Welche Sandbiene?

  • Hallo


    Im Garten haben wir in einem Blumenkübel eine Knäuel-Glockenblume (Campanula glomerata) eingepflanzt. Einige Tage danach entdeckte ich an den Blüten diese Biene:




    Zuerst dachte ich, es sei eine kleine Hummelart. Nach einigen Bildervergleichen denke ich aber, dass es sich um eine Sandbiene handelt. Interessant ist, dass die Biene ausschließlich diese Blume besucht und an keiner anderen im Garten zu finden ist. Das scheint eine ziemlich enge Spezialisierung zu sein.


    Liege ich mit Sandbiene richtig und ist es vielleicht möglich, die Art zu bestimmen?


    Datum: 15.06.2020
    Größe: 10mm
    Fundort: NRW, Grevenbroich
    Gartenpflanzen: Haselnuss, Forsythie, Johannisstrauch, Hibiskus, Sternmagnolie, Gewürzstrauch (Calycanthus floridus), Weigelie, Weinreben, div. Gräser, Korkenzieherweide, Fächerahorn, Goldulme, Zierapfel und Zierkirsche, div. Bodendecker: hauptsächlich Kleinblättriger Immergrün "Bavaria" (Vinca minor), Efeu, Pfennigkraut und Kriechender Hahnenfuß


    Viele Grüße
    Ralf

  • Hallo,


    die erste Annahme (Sandbiene) war schon richtig, ein Andrena-Weibchen, wie man an der Konzentration des Pollens im Bereich der Hinterbeine schon vermuten kann und es durch das Vorhandensein einer Fovea facialis bestätigt bekommt. Vielleicht Andrena bicolor.


    Viele Grüße


    Ziegelstein

  • Hallo,


    sollte sich die Biene während der Untersuchung (in diesem Falle ist schlicht die genaue Betrachtung - auch unter Zuhilfenahme eines Auflichtstereomikroskops alias "Binokular" - und eventuell auch die Vermessung einiger von außen sichtbaren Strukturen förderlich) ruhig verhalten, weil entweder narkotisiert (z. B. mit Kohlendioxid), fixiert oder wider Erwarten aus freien Stücken, kann man sich das Töten sparen, sofern man nicht ein Exempel statuieren, äh nee, ein Belegexemplar konservieren möchte. Denn es könnte sich später als kryptische Zwillingsart der zunächst gedachten herausstellen, die es erst noch zu erkennen und abgrenzend zu beschreiben gilt, wenn sich ihre Existenz zum Beispiel durch Erbgut-Sequenzierung (z. B. "DNA-Barcoding") offenbart. Zu klären, ob sich zum Beispiel eine beim Pollensammeln generalistisch verhaltende Art, die am späten Nachmittag noch schnell vor der Nachtruhe den eigenen Hunger an beliebigen Blüten stillen will, mit einem Zuckerwasserangebot (künstliche Futterquelle) anlocken und zum Stillhalten bewegen lässt für eine Fotostrecke, ist vielleicht dann einen Versuch wert, wenn ohnehin nicht viele Blüten verfügbar sind oder die Pflanzen in Folge von Wassermangel und hoher Verdunstung einfach nur sehr wenig bis keinen Nektar produzieren und anbieten können.


    Viele Grüße


    Ziegelstein

  • Das mit dem Zuckerwasser ist eine gute Idee, das werde ich mal probieren. Wohl erst im nächsten Jahr.

    Aber ich glaube, es ist nun zu spät dafür. Wir hatten schon drei Nachtfröste hintereinander, dann Regen, es regt sich kaum etwas. Alle, fast alle, Blüten sind hinüber auch das Riesenspringkraut, so hab ich heute nur wenige Fliegen, auch sich paarende Köcherfliegen, Steinfliegen, eine Acherhummel und einige kleine Wanzen gesehen. Es scheint zu kalt.


    Viele Grüße

    Beate

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