Geflügeltes 2022

  • Einige weitere Bilder, es sind noch genug Geflügelte zu finden, aber die Artenvielfalt geht nun erwartungsgemäß (zumindest bei mir hier) stark zurück.

    (Wie immer: Wissenschaftliche Namen in der Bilddatei.)



    Eine schwirrende Gammaeule.




    Basalfleck-Bodeneule



    Die Gelbflügel-Raseneule ist mir nun in einer anderen Farbvariante (rechts) nochmals begegnet.



    Eine Schrecke kraxelte fünfbeinig auf der Baumrinde herum, ich bin mir fast sicher, diese Art noch nicht gesehen zu haben.

    Cirka 20mm Körperlänge und sehr gut getarnt, ein Weibchen der Gewöhnlichen Strauchschrecke.






    Selbst die Augen sind getarnt.



    Die Großen Eichenkarmine sind immer noch regelmäßig zu sehen, dieses sprang ab, war vom Lichtschein verwirrt, stürzte zu Boden und stellte sich erst mal tot. Aber nur sehr kurz.




    Oft haben die Ordenbänder auch "Begleitung", hier das Rote Ordensband mit einer Ampfer-Rindeneule, farblich gut zueinander passend. ^^




    Oder ein Großes Eichenkarmin mit Weißpunkt-Graseule.




    Oder mit diesen mir zum Aufnahmezeitpunkt scheinbar unbekannten dunklen Falter.



    Den habe ich genauer betrachtet. Viel Zeichnung hat er ja nicht, aber irgendwie erinnerte er mich auch an was? :92: :)



    Und als er wegflog, gelang noch ein flüchtiger Blick auf seine Hinterflügeloberseiten. Dies würde bestimmt leicht

    zu einem Bestimmungsergebnis führen.

    Was mag das wohl für eine Art sein? Zu Hause schnell das Bestimmungsbuch aufgeschlagen, wo ist er nur? :75::91:



    Und was war`s? Ein Nachtfalter, den ich auch dieses Jahr bereits mehr als oft gesehen habe, aber eben noch nie so!

    Eine Pyramideneule! :33::33::33: :33::33:


    Auch sehr häufig zu sehen, die Hausmutter. Fast jede sieht anders aus, hier mal eine kleine Zusammenstellung, die ich problemlos noch erweitern könnte.



    Eine Kohleule.




    Saateule, #male



    Saateule, #female



    Sogar ein Schwarzes Ordensband flog noch herum, allerdings zum Ende seiner Flugzeit im entsprechenden Zustand.



    Diesen entkräfteten Falter fand ich unter einer Lichtquelle. Einer der Zackenrandspanner (Ennomos), aber welcher?

    Ist es nun der Eichen- o. der Birken-Zackenrandspanner?

    Bildervergleiche im Lepiforum hin und her, Vergleiche mit der auf den Vorderrand auftreffenden inneren Querlinie erbrachten kein sicheres Ergebnis. Letztlich tendiere ich nun zum Birken-Zackenrandspanner wegen der stark gezackten Flügelform, die der Eichen-Zackenrandspanner so nicht hätte. Aber alles unsicher!

    Was soll`s, der Falter ist trotzdem ein recht hübscher.







    Und kommende Woche gibt es wieder einen weiteren, kleinen Schwung Geflügel.

    Viele Grüße
    Uwe


    "Leben ist nicht genug" sagte der Schmetterling."Sonnenschein,Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu." (Hans Christian Andersen)






  • Lieber Uwe,

    wie eine so herrliche Folge deiner Geflügelten. Das ist eine meiner Lieblingsserien. Einen Mormo maura würde ich auch im noch viel abgeflogeneren Zustand fotografieren. Sehr gut gefällt mir auch die Zusammenstellung von Hausmüttern, da kann man mal sehen, wie variabel die sind. Dein Zackenrandspanner ist ein Birken-Zackenrandspanner Ennomos erosaria. Nicht nur hübsch, sondern von den Zackenrandspannern einer der selteneren. Der Unterschied zum Eichen-Zackenrandspanner: Die innere Querlinie macht vor Erreichen des Außenrandes einen fast 90-Grad-Knick, das ist bei Ennomos erosaria deutlich rundlicher.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,

    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.

    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Beeindruckend, was bei Dir noch alles herumfliegt. Erstaunt hat mich das variable Aussehen der Hausmutter (ein Graus für alle Anfänger!).

