Am Strand von Málaga - 12.9.: letzter Strandtag

  • Hallo liebe Leute,


    Wie ich ja schon in meiner Wochenübersicht geschrieben habe, war ich am Sonntag am Strand und möchte euch davon berichten.


    Erst etwas Allgemeines: Eigentlich bin ich überhaupt nicht der Strandtyp und Meer vom Strand aus ist auch nicht mein Ding. Beim Sonnenbaden langweile ich mich spätestens nach einer halben Stunde. Ganz davon abgesehen, weiß ich auch nicht, was die Leute an der Costa del Sol so toll finden - die Atlantikstrände der Provinzen Huelva und Cádiz sind viel schöner.


    Insofern ist es schon ganz erstaunlich, dass ich so eine Tour gemacht habe. Ich hatte einen Aushang gesehen: Fahrt an den Strand, 7 €, Abfahrt 9 h, Rückfahrt: 20 h - also 10 Stunden an einem Strand voller Leute an einem Sonntag. Verrückt!



    Der Strand von El Palo liegt im Osten der Stadt Málaga und ist ein richtiger Familienstrand, denn es sind mehrere T-förmige Steinbuhnen ins Meer gebaut und dazwischen ist das Wasser recht flach. Und dieses Steinbuhnen waren das, was mich interessiert hat, denn ich hoffte, dass an den Steinen alles Mögliche lebt.
    Man konnte Liegen unter Sonnenschirmen mieten, aber ich hatte ja nicht vor zu liegen. Dazwischen gab es immer so kleine "Grasinseln" mit Palmen; da habe ich mich installiert.



    Dann bin ich die Steine abgewandert



    Es gab Napfschnecken Patella rustica,


    Miesmuscheln Mytilus galloprovinzalis,



    nur einzelne Würfelturbanschnecken Phorcus turbinatus



    Übrigens war es sehr windig und das Schorcheln, das ich eigentlich vorhatte, wurde nichts. Das Wasser war so aufgewühlt, dass man nur Sand gesehen hat und zu dicht an die Steine wollte ich auch nicht.



    Alle Fotos sind aus gebührendem Abstand und mit maximalem Zoom gemacht.


    Seeanemonen Actinia mediterranea habe ich auch gesehen, aber ohne Wasser ziehen sie ihre Tentakel ein und sehen nicht besonders ansprechend aus.



    Aus der Klasse der Krebse gab es auch noch zwei Arten. Pachygrapsus marmoratus hatte ich ja schon als Viech des Tages vorgestellt. Den finde ich wirklich hübsch marmoriert.



    Das nächste Viech wäre eigentlich das Interessanteste - wenn man es denn besser erkennen könnte. Eine Art Assel (deshalb eben auch Krebs), ziemlich klein und schnell. Aber es wurde mir als Ligia italica bestimmt. (und nicht etwa italienische Liga :79: )



    Am Strand bin ich auch hin- und her gewandert, habe Möwen beobachtet und mich an Flugfotos versucht.



    Das sind alles Mittelmeer-Möwen Larus michahellis - eine kleinere mit rotem Schnabel habe ich auch gesehen, aber kein Foto hinbekommen. Schließlich habe ich gesehen, wo die vielen kreisten und sich auch ab und zu auf den Boden niederließen.



    Das war nämlich hinter einem "Chiringuito". Das sind die Strandbars, an denen man über Holzkohlenfeuer gegrillte "Knispelfische" (kleine Fischchen, die man mit Kopf und Schwanz isst) kaufen kann. Ist nicht mein Fall, sieht aber dekorativ aus.



    Als weitere Vogelart kann ich noch die Mönchssittiche Myiopsitta monachus angeben. Da sah und hörte man öfter größere kreischende Gruppen über die Straßenbäume fliegen und ab und zu auch in diesen landen. Keine Ahnung, was das für Bäume sind, aber sie hatten offensichtlich schmackhafte Früchte.



    Schließlich hat mir der heftige Wind noch vier Sonnenschirme beschert - die werden zu Strandtaschen verarbeitet.



