Besuch von Mantis religiosa

  • Hallo Naturfreunde,


    nachdem ich gestern im Bienwald doch einige Km zurückgelegt habe war heute Ruhetag angesagt.
    Und wenn man Sonntags zu Hause ist kriegt man auch schon mal netten Besuch.


    Unser Garten ist keineswegs ein Naturgarten und von daher auch kein Insektenparadies.
    Hier zum Beispiel blühen im Sommer Schwertlilien. Dazwischen Gras, Unkraut und was weiß ich nicht noch alles.
    ( Wer mag, kann schon mal die Gottesanbeterin suchen oder die Grashalme zählen. )


    Im Gras habe ich eine verdächtige Bewegung bemerkt.
    Tatsächlich ist dort eine Gottesanbeterin ( Mantis religiosa ) herum geklettert.


    Diese Insekten finden sich ab und zu in den Gärten und in den nahe liegenden Weinbergen.


    Verharren sie regungslos im Gras entdeckt man sie kaum. Wenn sie jedoch herum klettern wackeln die Grashalm schon deutlich.
    Immerhin sind das schon recht große Insekten. Besonders die Weibchen sind nicht gerade schlank um diese Jahreszeit.


    Und an dieser Stelle war der Akku von meiner Kamera leer, also musste ich ins Haus wetzen und einen Ersatzakku holen.
    Während ich am suchen war hatte mein Besucher Hunger bekommen und sich kurzerhand etwas fressbares geschnappt.
    Ich musste ganz schön suchen bis ich die Gottesanbeterin wieder gefunden hatte.


    Nach dem Futtern war putzen angesagt.



    Während ich die Gottesanbeterin beobachtete versuchten mich verschiedene andere Besucher abzulenken.


    Das Eichhörnchen sammelte heruntergefallene Mirabellen auf.



    Das Taubenschwänzchen war leider wie immer so schnell das mir kaum Zeit für ein Foto blieb.



    Und diese Libelle sonnte sich auf der Holzbank


    Später kamen auch noch Elstern und ein Eichelhäher vorbei. Aber die wollten nicht aufs Bild.


    Warum latsche ich eigentlich Stundenlang durch die Wälder wenn die Fotomotive zu Hause Schlange stehen ?


    Viele Grüße
    Frank

  • Hallo Frank ,


    Sehr schöne Aufnahmen dieses bigotten Insekts !
    Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis ich die auch auf der Alb begrüßen darf.(Spaß)


    Die deinige hat ja schon einiges im Ranzen ,wie der Schwabe sagen würde.


    Ja der Bienwald ist wohl eine jährliche Reise wert .

    Jeder weiss was ,zusammen wissen wir viel und insgesamt wissen wir viel zu wenig !

  • Lieber Frank,


    dein Bericht liest sich spannender als ein Krimi! Und viel schöner als eine Kommisarin ist deine Hauptdarstellerin. Naja, schöner... Auf jeden Fall viel interessanter und spannender. Mensch, würde ich gerne mal eine live sehen!


    Was ich ganz toll finde, ist, dass selbst in einem Garten, den du als "nicht-naturnah" bezeichnest, so viele interessante Insekten und Tiere herumgeistern.
    Und wieder hast du sie alle toll in Szene gesetzt! Danke für den Genuss!


    PS: Ha, bei mir ist gerade ein wunderschöner Grünspecht direkt vor meinem Fenster auf der Wiese auf Ameisenjagd gegangen...


    PS 2: Und nochmal: Ha! Ich habe endlich oben auf dem ersten Bild deine Gottesanbeterin entdeckt!

    Herzliche Grüße Rosmarie


    "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)

  • Hallo Rosmarie und Werner,


    freut mich das euch meine Besucherin gefällt. ^^


    Auf Grund der Größe und des beachtlichen Hinterleibes gehe ich mal davon aus das es sich um eine Dame handelt.
    Im übrigen scheint es so das die Männchen öfter und weiter fliegen als die Weibchen.
    Im Bienwald ist ein ( vermutlich ) Männchen vor mir weg geflogen obwohl ich noch mehrere Meter weit weg war.
    Das hat sich 2 mal wiederholt dann hab ich es aus den Augen verloren. :47:
    Die Gottesanbeterinnen die ich bisher bei uns im Garten fand waren bei weitem nicht so scheu.


    Werner: Der Bienwald ist was Insekten, Pilze und vermutlich auch seltene Pflanzen angeht sicherlich ergiebiger als meine Streifgebiete
    im Pfälzerwald.
    Landschaftlich ist mir der letztere allerdings lieber. Und ich bin auch schneller dort.