    Der Birken-Zackenrandspanner und die Strauchschrecke (vor allem die Augen) haben es mir angetan.


    Viele Grüße

    Addi

    "In den kleinsten Dingen

    zeigt die Natur

    ihre größten Wunder."


    Carl von Linné (1707 - 1778)

  • wie eine so herrliche Folge deiner Geflügelten. Das ist eine meiner Lieblingsserien.

    Liebe Sabine,

    vielen Dank, das freut mich sehr!

    Der Unterschied zum Eichen-Zackenrandspanner: Die innere Querlinie macht vor Erreichen des Außenrandes einen fast 90-Grad-Knick, das ist bei Ennomos erosaria deutlich rundlicher.

    Diese innere Querlinie war es auch, was mich so verunsichert hat. Bei den Bildvergleichen beider Arten diesbezüglich (im Lepiforum) war das nicht immer so deutlich erkennbar. Dankeschön für deine erneute Hilfe!

    Erstaunt hat mich das variable Aussehen der Hausmutter (ein Graus für alle Anfänger!).

    Bei den Hausmüttern geht das schon noch, durch ihre Größe und der Flügelform sind sie eigentlich gut erkennbar (meistens ;) ).

    Viele Grüße
    Uwe


    "Leben ist nicht genug" sagte der Schmetterling."Sonnenschein,Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu." (Hans Christian Andersen)






  • Ein weiterer Schwung Geflügeltes ist aufgearbeitet, die wissenschaftlichen Namen stehen wie immer in den Bilddateien und ich hoffe, nicht zuviel falsch benannt zu haben. Korrekturen werden sehr gerne entgegen genommen!


    Baja-Bodeneule in zwei Farbvarianten.



    Die folgenden Bandeule war klein (kaum 20mm) und deshalb wollte ich sie schon zu einer Noctua interjecta machen, bin dann aber doch wieder zur

    Janthina/Janthe- Bandeule zurück geschwenkt.





    Ob ich hier mit Brauner Spätsommer-Bodeneule (zusammen mit einer der allgegenwärtigen Pyramideneulen) richtig bestimmt habe, ist auch alles andere als sicher.




    Die Dunkelgrüne Flechteneule finde ich nicht jedes Jahr.





    Auf einem Huflattichblatt fand ich diese Blattwespenlarve und wenn es nicht noch Verwechslungsmöglichkeiten gibt, dann sollte es sich um die Art Tenthredo mandibularis handeln (Larven an Huflattich u. Pestwurz).

    Dankenswerterweise hat Sabine Flechtmann sehr schöne anschauliche Unterscheidungshilfen ins Forenlexikon gestellt.

    Schmetterlings-Raupe, Käferlarve oder Blattwespenlarve? Eine Orientierungshilfe (Teil 1: Käfer & Blattwespen)

    Sonst würde ich wohl immer noch bei den Schmetterlingsraupen suchen. :redface::)



    Eine Raupe querte den Holzsteg im Hochmoor, eine noch nicht ganz erwachsene Raupe des Brombeerspinners.



    Eine andere, recht große Raupe rannte über die Straße. Sie wurde für das Foto auf einen Baumstumpf umgesetzt.

    Dabei ringelte sie sich zusammen und verharrte in dieser Position seeeeeeeeehr lange.

    Schon wieder eine Brombeerspinnerraupe, dachte ich noch beim Fotografieren. Aber wieder mal falsch gedacht, die weißen Elemente an der Körperseite haben mich dann zu Hause zum Eichenspinner geführt. #Neu4me







    Die Gemeinen Eichenschrecken sind momentan sehr häufig zu beobachten, hier ein Weibchen bei der Eiablage in die Ritzen von Baumrinde.



    Auch sehr häufig gesichtet, Getreide- Halmeule (Mesapamea spec.).



    Bei großer Hitze ziehen sich manche Falter an kühlere Orte zurück, wie hier unter einer Bachbrücke der Labkraut-Bindenspanner.



    Noch einige Raupen:

    Mittlerer Weinschwärmer (bis zu 9cm lang)


    Werner hat so eine Raupe mal bis zum Falter gezüchtet, hier sein sehenwerter Bericht:




    Die gibt`s auch in dunkleren Farbtönen.



    Die Raupe des Kiefernschwärmers lag auf einem Waldweg und wurde von Ameisen derart zerbissen, dass sie sich davon nicht mehr erholte. :(



    Ein besonders schöner Raupenfund,

    Lindenschwärmer.



