Unterwegs in und um Leverkusen im Jahr 2022

  • Vielen Dank für die ausführliche Erklärung und danke Sabine.


    Da möchte ich gleich bei den Libellen bleiben und eine Beobachtung von vor einigen Tagen an der ehemaligen Kiesgrube zeigen. Die Bilder sind nicht gerade hitverdächtig, da die Libelle viel zu schnell mit vielen Richtungswechseln unterwegs gewesen ist. Sie "titschte" immer wieder über die Wasseroberfläche. Wahrscheinlich habe ich beobachtet, wie sie Eier gelegt hat? Sie könnte natürlich auch Wasserläufer gefangen haben, die sich auch dort aufhalten.






    Sie berührt ja immer mit dem Hinterleib das Wasser. Da kann ich dann doch mit einiger Sicherheit davon ausgehen, dass sie die Eier legt...


    Viele Grüße

    Addi

  • Genau das habe ich auch schon beobachtet und mich gefragt, was das „titschen“ auf dem Wasser bedeutet. Legen so einige Libellen ihre Eier ab? Aber doch nicht alle Arten?

    Denn bei der Großen Königslbelle habe ich schon 2 x beobachtet und forografiert, als die Eier auf Blättern im See abgelegt wurden.

    So würde mich eine Antwort darauf genauso interessieren wie Addi :).

  • Das "Ditschen" mit der Hinterleibsspitze auf die Wasseroberfläche ist tatsächlich die Eiablage. So in dieser Form meines Wissens (zumindest in Europa) nur bei den Vertretern der Libellulidae zu beobachten.


    Wie Du selber schon festgestellt hast, bohren die Aeshnidae in Substrate ein, die entweder im Uferbereich im Wasser liegen, oder mitten auf dem Gewässer an der Wasseroberfläche treiben. Dabei sind einige Arten wenig wählerisch und nehmen alles, Hauptsache feuchtes Substrat (z.B. Aeshna cyanea), andere wiederum sind dagegen sehr wählerisch, wie Aeshna viridis, die nicht nur ihre Eier in die Blätter der Krebsschere (Stratiotes aloides) legt, sondern deren Larven auch ausschließlich in den Beständen der Krebsschere leben und dort ihre Beute machen. Erklärt wird das mit der Wärmebegünstigung eines solchen Bestandes. Die Krebsschere sinkt im Herbst auf den Gewässergrund in Frost geschützte Bereiche ab, wo im Winter die höchsten Temperaturen zu finden sind. Im Frühjahr steigt die Krebsschere wieder auf. Durch die dichten Bestände, die sie bildet, erwärmt sich in den kleinen Wasserbereichen das Wasser stärker als im restlichen See, was wiederum eine Wärmebegünstigung hat. So die Theorie, die auf jeden Fall nicht abwegig klingt.


    Verschiedene Vertreter der Kleinlibellen hingegen legen richtig aufwändig ab. Lestes viridis ritzt zur Eiablage über das Gewässer ragende Weidenzweige an und legt die Eier dort hinein. Die schlüpfenden Larven fallen direkt ins Wasser. Verschiedene Coenagrion krabbeln im Tandem am Ablagesubstrat unter Wasser, um hier abzulegen, bzw. wird im späteren Verlauf und/oder bei anderen Arten die Eiablage vom Männchen überwacht. Hier konnte schon beobachtet werden, wie das oben wartende Männchen, das geschwächte Weibchen, unfähig die Adhäsionskraft der Wasseroberfläche zu überwinden, das Weibchen packt und nach oben zieht.


    Bei den Libellulidae ist meist zu beobachten, dass die Männchen die Eiablage eine Zeit lang überwachen und nach einiger Zeit sozusagen die Geduld verlieren und das Weibchen sich selbst überlassen.


    Liebe Grüße

    Klaas

  • Vielen Dank, Klaas, für das Beschreiben der unterschiedlichen Eiablage einiger Libellenarten! Es ist höchst interessant, welche Strategien sich entwickelt haben und wieder einmal staune ich über die Natur, wie sie die Dinge eingerichtet hat!


    Viele Grüße

    Addi

  • Nun treibe ich mich wieder ein wenig draußen herum. Und es wurde gekrönt durch meine 1. Sichtung einer Hornisse! :87: Ich hoffe, dass hier keiner anderer Meinung ist...! :) Die Bilder sind nicht besonders und erst durch ihr bearbeiten war ich mir dann ziemlich sicher, dass es wirklich eine Hornisse ist, da die typisch rötliche Farbe so heraus kam. Aber auch die restlichen Merkmale passen (meiner Meinung nach). Als sie an mir vorbei flog, dachte ich gleich, dass sie ziemlich groß ist, was mich schon einmal hoffen ließ. Sie setzte sich dann ans Ufer, um Wasser und Mineralien aufzunehmen.

    Natürlich saß sie ganz unten und ich stand am Hang... So weit runter (ohne selber ins Wasser zu fallen), kam ich leider nicht.



    Ein Ausschnitt:



    der Ausschnitt mit Tonwertkorrektur.



    Mehr Fotos ließ sie leider nicht zu...


