Millimeter unterm Mikroskop betrachtet

  • Angespornt von Addi's bemühungen mit dem Mikroskop hab' ich ebenfalls nochmal Versuche mit meinem gemacht. Zuerst habe ich das Moos in meinem Aquarium mal genauer betrachtet. Das war in groß, genau wie erwartet, nicht viel anders als unter einer Lupe. Aber, wie es der Zufall will, war gerade an diesem Ende auch ein sonst nicht zu sehender, transparenter Wurm. Dieser ist leider nur in Bewegung (also im Video) zu erkennen. Hier auf meiner Homepage

    https://www.nübby.de/mikroskop/mikroskopie.html zu sehen. Dann habe ich mich auch mal an Pilze versucht. Habe kleine Stücke mal mit nach Hause genommen und drunter gelegt. Konnte allerdings ausser dem ohnehin offensichtlichem nichts neues erkennen. Ausser das ich versehentlich einen Wurm (Larve?) mit genommen hatte. Video ebenfalls auf meiner Homepage. Dort erkennt man die Möglichkeiten der unterschiedlichen Beleuchtungen. Mit Spiegel von unten (unterschiedlich stark reflektiert) oder mehr Licht von oben macht dabei einen großen Unterschied.

    Kopfende des Wurmes der auf einem Pilz saß, unter dem Mikroskop (ohne Pilz). Lebte noch.


    Tage später hab ich mal den Fensterrahmen entstauben wollen und dabei diese 3 kleinen Flieger gefunden. Optimale Versuchsobjekte. Natürlich waren alle bereits tot. Die größte (3.) hatte eine Körperlänge von ca. 1mm. Die anderen waren halb so groß. Das jeweils erste Foto ist mit niedrigerer vergrößerung gemacht. Die folgenden mit hoher.

    Nr.1

    Der Versuch bei dem Kopf Augen erkennen zu können ist mir mit diesem Exemplar noch nicht wirklich gelungen.


    Nr.2

    Dieses Exemplar hatte es nicht mehr vollständig bis unters Mikroskop geschafft (nur noch ein Flügel und der Kopf fehlte). Dafür waren einige Details aber besser zu sehen.



    Nr.3

    Flügel länge 1,5mm. Der hintere Abschnitt ist 0,4mm (rote Linie in Bild 2)

     

    Augen größe 0,09mm (Bild1) und 0,07mm höhe und 0,02mm dicke (Bild 2)

    Kopfbreite 0,2mm (Auge,Auge - jeweils aussen). Hier sind die einzelnen Facetten der Augen erkennbar (helle stellen im Auge).

     


    Hinterteil Höhe 0,15mm (rote Linie in Bild 2)


    Es scheinen 3 ganz unterschiedliche Tiere zu sein die ich da gefunden hatte.


    Ein Mikroskop für 25 € ist, finde ich kein verlust Geschäft. Abgesehen von der Zeit die man damit verbringt und das der mitgelieferte Ständer nichts taugt. An meinem Smartphone tat es erst garnichts. Bis ich es mit einen Adapterstecker (Typ A nach C) anstelle des original Typ C versucht habe. Das ist allerdings für unterwegs zu wackelig. Daher Mikroskopiere ich wenn dann nur zu Hause, was auch von der Beleuchtung her besser einzustellen ist.

    Edited once, last by Nübby: rechtschreibung, Link bearbeitet, Softwarebeschreibung entfernt. ().

  • Das ist sehr interessant! Das mit den Augen hat doch schon ganz gut hingehauen. Interessant, wie transparent Deine Darsteller teilweise sind. Denkt man so nicht... Aber mit dem entsprechenden Licht und der Vergrößerung... Neben den Augen gefallen mir immer sehr die Insektenflügel.

    Könnte Nr. 2 nicht eine Mücke sein...?


    Viel eGrüße

    Addi

  • Neulich bei meiner Schwester hat uns so eine kleine Fliege dauernd beim spielen gestört. Irgendwann hab ich sie in meinem Kaffee gefunden. Hab' dann die Gelegenheit genutzt und das flugunfähige, nasse Tier mitgenommen und unter dem Mikroskop mal genauer betrachtet. Die Körperlänge betrug ca.2,4 mm.