    Beeindruckend der Kopf ...




    ... aber auch das bunte Analhorn.




    Mondvogelraupe, zu gerne würde ich den Falter mal finden. Aber die sind ja unglaublich gut getarnt.



    Und endlich mal wieder eine Raupe vom Schwalbenschwanz am Fenchel.



    Eine Puppe fand ich und habe sehr lange versucht, sie einer Art zuzuordnen.

    Die meisten Übereinstimmungen fand ich bei der Nonne.



    Aber nicht alles lässt sich aufklären. Welche Falterart hinter dem Bau dieses interessanten Gespinnstes (Durchmesser ca.25- 30mm) und der darin befindlichen Puppe steckt, bleibt unbekannt.



    Es war auch nur noch die leere Puppenhülle vorhanden, wie ich feststellte.



    Was gab es sonst noch?

    Immer reichlich Pyramideneulen.



    Rhombus- Bodeneule



    Und einer der wenigen Zünsler, die noch fliegen. Diesen ca. 15mm (ohne Palpen) langen Falter fand ich auf einer Waldlichtung inmitten trockener Gräser.

    Gestreifter Graszünsler (Agriphila cf. tristella) würde ich ihn unsicher nach längerer Vergleicherei nennen wollen. Unter anderem wegen seiner perlweißen Fühlerglieder. :92:





    Genug für heute!

    Die Abstände, in denen ich hier über die Geflügelten berichte, werden nun sicherlich größer, die Artenvielfalt geht jahreszeitlich bedingt zurück.

    Aber einiges kommt schon noch, das Jahr ist noch lang! ;)

    Viele Grüße
    Uwe


    "Leben ist nicht genug" sagte der Schmetterling."Sonnenschein,Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu." (Hans Christian Andersen)






    Edited once, last by Moosfreund ().

  • Lieber Uwe,

    das war wieder eine spannende Folge; Xestia xanthographa ist richtig, ebenso Agriphila tristella, das ist ja der Spätsommer-Graszünsler, der jetzt in Unmengen fliegt. Tenthredo mandibularis ist eine der wenigen, unverwechselbaren Blattwespen-Larven. Beeindruckend finde ich die Beobachtung einer eierlegenden Heuschrecke!

    Edit: Das Gespinst mit Puppe kommt mir aus dem Lepiforum bekannt vor. Leider weiß ich nicht mehr, wer das gepostet hatte noch um welche Art es sich handelte. Irgendwo bei den Kleinschmetterlingen oder Pterophoriden verorte ich das.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,

    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.

    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Beeindruckend finde ich die Beobachtung einer eierlegenden Heuschrecke!

    Das ist ein richtig schönes Bild!

    Ist der Eichenspinner das gleiche wie der Eichenprozessionsspinner?

    Sind die Raupen alle aus der letzten Zeit? Was für tolle Funde! Eine von ihnen würde mir ja schon reichen...!


    Viele Grüße

    Addi

    "In den kleinsten Dingen

    zeigt die Natur

    ihre größten Wunder."


    Carl von Linné (1707 - 1778)

  • Xestia xanthographa ist richtig, ebenso Agriphila tristella, das ist ja der Spätsommer-Graszünsler,


    Tenthredo mandibularis ist eine der wenigen, unverwechselbaren Blattwespen-Larven.

    Liebe Sabine,

    herzlichen Dank für deine Bestimmungshilfen. Nun bin ich doch erfreut, nicht zu oft falsch bestimmt zu haben.


    Edit: Das Gespinst mit Puppe kommt mir aus dem Lepiforum bekannt vor. Leider weiß ich nicht mehr, wer das gepostet hatte noch um welche Art es sich handelte. Irgendwo bei den Kleinschmetterlingen oder Pterophoriden verorte ich das.

    Bisher konnte ich noch nichts Vergleichbares finden. Es muß aber schon ein etwas größerer Falter gewesen sein, ich schätze die Puppe so auf ca. 15mm.

    Wenn ich dort noch mal vorbei kommen sollte, messe ich Gespinnst und Puppe ordentlich. Bei der Schätzerei vertue ich mich manchmal mehr oder weniger.

    Viele Grüße
    Uwe


    "Leben ist nicht genug" sagte der Schmetterling."Sonnenschein,Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu." (Hans Christian Andersen)






  • Ist der Eichenspinner das gleiche wie der Eichenprozessionsspinner?

