Stefans Tierfunde

  • Lieber Stefan,

    wie schön, das relativiert sich dann etwas. Bei mir zählen nur fotografierte - wenn auch schlecht. Aber das liegt natürlich auch daran, dass ich mir nicht traue. Ich habe schon einiges erst im Nachhinein am Foto identifiziert und Vogelstimmen kann ich sowieso nicht.

    Ausserdem bin ich in diesem Jahr noch nicht aus der Provinz Málaga rausgekommen.

    Wie findest du denn die Felsenschwalbe? Die hat mich gefreut.

  • Wie findest du denn die Felsenschwalbe? Die hat mich gefreut.

    Na wie finde ich die wohl? Klasse find ich die. Ich hab sogar das Glück gehabt, den Namen nicht zu lesen, bevor du schriebst:

    und wenn man weiß, was man sehen soll, erkennt man sie auch, finde ich.

    Dann hab ich mich mal im Bestimmen probiert und bin zum selben Ergebnis gekommen. Zugegebenermaßen kenne ich die aber auch schon, wenn auch nur aus Italien bzw. anderen Alpenländern. Da hatte ich aber schon das Glück, dass Felsenschwalben an unserer Unterkunft gebrütet haben. Ich finde sie im Flug allerdings schöner, wenn sie einem ihre weiß durchscheinenden Punkte auf den Stoßfedern präsentieren.Davon hab ich natürlich kein Bild, daher hab ich mal eins aus dem Internet gesucht, damit alle wissen, was ich meine: Bilder des Monats - Kategorie: Felsenschwalbe - Bild: Felsenschwalbe (ornifoto.ch)


    Deine Wespen und Rüsselkäfer find ich aber auch außerordentlich schick.

    Beste Grüße,
    Stefan


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    Lifelist:
    Vögel:
    - Deutschland: 262, Grauspecht

    - Welt (2021): 274 (212), Grauspecht (Grauspecht)
    - (Garten): 100, Weißstorch
    Sonstige Wirbeltiere: 66, Steinbeißer
    Wirbellose, nur extern bestätigte Lebendfunde: 1018, Waldgrille (Nemobius sylvestris)

  • Pfalz Teil 1


    04.09.21


    An dem Tag bin ich angereist, trotz Bahnstreik habe ich meinen Weg gefunden und so konnte ich abends diese Schabe fotografieren.

    Ich habe sie als Blasse Schabe (Ectobius pallidus) mit größerem Fragezeichen bestimmt.


    Sicher bestimmt ist dagegen der "Rundhals-Haarschnellläufer" Ophonus ardosiacus



    05.09.21


    der nächste Tag, ein Sonntag begann mit einem Highlight. Wir, meine Freundin und ich wollten eine Radtour machen und gerade auf dem Weg zu den Rädern, als über dem Haus plötzlich Bienenfresser zu hören waren. Gesehen haben wir nichts zwischen den Hausgiebeln aber ein paar Runden müssen sie dort gedreht haben. Danach ging es vermutlich weiter Richtung Überwinterungsgebiete.

    Für uns ging es zu einer Zuckerfabrik in der Nähe, die ihre eigenen Klärteiche gleich nebenan haben. In Verbindung mit dem Rhein in der Nähe, den viele Vögel als Zugroute durch Deutschland wählen, ist er ein erfolgversprechendes Ausflugsziel, wenn man Watvögel im Binnenland sucht.

    So sieht es dort aus, das Wasser ist in den Senken und nur an einigen Stellen einsehbar:


    Die ersten Vögel entdeckten wir schnell. Zu allererst Bruchwasserläufer (Tringa glareola), die ich bei uns nur selten sehe. Hier waren es mindestens 4 Tiere.


    Daneben gab es Grünschenkel, Kampfläufer, und Strandläufer, die sich zuerst nicht bestimmen ließen. Mit Ach und Krach kann man aber an den Bildern Alpen- und Zwergstrandläufer bestimmen. Die Bilder erspare ich euch aber. Lieber mache ich mit den Staren (Sturnus vulgaris) weiter, die sich hier sammelten und immer wieder aufflogen und ihre Schwarmflugkünste zeigten.

    Später sahen wir noch Rotschenkel, Flussuferläufer, ein paar Enten und eine Rohrweihe. Bestimmt war noch mehr dort, aber das waren die, die mir im Kopf geblieben sind.

    Als wir wieder am Eingang waren, gab es aber auch noch etwas Ungefiedertes. Zwei weibliche Zauneidechsen huschten schnell in Deckung, eine Maus hingegen lief auf einer planierten Fläche umher. Es war ein Jungtier und wirkte etwas desorientiert:

    Auch hier hatte ich keine Bestimmungshilfe. Vermutlich ist es nicht so einfach. Mein Vorschlag wäre: Hausmaus (Mus musculus)


    Sie lief nicht weg und machte keine Anstalten, sich zu bewegen, sodass ich es wagte, mit einem beherzten Griff in den Nacken das Tier zu packen und aus dem planierten "Becken" ins Gebüsch brachte. Ich weiß nicht, ob ihm das jetzt eine Hilfe war oder nicht.


    Zum Schluss gibts nochmal einen Falter. Die Bilder sind nicht die Allerbesten, aber wenn es der Kohlzünsler (Evergestis forficalis) ist, den ich bestimmt habe, dann ist er immerhin #Neu4me


    Fortsetzung folgt...