    Rosmarie: Nun ich war auch überrascht was sich da innerhalb so kurzer Zeit einfand. Das ist beileibe nicht immer so.
    Grünspechte sind auch so fotoscheue Kandidaten.
    Und :97: das Du die Gottesanbeterin im ersten Bild gefunden hast. Ich wünsche Dir sehr das dies auch in Wildlife mal klappt.


    Viele Grüße
    Frank

  • Hallo Frank, schön, was du so alles vor der Haustür finden kannst. Die Gottesanbeterin ist eine Dame, nicht nur zu erkennen, weil sie so schön "schwanger" ist, sondern auch, weil sie 6 Abdominalsegmente hat (im Gegensatz zu 8 beim Männchen.). An deinem letzten Bild kann man das sehr gut sehen, wie auch die charakteristischen schwarzen Achselflecken und die Linie quer durchs Auge. Wirklich super, wenn man alle Merkmale auf einem Foto sichtbar hat! :28: Aber da es ja bei euch keine anderen Arten gibt, muss dich das nicht wirklich interessieren. ;)


    Für mich hier ist allerdings das Eichhörchen eine Seltenheit, auch sehr schön eingefangen.

  • Hallo und Danke für eure netten Worte. ^^


    Susanne: Danke besonders für die Ergänzungen. Das mit den Abdominalsegmenten wusste ich noch nicht.
    Und Du hast Recht, in unserer Gegend kann selbst ich diese Insekt sicher bestimmen. Zumindest wenn es da nicht noch Unterarten gibt. :D


    wannabee: Über das Eichhörnchen habe ich mich auch sehr gefreut.
    Das die auch auf Obst stehen wusste ich bisher auch noch nicht. Leider sind die auch immer in Eile.


    Sigurd: Ich jetzt zwar nicht in welcher Ecke der Republik Du zu Hause bist aber die Gottesanbeterin breitet sich anscheinend weiter aus.
    Ich würde Dir jedenfalls so einen Fund gönnen.


    Viele Grüße
    Frank

  • Hallo Frank,


    Deine schöne Mantis religiosa scheint etwas mutiert zu sein. Auf dem letzten Mantisfoto kannst du den typischen schwarzen Fleck der "Schreckaugen sehen; es fehlt jedoch der weiße Punkt.Auch bei der Augenform kommrn etwas Zweifel auf. Dass sie demnächst eine oder mehrere Ootheken baut um ihren Nachwuchs unterzubringen ist sicher.


    Auf Google mal "Mantis religiosa drohhaltung" eingeben. Da kannst du die weißen Flecken sehen. Wie ich eben beim Betrachten von google Bildern sehe gibt es dort auch die nur schwarze Variante.


    Hier bietet es sich an, über eine exakte Bestimmung respektive Einordnung nachzudenken. Da muß Klaas mit rann.


    LG Lothar

    Die Erfahrung ist wie eine Laterne im Rücken; sie beleuchtet stets nur das Stück Weg, das wir bereits hinter uns haben. >Konfuzius<

  • Lieber Frank,
    herrlich der Fund der Gottesanbeterin, und das im eigenen Garten. Da kommt doch wahre Freude auf.
    Zufällig habe ich einen Aufruf der Entomofaunistischen Gesellschaft gefunden, die um Fundmeldungen bittet, und zwar speziell aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz und südlichen Nordrhein-Westfalen, Hessen, Bayern, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern:
    http://www.entomofaunistische-gesellschaft.de/?p=179

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,

    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.

    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Hallo Sabine, Lothar und Martin.


    Herzlichen dank für eure Antworten. ^^


    Nachdem ich die Gottesanbeterin gestern nicht gesehen habe saß sie heute fast an der selben Stelle wie gestern.
    Wen ich Glück habe legt sie ihre Oothek vielleicht auch bei uns im Garten ab.
    Mit noch mehr Glück finde ich die dann sogar. Und dann werde ich erst mal Lotto spielen. :D


    Lothar: Habe gerade mal in meinem Fotoarchiv geblättert. In früheren Beiträgen hier habe ich schon 3 Gottesanbeterinnen aus meinem Garten gezeigt.
    Eine braune hatte den Augenfleck so wie er sein sollte.
    Die grüne hatte nur einen schwarzen Fleck.
    Und eine deren Farbe ich als grünbraun bezeichnen würde hatte wiederum den weißen Punkt im schwarzen Fleck.


    Sabine: davon abgesehen das ich ja im südlichen teil der Pfalz wohne ist Landau als Fundort recht bekannt in den einschlägigen Kreisen.
    In einem NSG an der Stadtgrenze ( Ebenberg ) sind Gottesanbeterinnen schon seit mindestens 15 Jahren bekannt.
    Gut möglich das sie sich von dort aus über die Weinberge verbreitet haben. So weit ich weiß gibt es aber auch an der Haardt entlang Fundstellen.