    Nein, das sind sogar zwei unterschiedliche Familien.

    Eichenspinner – Wikipedia
    de.wikipedia.org


    Sind die Raupen alle aus der letzten Zeit?

    Ja, innerhalb der letzten 14 Tage gefunden. Besonders ergiebig war ein Hochmoor und seine Umgebung.

    Die meisten waren vermutlich zu einem geeigneten Verpuppungsplatz unterwegs, beim Überqueren der Wege und Strassen findet man z.Z. häufig welche.

    Leider auch oft überfahren.

    Viele Grüße
    Uwe


    "Leben ist nicht genug" sagte der Schmetterling."Sonnenschein,Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu." (Hans Christian Andersen)






  • Einige weitere Bilder der letzten Tage, die Sichtungen werden nun deutlich weniger. Aber irgendwas fliegt fast immer (noch).



    C-Falter



    Eine der kleinsten (ca.15mm Ruhestellungsflügelspannweite) Federmottenarten, die ich bisher gesehen habe.



    Mitten im Wald fliegt was auf und versteckt sich in den Blättern, eine Flachleibmotte Agonopterix (cf. arenella/propinquella), leider nicht gemessen.

    Die beiden Arten lassen sich wohl u.a.über die Größe unterscheiden.

    Nachtrag vom 12.09.2022: Die Motte wurde von Sabine Flechtmann als Agonopterix arenella bestimmt, vielen Dank dafür.




    Eine Grüne Stinkwanze schaute dem Treiben des Fotografen interessiert zu.





    Gammaeule beim Blütenbesuch.



    Große Kohlweißlinge sind noch oft zu beobachten (Kleine Kohlweißlinge fast nicht mehr).



    Und endlich auch wieder einige Hauhechel-Bläulinge, hier ein Männchen. Die hatte ich fast den ganzen Sommer vermißt.







    Nur noch wenige kleine Füchse findet man an den Blüten.



    Dafür z.Z. erfreulicherweise vermehrt Kleine Feuerfalter.






    Die Tagpfauenaugen sind bereits fast alle in ihren Winterquartieren verschwunden.



    Mir ist bisher noch nicht aufgefallen, daß die so haarige Flügelunterseiten haben.



    Eines der letzen Waldbrettspiele beim Sonnenbad.



    Ganz kleine schwarze Raupen fand ich an Brennnesseln, als ich genau hinschaute, waren es doch nur noch die Häute. :33:



    Die zu den Häuten gehörenden Raupen waren etwas davon entfernt zu finden, mit den Stacheln am Kopf sollten es welche vom Landkärtchen sein.




    Mauerfüchse sind nicht allzu häufig zu entdecken, schon wegen ihrer guten Tarnung.







    Das folgende Insekt ist nur wenige Millimeter groß, aber um so lästiger. Besonders an Waldrändern wird man manchmal fast im Sekundentakt von diesen zu den Lausfliegen (Vermutung: Hirschlausfliege/Lipoptena cervi) gehörenden Viehchern angeflogen.



    Einmal am Körper, wird man die auch nicht so schnell wieder los, die haften wie Kletten! Einfach Draufdrücken und Zerquetschen funktioniert auch nicht (ähnlich wie bei bei Zecken), die rennen einfach weiter. :angry:

    Bestenfalls werfen sie noch ihre Flügel ab, was auch hier beschrieben ist:



    Im Hochmoor fand ich ein Weibchen der Schwarzen Heidelibelle.



    Sie ließ sich beim Sonnenbad nicht im geringsten von meiner Fotografiererei stören.



    Auf einer Kräuterwiese sichtete ich diesen kleinen (Vorderflügellänge 10mm) unscheinbaren Falter.

    Ein Olivbrauner Zünsler sollte es sein.




    Einige Tage später noch ein weiteres Exemplar dieser Art auf einer alten Bergwerkshalde in sehr schöner Sitzhaltung.

    Nachtrag vom 12.09.2022:

    Es handelt sich um eine andere Zünslerart, den Rübenzünsler (Loxostege sticticalis). Auch hier vielen Dank an Sabine Flechtmann für ihre Bestimmungskorrektur.



    Aber nur ganz kurz, dann wurden die "Vorhänge" wieder zugezogen. :)



    Noch ein Haldenfund und #Neu4me , der Weiße o. Mondfleckige Blütenspanner.

