Addis Ameisen

  • Den blitzschnellen Überraschungsüberfall einer Marienkäferlarve auf die Blattläuse und die ebenso schnellen Abwehrmaßnahmen der Ameisen!

    Da bin ich auch sehr froh gewesen, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein und das miterleben zu dürfen..., auch wenn die Fotos eine Katastrophe sind. Aber so habe ich gesehen, dass eine Larve scheinbar vor sich hindösend, sogar noch im leichten Abstand und dann ist sie so was von schnell mitten drin im Gewühl und auch blitzschnell wieder draußen. Denn sofort saßen mindestens drei Ameisen auf ihr drauf!
    Nun, ob die Pflanze diese vielen Sauger überlebt... Ich denke, der Zweig vielleicht weniger. Aber so sah es glücklicherweise nicht auf dem ganzen Strauch aus...


    Viele Grüße
    Addi

  • Vorgestern bin ich an der Wuppermündung in den Rhein (Leverkusen-Rheindorf) gewesen. Ich habe vieles gesehen und hatte natürlich auch wieder interessante Begegnungen mit den Ameisen.
    Nachdem ich ein paar Tage zuvor Zuschauer sein durfte, wie eine Marienkäferlarve sich ins Blattlausgewühl stürtzte und sich zwei von ihnen packte, konnte ich jetzt beobachten, wie ein Marienkäfer Kurs auf eine Blattlauskolonie nahm...


    Wir sondieren das Terrain...Späher ist ein Siebenpunkt.



    "Ich komm' dann mal näher!" - sagt sich der mit den vielen Punkten an der Nachbarpflanze.



    Unbemerkt bleibt es allerdings nicht...



    Ameise Nr. 1 im Angriffsmodus.



    Jetzt sind es schon zwei, aber die Dritte ist auch gleich da!



    Wir sind eindeutig mehr!



    Rückzug ist jetzt wohl besser...



    Aber man kann es ja noch einmal probieren...!



    "Ich bin wieder da!"



    "Ich aber auch", sagt sich die Ameise von links...



    "Gleich bin ich bei dir!"



    Attacke! Hab* dich!



    Die Richtung ist schon besser...



    "Ich geleite Dich noch nach oben!" (sicher ist sicher).



    Der Marienkäfer hat es aber dann noch einmal probiert. Entweder ist er nicht lernfähig, dreist oder hungrig...


    Viele Grüße
    Addi

  • Vielen Dank, Klaas für die Bestimmung und den Hinweis.
    Und ich dachte, wenigstens auf den Siebenpunkt ist Verlass und er ist einzigartig unter der ganzen Armada der Marienkäfer, die auch innerhalb der eigenen Art noch variabel sind...
    Ich habe mich gerade ein wenig schlau gelesen. Der von Dir erwähnte Coccinella magnifica heißt "übersetzt" Ameisen-Siebenpunkt-Marienkäfer! Eigentlich wäre er dort ebenfalls zu erwarten gewesen, in Lauerstellung, in der Nähe der Ameisen. Mir sind ja in der letzten Zeit des öfteren Marienkäfer in der Nähe von, vor allem Ameisen-Läusen-Pflanzen, aufgefallen. Vielleicht war es dort gar nicht der Siebenpunkt... Ich werde beim nächsten Mal genauer hinsehen. Seine Kopfform ist ja nicht so rund, sondern eher länglicher, auch seine Körperform ist etwas anders (sähe man die Beiden nebeneinander, dann wäre der Unterschied sofort klar...), die Flecken auf dem Halsschild sind ein wenig anders und er kann statt sieben Punkten 5 - 11 haben! (Und noch andere Unterschiede...)
    Ich werde nun auf jeden Fall ganz genau hingucken, wenn ich einen vermeindlichen Siebenpunkt sehe! :alright:


    Viele Grüße
    Addi

  • Nach Ameisen habe ich natürlich auch immer gezielt geschaut oder bin zu einem meiner "Ameisenplätze" hingefahren.


    Bei einem Ausflug sah ich zum ersten Mal gestreifte Blattläuse! Sie erinnerten mich an Mini-Fußballschuhe einer bekannten Sportmarke...
    Noch habe ich leider nicht herausgefunden, wie diese Schönheiten heißen.



    Und gestern habe ich meinen Ausflug zum Friedhof gemacht, wo sich verschiedene Ameisenkolonien der Roten Waldameise befinden.



    Und hier sieht man schön den Größenunterschied innerhalb einer Art. Die kleine Arbeiterin wird hier förmlich überlaufen!