     


    Gegenüber den ersten kleineren (1-3) kann man hier schon viel mehr erkennen. Einfach weil es auch mehr als doppelt so groß war.

    Ich hab davon auch Video auf meiner Homepage, wo man die Atmung gut sehen kann. Die Flügelbeschädigungen waren dem entfernen aus dem Kaffee geschuldet.

  • Eine meiner letzten Mikoroskopaufnahmen ist eine im Haus gefundene Staublaus. Größe 2mm

     


     

    Hier auf dem Rücken liegend und einmal mit Mikroskop maximal Auflösung den Kopfbereich.

    Ein anderes Tier werde ich als Rätsel einstellen.

  • Gefunden hab ich die bei meinen Animefiguren auf einem Seidenähnlichen tuch krabbelnd. Also lebend und sehr aktiv. habe auch Videos gemacht. Da ich in den Regalen wo die Figuren stehen selbst gedruckte Hintergründe, z.T. mit Pappe verstärkt, verwende ist es wahrscheinlich eine Bücherlaus. Die halten sich bei einer Luftfeuchtigkeit ab 60% aufwärts und ernähren sich unter anderem von Pilzen aber auch von Papier. Die sind für Menschen ungefährlich wenn nicht eine Allergie vorliegt. Ich habe natürlich sofort mal gelüftet und mehr gesucht. Habe aber nicht mehr gefunden. Werde es jedoch weiter im Auge behalten und für trockenheit (elektrischen Luftentfeuchter) sorgen. Um Aufnahmen von schnellen Tierchen zu machen verwende ich ein Plastikdöschen (von Stecknadeln) für den Transport und unter dem Mikroskop wird der Deckel durch einen Objekträger (Glas) ersetzt. So kann ich auch das Lineal darunter schieben um die Größe genau zu bestimmen.

  • Danke, Nübby, für die ausführliche Erklärung. Momentan habe ich eine Feuchtigkeit von 71 % und Bücher habe ich auch eine Menge. So müssten die Zeichen gut stehen, einen Untermieter zu finden und zu portraitieren!


    Viele Grüße

    Addi

  • Nachtrag zu dem anderen Tier. Dem Wollkrautblütenkäfer. Gefunden in meinem Badezimmer. Da hab ich tagelang einen kleinen schwarzen Fleck auf der weißen Wand gesehen. Erst als ich ihn entfernen wollte hab ich ihn erkannt. So ungern man diesen im Haus auch hat. Er hat aus der Nähe betrachtet auch seinen (optischen) Reiz. Hier Bilder aus einem Video das ich mit dem Mikroskop gemacht hab. Da liegt er auf dem Rücken (lebend).


    So gesehen ....

  • Habe eine kleine Spinne im Schlafzimmer erwischt. Bevor ich sie raussetzte mal etwas genauer betrachtet. Länge Körper war 2,8mm ,Spannweite (Breite) 10mm.


    Die unschärfe kommt durch den Kunststoffdeckel den ich diesmal wegen akuter Fluchtgefahr nicht durch Glas ersetzt habe.

  • Hallo Leute..

    ich habe eine neue beschäftigung gefunden. Ich fange jetzt immer die kleinen, nervigen Fliegen die abends immer vorm Bildschirm oder vor der Nase herumschwirren anstatt sie mit der Fliegenklatsche zu erledigen. Größe zwischen 0,5 bis 2mm. Das sind wohl Bartmücken (Ceratopogonidae) auch Gnitzen genannt. (Korrektur: Es sind Trauermücken) Ich hab versucht sie im Wald zu fangen, aber trotz großem Schwarm nicht eine ins Döschen bekommen. Müsste mir dafür doch mal ein kleines Fangnetz bauen. Aber, wie gesagt, vor dem Monitor bekomme ich sie irgend wann mal in die Dose. Da sie auch in dem Döschen noch sehr aktiv sind kann ich den Kunststoffdeckel nicht entfernen wodurch die Aufnahme Qualität sehr leidet. (Ich muss mir dringend mal Glasdöschen dafür besorgen.)

