Schlupfwespen-Projekt Schleswig-Holstein und Hamburg (2020)

  • Liebe Naturfreunde,
    heute erfuhr ich von einem Schlupfwespen-Projekt für Schleswig-Holstein und Hamburg. Das Ziel ist es, genauere Daten zur Artenverbreitung zu erarbeiten. Hierzu werden auch Hobbyfotografen aufgerufen, Fotos von in Schleswig-Holstein und Hamburg aufgenommenen Schlupfwespen MIT Fundort und Funddatum an schlupfwespen@foeag.de einzusenden. Alle Informationen zum Projekt der Faunistisch-Ökologischen Arbeitsgemeinschaft (FÖAG) gibt es hier:
    http://www.foeag.de/artengruppen/schlupfwespen
    Soweit ich weiß, sind von der Lotterie Bingo unterstützte Projekte auf zwei Jahre angelegt, aber ich werde mal nachfragen, bis wann Fotos eingesandt werden können.
    Edit am 01.05.2020: Ich habe gefragt, die Fotos können zeitlich unbegrenzt eingeschickt werden, da hat sich wohl jemand eine Lebensaufgabe gesetzt.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,

    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.

    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Liebe Sabine,


    die Fotos wirst du auch noch darüber hinaus einsenden können. Ich kenne das Gesicht dahinter und er ist wie wir hobbybegeisterter "Jäger und Sammler". Mir wurde meine erste Schlupfwespe, die ich ihm geschickt habe auch direkt bestimmt. Das war noch vor seinem Aufruf über FÖAG und naturgucker.de.
    Dieses hübsche Aptesis nigrocincta-Weibchen ist also die erste Art auf meiner "Schlupfwespenliste".

    Beste Grüße,
    Stefan


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    Lifelist:
    Vögel:
    - Deutschland: 270, Moorente

    - Welt (2022): 283 (194), Drosselrohrsänger (Mittelmeermöwe)

    - (Garten): 112, Schwarzhalstaucher

    Wirbellose: 1.186, Drymus sylvaticus

  • Die ist ja wirklich schick, Stefan. Tolle Entdeckung.


    Schade, daß sich das Vorhaben nur auf SH und HH konzentriert.


    Liebe Grüße
    Sabine II

    Solange es Menschen gibt die denken, dass Tiere nicht fühlen,
    müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken.
    (Noah)

  • Lieber Stefan und Sabine II,

    Ich kenne das Gesicht dahinter

    das ist immer eine tolle Sache, wenn man jemanden persönlich kennt. Deine Schlupfwespe sieht, wenn man die Fühler außer Betracht lässt, fast wie eine Ameise aus.
    Sabine, bei den vielen Arten, die es gibt, ist vermutlich schon der Norden eine Herausforderung.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,

    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.

    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Hallo ihr Lieben,


    es hat zwar wieder ein paar Wochen gedauert, aber es hat mal wieder geklappt: Echthrus reluctator heißt mein neuester Fund. Es ist eine Schlupfwespe, die sich auf Bockkäferlarven spezialisiert hat und diese im Holz ausfindig macht, um ihre Eier hineinzulegen.

    Auch wenn der Schein trügt, es ist übrigens nicht jeder Fund ein Treffer, auch bei den großen schönen Schlupfwespen gibt es noch Unbestimmbare.
    Sie gehört zu den Ctenopelmatinae (Tribus Mesoleiini?), die wohl scheinbar stiefmütterlich behandelt wurden und heute teilweise nichtmal unterm Bino bestimmt werden können.
    Ich gebe die Infos übrigens nur weiter, die ich zu den Bildern bekommen habe.

    Beste Grüße,
    Stefan


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  • Hallo Stefan,
    macht das nicht richtig Spaß, bei einem solchen Projekt mitzumachen? Ich finde es ganz großartig, dass man tatsächlich zeitnah eine Antwort bekommt.
    Echtrus reluctator gibt es dann offenbar auch in Schleswig-Holstein, ein beeindruckendes Tier. Meinen Fund aus der Pfalz hat Lennart auch bestätigt. Das war eine Dame, die ich bei der Eiablage erwischt hatte.
    Wunderbare Pfalz




    Liebe Grüße Sabine


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    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Moin zusammen,
    ein weiterer Fund (06.10.2013) konnte Lennart bis zur Art bestimmen. Auf unserem Auto am Wald Kneeden gefunden, Größe ca. 12 - 14 mm, mein Bestimmungsversuch lautete Pimpla instigator. Lennart hat Pimpla rufipes daraus gemacht. Es gebe eine sehr ähnliche Art - Pimpla processioneae - die ausschließlich am Eichen-Prozessionsspinner parasitiert. Thaumetopoea processionea habe ich in Schleswig-Holstein noch nie gesehen, es gibt bisher auch nur vereinzelte Nachweise, und Eichen gibt es im Kneeden auch nur ganz wenige Exemplare. Womit Pimpla rufipes abgesichert war. Es sei eine der am häufigsten gemeldeten Schlupfwespen.