    Jetzt muss ich erst meinen leichten Snnenbrand pflegen, dann wiederhole ich das ganze mit wasserfester Kamera. :)

  • Liebe Susanne,
    wow, das muss doch ein richtig schöner Tag gewesen sein. Die Krabbe sieht klasse aus, allein schon die Haltung. Auch der Mönchssittich ist prima getroffen. Ganz schick finde ich die Würfelturbanschnecke, das wäre auch ein Augenschmaus für @Rosmarie.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,

    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.

    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Ein sehr interessanter Bericht! Ich bin genau der gleiche "Strandtyp" wie Du, nämlich eigentlich keiner...! Aber das Angebot war natürlich verlockend zu dem Preis in ein Gebiet chauffiert zu werden, wo man andere Tiere finden kann als in der eigenen Umgebung!
    Was Du an Leuten zeigst, scheint es auch nicht allzu sehr überrannt zu sein (von wegen Coronaansteckung).
    Tolle Funde hast Du gemacht! Eine Seeanemone ohne Tentakel, die hätte ich nie als solche erkannt!
    Die Würfelturbanschnecke gefällt mir auch! Sowohl von der Zeichnung und Form her als auch von ihrem deutschen Namen!


    Aber es wurde mir als Ligia italica bestimmt. (und nicht etwa italienische Liga )

    :alright::)


    Die Vogelfotos hast Du gut hinbekommen.


    Und für den Winter bist Du arbeitstechnisch nun versorgt! Ein Foto von einer fertigen Tasche bitte!


    Viele Grüße
    Addi

    Ein glänzender Stein am Wegrand. So klein – und doch so schön.
    Ich hob ihn auf. Er war so schön!
    Ich legte ihn wieder zurück und ging weiter.


    (Calvin O. John, Ute-Navajo)

  • die Atlantikstrände der Provinzen Huelva und Cádiz sind viel schöner.

    Ich kenne die Mittelmeerküste Spaniens nicht ,kann aber bestätigen ,daß es um Huelva wunderbar ist.

    Es gab Napfschnecken Patella rustica,

    Die sehen fast genau so aus wie unsere Flußmützenschnecke (Ancylus fluviatilis)

    Jeder weiss was ,zusammen wissen wir viel und insgesamt wissen wir viel zu wenig !

    Edited once, last by Werner ().

  • wow, mal wieder Bilder von Spanien, wo ich doch mal so gerne wieder hin möchte... aber auch ich möchte auf keinen Fall am Strand rumliegen, schon allein der Sand, der überall an einem klebt und knirscht... Ich würde wohl doch eher ins Inland fahren wollen, wo es nicht ganz so sandig ist...
    Große Freude hast du mir mit den Möwenbildern gemacht.
    Und interessant, hier mal etwas über Muscheln zu lesen, kommt ja doch eher selten vor...
    Danke!

  • Ich würde wohl doch eher ins Inland fahren wollen, wo es nicht ganz so sandig ist...

    Das machen wir immer so ,nie Strand immer Hinterland.
    Ausser mal in Nordgriechenland ,da waren wir ganz allein am kilometerlangen Strand.
    Ich sagte damals zu meiner Frau .Ich glaub wir wissen da etwas nicht -Strand verseucht oder so !

    Jeder weiss was ,zusammen wissen wir viel und insgesamt wissen wir viel zu wenig !

  • @Addi

    Was Du an Leuten zeigst, scheint es auch nicht allzu sehr überrannt zu sein (von wegen Coronaansteckung).

    Die Fotos habe ich vormittags gemacht als wir ankamen, es wurde später noch voller. Ohne Impfung hätte ich das nicht gemacht. Es gab immer abwechselnd die Durchsagen, dass man seinen Müll in den Containern entsorgen soll und dass man den Sicherheitsabstand von 2 m einhalten soll.


    Bis jetzt habe ich nur Regenschirme verarbeitet - schicke dir eine PN mit "Werbelink" :30:


    @Werner

    Ich kenne die Mittelmeerküste Spaniens nicht ,kann aber bestätigen ,daß es um Huelva wunderbar ist.

    Wie gesagt, da hast du nichts verpasst!


    Deine Flußmützenschnecken sind ja hübsch! Leben die in den Steinkrebsbächen?