    Endlich mal ein leicht zu bestimmender Blütenspanner, man muß doch auch mal Glück haben! ;)




    Das wars erst mal, in der nächsten Folge werde ich die Funde einer nächlichen Runde von dieser Woche zeigen. Aber viel gab es leider nicht zu sehen.

    Viele Grüße
    Uwe


    "Leben ist nicht genug" sagte der Schmetterling."Sonnenschein,Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu." (Hans Christian Andersen)






    Edited once, last by Moosfreund: Bestimmungshinweise (Rübenzünsler und Flachleibmotte) ().

  • Dafür, dass du behauptest, es würde weniger, hast du aber jede Menge schöner Viecher gesichtet. Gut, die Hirschlausfliege kannst du behalten :26:, dafür ist Sympetrum danae umso schöner!

    Liebe Grüße
    Susanne


    "Ach, die Welt ist so geräumig, und der Kopf ist so beschränkt!" (Wilhelm Busch)

  • Lieber Uwe,

    herrliche neue Funde muss ich sagen. So viele verschiedene Tagfalter, du hast ordentlich Glück in deiner Ecke. Hier fliegt irgendwie nichts mehr, Tagfalter schon gleich gar nicht mehr. Ein paar Weißlinge ab und zu, aber die lassen sich im Flug kaum bestimmen.

    Eupithecia centaureata einmal so nahe zu kommen, das wäre ein echter Wunsch von mir, ein wunderschönes Foto!

    Bei 10 mm beim Olivenbraunen Zünsler gehe ich mit, dafür ist der folgende jedoch ein anderer. Der muss auch größer gewesen sein. Wenn du den Habitus der beiden Arten vergleichst, dann wirkt Pyrausta despicata "kürzer", gedrungener, die Flügel breiter. Der folgende ist viel schmaler. Schau dir beim folgenden Falter die helle Fleckenreihe über den Franze an. Das ist der Rübenzünsler Loxostege sticticatlis,

    Loxostege sticticalis - LepiWiki

    den hatte ich neulich auch als neu für mich. Für dich vermutlich auch neu, ich kann mich nicht erinnern, dass du den hier schon mal vorgestellt hast.

    Und bei der Agonopterix kommen wir auch bis zur Art, die häufige Agonopterix arenella. Die Satellitpunkte sind markant ausgeprägt, das hat Agonopterix propinquella so nicht. Zwar kenne ich A. propinquella nicht aus eigener Anschauung, aber wenn man sich die Fotos im LepiWiki ansieht, dann sind die Satellitpunkte dort kaum wahrnehmbar. Die Strichelung über den Franzen ist bei A. propinquella sehr viel dezenter ausgeprägt als bei Agonopterix arenella. A. arenella hat an der Brust aufstehende Schuppen, das scheint bei A. propinquella nicht der Fall zu sein.


    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,

    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.

    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Schau dir beim folgenden Falter die helle Fleckenreihe über den Franzen an. Das ist der Rübenzünsler Loxostege sticticalis,

    Liebe Sabine,

    da war ich wieder mal sehr "großzügig" (besser: oberflächlich) bei der Namensgebung, vielen Dank für deine Korrektur! :98.

    Und bei der Agonopterix kommen wir auch bis zur Art, die häufige Agonopterix arenella. Die Satellitpunkte sind markant ausgeprägt, das hat Agonopterix propinquella so nicht. Zwar kenne ich A. propinquella nicht aus eigener Anschauung, aber wenn man sich die Fotos im LepiWiki ansieht, dann sind die Satellitpunkte dort kaum wahrnehmbar.

    Ebenso für die Bestimmungshilfe dieser Flachleibmotte. Ich war schon froh, sie überhaupt erst mal richtig einsortiert und nicht, wie schon mehrfach passiert, in den "Palpenmottentopf" gekippt zu haben. :)

    Viele Grüße
    Uwe


    "Leben ist nicht genug" sagte der Schmetterling."Sonnenschein,Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu." (Hans Christian Andersen)






  • Das wars erst mal, in der nächsten Folge werde ich die Funde einer nächlichen Runde von dieser Woche zeigen. Aber viel gab es leider nicht zu sehen.

    Aber einige Geflügelte haben sich am vergangenen Mittwoch schon gezeigt. Es wird sicherlich die letzte so milde Nacht dieses Jahr gewesen sein. Die meisten Arten habe ich bereits in den vorigen Folgen gezeigt, auch sind viele der Falter nicht mehr im besten Zustand.

