Mein tägliches Viech 2021: 22. - 28. November

  • Liebe Susanne,
    ich komme derzeit nicht mehr hinterher. Großartig ist Euchloe crameri, aber auch die Wanze vom 03.03. und die Samtkopfgrasmücke vom 04.03. gefallen mir sehr gut. Ein bisschen neidisch kann man schon werden, wenn du so dicht an die Steinböcke rangehen konntest, dass du so wunderbare Portraitaufnahmen machen konntest.
    Viel Erfolg bei deinen Miniausflügen in dieser Woche.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,

    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.

    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Liebe Sabine,
    vielen Dank für deine Kommentare - auch den letzten, den ich gar nicht beantwortet habe. Dabei freut es mich immer besonders, dass du auf einzelne Viecher eingehst. Ja, hinter den beiden Euchloe, crameri und belemi bin ich jedes Frühjahr aufs Neue hinterher

  • Und wieder ist eine Woche rum und ich kann meinen Wochenrückblick präsentieren.
    Seit dem denkwürdigen Tag der Netzwühle, an dem ich ausserdem drei Schmetterlingsarten gesehen habe, die ich vorstellen wollte, war ich fast jedesmal wieder im Pinienwald. Euchloe crameri hatte ich ja schon vorgestellt, fehlen noch zwei.
    Aber am Montag, 15.3. fand ich einen anderen Frühlingsschmetterling, den ich unbedingt zeigen wollte: Tomares ballus. Das wird vielleicht Hermann @block interessieren, dass er auch zu den Zipfelfaltern gehört, obwohl kein Zipfelchen zu erkennen ist. Er ist nur im westlichen Mittelmeer verbreitet: Nordafrika, Iberische Halbinsel und Südfrankreich.



    Dienstag, 16.3. wollte ich mal was Anderes sehen und war in einem anderen meiner Lieblingsgebiete. Fotosession mit einem Admiral Vanessa atalanta. (Aber der war ja schon dran.)



    Als Viech des Tages endlich eine Kohlmeise Parus major. Singend. - Ja, ich freue mich auch über Kleinigkeiten. ;)



    Mittwoch, 17.3. wieder im Pinienwald, beziehungsweise schon auf dem Weg dahin: über "Großigkeiten" freue ich mich natürlich umso mehr! Timon lepidus, die Perleidechse. Jetzt weiß ich, wo er wohnt und hoffe ihn häufiger zu sehen. Auf dem Hinweg kommt man den Hügel hoch über eine Kuppe und da ist gleich sein Stein, unter dem er seine Höhle hat. Aber bei Sonnenschein sitzt man auch gerne vor der Tür.



    Noch ein Schritt näher und er sagte "Jetzt reicht's" und verschwand ganz ohne Hast in seinem Loch.
    Auf dem Rückweg von oben kommend, konnte er mich schon viel länger sehen - ich hatte zuerst Probleme ihn zu finden. Das sind schon wunderschöne "Drachen"!



    Als Zugabe gab es in der Stadt noch die Gammaeule Autographa gamma, ein Nachtfalter, den selbst ich erkenne. ;)



    Donnerstag, 18.3. im Pinienwald und keiner der Wunschkandidaten lässt sich fotografieren. Dafür gibt es endlich ein gutes Foto von Euchloe crameri.



    Und als Viech des Tages ein nicht ganz so gutes Foto vom Taubenschwänzchen Macroglossum stellatarum.



    Ach, ich habe schon lange kein Schwarzkehlchen Saxicola rubicola mehr gezeigt, oder? :P



    Freitag, 19.3. Eine Kaltfront mit "Polarluft" lässt die Temperaturen zwar nur von 20° auf 13° fallen. Aber grau, windig, kalt, nix los!
    Ein paar Orchideen konnte sich nicht verstecken.
    Die Gelbe Ragwurz Ophrys lutea



    Im Schmetterlings-Knabenkraut Anacamptis papilionacea



    hatte sich sogar eine Biene Eucera sp. verkrochen (nicht bestimmbar)



