Mein täglicher Spaziergang 2022: 21. - 27. November

  • Liebe Susanne,


    ich finde, deine Bucht in Cadiz steht dem Meldorfer Speicherkoog in nichts nach. Eine wahnsinnig vielfältige Bilderpracht, die du uns zeigst. Bei den beiden Rätsellimikolen kann ich dir nur sehr bedingt helfen, die Bilder sind zu klein und die Tiere zu weit weg. Das vordere Tier ist ein Calidris, also ein Strandläufer. Hinten bin ich unsicher. Hast du noch mehr Bilder von den 2?

    Richtig cool finde ich den Marienkäfer inmitten seiner Beute.

    Als ich das Blässhuhn gesehen habe, musste ich mich mal schlau machen. Hast du gewusst, dass genau in dieser Ecke (in Cadiz noch eher als in Sevilla) auch das andere europäische Blässhuhn gibt? Das Kammblässhuhn kommt in ganz Europa nur dort vor. Du musst wohl nochmal hin. ;) Es gibt aus beiden Städten sogar Meldungen auf Inaturalist. Die Gewässer dort kannst du ja bei deinem nächsten Besuch mal unter die Lupe nehmen, wenn sie auf dem Weg liegen.

    Beste Grüße,
    Stefan


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    Lifelist:
    Vögel:
    - Deutschland: 273, Prachttaucher

    - Welt (2022): 285 (209), Prachttaucher (Strandpieper)

    - (Garten): 116, Grauschnäpper

    Wirbellose: 1.317, Agrochola lota

  • Lieber Stefan,


    Sigurd hatte was von 47 Vogelarten geschrieben - da reiche ich natürlich lange nicht ran. Aber ich will mich auch gar nicht beschweren. :32:

    Das Kammblässhuhn steht natürlich schon lange auf meiner Wunschliste (zusammen mit dem Iberischen Grünspecht, Blauracke, Schwarzstorch, Sandflughuhn, Großtrappe ... und noch so vielem mehr) Wenn man ausreichend Zeit und Geld hätte, könnte man schon nur in Andalusien noch allerhand sehen.

    Ich habe mir auch die Karte vom Kammblässhuhn auf iNat angeschaut - erstaunlich, dass die Koordinaten nicht verdeckt sind. Das ist natürlich vor allem die Doñana-Ecke, aber es gibt sogar eine Beobachtung mitten aus Sevilla, aus dem Parque Alamillo. Mit Halsring - ob die da ausgesetzt wurden? In dem Park war ich auch erst einmal, habe aber die Wasserfläche gar nicht gesehen.

    Im Moment freue ich mich über das Blaue Sumpfhuhn und die anderen unerwarteten Highlights aus diesem Jahr: Korallenmöwe, Marmelente, Alpensegler.

    Liebe Grüße
    Susanne


    "Ach, die Welt ist so geräumig, und der Kopf ist so beschränkt!" (Wilhelm Busch)

  • Liebe Susanne,


    das beringte "Huhn" sieht aber nicht so imposant aus, wie ich finde. Trotzdem ist die Ecke zur Vogelbeobachtung super. In ein Bild vom Kammblässhuhn schummeln sich Moorenten, jetzt werde ich mal über die Gebietseinschränkung gucken, was es dort sonst noch so zu sehen gibt:

    Die Vögel im Alamillo-Park an der Vogelbeobachtungsstation auf Inaturalist gibts hier.

    Ein paar kommen ja doch zusammen und ein paar echte Highlights wie brütende Zwergdommeln und Purpurhühner sind ja dabei.

    Beste Grüße,
    Stefan


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    Lifelist:
    Vögel:
    - Deutschland: 273, Prachttaucher

    - Welt (2022): 285 (209), Prachttaucher (Strandpieper)

    - (Garten): 116, Grauschnäpper

    Wirbellose: 1.317, Agrochola lota

  • Liebe Susanne,

    was für tolle Sichtungen in nur einer Woche!!! Extrem super finde ich den Palmrüssler, dieser Riese ist nicht umsonst dein Highlight des Tages. Sehr schön finde ich aber auch den Sandregenpfeifer, den imposant wirkenden Regenbrachvogel und vor allem das Blaue Sumpfhuhn.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,

    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.

    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Das war eine ereignisreiche Woche - keine Chance alles in einem Beitrag unterzubringen.

