Bei dem Wetter musste ich unbedingt raus...

  • Das Rotkehlchenbild gefällt mir besonders gut, dieses Orange in den grünen Büschen ist immer wieder ein tolles Motiv.

    Das stimmt Stefan, die Rotkehlchen sind immer ein schönes Motiv. Zum Glück sind sie auch weniger hibbelig und schreckhaft wie vor allem die Blaumeisen. Ich hatte wirklich Glück mit dem Foto. Ich hatte etwas gehört, mich vorsichtig umgedreht und langsam die Kamera eingestellt und in Position gebracht. Da ich ein Zoom bis 300 mm dran hatte, war meine Entfernung anscheinend auch genehm und man warf sich in Pose.

    ich wollte nur mal anmerken, dass für mich die meisten deiner Tiere auch was Besonderes sind.

    Das hätte ich nicht gedacht, dass Du für die meisten der Tiere, die wir hier sehen, doch weit fahren müsstest oder sie gar nicht vorbeikommen...!

    So ergänzen wir uns gut, Susanne! :)

    Quote

    Die Falter suchen keine Feuchtigkeit sondern MIneralien (nahrungsergänzung ;) )

    Ich hatte mir etwas in der Art schon gedacht, mich aber gefragt, wie sie, wenn es auch kleinste Mineralkörnchen sind, aufsaugen können. Auffällig war jedenfalls, dass viele Falter dort gewesen sind. Man konnte eigentlich nicht weit gehen, ohne dass einer aufflog...


    Viele Grüße

    Addi

    Ein glänzender Stein am Wegrand. So klein – und doch so schön.
    Ich hob ihn auf. Er war so schön!
    Ich legte ihn wieder zurück und ging weiter.


    (Calvin O. John, Ute-Navajo)

  • Häutung der Nymphe L5 der Lederwanze (Coreus marginatus) zum Imago


    Gestern bin ich noch einmal in dem Bereich gewesen, wo ich die vermeintliche Paarung der Weißlinge beobachtet hatte...

    Da der Flieder inzwischen recht verblüht ist, waren kaum noch Admirale unterwegs und so ließ ich meine Augen durch die Gegend wandern und etwas kleines Rotes unter einem Brennnesselblatt erregte meine Aufmerksamkeit. Zu meiner großen Freude konnte ich miterleben, wie eine Nymphe L5 der Lederwanze zum fertigen Imago aus ihrem zu eng gewordenen Körper kletterte. Sie war allerdings schon recht weit.



    etwas näher



    und ganz nahe



    Und guckt man einen Moment mal nicht hin, weil man den Rücken gerade strecken muss, da ist sie dann schon ganz draußen...!

    Schön sieht man die Öffnung, aus der sie sich heraus gearbeitet hat. Mir scheint so, als seien dort Fäden zu sehen, die diese Sollbruchstelle sozusagen zusammengehalten haben.



    Sie blieb eine ganze Weile reglos sitzen, um sich erst einmal von der Anstrengung zu erholen. Auf der anderen Blattseite saß eine Nympe L5 und ich hatte den Eindruck, dass sie sozusagen als Begleiterin, Aufpasserin oder ähnliches dort gewesen ist.



    Am Computer sah ich, dass sich auch eine Blattlaus mit aufs Bild geschmuggelt hatte.



    Nun hatte sich die Wanze erholt und kletterte auf die Oberseite des Blattes. Unten ist die leere Hülle zu sehen.



    Ich konnte immer wieder beobachten, wie die Beiden Kontakt suchten, was aber mehrheitlich von der Nymphe ausging. Sie stieß die andere an, also wollte sie sie animieren aktiver zu werden.



    Allerdings war sie inzwischen auch neugierig geworden und kletterte unter das Blatt, um nach der leeren Hülle zu sehen!



    Diese wurde dann gründlicht inspiziert...



    ... bevor man dann wieder hochkrabbelte und sich der frisch gehäuteten Kollegin widmete.



    Diese Bilderfolge entstand in einer knappen Stunde. Die Beiden sind immer mal wieder ein wenig voneinander weggegangen, um dann wieder in Kontakt zu kommen. Man sieht, dass die Farbe des Imagos von dem leuchtenden Rot schon langsam etwas blasser wird in Richtung hellbraun.


    Da ich immer mal wieder meinen armen Rücken strecken musste und dabei mit den Augen die Brennnesseln absuchte (denn das war ein Wanzen-Hotspot!), entdeckte ich, dass noch zwei andere Larven L5 ihr Endstadium erreicht hatten und nun ein fertiges Imago waren. Allerdings waren sie schon ein wenig weiter, als diese. Davon berichte ich in Teil 2.


    Viele Grüße

    Addi

    Ein glänzender Stein am Wegrand. So klein – und doch so schön.
    Ich hob ihn auf. Er war so schön!
    Ich legte ihn wieder zurück und ging weiter.


    (Calvin O. John, Ute-Navajo)

  • Wanze 2 (ebenfalls Lederwanze wie alle heute hier) hatte die Häutung schon etwas hinter sich (ich denke, sicher eine Stunde, von der Farbe her).

    Auch sie war in der Obhut von einer Nymphe L5, die sie nicht aus dem Auge gelassen hat.



    Etwas näher, hier sieht man die interessante Zeichnung.



    Und nun hat sie es auch bis aufs Blatt geschafft, empfangen von ihrer "Pflegerin",



    die sie dann auch sofort betastete.



    Eine ganze Weile blieb sie bei ihr. Es folgen Eindrücke, wie sie sich immer mal wieder angenähert und entfernt haben...





    Man klettert auch mal übereinander...




    ... oder begibt sich noch einmal unter das schützende Blatt.



    Bei dieser Wanze kann man an der Färbung sehen, dass sie schon weiter ist, sich auch die Musterung herausbildet.



    Und noch eine dritte, ziemlich "frische" Wanze konnte ich entdecken.

    Sie ist gleich von einem ganzen Schwung der Familie begrüßt worden.





    Bemerkenswert fand ich, dass die Häutung unter Aufsicht, Beobachtung, Bewachung von mindestens einer Wanze bzw. Nymphe stattfand. Weiß jemand, ob in der Literatur etwas dazu geschrieben ist?


    Ich habe dann nicht mehr gewartet, bis sie alle ausgefärbt gewesen sind, das haben meine armen Knochen leider nicht mitgemacht.

    Aber es war wunderbar, dieses beobachten zu dürfen!


    Viele Grüße

    Addi

    Ein glänzender Stein am Wegrand. So klein – und doch so schön.
    Ich hob ihn auf. Er war so schön!
    Ich legte ihn wieder zurück und ging weiter.


    (Calvin O. John, Ute-Navajo)

  • Vielen Dank Euch allen. Ich bin auch sehr froh über diese Beobachtungen! Manchmal frage ich mich, wieviel Glück oder Zufall es bedarf, um genau diese Momente zu erwischen. Wäre ich an dem Tag nicht gerade dorthin gegangen..., wäre ich früher oder später unterwegs gewesen..., hätte die Wanze nicht durch ihr leuchtendes Rot auf sich aufmerksam gemacht...!

    Aber wahrscheinlich ist es müßig, sich das zu fragen... und so bin ich einfach nur froh und dankbar!


    Viele Grüße

    Addi

    Ein glänzender Stein am Wegrand. So klein – und doch so schön.
    Ich hob ihn auf. Er war so schön!
    Ich legte ihn wieder zurück und ging weiter.


    (Calvin O. John, Ute-Navajo)

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