    Die meisten bisher gefangenen waren von dieser Art.


    von unten betrachtet, sie lag auf dem Rücken.


    Gestern war es eine andere Art. Im flug kann man sie nicht unterscheiden aber diese sah unterm Mikroskop doch ganz anders aus. Sie war etwa 1,2mm lang. Ich hab vergessen eine Aufnahme mit Lineal zu machen.





    Trotz starker beleuchtung, unterschiedlich hellen hintergründen oder Beleuchtung von unten (Spiegel) und unterschiedlichen Kamera voreinstellungen (Helligkeit, Kontrast, Gamma einstellungen vom Video-Programm am PC während der Aufnahme) ist es mir nicht gelungen vom Kopf ein helles, klares Bild zu bekommen. Augen und Kopf blieben einfach kontrastlos schwarz.

  • Aber trotzdem interessante Fotos! Damit triffst Du genau meinen Nerv! Ich glaube, ich habe diese kleinen Mücken schon im Moos auf der Wasserbeckenumrandung auf dem Friedhof gesehen.

    Beim Fangen im Wald fiel mir ein, dass Du sie evtl. mit einem Papierkaffeefilter fangen kannst und den dann schnell schließt (in der Hoffnung, dass etwas drin ist). Und dann in ein Gläschen umsetzen. Vielleicht geht das ja...


    Viele Grüße

    Addi

  • Wenn man sie fliegen sieht, sehen sie alle gleich aus. Hier noch eine die bei genauer Betrachtung wieder etwas anders ist.


    mit Haaren selbst an den Fresswerkzeugen und Fühlern.

    Von unten betrachtet. Größe 2,8mm

    Und von hinten. Von oben und vorne wollte sie nicht und dann hatte ich nicht mehr Zeit. Hab sie in der Wohnung gefangen und dann draussen wieder frei gelassen.

  • Tolle Aufnahmen. Dass sie das mit sich machen lassen! Diese Tierchen sehe ich auch des öfteren, wenn ich unterwegs bin. Das müsste eine Trauermücke sein, glaube (hoffe) ich...


    Viele Grüße

    Addi

  • Du hast damit recht. Es handelt sich bei meinen Funden um verschiedene kleine Arten der Trauermücken (Sciaridae).

    Sie lassen sich natürlich nicht ganz freiwillig Fotografieren. Wenn ich sie in der Dose habe und sie nach ersten Fluchtversuchen eine Pause brauchen nehme ich ein Video (fhd) mit dem Mikroskop auf bis ich sie mal in Ruhestellung drauf habe. Dann scharf stellen und später Bilder extrahieren. Mein erstes Döschen war dieses aus Kunststoff (von Stecknadeln). Dann hab ich einen Prototypen gebaut mit oben und unten Objektträger Glas.

     

    Ergebniss - Kunsstoff macht leicht unscharf und ist selber schon zu zerkratzt. Beim Glas ist vom Rand her zu wenig Lichteinfall bei hoher vergrößerung, da ich Holz als Rand verwendet habe und sich die Tiere vorzugsweise dort aufhalten. Auch beim zuklappen vom Deckel entflieht mir das Objekt immer wieder. Ich muss mir nochmal was anderes besorgen/bauen. Die Messfolie kann ich drunter oder drüber anlegen, je nachdem wo sich das Objekt befindet. Die Qualität ist für ein Billig Mikroskop gar nicht so schlecht.

  • Das ist richtig durchdacht und getestet! Klasse! Kunststoff gibt es immer in verschiedenen Größen und Formen, aber das Milchige ist natürlich kontraproduktiv... Wie wäre es, wenn Du z. B. vier Objektträger an den schmalen Kanten aneinander klebst, eine Seite ebenfalls mit einem Objektträger oder einemm Teil davon verschließen, dann müsste uns jetzt nur noch etwas Praktisches als "Deckel" einfallen. Der sollte ja schnell und einfach schließen und sollte wahrscheinlich am besten auch aus Glas sein... Wenn nicht, könnte man ja auch Alufolie oder Klarsichtfolie mit einem Gummiband dort befestigen...