    Das ist wirklich eine Woche mit beachtlich vielen und sehr schönen Funden gewesen! :ups:

    Ob die Winkerkrabben, das Blaue Sumpfhuhn oder die Libellenparade, ich bin gleichermaßen erfreut wie beeindruckt.

    Mein Highlight ist allerdings der Palmrüssler mit seiner "Rüsselbürste"! :love:

    Viele Grüße
    Uwe


    "Leben ist nicht genug" sagte der Schmetterling."Sonnenschein,Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu." (Hans Christian Andersen)






  • Kasimir

    Changed the title of the thread from “Mein täglicher Spaziergang 2022: 3. - 9. Oktober (in zwei Teilen)” to “Mein täglicher Spaziergang 2022: 10. - 16. Oktober”.
  • Tja, jetzt habe ich die Highlights wohl "verbraucht". Na ja, ein bisschen was, was mich freute, gab es schon. Aber seht selbst.


    Montag, 10.10.

    Geht euch das auch so: wenn ich vorher so viele tolle Beobachtungen hatte, brauche ich ein bisschen Zeit zum "Verdauen". Aber schließlich heißt es ja "mein täglicher Spaziergang", also habe ich mich abends zu einer Nachtrunde aufgerafft.

    Und es hat sich gelohnt, denn ich wurde mit Gluvia dorsalis belohnt. Die hatte ich ja schon mal unscharf auf der Strasse fotografiert; diese hier war ganz in der Nähe, aber direkt an einem Haus.


    Auf dem Seitenstreifen konnte ich mich auch hinknien und sie am hin- und herrennen hindern. Das vordere "Beinpaar", das wie abgeschnitten aussieht, sind übrigens keine Beine, sondern Pedipalpen, Tastorgane. Sonst käme das ja auch nicht hin mit der Anzahl der Beine; ist ja schließlich ein Spinnentier (wenn auch keine echte Spinne) und kein Krebs.


    Dann gab es auch tatsächlich noch einen Nachtfalter-Neuzugang: Episema glaucina.


    Dienstag, 11.10.

    Am Montag Vormittag hatte es heftig geregnet, also habe ich am Park geschaut, wo es eine große Pfütze gibt, die gern von Vögeln besucht wird.


    Die Pfütze füllt die ganze Breite des Weges aus; alle Leute umgehen sie, indem sie den Hang hochklettern. Ich habe mich weiter oben hingesetzt und hatte allerdings eher den Zaun im Blick, auf dem die Vögel vorher die Lage auskundschaften.

    Zaunammer - Emberiza cirlus


    Buchfink - Fringilla coelebs


    Girlitz - Serinus serinus


    Hier habe ich auch gerade so Girlitze und einen Distelfink beim Trinken beobachtet.


    Es war schon recht dämmrig und doch ziemlich viele Spaziergänger unterwegs.


    Mittwoch 12.10.

    Das gleiche wie am Tag vorher wollte ich nochmal probieren und bin auch vorher durch den Park gegangen.


    Mit dem Regen war es leider wieder vorbei, ausser ein paar "Absichtserklärungen" von dicken Wolken war nix los.

    Im Rosmarin sitzt der gleichnamige Käfer Chysolina americana. Die metallisch glänzenden Elytren scharf zu kriegen ist immer eine Herausforderung.


    Auf der Unterseite eines hölzernen Geländers saß eine Zikade Cicada barbara. Ich habe das Foto zum besseren Erkennen gedreht.


    Die Pfütze ausserhalb des Parks aus einer anderen Perspektive.


    Diesmal mit Distelfink Carduelis carduelis,...


    ...Trauerschnäpper Ficedula hypoleuca...


    ...und Mönchsgrasmücken-Pärchen Sylvia atricapilla.


    Das hat mich gewundert, Männchen und Weibchen zusammen zu sehen. Ich hatte angenommen, dass alle kleinen Singvögel nur zum Brüten zusammen sind und keine lebenslange "Ehe" eingehen. Stimmt scheinbar nicht. Weiß jemand Genaueres?


    Donnerstag, 13.10.

    An meinem normalen Jagdgebiet sehe ich eine Baby-Eidechse Psammodromus algirus.


    Wie man die Rüssler der Gattung Coniocleonus bestimmt, weiß ich nicht. Hübsch sind sie trotzdem.


