Mein täglicher Spaziergang 2022: 9. - 15. Mai

  • Liebe Susanne,

    die Marmorierte Schnecke ist wahrlich eine Schönheit! Und wie bekommt man bitte ein so scharfes Foto vom singenden Schwarzkehlchen zu Stande?

    Was deine Statistik angeht, hast du sehr schöne Funde in Südfrankreich gemacht. So viel Ausdauer muss man erstmal haben. Glückwunsch!

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,

    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.

    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Liebe Silke,

    das freut mich besonders, das jemand meine Kamelhalsfliege bemerkenswert findet!

    Ja, zu Hause ist es auch schön. Es muss wohl sehr viel gegegnet haben, jedenfalls ist alles herrlich grün und blühend.... bloß nicht so viele Schmetterlinge. Und die eigene schnurrende Katze ist auch was Schönes.

    Kürzlich habe ich die Reiseveranstalter getroffen - ab Juni gehen die Fahrten an den Strand los, und wieder schnorcheln.

  • Kasimir

    Changed the title of the thread from “Mein täglicher Spaziergang 2022: 2. - 8. Mai (Rückreise Ende & Antequera)” to “Mein täglicher Spaziergang 2022: 9. - 15. Mai”.
  • Auch in dieser Woche gab es was zu sehen - und sogar einiges Neues.

    Montag, 9.5.

    Mal wieder eine Nachtrunde. Die Temperatur ist angenehm, ein bisschen windig, aber erstaunlich wenig los. Immerhin, der einzige Nachtfalter ist #Neu4me. Bostra obsoletalis


    Aber die Prädatoren warten. Mauergecko Tarentola mauritanica


    Und eine kleine Gottesanbeterin Ameles picteti - oder nach anderen Quellen Parameles sp. Jedenfalls ein erwachsenes Männchen.


    Dienstag, 10.5.

    Ein Streifzug über die Brachfläche. Wie schon mehrfach gesagt, es gibt kaum Schmetterlinge. Da muss ich doch glatt die Heuschrecke Eyprepocnemis plorans fotografieren.


    Und ein paar bunte Blümchen: Gladiolus italicum


    und eine Lein-Art Linum sp.


    Mittwoch, 11.5.

    Ich bin gefragt worden, ob ich eine Führung in Deutsch zum Torcal machen kann. Na klar, liebend gerne! Die Gäste sind schon von ein paar Gänsegeiern begeistert. Und die Landschaft spricht ja sowieso für sich, auch wenn wir nicht wirklich viel gesehen haben - waren aber auch nur 1,5 Stunden Zeit. Natürlich sind wir nicht die Einzigen und auch die Steinböcke haben sich entweder wegen den Touristen oder den Temperaturen in unzugänglichere Bereiche verzogen.

    Affodil Asphodelus albus blüht in Mengen und ich erzähle in aller Ausführlichkeit über den Bockkäfer Agapanthia asphodeli - den ich dann nicht finde. :cursing: Im letzten Jahr saßen sie an jedem dritten Stengel.


    Die (natürlich endemische) Pfingstrose Paeonia broteri blüht auch.


    Dann schleppe ich die Gruppe auf ein Plateau hoch, von dem man einen fantastischen Blick hat und wo ich weiß, dass es Ammoniten gibt. Die laufen wenigstens nicht weg.

    Die kleine Ragwurz Ophrys tenthredinifera begeistert auch.


    Überhaupt texte ich die Leute einfach zu, aber scheinbar gefällt's. Ich bekomme sogar ein Trinkgeld, wegen meiner "beeindruckenden Kenntnisse". :19:

    Als die Zeit um ist, lasse ich den Bus fahren und wandere gemütlich 2 Stunden runter bis zur Hauptstraße, von wo ich dann trampe. Auf dem Weg bin ich ganz alleine und hoffe auf ein paar besondere Begegnungen.

    Dasyscolia ciliata ist der einzige Bestäuber der Spiegelragwurz Ophrys speculum. Hier allerdings auch an Asphodeles.


    Den Bläuling Glaucopsyche melanops kann ich auch entdecken.


    Vor mir hüpfen einige Vögelchen. Viele unscharfe Fotos später gelingt mir dann doch ein ganz gutes von der Zippammer Emberiza cia.


    Donnerstag, 12.5.

    Wieder eine Nachtrunde, wieder nicht viel los. Die Erdwanze Macrosyctus brunneus ist #Neu4me.


    Freitag, 13.5.

    Auch mein "Hauptjagdgebiet" ist schön grün und bunt. Den Blick habe ich, glaube ich, schon häufiger gezeigt, aber noch nie so grün. Die Bäumchen am linken Abhang sind übrigens tatsächlich Zürgelbäume.


    Den Nachtfalter Heliothis peltigera hätte ich eigentlich erkennen sollen.


    Paarungsabwehr bei Rauchschwalben Hirundo rustica


    An Schmetterlingen sieht man hauptsächlich Kohlweißlinge. Manchmal gibt es auch was anderes, wie dieses Schachbrett Melanargia ines - die schönste unserer drei Melanargia-Arten, wie ich finde.