    @Batia

    aber auch ich möchte auf keinen Fall am Strand rumliegen, schon allein der Sand, der überall an einem klebt und knirscht... Ich würde wohl doch eher ins Inland fahren wollen, wo es nicht ganz so sandig ist...

    Deshalb lag ich ja im Gras unter einer Palme, :) Allerdings war der Schatten immer weggewandert, bis ich wieder ankam und der gute Platz dann besetzt.


    Was meint ihr wohl, weshalb ich in Antequera wohne und nicht an der Küste? :D


    Ich hätte ja gern die kleinere Möwe auf einem Foto erwischt, die war bestimmt "was besseres", jedenfalls keine Lachmöwe.

  • Hallo liebe Leute,
    wie es einige von euch wahrscheinlich mitbekommen haben, habe ich Sabines "Zweitkamera" gekauft und zwar hauptsächlich wegen ihrer Spezialbegabung Wasserfestigkeit. Vor allem deshalb war ich gestern wieder am Strand und wollte das Schnorcheln mal probieren.
    Ich habe mich wieder auf einer Palmeninsel unter einer Palme installiert.



    Die war bewohnt von einer Mönchssittich-Kolonie (Myiopsitta monachus). Das sind die einzigen?/ eine der wenigen? Papageien, die selbst Nester bauen und ich konnte ihnen beim Bauen zuschauen.



    Ab und zu verlor aber einer der Baumeister sein Baumaterial, was dann auf mich herunterprasselte. Zum Glück verwenden sie eher kleine Zweiglein.


    Diesmal war es weniger windig, trotzdem ist um die Steinbuhnen natürlich Brandung.



    Da möchte man nicht gegen die Steine geklatscht werden. Ich war deshalb immer nur auf der Innen- und seitlichen Seite. Für die Kamera hatte ich mir ein Holster gebastelt aus einem Gürtel, der Kameratasche, einer Hundeleine und Schlüsselring. Die Kameratasche und die Schlaufe der Hundeleine habe ich durch den Gürtel gefädelt, den Schlüsselring an die Kamera und darein die Hundeleine eingehakt. So konnte ich sie in die Tasche stecken, aber leicht rausholen ohne Angst zu haben, dass sie mir verloren geht.


    Mein erstes Foto :D : Anemonia viridis Wachsrose - manche Autoren trenne auch die Atlantik- und die Mittelmeerart und nennen letztere Anemonia sulcata.



    Wie man an den wedelnden Tentakeln und den Schwebstoffen sehen kann, war das Wasser doch ganz schön bewegt. Ich musste mich mit einer Hand an einem Stein festhalten - vorher hinschauen, damit man nicht in irgendwas giftiges langt - und mit der anderen fotografieren.


    Noch was giftiges, der Steinseeigel Paracentrotus lividus



    Und ein besonderes Highlight für mich: mein allererster einheimischer Fisch! Bis jetzt hatte ich an der Quelle nur Sonnenbarsche (die die Vipernattern gerne fressen) und letztens einen Goldfisch, am Golfplatz ausserdem Karpfen.


    Der Variable Schleimfisch Parablennius pilicornis hat zwar nicht den schönsten Namen, aber was soll's. ;)



    Auf den Steinen bin ich auch rumgeklettert und habe neben den Napfschnecken auch noch diese kleinen Schneckchen gefunden: Echinolittorina punctata



    In einem Rockpool wanderte ein Würfelturbanschnecke Phorcus turbinatus. Die war ziemlich fix unterwegs! Hat sie nicht süße Antennen?



    Ausserdem bin ich an der Strandpromenade entlang gewandert, am Sportboothafen vorbei ca. 3 km bis zu einem Strand namens Peñon del Cuervo ("Rabenfels"). Da es dort keine Chiringuitos gibt, wäre er angeblich mehr für Naturliebhaber. Da diese aber auch mit dem Auto bis hin fahren können, war es genauso voll wie an meinem Strand.



    Auf dem Weg dorthin kam ich an einem interessanten Doldenblütler vorbei: Meerfenchel Crithmum maritimum.



    Abends kamen die Sittiche von den Bäumen und fraßen - Gras! Wer hätte das gedacht!