    Freitag, 14.10.

    Im Pinienwald war nichts zu finden, aber auf dem Weg dahin, kam ich an einer "Wiese" vorbei, auf der im Sommer ein Pferd geweidet hat. Jetzt blühten noch einige Stauden von Dittrichia viscosa, die Falter anzogen. Utetheisa pulchella mengenweise - nach 6 habe ich aufgehört zu zählen, aber es waren leicht doppelt so viele.

    Ich habe eine kleine Collage mit den Blütenbesuchern gebastelt. Ausserdem sind zu sehen: Pieris brassicae, Lampides boeticus, Vanessa cardui, Pontia daplidice.


    Samstag, 15.10.

    Da in dieser Woche keine Reise anstand, habe ich mal wieder eine lange Spazierrunde gemacht: Zum Hotel Convento de la Magdalena und dann durch den Golfplatz zurück.


    Der Weg am Hang entlang ist zu römischen Zeiten angelegt worden um das Wasser von Magdalena zur Stadt zu leiten.

    Unterwegs gibt es schöne Ausblicke. Blick zurück auf Antequera mit dem Weg an der rechten Seite.


    Am Wegesrand blühten Krokusse Crocus serotinus.


    Ich wusste noch, dass die Unterscheidung von Krokus zu Herbstzeitlose am Griffel und den Staubblättern liegt. (Die Herbstzeitlose hat drei getrennte Griffel und sechs Staubblätter)


    Das *****Sterne-Hotel ist in einem ehemaligen Kloster aus dem 16. Jahrhundert.


    Die Deckengemälde im Eingang und Kreuzgang sind größtenteils renoviert.


    Die Teiche am Golfplatz waren fast trocken und kaum Libellen zu sehen. Schon ein bisschen enttäuschend.


    Auf dem Rückweg posierte mal wieder ein Schwarzkehlchen Saxicola rubicola für mich.


    Und schon wieder in bewohntem Gebiet habe ich als Highlight des Tages einen Schwalbenschwanz an einer Bougainvillea im Vorgarten gesehen. Immerhin der erste in diesem Jahr.


    Dürftige Ausbeute für 15 km. :46:


    Sonntag, 16.10.

    Nachtrunde bei Wind und ganz leichtem Sprühregen - aber den Faltern scheint's zu gefallen. Endlich mal wieder Eulen!


    Beautiful Gothic Leucochlaena oditis


    Auch das ist Episema glaucina (siehe auch Montag). Den habe ich nicht erkannt.


    Ein Neuzugang (das "Neu-für-mich-Smiley" gibt es nicht mehr!): Pseudenargia ulicis


    Na ja, es kann nicht jede Woche Highlights hageln! :94:

    Liebe Grüße
    Susanne


    "Ach, die Welt ist so geräumig, und der Kopf ist so beschränkt!" (Wilhelm Busch)

    Edited once, last by Kasimir: falsch geklickt, bin noch lange nicht fertig :-( ().

  • Na ja, es kann nicht jede Woche Highlights hageln!

    Das mag wohl sein, aber das was du in der vergangenen Woche alles entdeckt hast, finde ich schon sehr beachtlich. :thumbup::thumbup::thumbup:


    Nachtrunde bei Wind und ganz leichtem Sprühregen - aber den Faltern scheint's zu gefallen. Endlich mal wieder Eulen!

    Wunderbar, endlich wieder Nachtfalter! :97:

    Ich habe auch schon mehrfach feststellen können, daß leichter Regen ihre Aktivität fördert, warum auch immer.

    Dann gab es auch tatsächlich noch einen Nachtfalter-Neuzugang: Episema glaucina.


    Auch das ist Episema glaucina (siehe auch Montag). Den habe ich nicht erkannt.

