Mein tägliches Viech 2021: 29. November - 5.Dezember 2021

  • Montag, 16. 8.
    Nix los, und diese trinkende Deutsche Wespe Vespula germanica war auch noch in einem finsteren Eck, so dass das Foto nicht richtig scharf ist.



    Dienstag, 17.8.
    Immer noch nix los. Cecilia, die unverwegte, fliegt immer noch. (Pyronia cecilia)



    Als Viech des Tages muss dann eben Amegilla quadrifasciata, die Weiße Bindenpelzbiene herhalten. Von der hatte ich schon mal ein besseres Foto vorgestellt.



    Mittwoch, 18.8.
    Auf meiner Brachfläche habe ich das Eck mit der blühenden Minze wohl endgültig "abgeräumt". Aber ich begrüße jedesmal meine Wespenspinne Argiope lobata. Heute wickelte sie gerade ein Opfer ein, wie man schön sehen kann mit breitem "Paketklebeband".



    Weil die Minze eben nichts neues zu bieten hatte, bin ich zu dem Stückchen Wald, in dem ich den Pirol gefunden habe. Und siehe da, eine Blaumeise Cyanistes caeruleus hüpfte durchs Geäst. Die fehlte mir ja immer noch!



    Donnerstag, 19.8.
    Im Pinienwald. Eine Wanze hätte ich noch im Angebot gehabt, aber dann wurde mir die Heuschrecke Calliptamus barbarus bestimmt.



    Freitag, 20.8.
    Eine hübsche bunte Biene, die ich fast auch selbst bestimmen konnte: Halictus scabiosae, Gelbbindige Furchenbiene



    und von hinten, so dass man die gelben Binden sehen kann.



    Samstag, 21.8.
    Im Pinienwald, das Highlight der Woche. Zuerst als Viech des Tages die Heuschreckensandwespe Sphex funerarius, allerdings leider ohne Beute und nur auf Blüte. Da muss ich @wannabee doch noch beneiden.



    Und dann, vor mir auf dem Sandweg: ein Transporthubschrauber - Bienenwolf Philanthus triangulum steht in der Luft! Bei einer Entfernung von mehr als 1,5 m und maximalem Zoom ist die große Kamera unschlagbar.



    Es sieht aus, als müsste er (sie) sich orientieren und das Loch finden. Ein bisschen dichter über dem Boden:



    Dann hatte sie es gefunden, den Eingang freigegraben (mit Biene am Bauch), rein ins Loch



    und weg!



    @Werner muss ich wenigstens nicht mehr um seine Bienenwolfbilder beneiden. :D


    In der Stadt an einem Blumenkübel sah ich noch diese Kopula des "Geranienbohrers" Cacyreus marshalli. Ich nehme mal an, das kleinere ist das Männchen. Er machte sich an sie ran mit Kamasutra-mäßigen Verrenkungen, während sie ungerührt weiter fraß.


    Sonntag, 22.8.
    Wieder am Strand, diesmal allerdings meist an den hinteren Strand mit mehr Steinen. Der Meerpfau Talassoma pavo hat es mir besonders angetan. Den Tag werde ich aber noch gesondert aufarbeiten.


  • Ganz tolle Fotos! Besonders der Bienenwolf hat es mir angetan! Super Qualität! :alright:
    Ich hatte ihn ja auch fotografiert und war fasziniert, mit welchem Gewicht der noch abheben und fliegen konnte!


    Viele Grüße
    Addi

  • Danke euch allen! Ja, der Bienenwolf war ein glücklicher Zufallstreffer! - Nicht dass ihr denkt, ich könnte sowas planen. :99:


    Ich habe doch noch ein besseres Foto vom Meerpfau, da war ich gestern Nacht wohl nicht mehr fit genug.


  • Hallo Susanne,


    zum Bienenwolf fällt mir noch was ein. Seine Bauten sind unglaublich Stabil.
    In der Wahner Heide finden sich zahlreiche bewohnte Bauten auf dem Wanderweg. Viele mitten in Fußabdrücken und immer noch bewohnt.



    Viele Grüße


    Dirk

  • Hallo Dirk,


    was meinst du denn mit "bewohnt"? Dass man dort noch Aktivität beobachten kann? Die Bauten müssen sogar noch stabiler sein. Auch wenn sie äußerlich verschlossen und nicht mehr sichtbar sind, sind sie ja bewohnt von den Bienenwolflarven und im Prinzip auch von den Bienen. Sie müssen also so lange halten, bis die Larvalentwicklung abgeschlossen ist.