    Die hübsche Weichwanze Calocoris roseomaculatus ist #Neu4me


    Samstag, 14.5.

    Ich sagte ja, ich wollte mal schauen, wie es den Flamingos in Fuente de Piedra geht. Überhaupt, meine Vogelliste, die ja in diesem Jahr noch kein Wassergeflügel verzeichnet hat, wurde um einiges erweitert. Da könnte man eigentlich einen eigenen Beitrag schreiben, aber ich bin zu faul und mache es wie Uwe 58 und zeige euch die Tour mit komoot.

    Als ich am Vormittag an den Beobachtungshütten war, waren drinnen mehr Touristen als draußen Flamingos. Deshalb bin ich erstmal draußen rumgewandert, hier gab es immerhin ein paar Schmetterlinge. Man muss wirklich JEDEN Weißling anschauen, zwischen vielen Großen Kohlweißlingen gab es auch Aporia crataegi  #Neu4me und Euchloe crameri und E. belemia.

    Direkt an der Zufahrt zur Lagune gibt es einen kleinen Tümpel, der jetzt auch schön viel Wasser hatte. Da kann man Flamingos, Stelzenläufer und Säbelschnäbler aus der Nähe sehen. Auf meinem Rückweg gegen 16 h, machte ich dort nochmal Halt. Da habe ich z.B. das "Kaffeekränzchen der Flamingos" fotografiert. Am Rand standen ein paar blasse Enten, die ich erstmal nicht erkannt habe.


    So nett wie ich es finde zuzuschauen, wenn sich Vögel putzen, so ungern mache ich davon Fotos. Da sieht man dann nur ein Federknäuel ohne Kopf. Ich habe also geduldig gewartet, bis sie fertig waren.


    Dass die Tiere beringt waren, ist mir auch erst am Computer aufgefallen, genauso wie die Tatsache, dass es keine Schnatterenten sind, sondern Marmelenten Marmaronetta angustirostris! #Neu4me


    Die Enten sind über ein goßes Gebiet verbreitet, aber allgemein selten, in Spanien vom Aussterben bedroht. Ich habe mich mal ein bisschen informiert und gelesen, dass es ein Auswilderungsprogramm gibt, bei dem im letzten Jahr 740 in Gefangenschaft gezüchtete Individuen in Spanien (Andalusien und Valencia) ausgesetzt wurden, davon 16 in Fuente de Piedra. Wahrscheinlich sind die beiden davon. Ein besonderer Neuzugang für meine Lifelist! :71:


    Sonntag, 15.5.

    In Fuente de Piedra habe ich Libellen fliegen sehen, natürlich nur weit weg. Also dachte ich, ich schaue mal am Industriegebiet, wo man im Bach waten kann, was hier so fliegt.


    NIX! Keine einzige Libelle, aber ein paar Schmetterlinge.

    Euchloe belemia, eigentlich ist das auch eher eine Frühjahrsart. Mittlerweile ist das Frühjahr vorbei und es ist heiß geworden.


    Coenonympha pamphilus


    Über den Bach hat die Spinne Larinioides sclopetarius ihr Netz gebaut.


    An einem Stein hüpft eine kleine Springspinne Heliophanus sp.


    Vogelgezwitscher ist auch zu hören und diesen Girlitz Serinus serinus sehe ich sogar.


    Bei diesen Käfern wusste ich immerhin noch (vom letzten Jahr), dass sie nicht die Chrysomelidae Exosoma lusitanicum sind, sondern sie zu den Meloidae gehören. Den Namen Zonitis immaculata musste ich nachschauen.


    Schließlich habe ich noch eine Ameise gesehen, die eine Raupe wegschleppte. Irgendwie sieht sie ja aus wie ein Parasitoid, aber das kommt bei Ameisen wohl nicht vor. Mittlerweile ist sie mir als Cataglyphis sp. bestimmt worden.


    Ich kann mich einfach nicht sattsehen an dem Blütenmeer, obwohl natürlich Blütenmeer mit Insektenschwemme noch geiler wäre.


    Das war mal wieder eine ereignisreiche Woche.

  • Sicher ist es schön, wieder alte und neue Pfade in der Heimat zu bewandern...! :)

    Gratulation zu den Marmelenten!

    Die Heuschrecke, Eyprepocnemis plorans, hat ein irres Muster; vor allem auch die Augen!

    Ist Trampen bei Euch nicht (so) gefährlich? Vor gut 35 Jahren habe ich ab und an jemanden mitgenommen (ich konnte dann ja auswählen und auf meinen Instinkt vertrauen (hoffen...)), aber wenn man wo einsteigt...

    Wie ich sehe, gibt es dieses Jahr auch bei Euch viele Pflanzenläuse!

    Der Ölkäfer sieht ja interessant aus! Langer, rundlicher Körper und ein so kleiner Kopf! Er kann bis zu 7 cm lang werden, wie ich gerade las. Ich glaube, da würde ich mich erschrecken, wenn der plötzlich und unerwartet auftauchen würde...


    Viele Grüße

    Addi

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