    Viele Grüße

    Addi

  • Hallo Addi

    Ich hab' mir jetzt eine neue Box gebaut. Die Idee mit den 4 Objektträgern beinhaltet das Problen das es zu hoch wird um es unters Mikroskop zu legen und extrem zu vergrößern. Ich hab jetzt Plastikstückchen (etwas dickere, transparente Folie) für die Höhe benutzt. Mit Sekundenkleber an kurze Objektträger geklebt und die kurze Seite als Öffnung gelassen. Die Maße jetzt sind 40mm lang, 24mm breit und 15mm hoch (siehe Foto).

    Da alles transparent ist flüchtet das Objekt erst spät. Ist es in der Dose kommt zuerst mein Finger drüber und dann wird der Verschluß aufgeschoben. Dadurch das die Dose nur halb so groß ist wie die vorherigen Behälter kommt das Objekt unter dem Mikroskop auch öfter an der Linse vorbei. Hier noch ein paar Bilder mit der neuen Box gemacht.



    Bei 1600 facher Vergrößerung ist zwar der Kopf (0,4mm breit) immer noch sehr dunkel, aber etwas besser belichtet als vorher. Es geht bestimmt noch besser. Habe es erst mal nur mit weißem Papier als untergrund probiert.

  • Die Idee mit den 4 Objektträgern beinhaltet das Problen das es zu hoch wird um es unters Mikroskop zu legen und extrem zu vergrößern

    Das hatte ich nicht bedacht...


    Super! Das hat sich wirklich gelohnt! Von unten kann man es nicht beleuchten, oder? Aber ich wüsste auch nicht, ob es etwas bringen würde...

    Es ist schon schwierig, lebende Tiere unter dem Mikroskop zu erwischen. Aber ich bin froh, dass Du sie nicht für ein Bild tötest! :thumbup:

    Für und in der Wissenschaft mag das anders sein. Aber für den Hausgebrauch ist es gut so.

    Wenn ich Insekten näher zu Hause betrachte, sind es nur tote, die ich finde. Ansonsten würde ich es genauso machen wie Du.


    Viele Grüße

    Addi

  • Unverhofft kommt oft...

    Was man sucht findet man nicht immer, aber der Zufall hilft manchmal. So ist mir beim experimentieren mit dem Mikroskop (Licht verbessern, optimieren der Abstände für höchst mögliche Auflösung, alles noch recht wackelig) der Zufall zu Hilfe gekommen. Als ich eine Probe aus meinem Aquarium untersuchen wollte und diese kurz Beiseite gelegt hatte, ist mir ein Tierchen aufgefallen das ich vorher nicht an der Pflanze bemerkt hatte. Es lief am Rand der Pflanze umher. Wie sich herausstellte war es eine Milbe die sich auf dem Objektträger befand. Prima, ich wollte immer schon mal eine genauer ansehen. Gleich mit verschiedenen einstellungen getestet. Sie tat mir den Gefallen und blieb immer auf den Objektträger und lief um die Pflanze herum.

    Hier die größen bestimmung - ca. 3/10 mm


    Die eingestellte maximale vergrößerung gewählt und zuerst mit der orginal Mikroskop beleuchtung getestet. Bei diesem Abstand deckt die Linsenhalterung die fest eingebauten Led's zum Teil ab.


    Wie bei meinen bisherigen Aufnahmen recht dunkel geworden. Jetzt mit meiner neuen belichtung.






    Die schärfe lässt zu wünschen übrig, auch wegen feineinstellungs schwierigkeiten meinerseits. Aber bei diesen Dimensionen und dann ein fast transparentes (lebendes) Tierchen - damit kann ich erst mal leben. Im aufgenommenen Video (aus dem diese Bilder sind) erkennt man mehr. Das dürfte das Maximum sein was dieses Mikroskop kann.

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