    Beste Grüße,
    Stefan


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  • Pfalz Teil 2


    07.09.21


    Am Montag war ich nicht wirklich zufrieden mit meinen Funden, deshalb geht es gleich mit Dienstag weiter. Da nahm ich mir wieder die Zeit, um einen kleinen Ausflug in den Obstgarten zu unternehmen. Er liegt am Ortsrand und direkt am Haardtwald. Auf dem Weg an einer Hauswand gab es schon den ersten Fund, wie so Vieles in der Pfalz #Neu4me . Wenn meine Bestimmungsversuche von Erfolg gekrönt sind, dann ist es eine "Große Wachsmotte" (Galleria mellonella)



    Weiter aus dem Ort heraus liegt zwischen Weinbergen ein Brachgrundstück. Dort halte ich mich auch gerne mal auf. Auch dieses Mal kontrollierte ich den Rosmarinbusch, der dort wächst, in der Hoffnung auf den Rosmarin-Blattkäfer (Chrysolina americana). Das hatte ich schon einige Male versucht, aber das ist nicht so leicht. Ursprünglich ist das eine südeuropäische Art, vielleicht kennt Kasimir ihn ja? Hier in der Pfalz gilt er laut kerbtier.de als eingeschleppt. Die Winter hier verträgt er nicht so gut. Umso mehr wurde ich überrascht, als ich diesen hübschen Käfer dort sitzen sah.


    Macht schon was her und ich hoffe mal ganz eigennützig, dass ich ihn nochmal wiedertreffe.

    Nebenan auf derselben Fläche flog ein Kleines Wiesenvögelchen (Coenonympha pamphilus) umher.


    Dieser "Kräftige Stockrosen-Spitzmaulrüssler" (Aspidapion validum) ist zwar nicht ganz so scharf, aber zur Bestimmung auf kerbtier.de reichte das Foto.


    So viel wie zur Hochzeit der Insekten ist dort nicht mehr los und ich wollte ja noch zum Garten Äpfel pflücken. Also los...

    Am Wegrand hielten mich noch kurz ein "Echter Schenkelkäfer" (Oedemera podagrariae)


    ...und ein Gitterspanner (Chiasmia clathrata) auf.


    Dann war ich auch schon da. Es sind ja zum Glück nur wenige Hundert Meter, sonst wär ich wohl heut noch unterwegs.

    Aber auch im Garten gab es zahlreiche Besucher. Hier nur die fotogensten oder zutraulichsten:


    Der Kupfer-Rosenkäfer (Protaetia cuprea)


    Der Ampferspanner (Timandra comae)


    Eine Wanze, die sich Knappe nennt (Spilostethus saxatilis)


    Eine Heuschrecke, die mir als Westliche Beißschrecke bestimmt wurde (Platycleis albopunctata)


    Und zum Schluss noch ein Rhabarberzünsler (Oncocera semirubella), den ich immer sehr hübsch finde, allerdings wächst im Garten auch Rhabarber, also ist dort wohl Teilen angesagt.



    Mit einem Korb voller Äpfel ging es Heim zum Einkochen. Dieses war der zweite Teil...

    Beste Grüße,
    Stefan


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  • Der Rosmarinkäfer und der Rhabarberzünsler sind wirklich sehr hübsch. Da muss ich unseren Rhabarber auch mal absuchen. Bisher sehe ich da immer nur Lederewanzen.


    Bei der 'Hochzeit der Insekten' war ich erst verwirrt, habe es dann aber richtig verstanden. Eigentlich schade, ist eine lustige Vorstellung... :66::65:

  • Schön was los in der Pfalz!

    Den Rosmarinkäfer kenne ich natürlich, wobei ich den meistens in angepflanztem Rosmarin finde und nicht in dem wilden. Das bringt mich auf die Idee, da auch mal wieder nachzuschauen - für dieses Jahr hatte ich ihn ja noch nicht!

  • Lieber Stefan,

    die Pfalz ist schon klasse, man kann dort ungleich viel mehr Arten finden als bei uns in Schleswig-Holstein. Die Falterbestimmungen sind richtig :) .

    Die offiziellen deutschen Wanzennamen finde ich fast durchgängig verwirrend, weil sie in der Regel keinen Bezug zur Lebensweise oder zum Lebensraum haben. Dadurch sind die Namen zum Merken auch nicht wirklich gut geeignet. Beim artenfinder für Rheinland-Pfalz wird für den Knappen der deutsche Name "Felsen-Ritterwanze" verwendet, der nimmt wenigstens auf den Lebensraum Rücksicht. Und das kann man sich merken.

    ein Rhabarberzünsler (Oncocera semirubella), den ich immer sehr hübsch finde, allerdings wächst im Garten auch Rhabarber, also ist dort wohl Teilen angesagt.

    Eher nicht. Wo hast du den Namen Rhabarberzünsler gefunden? Habe ich noch nie gehört. Die Raupen der Art leben an Hornklee und Weißem Klee und haben mit Rhabarber nichts am Hut. Einer der schicksten Zünsler überhaupt.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,

    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.

    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Liebe Sabine,


    den Namen habe ich damals auf insektenfotos.de zum ersten Mal gehört. Er wird aber auch hier verwendet:

    Rhabarberzünsler (Oncocera semirubella) - www.natur-in-nrw.de

    Oncocera semirubella / Rhabarberzünsler / Nachtfalter - Zünsler - Pyralidae - Phyticinae

    Außerdem wird er bei Inaturalist angezeigt.

    Möglicherweise kommt der Name vom Aussehen, die Grün- und Rottöne erinnern ja entfernt an Rhabarber.

    Beste Grüße,
    Stefan


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