Pas de Calais Juli 2022 - Robben, Fossilien und Strand

  • Eigentlich sollte es im Sommerurlaub nach Madeira zum Wandern in die Nebelwälder gehen. Leider hat mich dann doch am allerletzten Arbeitstag Corona erwischt, also alles storniert und 10 Tage in Quarantäne. Direkt nach der Freitestung haben wir dann kurzentschlossen für 9 Tage eine Unterkunft bei Boulogne sur Mer gebucht und sind eben die 5 Stunden hochgefahren. Ich war 16 Jahre nicht mehr in der Ecke, völlig vergessen, wie schön es dort ist. Am ersten Tag sind wir nur kurz nach Boulogne. Das Fort de l'Heurt ist nur bei Ebbe zu erreichen, dann liegen auch die Muschelbänke frei, auf denen die Einheimischen reichlich sammeln.







    Am nächsten Tag machten wir einen Ausflug nach Berck. Hier liegen bei Ebbe jeweils rund 50 Seehunde und Kegelrobben auf einer Sandbank. Direkt an der Promenade schwamm ein Eistaucher, der wohl den Abflug ins Sommerquartier verpasst hatte.










    Nach ein paar Tagen am Strand haben wir Fossilien gesucht. Zuerst bei Wimereux. Zum Mitnehmen gab es hier leider nichts, der Ammonit hatte etwa die Größe eines Autoreifens.





    Anschließend an die Kreideküste am Cap Blanc Nez. Hier konnten wir einige schöne Stücke finden.





    Ich hatte ja auf Epipactis helleborine var. neerlandica, die Holländische Stendelwurz gehofft, leider waren wir etwas zu früh.




    Und zum Abschluss ein Kessel Buntes. Schöne Ecke, und eine echte Alternative zu Holland. Günstiger, landschaftlich interessanter und nicht so überlaufen.


    Beste Grüße


    Markus












  • Danke für die Erinnerungen! :98.

    Bei mir ist es noch länger her... Im Herbst '95 waren wir mit dem Schiff auf dem Weg nach Spanien in Boulogne. Bei Niedrigwasser haben wir im Außenhafen angelegt, ich bin mit der Achterleine um den Hals eine ewig lange Leiter hochgeklettert - und oben stand der Hafenmeister und sagte "Welcome to Boulogne" :)

    Davor habe ich mich mit Seehunden und Kegelrobben im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer für das Nationalparkamt beschäftigt.


    Die Seeanemone sollte Actinia equina sein, die Libellen Ischnura elegans und Crocothemis erythraea.

  • Hey, Waldgänger

    Von diesem Ort und der Gegend in Frankreich habe ich noch nie was gehört. Ich habe gerade mal gegoogelt: nicht nur die Landschaft/Natur, die du uns zeigst ist sehenswert, sondern auch die Stadt selbst. Und das „nur“ max . 5 Autostunden von uns entfernt :).

    Wie habt Ihr Euch vor Ort denn verständigt? Sprecht Ihr französisch? Und ich glaube, mal gehört zu haben, dass einige Verkehrsregeln dort anders sind als hier. Wie kommt man mit dem Auto und den Regeln zurecht? Wie sind Parkvorschriften und Parkautomaten?

    Wie sind im allgemeinen so die Preise? Parken, Restaurant, Eintritte etc.?

    Ich war in der Schule in französisch immer recht gut. Das ist aber nun schon seeeehr lange her und ich glaube, viel bekomme ich da nicht mehr zustande …

  • Hi maischo ,


    wir sprechen beide leider nur ein paar Brocken Französisch, das hat aber im Alltag völlig gereicht. Die Leute dort haben sich sehr viel Mühe gegeben, sich mit uns zu verständigen, sogar auf Englisch. Die Preise sind etwa wie hier, Parken war generell kostenlos, auch am Strand. Nur in Boulogne selbst musste man in der engeren Innenstadt zahlen, wir haben aber auch dort etwas außerhalb gratis geparkt. Für die Unterkunft (komplette Wohnung mit 2 Balkonen, Küche, Waschmaschine, 1,5 km vom Strand im Wald an einem Golfplatz) haben wir bei AirBnB knapp 90 € die Nacht bezahlt. Verglichen mit Holland ist das geschenkt. Verkehrstechnisch ist mir nichts Besonderes aufgefallen, viele Verteilerkreise, und man sollte sich strikt an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten, sonst wird's teuer. Alles sehr entspannt. Ab Boulogne kostet die Autobahn Geld, bis dahin kommt man aber auch gratis. Auf der Rückfahrt waren wir noch 5 Stunden in Lille, auch eine sehr schöne, historische Stadt. Das Parkhaus dort war ähnlich teuer wie in jeder deutschen Großstadt.


    Vor allem sind die Strände dort fast menschenleer, sobald man sich ein paar Meter von der Strandpromenade entfernt. Und die Bunkerruinen dort sind sehr interessant (wenn man sich für Militärhistorie interessiert) und zudem sehr praktisch zum Sonnenbaden ^^


    Viele Grüße


    Markus


  • Lieber Markus,

    Steine oder Fossilien suchen ist absolut entschleunigend und macht total Spaß. Ihr habt eigentlich eine ganz schöne Menge gefunden. Dein Kessel Buntes enthält mit der Feuerlibelle schon noch ein Juwel, wie ich finde. Insgesamt sehr, sehr schöne Eindrücke.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,

    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.

    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

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