    Das wäre mir wohl auch so gegangen, die Graslilieneule ist sehr variabel. :eek:

    Episema glaucina - LepiWiki

    Viele Grüße
    Uwe


    "Leben ist nicht genug" sagte der Schmetterling."Sonnenschein,Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu." (Hans Christian Andersen)






  • Ich schreibe mal der Einfachheit halber dazwischen. In Rot. :) ;)


    Und, wie immer und weil im Bericht selber ja nur einer Platz hat, hier alle anderen Bewertungen: :love::ups::15::heart:


    Liebe Grüße

    Klaas

  • Liebe Susanne,

    also, ich finde deine letzte Woche - wie immer - hinreichend spannend. Walzenspinnen sieht man schließlich auch nicht alle Tage. Ganz prima ist auch das Foto vom Schwarzkehlchen geworden. Und wieder dabei und immer wieder für mich ein Seh-Highlicht ist die Schöne Ute! Deine Eulenfalter haben es mir angetan, Episema glaucina ist sowas von variabel, wenn man sich das im Lepiforum anschaut, da ist das Erkennen und Wiedererkennen eine echte Herausforderung. Leucochlaenia oditis ist auch eine ganz wunderschöne Art. Immerwieder schön anzusehen ist der Rosmarien-Blattkäfer, und den Rüsselkäfer hast du prachtvoll scharf hinbekommen.

    Und der Neu-für-mich-Smiley funktioniert auch wieder.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,

    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.

    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Kasimir

    Changed the title of the thread from “Mein täglicher Spaziergang 2022: 10. - 16. Oktober” to “Mein täglicher Spaziergang 2022: 17. - 23. Oktober”.
  • Liebe/r Sabine Flechtmann , Klaas Reißmann , Moosfreund , ich habe mich ja noch gar nicht für eure Kommentare bedankt und geantwortet. :29:

    Wie schön, dass ihr immer noch gefallen an meinen Spaziergängen habt. :98.

    Zur Walzenspinne: ich bin ehrlich gesagt gar nicht auf die Idee gekommen, dass sie beißen könnte. Ich wusste nur, sie sind nicht giftig. Und wenn ich meinen Finger hinhalte, wird das sowieso (hoffentlich) als Substrat wahrgenommen und nicht als Feind oder Beute. Klaas Reißmann : gibt es die auch in Frankreich oder woher kennst du die?

    Liebe Grüße
    Susanne


    "Ach, die Welt ist so geräumig, und der Kopf ist so beschränkt!" (Wilhelm Busch)

  • Jetzt ist die vergangene Woche dran. Immer noch kein Regen.


    Montag, 17.10.

    Ich fotografiere ja nicht so gerne Ameisen, das ist immer so ein Gewusele, dass ich Schwierigkeiten mit dem Fokussieren habe. Und dann sind sie auch häufig nicht bestimmbar. Diese hier schleppte einen riesigen Samen und war etwas langsamer, scharf ist sie trotzdem nicht. Sie wurde mir sogar als Messor barbarus bestimmt.



    Dienstag, 18.10.

    Nachtrunde

    Spodoptera cilium ist #Neu4me


    Wie jedes Mal bin ich auch diesmal wieder auf die "falschen Falter" reingefallen. :79:

    Da gibt es die ziemlich variable "Farbabplatzer-Eule" und fast genauso häufig den "Postereck-Spanner".


    Dann sah ich an einer Hauswand tatsächlich noch etwas ungewöhnlicheres: eine Raupe vom Schwalbenschwanz Papilio machaon.


    Mittwoch, 19.10.

    Noch eine Nachtrunde.

    Die Raupe hat sich verpuppt!


    Perigune convergata hatte Batia auch gesehen.


    Bei diesem kleinen Wickler handelt es sich wohl um Phtheochroa ecballiella. Nur am Genital zu unterscheiden von Phtheochroa rugosa, aber es hat mir jemand gesagt, alle, die er in Andalusien untersucht hat, waren diese Art. Die Nahrungspflanze Spritzgurke gibt es hier zu Genüge.


    Donnerstag, 20.10.

    Schon wieder eine bestimmte Ameise. Vielleicht kriege ich irgendwann doch den Dreh. :21: Diesmal ist es Camponotus barbaricus.


    Bei der Gebirgsstelze Motacilla cinerea hat mich die orange Brust irritiert. Aber es kommt ja nichts anderes in Frage.


    Und ein "Hörnchenkäfer" - allerdings ein Weibchen ohne Hörnchen von Phyllognathus excavatus. (Ich wollte mir mal eine Übersicht über Hörnchenkäfer basteln - da gibt es ja doch eine ganze Menge.)


    Freitag, 21.10.