    • Official Post

    Liebe Susanne,

    was für eine Woche mit allerfeinsten Funden hast du hinter dir. Mir gefällt der Cacyreus marshalli natürlich sehr gut, weil ich den auch gern mal sehen würde. Aber mein Wochenhighlight aus deinen Tagestieren ist die Heuschrecke, die sich perfekt in ihrer Umgebung tarnt.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,

    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.

    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Wochenrückblick 23. - 29. August 2021


    Das war mal wieder eine ereignisreiche Woche - nicht täglich, aber seht selbst.


    Montag, 23.8.

    Ein blasser Zünsler Achyra nudalis ist #Neu4me.



    Aber wie schon im Lepiforum steht, nudalis kommt von nackt, schmucklos; da nehme ich als Viech des Tages doch lieber Sceliphron madraspatanum.... schon weil ich ja S. destillatorium hatte und jetzt auch einen Bestimmungsschlüssel für Sceliphron-Arten kenne, der sich nicht nur auf Einzelheiten wie Flügelgeädere bezieht.



    Dienstag, 24.8.

    An der immer noch blühenden Minze findet man jetzt immer die gleichen Arten. Trotzdem finde ich den braunen Bläuling Aricia cramera so süß, dass ich ihn mal wieder fotografieren musste.



    Dann habe ich auch noch ein paar Ameisen fotografiert, die zeige ich euch an einem anderen Tag. Wie gesagt, an Minze nix los, deshalb bin ich zum "Pirolwald" mit angrenzender "ungepflegter" Olivenbaumwiese und habe doch ein paar Steine gewälzt.

    Jetzt müssen die Spinnenphobiker*innen ganz tapfer sein, ich kann mir vorstellen, dass das der Typ Spinne ist, vor dem einem graust. Aber für mich war es ein absoluter Freu-Fund, ein Wuschlistentier, die Andalusische Trichternetzspinne Macrothele calpeiana. Sie gehört in die Verwandtschaft der Vogelspinnen und ist angeblich eine der größten in Europa. Dieses Exemplar war allerdings noch nicht ausgewachsen, die Argiope lobata oder die Röhrenspinne, die ich schon vorgestellt habe, waren deutlich größer. Deshalb habe ich sie erst gar nicht so wirklich ernst genommen, bis mir dann die langen Spinnwarzen auffielen, die fast aussehen, wie noch ein paar Beine.



    Das ist nämlich das Charakteristikum, wodurch man sie von einer anderen großen schwarzen Spinne unterscheiden kann. Die andere, Ambylocarenum walckenaeri, hatte ich für mich immer als die "falsche" bezeichnet, jetzt habe ich aber nachgelesen, dass sie Falltüren macht und deshalb kommt sie dann auch auf die Wunschliste.


    Mittwoch, 25.8.

    Schon wieder eine Spinne, aber eine schöne Wespenspinne Argiope trifasciata. Sie ist an den eng geringelten Beinen zu unterscheiden. Jetzt fehlt mir nur noch "eure", Argiope bruennichi.



    Ausserdem fand ich noch diesen Blattkäfer, bei dem ich an Chrysolina herbacea dachte, aber belehrt wurde, dass es auch noch Chrysolina viridana an Minze gibt, die man am Pronotum unterscheiden kann (aber an diesem Foto eben nicht.)



    Donnerstag, 26.8.

    Im "Pirolwald" habe ich mich lange mit Vögeln aufgehalten. Da flogen immer zwei grüne kreuz und quer um und durch die Bäume. Ich hatte ja ein bisschen auf den Iberischen Grünspecht Picus sharpei gehofft, aber schließlich habe ich sie erwischt - junge Pirole! Das Foto ist nicht berauschend, aber man kann sie erkennen.



    Und über mir hörte ich mehr als dass ich sah, viele Bienenfresser Merops apiaster. Einer hat sich dann doch mal weit entfernt niedergelassen.



    Ist ja alles ganz schön und gut, aber trotzdem brauche ich ja ein neues Viech. Also ist jetzt die Ameise Messor barbarus dran. Erkennbar an dem "Quadratschädel" und am runden Abdomen. Es gibt noch eine andere Art - die ich aber nicht kenne - bei der das Abdomenvorderteil nicht gerundet sein soll.



    Und die eigentlich besseren Fotos vom 24.8..




    Freitag, 27.8.

    Mit Ach und Krach finde ich den Zweiundzwanzigpunkt-Marienkäfer Psyllobora vigintiduopunctata.



    Und abends auf dem Weg zum Einkaufen läuft mir dieser Protaetia morio über den Weg.



