Ausflug nach Málaga (30.12.)

  • Liebe Susanne,

    Wenn du im Phonogramm auf "life stage" klickt,

    danke für den Hinweis. Mir wird das in Deutsch angezeigt, da entspricht "life stage" der "Entwicklungsstufe". Und dann sieht man auch, dass die Raupen häufiger als die Imagines gefunden werden.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,

    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.

    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Wenn du im Phonogramm auf "life stage" klickt, siehst du die Beobachtungen aufgeteilt nach Larve, Puppe und Imago. Der große Peak im Frühjahr sind die Raupen, nur der kleine Buckel im November sind die Adulten. Die sind offensichtlich nicht so leicht zu finden wie z.B. Cymbalophora pudica.

    In der Regel sind die dann auch in Menge da, aber die Methodik stimmt (noch) nicht, um sie zu finden. Meine Empfehlung an einen Lepidopterologen wäre jetzt Lichtfalle und Köder. Und möglicherweise wirst Du feststellen, dass der Falter nur bei ganz bestimmten Wetterbedingungen fliegt. Ein (verstorbener) Kollege hatte mir in den 1990ern von einer der Wintereulen berichtet, die in der Roten Liste auf "1" stand, weil keines der Entwicklungsstadien häufig gefunden wurde. Es gab immer nur Einzelfunde von Faltern, die hier und da im Winter am Leuchtturm erschienen sind. Und von den Falterleuten leuchten etliche im Winter, aber keiner fand das Tier.


    Kollege Zufall kam zur Hilde (edit: "Hilde" ist gut... :79: ..., sollte "Hilfe" heißen). Der besagte Kollege ist im Winter leuchten gegangen. Es war nichts auffälliges am Turm, nur die üblichen Eulen und Spanner. Nach einiger Zeit fing es an zu regnen. Nur ganz leicht, also Sprühregen oder Nieselregen (wie auch immer man das bezeichnen möchte). Üblicherweise ist das der Punkt, wo der Leuchtturm abgebaut wird, weil das Netz durch das Regenwasser zu schwer wird und reißen kann. Wäre dann ein teurer Spaß. Es regnete aber nur sehr leicht, so dass der Kollege sich sagte, dass er den Turm so lange stehen lässt, wie der Regen nicht nennenswert stärker wird. Das war sein Glück. Denn besagte Eule ist ein kleiner "Schlechtwetter-Fetischist. Im Nieselregen tauchte der erste Falter auf, dann noch einer, und noch einer, und noch einer... . Am Ende waren es wohl fast 50 Exemplare.


    Der Kollege wurde an einem der nächsten Abende von einem Falterkollegen angerufen, wie er das gemacht hätte. Dem erklärte er die Situation und bemerkte dann dazu, dass er genau an diesem Abend eigentlich Erfolg haben müsste, da vergleichbares Wetter herrschte. Der andere ging raus und rief ihn mitten in der Nacht aufgeregt an, dass es geklappt hat. Auch er hatte bei Nieselregen etliche Falter der fraglichen Art am Leuchtturm. Leider weiß ich nicht mehr, welche Falterart das war. Ich meine eine Agriotes, aber das kann auch falsch sein.


    Wie auch immer. Mach mal die Ködernummer und schau bei unterschiedlichen Wetterlagen nach, was sich am Köder tut. ;)


    Liebe Grüße

    Klaas

  • Kasimir

    Changed the title of the thread from “Ausflug zur Lagune von Fuente de Piedra (27.11.)” to “Sonntagsausflug nach Sevilla und Osuna (12.12.21)”.
  • Hallo, liebe Leute,

    jetzt wird es Zeit, dass ich euch von meinem letzten Ausflug mit der Reisegruppe für dieses Jahr berichte. Diesmal ging es nach Sevilla und Osuna. Darauf hatte ich mich besonders gefreut, denn ich habe ja mal in Sevilla gewohnt und manchmal noch ein bisschen Heimweh. Ich hatte mich mit einer Freundin verabredet und war mir sicher, dass es nicht schwierig wird ein neues Viech zu finden. Im Parque de María Luísa, einem schönen alten großen Park in der Stadt gibt es Halsbandsittiche (und keine Mönchssittiche wie in Málaga) und ausserdem einen Teich mit verschiedenen Enten.