    Ich musste zum jährlichen Mammographie-Check ins Krankenhaus. Da in der Nähe ist das Aquädukt, zu dem ich öfter in einer großen Runde laufe. Also bin ich mit einem früheren Bus zum Krankenhaus gefahren und da ein bisschen rumgelaufen. Auf den Früchten (Schoten?) von Oleander saßen Wanzen. Ich wollte schon schreiben: das erste Mal, dass ich überhaupt ein Viech auf Oleander sehe, das ist aber nicht ganz richtig, denn es gibt ja die gelbe Blattlaus Aphis nerii. Die Bestimmung war einfach, denn schon die Stichworte "Wanze" und "Oleander" brachten mich zur wiki-Seite von Caenocoris nerii. Also auch wieder ein Spezialist, der mit dem Gift klarkommt. #Neu4me Jetzt fehlt nur noch der Oleanderschwärmer Daphnis nerii.



    Extra für Batia den "anderen", den Kleinen Wanderbläuling Leptotes pirithous. Im Gegensatz zum Großen hat die Flügelunterseite keinen weißen Streifen und das Muster sieht eher "wolkig" aus.


    Auf dem Rückweg sah ich dieses Blatt-Gespinst.


    Und wo ein Gespinst, da auch eine Spinne? Tatsächlich, in der Mitte sitzt was! Die Opuntienspinne Cyrtophora citricola auf ihrem Eikokon.

    Ein uriges Viech und ein Freufund, denn ich habe sie erst einmal gesehen, 2015.


    Samstag, 22.10.

    Im Park, es ist bedeckt und windig, das einzige, was sich finden lässt, ist mal wieder ein Rosmarinkäfer Chrysolina americana.


    Sonntag, 23.10.

    Mit der Reisegruppe nach Jaén. Da war ich noch nie und war entsprechend gespannt.

    Schon kurz nach dem Aussteigen sah ich an einer Hauswand diesen Falter. Das fängt ja gut an! Dass ich ihn schon letzten Jahr gesehen hatte, war mir nicht mehr bewusst, dabei ist er so bunt. Das kommt davon, dass ich letztes Jahr kein Neues-Viecher-Buch gemacht habe. Spoladea recurvalis ist mittlerweile weltweit in wärmeren Gebieten verbreitet.


    In einem Park gab es diese Taube, bei der ich erst etwas gerätselt habe. Es ist aber einfach eine juvenile Ringeltaube Columba palumbus, die noch keinen weißen Halsring hat.


    Die Wasserfläche, die in meiner Karte eingezeichnet war, hatte kein Wasser. Ansonsten gab es im Park auch mehr Leute als Viecher. Also doch auf den Berg zum Castillo.



    Auf dem Weg dahin kam ich durch einen "slum"-Vorort. Müll auf den Strassen und rumlungernde Leute. Dann stellte sich mir eine Frau in den Weg und verlangte eine Zigarette. Immerhin ist nichts weiter passiert, als ich sagte ich rauche nicht. Das hat mir die Stimmung aber ziemlich verdorben und ich bin wieder umgedreht. Sowas ist mir in Spanien noch nie passiert.

    Diese Pflanze ist aus der Gattung Arisarum. In Frage kommen A. simorrhinum und A. vulgare, wie man sie unterscheidet, weiß ich noch nicht.


    Weitere Grünflächen abgeklappert. Es fliegen immer noch die winzigen Bläulinge Zizeeria knysna - hatte ich auch in Sevilla gesehen. Diesmal mit offenen Flügeln.


    In nächsten Park gab es ein eingezäuntes - und abgeschlossenes - Hunde-Spielgelände. Da sah ich was hüpfen, beim Näherkommen stellte es sich als Eichhörnchen heraus. Es vergrub eine Nuss, dann stapfte es den Bereich mit den Vorderfüßen fest. Der Hundesandplatz eignete sich natürlich besonders gut zum vergraben, ausserdem wurde es da nicht gestört.

    Und was nun?


    Ich bin der Größte!


    In dem Spielplatz stand auch ein Baum am Zaun. Rauf auf den Baum...


    ..., von da auf den nächsten und über den Weg, auf dem ich stand. Auf der anderen Wegseite war tatsächlich ein Walnußbaum (war mir vorher nicht aufgefallen). Dann sah ich es nur rascheln im Laub - da hatte das Hörnchen schon die nächste Nuss gefunden und von der äußeren grünen Schale befreit.



