Kometen & Galaxien eine Reise ins All

  • am 11.11.2021, statt Karneval eine Nacht auf der Sternwarte. Das Wetter war trotz vorhergesagtem Nebel klar & kalt. Dafür die Rückfahrt am frühen Morgen in Nebel & Frost.


    Nach Sonnenuntergang Mond und Planetenparade am Südwesthimmel.

    Dicht über dem Mond Jupiter, rechts über dem Baumwipfel der helle Punkt Saturn und ganz rechts im Bild die Venus. Zu sehen wären auch noch im Osten Uranus, im Südosten Neptun und westlich des Saturn der Zwergplanet Pluto. Die sind aber für diese Aufnahme zu lichtschwach.


    Der Kontrollraum der Telskope wärend einer Aufnahme. Links die Kamerasteuercomputer, darüber der Hauptbildschirm mit Aufsuchkarte und ganz rechts mein Mitstreiter bei der Einstellung

    neuer Koordinaten am Steuerrechner der Fernrohre.


    Die ersten Objekte waren 3 Kometen, die wir zu dem Zeitpunkt am Himmel fotografieren konnten (alle zu schwach fürs Auge oder Feldstecher).

    Heavens above

    Auf dieser Seite findet sich eine Tabelle mit den zur Zeit sichtbaren (meist nur fotografisch oder mit Fernrohr) Kometen. Klickt man dort auf einen Eintrag bekommt man eine Aufsuchhilfe gezeigt. Auf der Seite finden sich so gut wie alle aktuell sichtbaren Objekte am Himmel.


    Und jetzt die Bilder, alle mit dem 8 Zoll Astrographen und Canon DSLR. Beschreibung auf den Bildern.

    der schwächste Komet 29P


    kaum heller Komet C2019 L3


    und der hellste an diesem Abend Komet 67P


    und dann ein paar Galaxien von relativ nahe bis weit entfernt.

    Messier 33 im Sternbild Triangulum. Knapp 3 Millionen Lichtjahre entfernt. Sie ist nach dem Andromedanebel die zweithellste Galaxis am nördlichen Sternhimmel. Es braucht aber mindestens einen Feldstecher um sie zu sehen.


    NGC 891 im Sternbild Andromeda Ca 30 Millionen Lichtjahre entfernt. Hier blicken wir nicht auf die Galaxis (wie bei M 33) sondern von der Seite.

    Einnmal mit dem 8" Astrographen (entsprechend einem guten Amateurfernrohr)


    und dann mit dem 1 Meter Spiegel


    Der Galaxienhaufen um Perseus A (NGC 1275). Auf dem Bild finden sich bei genauer Suche über 100 Galaxien, bei längere Belichtung über 400.

    Perseus A ist die Bezeichnung für ein Schwarzes Loch in der Galaxis NGC 1275. Sie ist rund 240 Millionen Lichtjahre entfernt.

    Hier im 8" Astrographen


    und mit dem 1-Meter Spiegel. Die meisten Objekte auf dem Bild sind Galaxien.


    Noch etwas weiter weg (ca 300 Millionen Lichtjahre) eine Galaxiengruppe. Stephans Quintett. Zuerst dachte man alle hellen Galaxien gehörten physikalisch zu der Gruppe.

    Doch die größere leicht bläuliche Galaxis (NGC 7320) unten auf dem Bild gehört nicht dazu. Sie ist wesentlich näher (35 Millionen Lichtjahre). Die runde Galaxis links im Bild gehört auch zu der Gruppe und somit ist es immer noch ein Quintett.


    Dirk

  • Hallo Dirk,

    was für unglaubliche Aufnahmen! :18:

    Sehr schön ist auch der Einblick,welche Technik dazu benötigt wird.

    und dann mit dem 1 Meter Spiegel

    Dieses Foto ist der absolute Hammer!

    Man könnte meinen,NGC 891 wäre nicht weiter weg wie der Mond! Schnell mal mit der Rakete hinfliegen,geschwind ein Bierchen trinken und dann wieder zurück zur Erde.Aber bei einer Entfernung von 30 Millionen Lichtjahren wird die Rakete wohl doch etwas länger benötigen,vom Rückweg mal ganz abgesehen :24:

    Vielen Dank,daß du uns immer wieder an deinen Ausflügen ins All teilnehmen läßt! :98.

    Viele Grüße
    Uwe


    "Leben ist nicht genug" sagte der Schmetterling."Sonnenschein,Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu." (Hans Christian Andersen)






  • Danke für die Einblicke ins Universum! Ganz klasse! :thumbup:

    Wie lange seid Ihr bei Euren Beobachtungen dort, vorausgesetzt das Wetter spielt mit. Vom Dunkelwerden bis zum Sonnenaufgang?


    Viele Grüße

    Addi

  • Wie lange seid Ihr bei Euren Beobachtungen dort, vorausgesetzt das Wetter spielt mit. Vom Dunkelwerden bis zum Sonnenaufgang?

    Je nach Beobachtungsobjekt und Jahreszeit. Start ist immer vor der Dämmerung. Da die Sternwarte von einem Verein betrieben wird, gibt es keinen Regelbetrieb bis auf Dienstags. Da findet das regelmäßige Vereinstreffen statt (entweder vor Ort aber gleichzeitig auch online (ZOOM)).

    Bei klarem Wetter wird dann auch beobachtet.

    Vereinstreffen :: Hoher-List.de
    Die AVV Mitglieder treffen sich regelmäßig jeden Dienstag ab 19 Uhr, um gemeinsam Beobachtungen durchzuführen, soweit das Wetter es erlaubt. Aber auch bei…
    www.hoher-list.de


    Beobachtungen außerhalb des Vereinstreffens sprechen wir untereinander ab. Es muß immer ein Mitglied mit Schlüssel zum Observatorium und ein Mitglied

    mit Kenntnis der technischen Steuerung der Fernrohre dabei sein. Ich treffe mich meist mit einem Freund (Berufsastronom).

    Vor der Dunkelheit muß die komplette Steuerung der Fernrohre gestartet und geprüft werden. Wir bringen die Kameras an (Ausrichten, Scharfstellen - eine Wissenschaft für sich). Steuerrechner und Server müssen gestartet werden und dann ist es meist schon dunkel.

    Wir beobachten (fotografieren) bis gegen 2:00 Uhr morgens. Da ich noch eine weite Heimreise habe (130 km) und keine Lust habe in den morgendlichen Kölner Berufsverkehr zu geraten fahre ich auch selten viel später zurück.


    Viele Grüße


    Dirk

  • Lieber Dirk,

    danke für diese erneute Mitnahme ins faszinierende All. Ist schon irre, dass man die Sterne mit Technik so nah heranholen kann, das finde ich immer wieder schwerstgradig beeindruckend.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,

    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.

    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!