    Zuerst war ich schon total genervt, als wir auf halber Strecke an einer Autobahnraststätte anhielten um zu frühstücken. Diese Spanier können keine zwei Stunden ohne Essen aushalten!

    Ich bin dann draußen an den Wänden entlang gelaufen und hoffte auf Nachtfalter. Ich habe zwar keine Falter gefunden, aber ein anderes Highlight, das ich am Ende zeige um die Spannung zu erhalten. :twisted: Aber kann man als Tier des Tages einen Fund auf einer Raststätte in der ersten Stunde eines Tagesausflugs nehmen? Ich habe mich noch nicht entschieden.


    Wir hielten am Plaza España, der direkt neben dem Park liegt. Eines der touristischen Highlights der Stadt, konstruiert von Sevillas berühmtesten Architekten Aníbal González für die Ibero-Amerikanische Ausstellung von 1929, ist der Platz ein großes Halbrund voller Keramik (meine andere Leidenschaft). Hier gibt es ein bisschen mehr Infos. Meine Freundin konnte leider nicht wegen Migräneanfall, also bin ich alleine durch den Park gestreift. Das Wetter war fantastisch, es kamen mir Herbstgedichte in den Sinn.





    Vögel gab es allerhand zu sehen:


    Dohle, Zilpzalp, Höckerschwan

    Haussperling, Stockente, Amsel

    Reiherente, Türkentaube, Moschusente



    Und da ich ja mit Wasservögeln nicht verwöhnt bin, ist der Schwan und die Reiherente tatsächlich meine erste Begegnung in diesem Jahr.


    Von einer anderen Begegnung kann man nur indirekt sprechen. Der Park beherbergt nämlich eine der wenigen bekannten Kolonien des Riesenabendseglers Nyctalus lasiopterus. Gesehen habe ich nur die Fledermauskästen. Sie sind extra stabil gebaut, damit die Halsbandsittiche sie nicht kaputtmachen können. Es wurde beobachtet, das die Sittiche die Fledermäuse aus den Baumhöhlen zerren, weil sie die selbst beziehen wollen. Insofern bin ich nicht besonders gut auf sie zu sprechen.



    Hier nun also die Halsbandsittiche Psittacula crameri.



    Ihre Neugier und Behändigkeit zeigt sich an der unteren Bildfolge: es sieht aus als fräße der Wasserspeier den Sittich, aber der flog ihn tatsächlich mehrfach an - was immer er auch da gesucht hat. Der Kollege findet es jedenfalls auch interessant.


    Zum Glück hatte ich nicht meine dicke Winterjacke an, sondern das "Zwiebelsystem", so dass ich eine Schale nach der anderen ausziehen konnte und schließlich im T-Shirt rumgelaufen bin.



    Amphibien gab's auch, aber nur aus Keramik ;)



    Ich bin dann weiter am Fluss Guadalquivir entlang zu "meinem" Stadtviertel Triana auf dem anderen Flussufer gelaufen. Am Fluss lag die Replik der Nao Victoria, dem Schiff mit dem die erste Weltumseglung vollbracht wurde.



    In Triana gibt es darüber eine Gedenktafel.



    "Am 10. August 1519 starteten von diesem Ufer des Guadalquivir, genannt Hafen der Maultiere, die Schiffe Trinidad, San Antonio, Concepción, Santiago und Santa María de la Victoria unter der Führung von Hernando de Magellanes mit der Absicht die Durchfahrt zu finden, die das Nordmeer mit dem Südmeer verbindet. Am 8. September 1522 kam die Santa María de la Victoria, die dieses großartige Unterfangen geführt von Juan Sebastian del Cano gemeistert hat, allein und zerschunden an das gleiche Ufer in den gleichen Hafen zurück, nachdem sie zum ersten Mal eine Weltumseglung geschafft hat.