    Ich habe Amsel, Girlitz, Schwarzkehlchen, Lixus pulverulentus fotografiert - alles schon dagewesen. Sollte ich wirklich meine Serie von täglich einem neuen Tier beenden müssen? Auf dem Nachhauseweg an einer Hauswand fast auf Bodenhöhe ein braunes Falterchen. Ich musste mich auf den Bürgersteig knien um ein Foto zu machen - und am Computer stellte es sich dann als Coenonympha pamphilus heraus. Auch nix Neues!
    Aber zuhause fand ich an einer Wand dann diese Weißpunktierte Schmetterlingsmücke Clogmia albipunctata - Tag gerettet!




    Samstag, 20. März, immer noch grau, windig und ziemlich kalt. Ein Waldbrettspiel Pararge aegeria versucht mitten im Grün als trockenes Blatt durchzugehen. Entdeckt! Ätsch! Immerhin, mit geschlossenen Flügeln sehe ich sie selten.



    Und als Viech des Tages habe ich den ersten Trauer-Rosenkäfer Oxythyrea funesta begrüßt.



    Heute, Sonntag, 21.3. gab es zwar immer noch einen kalten Wind, aber die Sonne schien und die Schmetterlinge flogen. Auf zum Pinienwald! Von meinen zwei Wunschkandidaten habe ich allerdings keine guten Fotos hinbekommen. Aber da ich ja jetzt die grünen Weißlinge immer besonders genau betrache, fiel mir ein weiterer auf - den hatte ich überhaupt nicht auf dem Zettel: Euchloe tagis! #Neu4me Er kommt im Süden und Zentrum der Iberischen Halbinsel, in Südfrankreich, Nordwestitalien und Nordwestafrika vor. Von E. crameri unterscheidet er sich durch das "verwaschene" Grün der Unterseite, einen länglichen schwarz-grauen Fleck auf der Oberseite und die rundliche Form des Hinterflügels ohne "Knick".



    Bei dieser "Wespe" komme ich nicht weiter als Symphyta. Die sind immer noch das sprichwörtliche Buch mit sieben Siegeln.



    Zum Schluss noch ein Blick auf den Pinienwald. Ab und zu sollte man ja auch Habitatfotos machen.


  • Hallo Susanne,


    vielen Dank für die interessanten Einblicke in Spanien, die ich sonst nie zu sehen bekomme. Bitte mach weiter so


    Gruß Martin :alright::thumbup:

  • Herrlich... ich beneide Dich um die 20 oder auch die 13°... hier hats schon wieder fast 10 cm Neuschnee... ;(


    Toll, was Du immer alles entdeckst..... und der Pinienwald würde mich auch reizen.... habt Ihr da viel Prozessionsspinner?


    Als wir in Spanien waren, waren wir auch in einem Pinienwald, aber da war fast jeder Baum voll mit Nestern... :eek:

  • Hallo Silke,


    ja mit Schnee habe ich es sowieso überhaupt nicht - dekorativ auf der Bergesspitze ist ok, wenn ich weit genug weg bin. Als die Polarluft kam hat es in anderen Gegenden von Andalusien auch geschneit, nicht nur in der Sierra Nevada.


    Prozessionsspinner haben wir hier auch, in diesem Jahr wohl nicht so viel, zumindest habe ich keine Prozessionen gesehen, Nester schon. Übrigens finde ich die nicht so schlimm, immerhin werden die Raupen von Wiedehopf und Blauelster gefressen und die Bäume scheinen nicht besonders geschädigt zu werden.

  • Liebe Susanne,
    ich gönne mir gerade 5 Minuten Seh-Urlaub in schweren Zeiten, deine Euchloe crameri, das Schwarzkehlchen, die Gelbe Ragwurz sind schon Highlights. Meinen Glückwunsch zu Euchloe tagis als Erstbegegnung, was für ein schönes Tier!
    Interessant sieht auch die Wespe aus, die leicht gefiederten Fühler sind sicher selten bei Hymenopteren und könnten ein Einstieg in die nähere Bestimmung sein.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,

    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.

