Ein Blick zum Jupiter

  • Vom 26.10 bis 27.10 gab es für jupiterbeobachter ein besonderes Ereignis. Den Transit von 2 Monden (die Monde laufen von uns aus gesehen vor dem jupiter her) wobei dei Monde einen Schatten auf den Jupiter werfen (= Sonnenfinsternis auf dem Jupiter). 2 Mondschatten sieht man selten und 3 Schatten sehr selten (ca alle 10 Jahre).

    Wir haben auf der Sternwarte Hoher List versucht, das Ereignis fotografisch zu dokumentieren. Dabei wurden mit verschiedenen Kameras an verschiedenen Fernrohren zahlreich Bilder gemacht. Die Auswertung wird noch ein wenig dauern (tausende Bilder) ein Bild vom Transit habe ich mal schnell bearbeitet und hier ist es:


    Jupiter mit Wolkenbändern und dem GRF (großer roter Fleck) am rechten Rand.

    Ganz rechts der Mond Ganymed nach dem Transit, der kleinere Schatten ist noch auf dem Jupiter zu sehen. Der größere Schatten gehört dem Mond Europa. Der befindet sich aus Fernrohrsicht noch vor dem Planeten, ist aber wegen fast gleicher Helligkeit auf dem Bild nicht erkannbar. Zurzeit der Aufnahme waren 3 Monde zu sehen. Der Mond Kallisto war rechts neben jupiter außerhalb des Gesichtsfeldes zu sehen. Der Mond Io stand zu diesem Zeitpunkt hinter dem Jupiter.

    Aufnahmedaten: Canon EOS 80D im Primärfokus des 1-Meter Spiegels Brennweite 15.700 mm bei einer Öffnung von 1065 mm (=Blende 14,74) ISO 100 Belichtungszeit 1/10 sec



    das Bild zeigt die Größe des Teleskops


    und von hier wird die ganze Technik gesteuert


    Dirk

  • Hobbyastronom und Naturfreund ,Dirk ist beides und was er beobachtet ,ist Natur. :thumbup:

    In den 60ern hatte ich jederzeit Zutritt zur Montagehalle für Großteleskope (3,6 m Spiegel)

    Der Spiegel aus einem Stück mit unglaublicher Genauigkeit -ich war begeistert.

    Jeder weiss was ,zusammen wissen wir viel und insgesamt wissen wir viel zu wenig !

  • Ganz rechts der Mond Ganymed - ist das der bunte Fleck ausserhalb des Jupiters

    Richtig, das ist Ganymed. Ganymed ist der größte Mond der 4 galileischen Monde (Io, Europa, Ganymed & Kallisto) und der größte Mond im Sonnensystem.

    Die 4 Monde lassen sich schon mit einem Feldstecher erkennen. Bis jetzt sind 79 Monde bekannt.


    Und was ist der große orangefarbene Kreis im Planeten?

    Das ist der GRF (Große Rote Fleck), ein antizyklonales Tiefdruckgebiet (Sturm). Der GRF konnte schon vor 300 Jahren beobachtet werden.

    Da der Jupiter sehr schnell rotiert (knapp 10 Stunden für eine Umdrehung) bewegt sich der GRF sehr schnell genau wie die Wolkenbänder aus Methan und Ammoniak. Der Hauptteil der Atmosphäre besteht aus Wasserstoff (ca 90%). Bei einem Durchmesser von 142.984 km bewegt sich der Sturm mit

    44.896 km/h. Auf der Erde bewegen wir uns mit 1667 km/h (am Äquator).


    Wir haben den Jupiter auch mit einer Astrokamera (QHY268m) fotografiert. Am gleichen Instrument, dem 1-Meter Spiegel.

    Die Kamera hat einem hochempfindlichen monochromen Sensor (APS-C Format), der gekühlt wird (Rauschverminderung). Ein Bild wird hier nur 12 ms belichtet (bei meiner Canon 1/10 sec). Um Farben zu zeigen muß jede Bildsequenz mit einem Filter gemacht werden (RGB = Rot Grün Blau).

    Es werden pro Farbkanal 500 Bilder gemacht und per Software zusammengerechnet. Dabei werden die durch das Seeing (Luftunruhe) unscharfen Bilder aussortiert. Abschließend werden die 3 Rohbilder zu einem RGB-Farbbild zusammengefügt und weiter bearbeitet. Das kann je nach Bild durchaus länger dauern als die Aufnahmen (einige Minuten bis Stunden.


    Hier das Jupiterbild mit den Monden. Der GRF steht schon am Jupiterrand, daran ist die hohe Rotationsgeschwindigkeit des Jupiters erkannbar.

    Die etwas andere Jupiterstellung hängt mit der Kameraanbringung am Teleskop zusammen. Da wir noch Besucher in der Kuppel hatten haben wir uns die exakte Ausrichtung der Kamera erspart.


    Dirk









  • Vor der Jupiterbeobachtung konnte ich auf dem Parkplatz unterhalb des Hohen List noch den Sonnenuntergang fotografieren.

    Wegen der besonders klaren Luft diesmal extrem schwierig, weil die Sonne selbst unmittelbar am Horizont blendend hell war.









    Dirk

  • Lieber Dirk,

    dafür, dass es sehr schwierig war, sind dir prachtvolle Aufnahmen gelungen. Besonders das dritte Foto mit dem leuchtend blauen Himmel und dem Orange des Sonnenuntergangs ist ein Traum.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,

    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.

    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

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