    Malerisch angeleuchtet von der Sonne auf dem funklendem Harz...



    Und hier werde ich sehr beobachtet, sogar aus der Höhle heraus!



    An bzw. besser in dem Baum wohnen Unmengen von Ameisen. Der Baum hat sehr viele Löcher, aus dem es gestern quasi die Ameisen heraussprudelte...





    Ich stand unter fortwährender Beobachtung. Eine der Wächterameisen hat sich schon in Schießposition begeben... (zu ihrer Entschuldigung muss ich sagen, dass ich auch ziemlich nahe am Baum "klebte" - auf meiner Aufstehhilfe sitzend!) Ich weiß nicht, ob Ameisensäure dem Objetiv schaden würde...



    Diese hier war in Sachen Materialversorgung unterwegs...



    Ebenso wie ihre Kolleginnen am Boden. Auch eine Feder hat so ihr Gewicht... - und ist vor allem umständlich zu transportieren!




    Die hier hatten sich allerdings etwas mehr vorgenommen!



    Obwohl ich an einer eher entlegenen Ecke des Friedhofs gewesen bin, wo keine Gräber mehr sind und auch der Wald durch einen Zaun abgegrenzt ist, kommt hin und wieder doch einmal jemand vorbei. So auch eine leicht ältere Frau, wie sie erzählte aus Oberschlesien, die mir erst etwas zu den Kräutern erzählte, die dort wuchsen und dann sagte, dass sie früher oft ein Taschentuch auf einen Ameisenhaufen gelegt haben. Dieses wurde dann schnell erobert und überlaufen, nach einer Weile hat sie es wieder weggenommen und sie sagte, es gäbe kein besseres Parfum. Da staunte ich nicht schlecht. Sie hatte ein Papiertaschentuch bei und legte es darauf. Aber ich roch hinterher eigentlich gar nichts. Sie hat sonst auch immer ein Leinentaschentuch genommen. Vielleicht liegt es daran...


    Aber für mich war es spannend, die Ameisen dann zu fotografieren, da sie sich wunderbar von der Unterlage abhoben (sonst verschmelzen sie ja regelrecht mit dem Waldboden) und ich so ihre verschiedenen Körperhaltungen studieren konnte!
    Auch hier wurde wieder ordentlich geschleppt...




    Beim zweiten Bild finde ich die Position der Ameise links interessant und kann mir keinen wirklichen Reim darauf machen. Sie sitzt quasi auf ihrem Hinterteil, sie ist nicht in Angriffsposition.


    Auch beim nächsten Bild sitzen die beiden Ameisen links in einer für mich nicht erklärbaren Stellung und gucken auch beide in die gleiche Richtung. Vielleicht haben sie irgendeine Witterung aufgenommen...



    Die nächsten zwei Fotos zeigen Ameisen in unterschiedlichen Haltungen oder in Interaktionen.




    Gestern konnte ich auch sehr deutlich eine Ameisenstraße erkennen, die sich ziemlich lang am Zaun vorbei zog, zu den einzelnen Nadelbäumen, wo die Ameisen Quartier bezogen oder ihre Nester am Boden hatten.



    Viele Grüße
    Addi

  • So auch eine leicht ältere Frau, wie sie erzählte aus Oberschlesien, die mir erst etwas zu den Kräutern erzählte, die dort wuchsen und dann sagte, dass sie früher oft ein Taschentuch auf einen Ameisenhaufen gelegt haben. Dieses wurde dann schnell erobert und überlaufen, nach einer Weile hat sie es wieder weggenommen und sie sagte, es gäbe kein besseres Parfum.

    da hat sie recht ,die 40 jährige ! :D

    Jeder weiss was ,zusammen wissen wir viel und insgesamt wissen wir viel zu wenig !

  • Der Larvenangriff war wirklich spannend, da für mich so überraschend! Deshalb auch die schlechte Fotoqualität...