    Sind die unten immer so metallisch grün - oder ist es doch was anderes?



    Samstag, 28.8.

    Lange kreuz und quer durch den Pinienwald gestapft. Nix los! Dann sehe ich plötzlich vor mir ein Insekt, dass immer so kleine Flugsprünge macht. Nicht wie eine Heuschrecke, die ja immer erst mal sitzen bleibt, bis man sie wieder aufscheucht, sondern mit kontinuierlichen Sprüngen. Also mit Kamera im Anschlag und in gebührendem Abstand hinterher.


    Wow! Eine Sandwespe mit Beute!






    Ich hatte mich schon gefreut, dass man jetzt angeblich 30 Fotos pro Beitrag hochladen kann, allerdings gibt es nach 20 eine Fehlermeldung. - Also gleich geht's weiter!

  • Samstag, 28.8. Teil 2 und Sonntag, 29.8.


    Weiter geht es mit der Sandwespe. Schließlich hatte sie ihr Loch gefunden und grub den Eingang frei.



    Rein ins Loch und die Raupe - übrigens von einem Spanner - reingezogen.



    Während die Wespe noch drin war, inspizierte auch diese Fliege das Loch.



    Die Wespe ist mehrfach raus und rein und hat diesen Stein ausgegraben.



    Irgendwie ging es aber dann nicht weiter und schließlich bin ich gegangen.

    Jetzt zur Bestimmung: bei biodiversidadvirtual sind 11 Ammophila-Arten für Spanien aufgelistet, für die aber bei 6 Arten keine Bilder vorliegen. Von den restlichen fünf haben zwei rote Beine: Ammophila heydeni und Ammophila laevicollis. Bei meiner sind nur die vordersten 2 Beinpaare rot und das Abdomen ist halb rot und schwarz. Das passt auf Ammophila heydeni. Die hat sogar eine deutsche Wiki-Seite, auf der neben der Beschreibung steht, dass sie im Mittelmeerraum häufig ist und vor allem Spannerraupen einträgt. Also ich finden, das ist die Südliche Sandwespe Ammophila heydeni. Leider hat mir das noch niemand bestätigt.


    Sonntag, 29.8.

    Jetzt darf ich mich endlich auch zu den Leuten zählen, die einen Eisvogel Alcedo atthis fotografiert haben! #Neu4me



    Und wieso ich an meinem Strandtag einen Eisvogel sehe, ist eine längere Geschichte, die ich euch heute abend im anderen Thread berichte. :50:

  • Wieder ganz, ganz tolle Funde, Susanne! Die Ameisen- und Wespenfotos gefallen mir persönlich am besten! Der Kopf dieser Ameise... Ich muss mich nachher weiter über sie informieren. Bis 1,3 cm können die Arbeiterinnen groß werden. Sie gehören zu den Ernteameisen und ernähren sich größtenteils von Samen. Hier beobachte ich immer die, die regelmäßig Protein in allen Formen und Arten eintragen.

    Der Weg der Wespe, klasse! Was so ein filigranes Wesen da durch die Gegend transportiert (und abfliegen kann)! Und der Stein, den sie aus dem Loch bugsiert ist ja im Verhältnis zu ihr auch ganz schön groß! Als würden wir einen Felsbrocken aus dem Keller ohne Treppe herausschleppen...

    Nun, Deine erste Spinne hat mich etwas überfordert... :42: Vor allem am frühen Morgen... :) Da fand ich die zweite schon fast niedlich. Aber ich gratuliere Dir für den Freufund, ebenso wie zum Eisvogel!


    Viele Grüße

    Addi

  • Herzlichen Glückwunsch zu Deinem Eisvogel! Tolles Foto!


    Den Pirol soll es bei uns in der Kämpe auch geben! Laut BirdNetApp habe ich ihn letztes Jahr auch an einem Tag rufen hören, gesichtet habe ich ihn nicht.

    Dabei fällt mir ein, dass dies nicht auf dem interessanteren und schönerem Weg war, den wir/ich immer gehe, sondern auf dem eigentlich langweiligeren Parallelweg. Von dem einem zum anderen Weg rüber gibt es insgesamt auf der langen Wegstrecke nur 2 Brücken (die Möglichkeit am Anfang und Ende der Kömpe nicht mitgerechnet), so dass man (leider) nicht mal eben hin und her wechseln kann ...

    Die BirdNet App speichert ja Datum und Aufnahmestelle ab. Werde noch mal schauen, wann und wo genau ich den Vogel gehört habe. Vielleicht hat er dort sein Revier und ich kann ihn nochmals Vernehmen!