    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,

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    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Und weiter geht's mit dem nächsten Exemplar, auch dieses bislang nur als Schlupfwespe NN betitelte Foto bekam dank Lennart einen Namen:


    Rotschwarze Schlupfwespe - Netelia testacea
    gemessene 21 mm, Funddatum 28.11.2011 bei der Nachtfaltersuche bei mir vor der Haustür.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,

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    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Liebe Naturfreunde,
    Lennart hatte angemerkt, dass meistens nur die großen, auffälligen Schlupfwespen fotografiert werden, dass es aber bei den kleinen auch ziemlich seltene gibt. Na gut, da habe ich mich mal dran versucht.


    Schlupfwespe - Unterfamilie ist Tersilochinae oder (ganz eventuell) Campopleginae
    02.05.2020 Norderstedt vor der Haustür
    Die Fotos sind allesamt nicht besonders scharf geworden, es war fast stürmisch, mit einer Hand das Blatt festhalten und einhändig 1,5 kg ruhig halten, das kann kaum gutgehen. Aber die Fotos ließen schon eine textliche Beschreibung zu.
    7 mm ohne Fühler und ohne Legebohrer
    farbig irisierende Flügel mit großem, mattschwarzem Pterostigma
    Femora und Tibien rostbraun, Tarsen schwarz, Tibien über den Tarsen jeweils mit mind. 2 Dornen
    Fühlerbasis verdickt
    mindestens 2 Ocellen
    Stiel flach und nach hinten breiter werdend,
    erstes Tergit rot
    vorletztes Tergit mit weißem Fleck
    letztes Tergit von oben gesehen weiß
    Mit den Mittelbeinen scheinen die Flügel geputzt zu werden


    Das könnte spannend werden. Der Projektleiter schrieb, dass er ein solches Tier tatsächlich noch nie gesehen habe. Bestimmung der sehr schwierigen Unterfamilie als Winterarbeit.





    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,

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    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Liebe Sabine,


    ja Spaß macht es auf alle Fälle. Bisher haben mich Schlupfwespen immer abgeschreckt und ich bin schnell weitergegangen. Bloß keine Zeit reinstecken und am Ende dann doch enttäuscht werden, weil man dazu keinen Namen (meist ja noch nicht mal eine Unterfamilie) bekommt. Aber wenn man weiß, dass jemand damit was anfangen kann, dann macht es schon Spaß, sich die ohne Zweifel interessanten Tierchen mal genauer anzuschauen. Deine Exemplare sind ja auch ziemlich schick. Ich dachte, Lennart wolle nur die großen, aber wenn er auch einen Blick auf die Kleinen wirft, kann ich mich daran ja auch mal versuchen. Ich fürchte aber, besser als deine Fotos werden meine wohl auch nicht werden.

    Beste Grüße,
    Stefan


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  • Lieber Stefan, liebe Sabine,
    mit Spannung schaue ich eure Fotos an - mir ging es bisher wie Stefan: bloß nicht hinschauen, kriegt man doch nicht raus. Aber seit Cotesia glomerata habe ich mein "Herz" für Parasitoide entdeckt, und seit ich dieses Buch gelesen habe (gibt es leider (noch?) nicht auf Deutsch).
    Deshalb haben mich auch besonders die Fotos von Sabine von der eierlegenden Echthrus reluctator fasziniert. Sich vorzustellen, wie sie die Käferlarve im Holz aufspüren muss und ihren Präzisionsbohrer ansetzt - und dann gibt es ja zwei "Stachel"! Ist der schwarze zum Holz bohren und der rote zum Eier legen?? Eine tolle Beobachtung!
    (Das fehlt mir ja noch: eine Cotesia in Flagranti zu erwischen)

  • Auch ich kann nach längerer Zeit wieder etwas beisteuern.


    Soeben habe ich wieder zwei von drei Schlupfwespen bestimmt bekommen.
    Es sind diese:
    Xorides praecatorius (ohne deutschen Namen)

    Gefunden am 26.6.20 in meinem Wohnort


    Und dann noch


    Gelis melanocephalus (ohne deutschen Namen)


    Gefunden am 28.6.20 in meinem Wohnort

    Beste Grüße,
    Stefan


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  • 1. Auf fast allen Fotos haben die Schlupfwespen diesen Stachel/Bohrer hinten - auf einem nicht. Ich dachte, man erkennt die Schlupfwespen an diesem Bohrer. Liege ich da falsch?


    2.

    Thaumetopoea processionea habe ich in Schleswig-Holstein noch nie gesehen

    Liebe Sabine, ich vermute, hierbei geht es um die Eichenprozessionsspinner. Eine Kollegin in Blinde (Stromarn) erzählte mir, dass sie dort schon welche im Garten hatten. Das liegt aber schon etwas zurück. Und bei einer Wanderung in Richtung Mölln gab es auch mal Warnschilder. (Damals hatte ich noch vor, von Hamburg Richtung Rügen zu wandern, gab das dann aber u.a. wegen der Prozessionsspinner auf, mit denen ich schon einmal Probleme hatte.)

  • Zu 1. kann ich was sagen, die "Stachel" sind Legebohrer, also das Körperteil, mit dem die Schlupfwespen ihre Eier legen. Dementsprechend brauchen (haben) ihn ja auch nur die Weibchen.

    Beste Grüße,
    Stefan


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  • Moin, Batia,


    Blinde (Stromarn)

    Bist du sicher, dass der Ort richtig geschrieben ist? Blinde in Stormarn (nicht Stromarn) finde ich nicht. Es würde mich aber schon sehr interessieren.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,

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    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

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