    Die Fotos mache ich mit einem 150er Makro. Wenn ich sie so nahe ablichte, sitze ich oft auf meinem Stuhl möglichst knapp vor ihnen oder ich kann mich mit einem Ellenbogen irgendwie ab- / aufstützen. Und es ist natürlich jede Menge Ausschuß dabei...
    Am Samstag waren sie teilweise auch so was von schnell unterwegs..., da hatte ich keine Chance. Sie waren wohl gut aufgewärmt von der Sonne!
    Ich finde es auch immer interessant, wenn sie etwas anderes machen als Laufen. Also Futterübergabe, etwas oder jemanden tragen, verschiedene Positionen einnehmen, Feinde vertreiben...
    Im Nachhinein sehe ich dann oft, wieviele von ihnen mich anstarren, um einzuschätzen, ob ich eine Gefahr bin. Wenn es einer zu bunt wird, lässt sie sich auch schon einmal gerne auf mich fallen oder der Angriff kommt von unten die Beine hoch!
    Ansonsten kannst Du es mit einem Stativ versuchen. Je nach Situation mache ich auch das. Und wenn man sie auf Blättern fotografiert, muss man noch Glück mit dem Wind haben oder hoffen, dass kein Radfahrer vorbeisaust! :dod:


    Viele Grüße
    Addi

  • Mein letzter Ameisenbericht ist nun schon eine Weile her. Ein paar Tage nach dem Starkregen wollte ich unbedingt nachschauen, wie es der Roten Waldameise auf dem Friedhof geht. Ich denke, dass sie es alles in allem relativ gut überstanden haben. Die Ameisenhügel sind etwas eingesunken, aber sie stehen noch. Auffällig war, dass sie an dem Tag viele große Hölzchen trugen. Sonst machen sie das zwar auch, aber nicht in so einer Zahl.


    Zu Beginn gehe ich immer die Bäume ab, wo ich weiß, dass sie dort eifrig laufen und /oder in ihren Löchern wohnen.



    Dann habe ich eine ganze Weile den Kraftakt beobachtet, wie sie ein Hölzchen über einen Stein hinwegtransportieren wollten.



    Ich habe nicht die ganzen Zwischenschritte auch noch eingefügt...!




    Und wieder von vorne... Beim Umlegen nach rechts oben über die Kante des Steins rutschte er wieder herunter.



    Hilfe naht...



    Das sieht doch schon wieder ganz gut aus...



    Und noch jemand eilt zur Hilfe!



    Nun, sie brauchten noch eine Menge Versuche, die ich Euch aber ersparen möchte. Es war allerdigs sehr interessant, ihnen zuzuschauen und ich habe ihre Kraft und Ausdauer bewundert!
    Kaum war es geschafft, wurde gleich das nächste Hölzchen geholt!



    Anschließend war ich an einem Baum, an dem ich nicht sehr willkommen gewesen bin. Das wurde mir auch deutlich gezeigt, durch eine Attacke eines Trupps, die mein Bein hochkrabbelten!


    Hier sieht man schön das Vibrieren der Fühler beim Trillern. Eine kurze Begegnung mit Kommunikation.



    Und hier wurde, was auch immer, den Baum hinunter transportiert. Alles immer in rasender Geschwindigkeit!



    Sie hatten es dann geschafft und mich vertrieben, so dass ich zu dem Baum ging, wo sich unten um den Baum herum ein Nest befindet, aber sie wohnen auch in den zig Löchern in dem Baum.


    Hier ein kleiner Eindruck von dem Gewusel.



    Problemlos wurde dieses lange Hölzchen den Baum hinauf gebracht und in das Löchlein gesteckt.



    Und hier beobachtete mich eine ganze Mannschaft, wie ich mit der Kamera vor ihnen hing...



    Ein seltenes Bild an diesem Baum. Eine Ameise ganz alleine...



    An dem Tag hatte ich auch die Sandfläche mit den vielen Löchlein, die Goldfliegen und die Larven des Sandlaufkäfers fotografiert.


    Als ich meinen Rundgang beendet habe, entdeckte ich noch ein paar andere Friedhofsbewohner.
    Den "Weißen Graszünsler", glaube ich. Sabine hat ihn vorhin gezeigt bei ihren wunderbar vielen Funden im Urlaub. Jedenfalls finde ich, dass er genauso aussieht...



    Einen Frosch, den ich aber nur entdeckte, weil er sich bewegte. Er tarnt sich sehr gut! Vielleicht ein Laubfrosch, jedenfalls hüpfte er im selbigen herum!



    Eine Rote Samtmilbe (vielleicht...)



    Und diese beiden Wanzen, vielleicht Männchen und Weibchen, evtl. aus der Familie der Stachelwanzen.



    Viele Grüße
    Addi

  • Auch nach den Ameisen habe ich im Überschemmungsgebiet geschaut. Bei meinen ersten beiden Besuchen nach dem Wasserabfluss hatte ich noch keine gesehen, aber so nach und nach sind auch sie wieder da...