    Andauernder Ruhm den tapferen Seeleuten, die die wunderbarste Unternehmung der spanischen Rasse krönen!

    Die Stadt Sevilla stellt ihnen diese Marmorplatte auf mit dem Versprechen eines anderen ehrwürdigeren Monuments. 12. Oktober 1919"


    So, genug der Stadtführung. Hier ist mein Fund vom Parkplatz: ein Weibchen von Ceratophyus hoffmannseggi ; das Männchen hat ein großes nach vorne ragende Horn. #Neu4me



    Nachtrag: Ich habe ja geschrieben, wir waren auch in Osuna. Da muss ich ja wenigstens auch ein paar Fotos zeigen. Wir hatten allerdings nur 1,5 Stunden Zeit und es dämmerte auch schon.


    Das Stadtwappen von Osuna hat auch "Viecher".



    Immerhin konnte ich feststellen, dass der dortige Park (wieder) Mönchssittiche hat. Ob die sich ausschließen? Die Art, die zuerst da ist, "übernimmt" die Stadt, aber für eine zweite Sittichart ist keine ökologische Nische mehr da?



  • Lieber Klaas,

    Klaas Reißmann

    besagte Eule ist ein kleiner "Schlechtwetter-Fetischist. Im Nieselregen tauchte der erste Falter auf, dann noch einer, und noch einer, und noch einer... . Am Ende waren es wohl fast 50 Exemplare.


    Der Kollege wurde an einem der nächsten Abende von einem Falterkollegen angerufen, wie er das gemacht hätte. Dem erklärte er die Situation und bemerkte dann dazu, dass er genau an diesem Abend eigentlich Erfolg haben müsste, da vergleichbares Wetter herrschte. Der andere ging raus und rief ihn mitten in der Nacht aufgeregt an, dass es geklappt hat. Auch er hatte bei Nieselregen etliche Falter der fraglichen Art am Leuchtturm. Leider weiß ich nicht mehr, welche Falterart das war. Ich meine eine Agriotes, aber das kann auch falsch sein.

    Darüber hattest du schon mal 2015 geschrieben.

    Hast du mal Armin nach der Eulenart gefragt? Ich würde mir das gern notieren.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,

    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.

    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Liebe Susanne,

    danke für die interessante Stadtführung! Es sieht ja doch so ganz anders als in Norddeutschland aus, und im Süden von Spanien war ich noch nie, nur einmal im Norden in Barcelona und an der Costa Brava (vermutlich Lloret de Mar). Die grünen Sittiche gefallen mir so gut. Aber der Käfer sieht wirklich klasse aus und wirkt ziemlich groß. War der so groß?

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,

    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.

    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Lieber Klaas,

    Klaas Reißmann

    Darüber hattest du schon mal 2015 geschrieben.

    Hast du mal Armin nach der Eulenart gefragt? Ich würde mir das gern notieren.

    Ich weiß, aber es passte gut hier rein. Und ich verweise eher ungerne auf andere Threads, bzw. fehlt mir auch die Lust sie zu suchen. ;)


    Muss ich dran denken, Armin mal zu fragen. Kann aber sehr gut sein, dass das in die Hose geht. Wir haben seit Corona keine Treffen außerhalb des digitalen Bereichs mehr. :( Du müsstest mich also ggfs. immer wieder mal daran erinnern. ;)


    Liebe Grüße

    Klaas

  • 25° - ich kann's kaum glauben... :54: ... und zieh mir hier mal schnell ein paar Wollsocken über...


    Wäre ich in Sevilla, würde ich AUF JEDEN FALL gegen 17 Uhr in die Churros in der Innenstadt essen gehen - ein wahres Highlight! Und vermutlich würde ich mich der von Dir beschriebenen Unart der Spanier schnell anschließen...