    Obwohl ich insgesamt nur 3 mal je ca. 15 Minuten schnorcheln war, war ich am Abend wie zerschlagen - alles tat weh: Rücken, Schultern, Nacken. Vielleicht sollte ich doch öfter aktiveren Sport betreiben als nur ein bisschen spazieren gehen. Jedenfalls habe ich mich für nächsten Sonntag wieder angemeldet.


    Zum Schluss nochmal einen Anemonen-Wiese.


  • Liebe Susanne,
    ich muss sagen, dass deine Aufnahmen unter Wasser ganz prima geworden sind. Die Anemonen sind ja sogar zweifarbig! Besonders gut geworden sind die Schnecken, diese Würfelturbanschnecke ist richtig hübsch, und wenn du nicht auf die Antennen hingewiesen hättest, könnte man die allerbestens übersehen. Ach, das wären Aufnahmen für "dat Rosmarie" @Rosmarie, wenn sie mal wieder reinschaut. Ich vermute mal, dass du deine Normalkamera auch mithattest, die farbenfrohe Wasseraufnahme, die Strandpromenade und die Sittiche hast du sicher nicht mit der Unterwasserkamera aufgenommen?
    Auch wenn du dich total zerschlagen gefühlt hast, es muss dir Spaß gemacht haben, wenn du dich für das nächste Wochenende wieder angemeldet hast.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,

    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.

    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Liebe Wannabee,


    danke für deine freundlichen Kommentar. Objektiv gesehen sind die Fotos ja nicht wirklich "ganz ganz toll" :D , aber ich bin schon begeistert, dass ich mir einen neuen Lebensraum erschlossen habe!... Muss ich wohl mal in die Karibik oder ins Rote Meer oder so....

  • Liebe Sabine,


    deinen Kommentar habe ich übersehen :shy: . Jetzt musste ich direkt nachschauen, welche Fotos ich mit welcher Kamera gemacht habe. Mit der kleinen ausser den Unterwasseraufnahmen auch die Schneckchen und die Brandung, die Palme von unten und den Meerfenchel. Mit der "farbenfrohen Wasseraufnahme" meinst du sicher die Brandung, das hat ganz ordentlich gespritzt. Überhaupt hatte ich bei der Steine-Kletterei die große wohlweislich an meinem Lagerplatz gelassen. Die Sittiche natürlich mit dem großen Zoom.


    Ich schwanke für das Tier des Tages noch zwischen den Anemonen, dem Fisch und der Würfelturbanschnecke, aber ich glaube die Anemonen gewinnen.


    Doch, Spaß gemacht hat es allemal, aber 12 Stunden unterwegs ist schon allerhand (da leidet dann der Haushalt, aber sieht ja keiner), ausserdem ist es sowieso nur noch im August. Wenn ich nicht schnorcheln will, kann ich immer noch an Land rumlaufen.

  • Die Unterwasserwelt mit der Kamera zu entdecken, finde ich auch sehr spannend und ein tolles Erlebnis. Interessante Fotos hast Du mitgebracht!
    Dass Du so zerschlagen bist, liegt mit Sicherheit daran, dass Du ständig auch unter Wasser gegen die Strömung ankämpfen musstest. In dem Moment bekommt man das nicht mit, aber hinterher...


    Viele Grüße
    Addi

    Ein glänzender Stein am Wegrand. So klein – und doch so schön.
    Ich hob ihn auf. Er war so schön!
    Ich legte ihn wieder zurück und ging weiter.


    (Calvin O. John, Ute-Navajo)

  • Für die Kamera hatte ich mir ein Holster gebastelt aus einem Gürtel, der Kameratasche, einer Hundeleine und Schlüsselring. Die Kameratasche und die Schlaufe der Hundeleine habe ich durch den Gürtel gefädelt, den Schlüsselring an die Kamera und darein die Hundeleine eingehakt. So konnte ich sie in die Tasche stecken, aber leicht rausholen ohne Angst zu haben, dass sie mir verloren geht.

    :alright::alright:

    Jeder weiss was ,zusammen wissen wir viel und insgesamt wissen wir viel zu wenig !

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