    Und das Spiel ging wieder von vorne los. :99: Drei oder vier solcher Nuss-Sammeltouren habe ich beobachtet.


    Da ich immer noch Zeit hatte, bin ich ins Stadtzentrum gegangen um die Kathedrale anzuschauen. Aber Schlange stehen um reinzugehen, wollte ich doch nicht. Statt dessen habe ich geschaut, was so drumrum fliegt.


    ein ganzer Schwarm Dohlen Corvus monedula!


    Auf dem Rückweg zum Busparkplatz bin ich durch eine weitere Grünfläche geschlendert. Die trinkende Ringeltaube war eindeutig zu erkennen.


    Fazit: jetzt war ich auch mal in Jaén. Kann ich als abgehakt betrachten, aber ich konnte neue Beobachtungspunkte auf meine iNat-Karte machen. Und Eichhörnchen und Dohlen habe ich in diesem Jahr auch noch nicht gesehen.

    Liebe Grüße
    Susanne


    "Ach, die Welt ist so geräumig, und der Kopf ist so beschränkt!" (Wilhelm Busch)

    Edited once, last by Kasimir ().

  • Wie schön, dass ihr immer noch gefallen an meinen Spaziergängen habt.

    Auf jeden Fall! Ich bin immer ganz gespannt.

    Dieser Spaziergang wäre auch etwas für mich gewesen... - bis auf die Frau und die ganzen komischen Typen. Zum Glück ist nichts passiert!


    Das erste Ameisenbild hast Du aus einer sehr interessanten Perspektive erwischt. So eines ist mir noch nie gelungen! Die anderen Ameisen gefallen mir natürlich auch sehr!

    Da gibt es die ziemlich variable "Farbabplatzer-Eule" und fast genauso häufig den "Postereck-Spanner".

    Herrlich! :79:


    Klasse, denn Schwalbenschwanz von der Raupe bis zur Puppe gesehen zu haben! Wer weiß, vielleicht bist Du ja zum Schlupf auch dabei...Allerdings wird der wohl mehr am Tag stattfinden, oder?

    Schöne Wanzen! Ich wusste gar nicht, dass Oleander giftig ist. Aber für die Wanzen dürfte es ein guter Schutz sein, um nicht gefressen zu werden - könnte ich mir jedenfalls vorstellen.

    Das Eichhörnchen - einfach nur :45:


    Viele Grüße

    Addi

    "In den kleinsten Dingen

    zeigt die Natur

    ihre größten Wunder."


    Carl von Linné (1707 - 1778)

  • Liebe Susanne,

    da hast du wieder eine spannende und fundreiche Woche hingelegt. Dieses Ereignis im Slum hört sich ziemlich unangenehm an, ich hätte mich da vermutlich gar nicht erst hingetraut.

    Die Pflanze sieht sehr interessant aus, muss wohl eine Kannenpflanze sein?

    Wunderschön ist der Wickler Phtheochroa ecballiella, von dem gibt es im Lepiforum nur eine Abbildung, der ist allerdings etwas bunter als dein Exemplar. Das Weibchen ohne Hörnchen von Phyllognathus excavatus hast du prachtvoll aufs Bild bekommen. Sehr schön auch Spoladea recurvalis, die kommt inzwischen auch in Deutschland vor.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,

    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.

    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Liebe Sabine,

    danke, dass du mich dazu gebracht hast, etwas mehr Infos über die Pflanze zu suchen. Sie gehört zu den Aronstabgewächsen. So bin ich bei wikipedia gelandet und habe schon anhand des Bildes gedacht: dann ist meine nicht A. vulgare, sondern die andere. Lese weiter, dass in Südspanien sowieso A. simorrhinum vokommt (oder als Unterart). Gebongt!

    Ja, bei ordentlich Licht macht die Olympus gute Fotos. :32: Bei den Nachtfotos ist das leider meist nicht der Fall.

    Liebe Grüße
    Susanne


    "Ach, die Welt ist so geräumig, und der Kopf ist so beschränkt!" (Wilhelm Busch)

  • Liebe Susanne,

    wenn ich mir das grüne Blatt der Pflanze ansehe, hätte ich schon auf Aronstabgewächse kommen können. Um den Blütenkolben aufnehmen zu können, hättest du wohl einmal um die Pflanze herum gehen müssen. Vielleicht triffst du sie ja mal wieder an.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,

    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.

    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

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