    Auf dem Weg zur Kiesgrube interessierte sich diese Ameise nur für die dunklen Punkte in der Blüte... Keine Ahnung, warum.




    Endlich wieder losgelassen, freute ich mich über alles, was mir Zeit für ein Foto ließ!




    Was für Augen...




    Bei der Hummel wunderte ich mich. Ich nehme zwar an, dass es Blütenstaub ist (und kein Pilz), der an ihr haftet (sie war in der gleichen Blüte unterwegs wie die Ameise), aber sie verhielt sich doch seltsam apathisch. Normalerweise bleiben Hummeln nicht so lange ruhig sitzen...



    Im Bereich am Wasser, wo die Hornisse unterwegs gewesen ist, ist eine umgekippte Weide.



    Mir fielen dunkle Flecken und dunkle Punkte auf.


    Fraßspuren...



    ... und bei längerem Hinsehen entdeckte ich viele dieser Käfer.




    Am Boden, ganz in der Nähe der Weide, lagen diese gesprenkelten Steine. Dort halten sich oft Enten & Co. auf. Ich habe keine Idee, ob ich das den Enten, den Käfern oder sonstwem zuschreiben soll...




    Zu meiner Freude konnte ich von einer Bank aus ein Rotkehlchen beobachten, welches immer wieder die gleiche Stelle besuchte, um Futter zu holen (die Weide und Umgebung...).





    Und Abflug...



    An dem Tag waren viele Wasserläufer unterwegs. Eine kleine Bewegung von mir, selbst nicht direkt in ihrer Nähe, und blitzschnell wurde die Richtung geändert! So schnell konnte ich gar nicht hinterher gucken!


    Ein flottes Doppel...



    unterschiedliche Größen waren zu beoachten...




    Endlich war ich wieder draußen unterwegs! :)


    Viele Grüße

    Addi

  • Liebe Addi,


    schön dass du wieder unterwegs sein kannst und gleich eine Hornisse gesehen hast.

    Das sind schon schöne, aber gutmütige Brummer.

    Also dem Rotkehlchen hätte ich auch zugeschaut wie es Futter sucht,doch das Bild vom Abflug ist der Hammer.


    Grüße Wiltrud

  • Mein 1. Schwalbenschwanz :87:

    Ich bin noch ganz hin und weg! Vorgestern die Hornisse und heute der Schwalbenschwanz! Ich war am Rhein unterwegs und auf einmal flatterte etwas ziemlich Großes, wo ich sofort dachte, das wird doch nicht...!

    Ich habe ihn zwar nur in einer Position ablichten können, was aber der Freude keinen Abbruch tut!




    Und hier hat er den Rüssel eingerollt.




    Ich bin noch ganz aus dem Häuschen! :S


    Viele Grüße

    Addi

  • Danke Euch für das Mitfreuen! Nachdem ich mich gestern wieder etwas beruhigt hatte, habe ich noch ein Foto entdeckt, wo er gerade wegfliegt. Leider nicht ganz so klar...

    Ich wusste gar nicht, dass sie bei uns auch vorkommen :)

    Ich war auch ganz erstaunt. Aber das Habitat stimmte. Sonniges, offenes Gelände, mager.



    Viele Grüße

    Addi

  • Ich freue mich mit dir über deine erste Begegnung mit dem Schwalbenschwanz!

    Und ihn auch noch fotografieren zu können, ist ein ganz besonderes Glück, die sitzen meist nur sehr kurz still. :18:

    Viele Grüße
    Uwe


    "Leben ist nicht genug" sagte der Schmetterling."Sonnenschein,Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu." (Hans Christian Andersen)






  • Glückwunsch zum Schwalbenschwanz!

    Kannst Du mir (per PN) schreiben, wo genau Du ihn gesehen hast?

    Ich wusste gar nicht, dass sie bei uns auch vorkommen :)

    Doch, Papilio machaon ist in den vergangenen drei bis vier Jahrzehnten am Niederrhein immer häufiger geworden. Im Verein haben wir in den 1980ern um Mithilfe der Bürger gebeten, in Form von Sichtmeldungen. Diese haben sich über die Jahrzehnte in einem Maße gehäuft, dass wir irgendwo zwischen 2000 und 2010 diese Arbeit eingestellt haben, weil es einfach viel zu viel Meldungen waren, die man nicht mehr vernünftig verarbeiten konnte. Jedenfalls nicht neben all den anderen Tätigkeiten.


    Interessant ist übrigens, dass am Niederrhein der Schwalbenschwanz eine Form zeigt, die eben am Niederrhein vergleichsweise häufiger auftaucht(e), als anderswo. Papilio machaon f. nigrofasciata meine ich hieß diese Form. Bei dieser Form fehlen auf den Hinterflügeln die gelben Halbmonde in der schwarzen Binde zum Rand hin. Diese sind komplett schwarz ausgefüllt, so dass die Binde sehr breit und kompakt wirkt. Mal drauf achten. Das ist eine Wärme- oder Kälteform, die in Abhängigkeit zu Temperaturen während der Puppenphase entstehen kann.


    Liebe Grüße

    Klaas

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