  • Liebe Susanne,

    großartige Funde auch wieder in dieser Woche. Der Rosenkäfer ist super, und Klaas konnte ihn dir bestätigen. Mein Favorit der neuen Serie sind die jungen Pirole, was für hammerstarke Aufnahmen.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,

    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.

    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • es fasziniert mich, dass Du es bis jetzt tatsächlich geschafft, jeden Tag ein neues Vieh zu finden! Super, Deine Ausdauer!

    meine Ausdauer ist nicht das Problem, aber ob ich auch weiterhin täglich etwas Neues finde, ist noch nicht raus... *seufz*


    Wochenrückblick 30. August - 5. September 2021

    Montag, 30.8.

    Wieder auf der Brachfläche mit der blühenden Minze.

    Diesmal hat "meine" Wespenspinne einen Schmetterling Aricia cramera eingewickelt.



    Als Tier des Tages kann ich nur die Feldwespe Polistes gallicus anbieten.



    Dienstag, 31.8.

    Ich dachte, vielleicht gibt es in dem großen Park noch Blüten, die Insekten anziehen.

    Immerhin diese Biene Anthidium manicatum saß regungslos auf einem Blatt - die schwirren sonst immer wie wild durch die Gegend. Hatten wir allerdings schon.



    In dem Park gibt es ein rechteckiges, eingezäuntes Wasserbecken - wozu auch immer, hat vielleicht was mit der Bewässerung zu tun. Da hörte ich plötzlich etwas schmatzen. Doofe eingesetzte Karpfen! Sollte ich wirklich das zum Tier des Tages küren müssen?



    Nein!, denn auf einer Verkehrsinsel vor dem Park fand ich diesen Bläuling: Zizeeria knysna. Er ist dafür bekannt auf kurzem, gut bewässerten Gras vorzukommen.



    Mittwoch, 1.9.

    Eigentlich kann ich es mir nicht leisten, "doofe" Tiere nicht zu nehmen, also wieder zum Park - wie ich mir dachte ein Selbstläufer, denn die Karpfen können ja nicht weg.

    Sie können zwar nicht weg, aber sie können in tiefere Gefilde abtauchen, wo ich sie nicht sehe. Satz mit x!

    Dann habe ich mich länger damit aufgehalten badende Spatzen zu beobachten. Ein echtes Spatzen-Spaßbad!




    Vom Park kann man am Rand des Pinienwaldes zurücklaufen. Das habe ich gemacht und tatsächlich wieder mal #Neu4me gefunden! Eine Ameisenjungfer Creoleon aegyptiacus. Bei der Bestimmung hat man mir allerdings gesagt, die Gattung Creoleon bräuchte eine Revision und eigentlich könnte man nur von Creoleon sp. sprechen. Egal, zur Zeit heißt sie Creoleon aegyptiacus, das reicht mir! (das Foto ist mit der Stacking-Einstellung der Olympus)



    Donnerstag, 2.9.

    Wieder zum Park, auf der Suche nach doofen Fischen. Doofe Fische habe ich gefunden, aber keine Karpfen sondern Sonnenbarsche Lepomis gibbosus.



    Freitag, 3.9.

    An einer Hauswand sitzt diese Eule Bryophila vandalusiae, natürlich #Neu4me.



    Samstag, 4.9.

    Laut meiner Liste gibt es 7 (in Worten: sieben) Libellenarten, die ich hier schon gesehen aber noch nicht als Viech des Tages vorgestellt habe.

    Aber am Bach beim Industriegebiet fliegt nur

    Trithemis kirbyi (6.7.)



    Orthetrum brunneum (13.5.) - mit der hellen Schnauze




    und Orthetrum chrysostigma (24.6.)



    Ich weiß, das sind alles Arten, die es bei euch nicht gibt, aber hilft ja nix...


    Auf dem Rückweg in der Stadt finde ich einen toten "kleinen Nashornkäfer", nicht Oryctes nasicornis sondern Phyllognathus excavatus. Ich bin schon drauf und dran die Regeln zu ändern und auch tote zuzulassen - schließlich habe ich die Regeln gemacht, da kann ich sie auch ändern!



    Aber beim Fotos bearbeiten fällt mir auf, dass ich ja noch einen Dickkopffalter fotografiert habe: Carcharodus baeticus. Geschafft!



    Sonntag, 5.9.

    Am Strand, bzw. im Meer vor dem Strand war zu viel los, da habe ich noch nicht alles bestimmt und mich auch noch nicht entschieden - wird nachgeliefert.

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