    So ist es nun mal zu dieser Jahreszeit (von den frisch geschlüpften Herbstarten einmal abgesehen).


    Baja-Bodeneule



    Bleiche Graseule



    Etwas überrascht hat mich dieses ausgefranste Große Eichenkarmin. Ich dachte, deren Flugzeit sei längst vorbei.



    Gemeine Eichenschrecken gab es noch reichlich.



    Diese Florfliege habe ich nur so nebenbei fotografiert, weil es sehr wenige Falter zu sehen gab.

    Allerdings habe ich sie mir dann doch etwas genauer angeschaut und mit vielen Florfliegenfotos im Internet verglichen.

    Es könnte sich um die Rotköpfige Florfliege (Nothochrysa fulviceps) handeln (unsicherer Bestimmungsversuch!!!).



    Zwei Käferfunde:

    Kleiner Rotdeckenkäfer, 6 mm.



    Hainlaufkäfer, ca. 20 mm, die schönen metallischen Farben hat leider der Polfliter fast komplett "verschluckt". :angry:



    Der Heuzünsler und die Spinne vertrugen sich sehr gut.



    Dieser noch mal von der Seite.



    Die häufigste Art dieser Nacht, die Hausmutter. Wie immer in allerlei Gewändern.



    Linden-Gelbeule





    Pyramideneulen waren auch noch einige unterwegs, aber eine abgeflogener als die andere.



    Dafür um so frischer das Schwarze C.



    Ein weiteres Exemplar dieser Art.



    Schwarzgefleckte Herbsteule, der schönste Fund dieser Nacht.





    Ypsiloneule



    Der letzte Fund dieser Nacht, einer der Taghafte.



    Als Ergänzung noch zwei Tagfunde:

    Von den Esparsetten-Widderchen hatte ich vor einigen Wochen bereits berichtet.



    Die sind nun natürlich längst verschwunden, aber die Kokons kann man noch an den Grashalmen finden.

    Hier ein Fünferpack. Aber wie mag es das Widderchen aus dem gekennzeichneten (roter Pfeil) Kokon geschlüpft sein? :92:

    (Die kleine Beschädigung unterhalb der Pfeilspitze habe ich verursacht.)

    An den anderen vier Kokons kann man die Schlupföffnungen sehen.

    Ich wollte das schon als Rätsel einstellen. ^^




    Die Lösung ist ganz einfach:

    Es konnte gar nicht schlüpfen! Ich habe den Kokon vorsichtig aufgeschnitten, es blieb in seiner Hülle gefangen, starb und vertrocknete.




    Gestern waren auf den letzten Rainfarnblüten sehr viele Spreizflügelfalter versammelt.



    "Alles wieder nur diese häufigen Brennnessel-Spreizflügelfalter!", dachte ich. Aber bei näherer Betrachtung am PC zeigte sich:

    Da sind Zwei dabei, die ganz anders aussehen. :eek: Hier ein Bildausschnitt mit beiden Arten.



    Der untere sollte ein Apfelbaum-Spreizflügelfalter sein, als Raupen-Futterpflanzen wird nicht nur Apfel (den es am Fundort weit und breit gar nicht gibt), sondern auch neben anderen Eberesche, Schlehe, Weißdorn, Birke, Weide, Schwarzerle und sogar Beinwell genannt.Und die gibt es dort reichlich.

    Und selbst, wenn ich diesen Winzling nicht richtig benannt haben sollte, ist er auf alle Fälle #Neu4me .


    Soweit meine Geflügelten, mal sehen, was sich in den nächsten Wochen noch so alles zeigen wird.

    Viele Grüße
    Uwe


    "Leben ist nicht genug" sagte der Schmetterling."Sonnenschein,Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu." (Hans Christian Andersen)






  • Welch eine Vielfalt...! Und so wunderschön getroffen! Ich könnte gar nicht sagen, wer mir am besten gefällt. Vielleicht der Heuzünsler von der Seite, :45: oder das Schwarze C, die Y-Eule...

    Schade, dass es das eine Eparsetten-Widderchen nicht geschafft hatte. Ich hatte gehofft, dass es sich vielleicht durch den Kokon eines seiner Geschwister hätte durcharbeiten können.


    Viele Grüße

    Addi

    "In den kleinsten Dingen

    zeigt die Natur

    ihre größten Wunder."


    Carl von Linné (1707 - 1778)

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