die Art als ausgestorben gelistet mit letztem Nachweis aus 1936. Nach Roter Liste 2021 - Anmerkung 191 - wurde sie sehr selten, aber wiederholt, im Raum Hamburg und Lübeck nachgewiesen, zuerst 2011. Dabei waren auch alle historischen Funde berücksichtigt. Anmerkung 192 bezieht sich auf C. erythrocephala, die als Arealerweiterer inzwischen im südöstlichen Schleswig-Holstein etabliert ist. Sie wird selten, aber regelmäßig gefunden.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,

    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.

    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Ja, das glaube ich dir.

    Umso mehr hoffe ich, dass dir vielleicht dochmal ein solcher Fund glückt!


    Wahrscheinlich ist auch wenig Köderfläche vorhanden oder? Bzw. will man nicht unbedingt Bäume einkleistern, durch Frost während der Köderzeit, können diese ganz schön in Mitleidenschaft gezogen werden.


    Ich köder hauptsächlich mit Köderstöcken. Das sind ca. 1,2 bis 1,5m lange, 1 bis 2cm dicke, gerade Haselnussstecken. Die oberen 30 bis 40cm werden mit Juteband umwickelt und daran dann geködert. Der Kopf wird angespitzt und ein halbierter Köderapfel drauf gesteckt, die Schnittfläche zeigt nach oben, sozusagen eine Art Teller.

    Herrlich wirds im Frühherbst, wenn man dann teilweise knapp 100 Xestia xanthographa pro Apfel hat, die wie am Buffet sitzen.

    Diese Stöcke kann man immer einsammeln und neu ausbringen, zwischen April und August köder ich zB. gar nicht aktiv.


    VG Jonas

  • Hallo, Jonas,

    ich ködere nicht, weil ich sehr allergisch gegen Wespengift bin. Gerade 2022 hatten wir sehr viele Hornissen. Allerdings könnte man im Winter ködern. Vor einigen Jahren hatte ich es mal ausprobiert, aber da kam nichts an.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,

    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.

    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Allerdings könnte man im Winter ködern.

    Liebe Sabine,

    ich kann es dir nur empfehlen. Der Aufwand ist nicht groß und mit der Apfelstock-Methode von Jonas (muß ich auch mal testen) bist du sehr flexibel, was den Köderort betrifft.

    Bzw. will man nicht unbedingt Bäume einkleistern, durch Frost während der Köderzeit, können diese ganz schön in Mitleidenschaft gezogen werden.

    Das Problem konnte ich noch nie beobachten, wahrscheinlich weil ich die Rotweinbrühe nur auf die Rinde sprühe und nicht mit Apfelmus kleistere. :)

    Die Köderstellen sind nach längerer Benutzung lediglich als dunkle Stellen sichtbar, aber nur solange, bis sich die Schnecken darüber her machen und alles abraspeln. Danach sieht die Rinde dort sogar heller aus, als außerhalb der Köderstelle. ;)


    Vor einigen Jahren hatte ich es mal ausprobiert, aber da kam nichts an.

    Nicht gleich aufgeben, das kommt vor. Bestes Beispiel Silvester 2022!

    Am Neujahrsabend wars schon etwas besser und gestern Abend bereits ab 17.00 Uhr (!) konnte ich (für meine Verhältnisse hier) einen guten Anflug beobachten.

    Conistra vaccinii: 6x

    C. ligula: 1x (wenns eine war, ich muß mir die Bilder noch mal ganz genau anschauen) :91:

    C. rubiginosa: 48x

    Eupsilia transversa: 7x

    Viele Grüße
    Uwe


    "Leben ist nicht genug" sagte der Schmetterling."Sonnenschein,Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu." (Hans Christian Andersen)






  • Genau, die Stetigkeit macht es.

    Am Anfang ist ständiges "Neubeködern" elementar wichtig, damit sich die Köderwirkung einmal setzt. Später reicht 1 bis 2mal pro Woche vollkommen!

    Das Interessanteste ist aber, dass die Stellen sofort wieder wirken, auch wenn sie mal ein Jahr nicht benutzt wurden. Neue hingegen brauchen ihre paar Tage Eingewöhnung.

    Und wie schon erwähnt, die Falter fliegen meist dann, wenn man denkt, da kommt nix und das Wetter ist zu schlecht...


    Diese Abhandlung kennt ihr glaube ich schon:

    Nachtfalter auf der BUND-Streuobstwiese im Herbst 2020
    In den Monaten September bis November wurden auf der Streuobstwiese des BUND Bochum Nachtfalter mit Köder angelockt, bestimmt und gezählt. 45 Arten kamen dabei…
    www.bund-bochum.de

    Hier kommen auch die von mir entwickelten Köderstöcke und Köderäpfel mit Erfolg zum Einsatz. Aber auch Juteschnüre und Bestreichen von Bäumen. Auf dieser Obstwiese sind durchs Ködern Frostschäden aufgetreten, Armin benutzt auch nur ein Rotwein-Zucker-Gemisch. Und das kann leider zur Rissbildung führen.

    Ich habe allerdings auch 3 zusätzliche Bäume in der Köderrunde.

    Zumindest hier hat man den meisten Anflug an Stämmen von Ahorn und Hainbuche (übrigens genauso bei den Frostspannern, die sind auch zu über 99% nur da).


    Was man aber auch sagen muss: Egal wie das Wetter ist, welche Temperatur (ausgenommen natürlich Frost), an den Stöcken ist immer was, an den Schnüren auch meist, an den Bäumen manchmal nichts.


    Moosfreund

    Das sind doch endlich mal stabile Zahlen!

    Wie groß ist denn deine Köderrunde?

    Ich gehe auch der Methodik und Auswertung wegen immer die selbe Strecke. Bei mir sind es 13 Köderstöcke samt Äpfel (3 sind aktuell wegen Sturm und Wetter außer Betrieb), 3 Bäume und 2 bis 3 Juteschnüre (die hängen an einer Eiche und mit Griposia aprilina und Cirrhia gilvago kommt da oft das Schönste vom Schönstem).


    VG Jonas und weiter viel Erfolg.


    P.S. Conistra rubiginea wär mal wieder schön...

  • Was man aber auch sagen muss: Egal wie das Wetter ist, welche Temperatur (ausgenommen natürlich Frost), an den Stöcken ist immer was, an den Schnüren auch meist, an den Bäumen manchmal nichts.

    Nun bin ich aber wirklich neugierig geworden, das muß ich nun doch mal testen! :)


    Wie groß ist denn deine Köderrunde?

    Es sind 10-15 Bäume über etwa 1km verteilt (Feldrand u.Wald). Fast immer die gleichen, schon mehrere Jahre und zu allen Jahreszeiten.

    Viele Grüße
    Uwe


    "Leben ist nicht genug" sagte der Schmetterling."Sonnenschein,Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu." (Hans Christian Andersen)






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