Geflügeltes 2022

  • Gibt es Theorien oder Wissen darüber, warum es zur Fehlbalz kommt?

    Da stellt sich mir die Frage, wie die Schmetterlinge (bzw. z. B. die Insekten im allgemeinen) erkennen, dass es die eigene Art ist... Der Habitus ist oft ähnlich, sehen oder riechen sie es...?


    Viele Grüße

    Addi

  • Diese Annäherung von hinten wäre bein Kleinen Fuchs ein typisches Balzverhalten

    Liebe Sabine,

    dieses Verhalten konnte ich kürzlich bei den Kleinen Füchsen mehrfach beobachten, hier ein Beispielfoto.




    Warum die Tagpfauenaugen aber derart hinter den Trauermänteln her sind, bleibt rätselhaft.

    Weder am Boden und schon gleich gar nicht in der Luft lassen sie von denen ab.

    Die Vermutung einer Fehlbalz liegt da schon sehr nahe.

    Gibt es Theorien oder Wissen darüber, warum es zur Fehlbalz kommt?

    Das würde mich auch interessieren!

    Viele Grüße
    Uwe


    "Leben ist nicht genug" sagte der Schmetterling."Sonnenschein,Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu." (Hans Christian Andersen)






  • Es kann viele Gründe geben. Erdkröten sind ein schönes Beispiel dafür, dass die Männchen nehmen, was kommt. Zum einen führt das dazu, dass durchaus, wenn auch nur für kurze Zeit, zwei Männchen aufeinander sitzen. Der untere Herr quakt dann in der Männchen üblichen Art, so dass der obere irgendwann begreift, hier ist kein Rivale in der Nähe, der mir das Weibchen streitig machen will, sondern es liegt ein Irrtum vor und lässt los. Man kann auch selber testen, wie durchgeknallt die Männchen sind. Haltet, wenn die Erdkröten im Tümpel sind, einfach mal Zeigefinger und Mittelfinger aneinander, taucht sie leicht ins Wasser und erzeugt ganz leichte Wellen durch die Fingerbewegung. Es wird nicht all zu lange dauern, bis wenigstens ein Männchen daher geschwommen kommt und sich an den beiden Fingern festkrallt, in der Annahme ein Weibchen erwischt zu haben. In der Paarungszeit werden alle Regeln über Bord geworfen. Tiere werden hochgradig unvorsichtig, vor allem die Männchen, und wer kein Weibchen erwischt, versucht sich zu paaren mit allem, was ein Weibchen sein könnte. So kommt es dann selten auch zur Hybridisierung verschiedener Arten miteinander, weil das falsche Männchen ein Weibchen einer anderen Art ergreift und sich mit ihm paart. In solchen Fällen, wo die Differenzierung noch nicht so arg stark ist, also bei nahe verwandten Arten, kann es dann dazu kommen, dass das Weibchen befruchtete Eier legt, aus denen sogar Larven und Imagines erwachsen. Allerdings sind in solchen Fällen die Verluste, also die Sterblichkeitsrate hoch, und die Tiere, die erwachsen werden, sind nicht vermehrungsfähig. Eben sogenannte Hybriden.


    Im Falle der Tagpfauenaugen, die den Trauermänteln hinterher hetzen, würde ich eher an Verteidigung des Reviers denken. So was kann man bei Pararge aegeria sehr gut beobachten. Als Waldart treffen sich hier Männchen und Weibchen auf kleinen "Lichtungen". Dabei sollte man bei dem Wort "Lichtung" nicht an eine größere, Baum freie Fläche denken, sondern an kleine, Licht durchflutete Stellen, die oft genug nur einige Quadratzentimeter groß sind. Kommt ein Weibchen in diese Fläche, wird gebalzt. Dringt ein Männchen ein, wird versucht, dieses zu vertreiben. Das gleiche gilt auch für Individuen anderer Arten, die vertrieben werden. Nach dem Motto, wer kein Weibchen ist, kann nur ein Männchen sein, und Angriff.


    Die Erkennung der eigenen Art erfolgt bei den meisten Insekten über den Geruchssinn. Die Männchen finden die Weibchen zum Teil über mehrere Kilometer zielsicher über deren Sexualpheromone. Beim Weibchen gilt dann das Schlüssel-Schlossprinzip. Auf das Schloß des Weibchens passt nur der Schlüssel des richtigen Männchens, also der gleichen Art. Es kommen aber je nach Art z.B. auch Balzverhalten hinzu (wenn die Dame mit einem Tango becirct werden möchte, kann der Walzer perfekt sein, er wird nicht zum Erfolg führen) aber auch das Sehen kann eine Rolle spielen. Es sind diverse Ausschlusskriterien, die dazu führen, dass eine Falschverpaarung gar nicht erst zustande kommt. Und kommt sie dann doch zustande, gibt es so viele morphologische und genetische Hürden, die überwunden werden müssen, dass es eben nur extrem selten zur Hybridisierung in der Natur kommt.


    Im Gegensatz dazu, haben vor allem die Lepidopterologen die künstliche Hybridisierung sozusagen perfektioniert und schon die absonderlichsten Hybriden gezüchtet. Leider ist, wie fast immer, das liebe Geld der Antrieb zu solchem Handeln. ;)


    Liebe Grüße

    Klaas

  • Es sind wieder einige Geflügelte fotografiert worden.

    Zwei Käfer,

    Purpurroter Schnellkäfer (Anostirus purpureus)





    Wespenbock (Clytus arietis)







    Tagfalter:

    Der siebente und wahrscheinlich auch erst mal letzte der Trauermantel-Überwinterer-Generation.



    Waldbrettspiel mal von der Seite im Streiflicht.



    Nachtfalter, da finde ich z.Z. kaum was.

    Buchen-Streckfuß







    Ampfer-Rindeneule (Acronicta rumicis)



    Ein anderes Exemplar dieser Art.




    Den folgenden Falter habe ich als Ahorn-Rindeneule (Acronicta aceris) bestimmt, Kopf-Flügelspitze 26mm.





    Er begann mit den Flügeln zu schwirren und zeigte dabei seine Hinterflügel.

    Der blaugraue Farbton hat mich etwas irritiert, den finde ich bei Bildvergleichen im Internet so nicht wieder? :92:



    Viele Grüße
    Uwe


    "Leben ist nicht genug" sagte der Schmetterling."Sonnenschein,Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu." (Hans Christian Andersen)






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