Hallo zusammen,
heute kommt nun endlich der bereits angekündigte Beitrag.
Was für ein merkwürdiger Name: Spinnenkernkeule-was soll das sein? Und dann auch noch im Thema Pilze? ![]()
Wer sich zu den Kernkeulen allgemein informieren möchte,kann das hier tun:
Die von mir schon vor einige Jahren entdeckte Spinnenkernkeule befällt ausschließlich Spinnen,in meinem Fall auch nur eine (evtl.2) am Fundort vorkommende Art(en).
Zumindest konnte ich sie bisher noch nie an anderen dort lebenden Spinnenarten feststellen.
Der Fundort ist der sächsische Erzgebirgskreis,mehr Infos gibt es dazu nicht.Warum?
Dieser Pilz wird extrem selten gefunden und dokumentiert und ich möchte nicht,daß dort Horten begieriger Sammler einfallen,von denen dann jeder "nur ein kleines Belegexemplar" mitnehmen möchte.
Torrubiella ist der wissenschaftliche Name,von denen gibt es einige Arten.
Da meine Funde noch nicht mikroskopisch untersucht und damit exakt bestimmt worden sind,füge ich im Namen cf. ein,Torrubiella cf. arachnophila.
Alles also nur Verutungen meinerseits.
Wenn man sich die Verbreitungskarte anschaut,sieht es dort,egal welche Torrubiella man aufruft,sehr übersichtlich aus.
Folgend nun die Dokumentation der von mir beobachteten Entwicklung dieser Pilzart.
Mein Versuch,diese an einem Exemplar zu zeigen,mißlang leider.Da ich aber aus den Jahren 2018 (Entdeckungsjahr) bis 2021 eine mehrere hundert Fotos umfassende Sammlung habe,konnte ich dort die entsprechenden Bilder aussuchen.
Recht unscheinbar,in Durchmessern von ca.6-12mm,kann man diese an Korallen erinnernden an Spinnen finden,hier schon sporenreif entwickelt.
Durchaus auch mehrere nebeneinander in unterschiedlichen Entwicklungsstadien.Es war vor zwei Jahren,da konnte ich am Fundort zeitweise bis zu 50 Exemplare feststellen.Es sind nicht jedes Jahr so viele,aber unter 20 waren es nie.
Hier einige weitere Funde.
Nun zu den Entwicklungsstufen.
Es beginnt mit einem dünnen,weißen Belag auf der Spinne.Ich gehe davon aus,daß diese zu dem Zeitpunkt schon tot ist,zumindest bewegte sie sich nicht mehr.
Dieser helle Flaum wird immer dichter und dicker.Besucher gibt es auch. ![]()
Danach kommt es zu den folgenden Veränderungen.Ich als Laie kann dazu leider keine Erläuterungen machen,deshalb nur die Fotos.
Nach einer bestimmten,von mir noch nicht ermittelten Zeit (scheint auch witterungs-u.temperaturabhängig zu sein),ist diese Entwicklung abgeschlossen.
Die korallenartigen Ärmchen haben oft eine blassrosa Färbung,wenn man sie berührt,fliegen kleine Sporenwolken davon.
Mit der Zeit verblassen die Kernkeulen und fallen dann mitsamt der Spinne irgendwann ab.
Eine Spinne war vom Aussehen her den anderen sehr ähnlich,aber bedeutend größer.
Es könnte eine Große Höhlenspinne (Meta menardi) gewesen sein,sicher bin ich mir aber nicht.
Besonders interessant fand ich,daß bei diesem großen Exemplar der Pilz sogar aus den Beingelenken sproß.
Ansonsten sollte es sich um die Kleine Höhlenspinne (Metellina merianae) handeln.
Lebende und vom Pilz befallene Tiere nebeneinander konnte ich öfter beobachten.
In dem einen Jahr,als ich besonders viele von den Spinnenkernkeulen fand,habe ich einige Belegexemplare gesichert.
Melden oder nicht melden,das überlege ich seit dem.
Ich habe mich bis jetzt nicht dazu überwinden können.
Der "Staub" in dem Plasikröhrchen sind Sporen.
Diese Woche habe ich noch mal nach ihnen geschaut und bei zehn Sichtungen aufgehört zu zählen.
Ich bin gespannt,wie lange sich dieser ganz besondere Pilz dort noch halten wird,an Spinnennachschub mangelt es nicht!