    Und zwischendrin auch mal eine Pflanze, die schon gewachsen ist und nicht mehr verschlammt ist in den oberen Teilen...



    Diese Ameise hatte allerdings einen zerknautschten Gaster. Ich hoffe, es ist nichts, was sie wirklich beeinträchtigt. Sind hier doch viele wichtige Organe enthalten...




    Vielel Grüße
    Addi

  • Wenn ich auf dem Friedhof bin, bietet es sich ja immer an, auch bei den Ameisen vorbeizuschauen.
    Es gibt dort einige Ameisenhügel sowie drei Bäume, die von ihnen besiedelt sind. Das Volk auf einem der Bäume ist ziemlich aggressiv. Das habe ich die letzten Male schon gemerkt. Sie mögen es gar nicht, wenn man sich ihnen mit der Kamera nähert. Eine warf sich mir gleich entgegen, die anderen starrten mich an und der Bodentrupp machte sich auf den Weg in meine Socken (was ihnen gelang... - aua!) und die Beine hoch.
    "Heroisch" blieb ich aber noch für ein paar Aufnahmen.


    Man positioniert sich schon für den Schuss...



    Mir gefällt immer der Kontrast vom Harz zu den Ameisen und der Rinde.



    Auch hier ein argwöhnischer Blick in meine Richtung!



    Die nächsten Bilder zeigen eine Interaktion, die ich sehr interessant fand. Die große und die kleine Ameise tasten sich mit den Fühlern ab. Die Kleine hat die Mandibeln recht weit offen.



    Die Große wendet sich ihr zu, ihre Mandibeln geschlossen, die Mandiblen der Kleinen nicht mehr gar so weit geöffnet.



    Nun wird die dritte Ameise auch noch interessant. Die Große betastet den Gaster der Kleinen noch mit ihrem Fühler, während die Kleine sich Nr. 3 zuwendet.



    Die Große verschwindet und die Kleine tastet noch mit dem Fühler auf Nr. 3.



    Das hier sieht wie eine Bergbesteigung aus...



    ...und am nächsten Baum wurde ich auch nicht wirklich freudig empfangen! Aber zumindest schickten sie keinen Angriffstrupp, der mich dann noch einmal beißt!



    Viele Grüße
    Addi

  • Gestern bin ich zunächst oberhalb des überschwemmten Gebietes langgegangen und habe dort auch einige Insekten gefunden, über die ich mich gefreut habe. Auch haben mich wieder interessierte Kinder angesprochen.
    Dann bin ich runter in den Teil, wo das Wasser gestanden hatte und war nach wie vor frustriert (traurig trifft es wohl besser), dass sich dort so wenig tut. Außer jeder Menge "normaler" Fliegen und Honigbienen, war nichts los... Käfer und Wanzen absolute Fehlanzeige!
    Dann fiel mir aber etwas am Wegrand auf. Insekten mit Flügeln, die aber irgendwie tolpatschig und ungelenk wirkten. Da musste ich natürlich genauer hinschauen. Und dieses Mal habe ich tatsächlich
    Ameisen beim Hochzeitsflug
    gesehen! :71:
    Ihr Plätzchen war etwas ungünstig, da sie direkt am Weg, wo die Fahrradfahrer beim Vorbeifahren viel Wind machten waren, zudem auch noch der "richtige" Wind ging und die Sonne ungünstig stand.
    Voller Freude schaute ich ihnen zu!
    Einige (nun ja, ein paar mehr...) Impressionen.


    Hier wurde ich aufmerksam...



    Sie hatten große Schwierigkeiten, von der Rückseite eines Blattes nach oben zu kommen. Ich hatte oft den Eindruck, die Flügel waren ihnen eher hinderlich. Wenn man sonst Ameisen sieht, sind sie ja sehr flink und wendig unterwegs. Hier Fehlanzeige...



    Hier mehrere Kandidaten und man kann auch gut den prallen Gaster sehen. Ebenfalls sieht man gut die kräftige Brustmuskulatur, die wichtig für das Fliegen ist. Wenn sich die Königinnen dann in ihr neues Nest zurück ziehen, beißen sie sich die Flügel ab, sie dienen ihnen als Kraftnahrung und auch die Brustmuskulatur bildet sich zurück. Sie wird ja zum Fliegen nie mehr gebraucht.



    Wieder einmal das Problem: "Wie komme ich hoch...?!" Wunderbar die Äderung der Flügelchen!



    Ächtz...



    Vielleicht so....?



    Dieses Blatt eignete sich offenbar gut für Begegnungen.