  • Kasimir

    Changed the title of the thread from “Sonntagsausflug nach Sevilla und Osuna (12.12.21)” to “Ausflug nach Málaga (30.12.)”.
  • Um mir die letzten Viecher-Tage etwas zu erleichtern, bin ich weggefahren. Ausserdem sollten es über 20° werden. Gelegenheit für einen schönen Tagesausflug.

    Na ja, nicht weit weg; am Donnerstag war ich in Málaga. Da stand ja immer noch der Mönchssittich aus.


    Am Fluß Gualdalmedina, der in zwei schmalen Rinnen mit viel Überschwemmungsfläche dazwischen mitten durch die Stadt läuft, gab es gleich den ersten Listen-Kandidaten: Flußuferläufer Actitis hypoleucos. Da kann man in jedem Winter Überwinterer sehen, so auch diesmal.



    Ausserdem gab es dort die Gebirgs- und die Bachstelze Motacilla cinerea und Motacilla alba.



    Im "Paseo del Parque", nicht wirklich ein Park, eher eine Grünfläche mit einigen exotischen Bäumen, Wegen, Sitzbänken und Springbrunnen habe ich nach Mönchssittichen Ausschau gehalten. Diesmal hatte ich neben den obligatorischen Butterkeksen geschälte Sonnenblumenkerne dabei. Die waren eigentlich fürs Müsli gedacht, ich habe sie aber in der Speisekammer vergessen und sie riechen schon etwas muffig. Ich habe eine Handvoll auf den Boden gestreut, und es kamen sofort Tauben. Die Mönchssittiche schauen sich das immer aus der Entfernung an und wenn sich dann eine Gruppe Tauben niederlässt, kommen sie runter und mischen sich dazwischen. (Ich habe um die Tauben rumfotografiert).



    Es gab auch noch anderes Getier.


    Kohlmeise, Amsel, Wanderratte, Rotkehlchen.

    Mit der Wanderratte hätte ich schon Listen-Kandidat Nr. 3.


    Von da aus bin ich hoch in Richtung Burg gelaufen, in dem Kiefernwald drumrum hatte ich schon mal Eichhörnchen gesehen - die in Andalusien übrigens nicht häufig sind.

    Aber zuerst gab es anderes zu sehen:

    Gartenbaumläufer Certhia brachydactyla; Großer Kohlweißling Pieris brassicae; Aristolochia baetica, die Futterpflanze vom Osterluzeifalter Zerynthia rumina (da muss ich im Frühjahr mal schauen) und Hausrotschwanz Phoenicurus ochruros


    Während ich noch so überlegte, welches der drei Viecher ich als Tier des Tages nehmen soll, beobachtete mich jemand aus sicherer Entfernung.



    Sie sind das Füttern gewöhnt und als ich eine Handvoll Kerne in die Gegend geworfen habe, kam es sofort näher.




    Es sammelte die Kerne mit dem Mäulchen ein




    und dann wurden sie vergraben.



    Ich wollte auch probieren, ob es mir aus der Hand frißt. Die Kerne waren zu klein dafür, also gabs ein Stück Butterkeks. Da war ich nicht schnell genug mit dem Fotografieren; jedenfalls nahm es das Stück und flitzte in sichere Entfernung, um es sofort zu fressen.




    Alle lieben Butterkekse! :40: :40: :40:

    Ich habe die übrigens in einer runden Stifterolle, da sind sie gut zu transportieren ohne das alles zerbröselt.


    Es ist kurz vor Mitternacht Prost Neujahr! :15:, morgen gibts noch meine Erlebnisse von heute in Fuente de Piedra und das Update über das tägliche Viech. Geschafft!

  • Liebe Susanne,

    auch dieser Ausflug hat sich super gelohnt, sehr interessant geformt finde ich die Raupennahrungspflanze vom Osterluzeifalter.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,

    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.

    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

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