    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Hallo ihr Lieben,
    da ist es mal wieder Zeit für meine Wochenübersicht. :)


    Am Montag, 22.3. im Pinienwald habe ich beschlossen, dass jetzt endlich der andere Schmetterling dran ist. Ich hab's ja nicht so mit "süßen" Viechern, aber bei diesen kleinen Gelben Aurorafaltern Anthocharis euphenoides fällt mir einfach nur das Adjektiv "herzallerliebst" ein. :love: Obwohl die gelben Männchen ziemliche Rabauken sind, die prügeln sich mit allem, was ihnen in die Quere kommt, auch mit Großen Kohlweißlingen. :D



    Und als Überblick Ober-/ Unterseite und zum Unterschied von Männchen und Weibchen noch eine kleine Collage mit Fotos der letzten zwei Wochen.



    Ausserdem gelangen mir an dem Tag noch zwei schöne Fotos:
    das Taubenschwänzchen Macroglossum stellatarum


    und das ultimative Foto von Euchloe crameri.



    Dienstag, 23.3.
    Eine Runde über die Brachfläche, an Gärten vorbei und durch die Stadt. Das Spannendste war dieser kleine Schwefelgelber Totholzfalter Esperia sulphurella. @Sabine Flechtmann kennt ihn bestimmt.



    Mittwoch, 24.3. auf einer Lichtung im Pinienwald posiert der Mauerfuchs Lasiommata megera für mich. Ich habe eine Collage daraus gemacht.



    Über meine Erstbegegnung mit einer Misteldrossel habe ich ja schon in den Bestimmungsanfragen berichtet.


    Donnerstag, 25.3.
    Wieder ein "Wand-Tier" - eine Kopula der Gartenhaarmücke Bibio hortulanus. Das Weibchen hat einen roten Thorax, das Männchen ist komplett schwarz.



    Freitag, 26.3.
    Wieder im Pinienwald. Der Weiße Affodill Asphodelus albus blüht.



    Und endlich finde ich auch den "zugehörigen" Bockkäfer Agapanthia asphodeli.



    Und noch eine Collage dazu.



    Samstag, 27.3.
    Auf dem Rückweg vom Einkaufen sehe ich Mehlschwalben Delichon urbicum ihre Nester reparieren. Die Eigentumsverhältnisse sind aber scheinbar nicht klar, ein paarmal sehe ich mehrere Individuen das selbe Nest anfliegen.



    Nachmittags bin ich nochmal hin und wollte mit mehr Ruhe fotografieren, aber da war bei den Schwalben nichts mehr los. - Bei den Türkentauben Streptopelia decaocto dafür umso mehr.



    Für heute, Sonntag, 28.3. hatte ich eine lange Wanderung zur Quelle unseres Bachs geplant und mir schon ausgemalt, was ich alles finden könnte. Pustekuchen! Weniger Kuchen, dafür mehr Puste. Je näher ich in Richtung Torcal kam, desto mehr nahm der Wind zu. Die Wolken wälzten sich den Abhang runter, schließlich habe ich gegen den "Sandsturm" meine Maske angezogen.



    Noch ganz am Anfang der Wanderung habe ich diesen Zünsler Uresiphita gilvata gefunden. Der wurde notgedrungen zum Tier des Tages.



    An dem Quellteich gab es allerdings auch noch eine (häßliche) Warzenente. Aber als Haustier und faunenfremdes Element wollte ich sie nicht nehmen.



    Ich hoffe, es macht euch immer noch Spaß meine Kreuz-und-Quer-Funde anzuschauen.

  • Hallo Susanne,


    recht vielen Dank für das große Kino, welches nur du uns jetzt schon zeigen kannst(wir müssen noch ein paar Monate warten). :alright::thumbup:


    Gruß Martin

  • Liebe Susanne,
    Wieder zeigst du herrliche Funde wie die (mir bekannte) Faulholzmotte und den Gelben Aurorafalter. Sehr schön auch der Bockkäfer. Leider habe ich derzeit kaum Zeit, hier reinzuschauen.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,

    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.

    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

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