    Man kommt sich näher...



    Und geht wieder auseinander - und hängt schon wieder hilflos an der Unterseite eines Halmes!



    Mal etwas näher hingeschaut...



    Ups, das mit dem Gleichgewicht ist schon so eine Sache!



    Gehen wir mal lieber wieder zurück!



    Posieren...



    Hoppla! Gut ist die Verankerung der Flügel zu sehen.



    Wollen wir es mal miteinander versuchen?



    Na ja, so geht es vielleicht auch...



    Vorsichtig...



    Immer dieser Wind!



    Ich helfe Dir!



    Nö, ich will nicht.




    @Klaas Reißmann vielleicht kannst Du mir weiterhelfen, wer #male und #female ist und eine Annäherung an die Art... Die Unterfamilie der Schuppenameisen scheinen es mir nicht zu sein...


    Es war einfach wunderbar, ihnen zuzuschauen!


    Viele Grüße
    Addi

    "Wenn wir gehen, nehmen wir Euch mit!", sprach das Insekt.

    Edited once, last by Addi ().

  • Liebe Formicula,


    Das hast du wieder schön beobachtet !
    Ich überleg mir schon ,was ich mir abbeissen und hernach vespern könnte. :D


    Ja ,die kommen echt tollpatschig daher .

    Jeder weiss was ,zusammen wissen wir viel und insgesamt wissen wir viel zu wenig !

  • Es gibt kein Männchen. Es sind beides Weibchen. Die Männchen sind deutlich kleiner, meist geringfügig größer, als die Arbeiterinnen und oft auch dunkler gefärbt. Also beides Jungköniginnen. Lasius ist unstrittig. Ich kann die Art nur annäherungsweise nennen, denke aber, dass Lasius flavus passen könnte.


    Die Paarung an sich findet im Flug statt. Wenn Tageslänge, Temperaturen und weitere Parameter stimmen. beginnt um den Nesteingang eines Ameisennestes ein unglaubliches Gewusel. Zuerst strömen Arbeiterinnen hervor, die das Gelände sichern, bevor kurz danach zuerst das eine, zeitlich versetzt dann das andere Geschlecht hervorkommt. Optimal sollte es so laufen, dass das eine Geschlecht bereits in der Luft ist, bevor das andere raus kommt und sich in die Luft erhebt. Man kann aber bei fortschreitender Dauer eine Durchmischung beobachten. Optimal wäre es deshalb, um Inzucht zu vermeiden, dass sich also Jungköniginnen und Männchen des gleichen Staates miteinander verpaaren, also die Geschwisterpaarung vermeiden. Klappt aber sicherlich nur bedingt. Das finden und Paaren findet in der Luft statt. In der Regel paart sich die Jungkönigin mit mehreren Männchen. Die Männchen sterben unmittelbar nach der Paarung, die Königinnen landen relativ zügig nach der Paarung, krabbeln über den Boden, werfen recht schnell die Flügel ab und versuchen einen neuen Staat zu gründen. In Deinem Fall würde ich sie in den Bereich der Startphase verorten, weil sie die Flügel behalten, während sie sich gegenseitig betrillern.


    Liebe Grüße
    Klaas

  • Vielen Dank, Klaas, für die aufschlussreiche Erklärung! Lasius habe ich in der Nähe auch schon gesehen (vor dem Hochwasser). Das Nest ist höchstens 20 m entfernt von der Stelle, wo ich sie beobachtet habe.
    Da hätte ich noch länger bleiben müssen, um die Männchen dann auch noch zu sehen! Aber so war es für mich auch schon ein tolles Erlebnis. Wenn sich die Ameisen in der Nähe niederlassen, hätte ich dann die Chance im nächsten Jahr in dem Bereich (plus / mius) wieder den Hochzeitsflug zu sehen? Nun, gestern war es auch nur Zufall, dass ich gerade zu der Zeit an dem Ort unterwegs gewesen bin...


    Viele Grüße
    Addi

  • Ameisennester sind mehrjährig. Die Königinnen der Lasius-Arten werden mindestens 10 Jahre alt und genau so lang existieren dann eben auch die Nester. Du wirst zum einen die sogenannten Massenaggregationen aus den selben Nestern beobachten können, wie dieses Jahr und möglicherweise, wenn die Wiese noch nicht überfüllt ist, ebenso von neuen Nestern. Aber ja, wenn nächstes Jahr die richtige Zeit gekommen ist, kannst Du es wieder beobachten.


    Liebe Grüße
    Klaas

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