    Martin: So eine schöne große Ringelnatter am hellichten Tag würde ich glatt gegen eine Gottesanbeterin eintauschen. :99:
    So weit ich weiß stellen sich Ringelnattern gerne mal tot wenn sie sich bedroht fühlen.
    Zum Glück konntest Du sie davon überzeugen das Du sie nicht fressen willst.


    Viele Grüße
    Frank

  • Hallo Frank,


    das mit deinen drei verschiedenen Grundfarben betrachte uch auch schon ein paar Jahre und ich bin zu dem Schluss gekomen, dass die sich an andere Farben langzeitgewöhnen. So sind hier die typisch griechischen hellbeigen und weißgelben Aussenanstriche eine typische Farbe geworden. Und wenn meine Phantasie nicht mit mir durchgeht gibt es an einem der im Vorjahr von mir gestrichenen zwei Häusern den von mir im Jahr drauf gemachten Fotobeweis.


    Das weiß an der Wand ist Marmormehl, das dem Verputz beigefügt ist. Sozusagen der Glattstrich. In ziemlich genau dem Anstrich gibt es Mantiden vom religiosa-typ. Die andere wohnt an einer ungestrichenen Wand und ist auf einer Marmorplatte abgelichtet. Man sollte eine frühe weisse in eine grüne Topfpflanze umsetzen und prüfen wie lnge es dauert, bis so eine Verfärbung abgeschlosen ist.


    LG Lothar


    Nachtrag:


    Die graubeige "Stängelmantide" trägt wenn meine Vermutung stimmig ist die Mischfarbe der Stängel




    Die Erfahrung ist wie eine Laterne im Rücken; sie beleuchtet stets nur das Stück Weg, das wir bereits hinter uns haben. >Konfuzius<

    Edited once, last by Lothar Gutjahr ().

  • Hallo Peter,


    damit machst du mir auch eine große Freude "dass s dich freut" Hier in Griechenland laufen nun zwei Langzeitprojekte.


    1. Weitere Messungen am "blauen Himmel", der sich nun im Herbst durchaus veränderlich zeigt. Gestern 12 Uhr Mittag, Messung im Zenit minus 20 Grad. Minus 5 Grad Grenze bei geschätzen 25Grad.


    2. Beobachtung der Grundfarbe von Mantiden in Abhängigkeit vom Lebensraum. Hierbei sollen wenn möglich auch Tiere umgesetzt werden.


    So kenne ich dieses Tierlein nur in Hellbraun und es wäre großartig sie in grün im Gewürzpflanzentopf meiner Frau wiederzufinden.


    LG Lothar

    Die Erfahrung ist wie eine Laterne im Rücken; sie beleuchtet stets nur das Stück Weg, das wir bereits hinter uns haben. >Konfuzius<

  • Ach, du lieber Himmel, lieber Lothar, du hast die ja auf dem Arm!? Beißt die denn nicht?

    Herzliche Grüße Rosmarie


    "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)

  • Nein liebe Rosmarie,


    das tun die nicht. Du beisst ja hoffentlich auch nicht in deine Couch oder in die Matrazen deines Bettchens, oder?
    Die steigen sogar um, wenn man ihnen den Finger der anderen Hand anbietet.


    LG Lothar


    hier noch eine Empusa pennata Larve, die wenn meine Theorie stimmt, eher im Inneren eines Gebüsches wohnt. Die ist hier auf dem Grundstück noch nicht gesehen worden und stammt aus unserem Domizil von früher.


    Die Erfahrung ist wie eine Laterne im Rücken; sie beleuchtet stets nur das Stück Weg, das wir bereits hinter uns haben. >Konfuzius<

    Edited once, last by Lothar Gutjahr ().

  • das tun die nicht. Du beisst ja hoffentlich auch nicht in deine Couch oder in die Matrazen deines Bettchens, oder?
    Die steigen sogar um, wenn man ihnen den Finger der anderen Hand anbietet.

    Lieber Lothar,


    :79: ich lache mich kaputt! :79: Trotzdem finde ich dich recht mutig!

    Herzliche Grüße Rosmarie


    "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)

  • Lieber Lothar,
    das mach mal - das Langzeitprojekt der Farbveränderung bei Mantiden! Das finde ich auch spannend! Ich schätze mal, die können die Farbe nur mit jeder Hätung ändern, habe aber keine Ahnung, wie oft sie sich häuten - oder ob überhaupt, wenn sie einmal adult sind… Das würde ja auch bedeuten, dass sie recht standorttreu sind.
    Die andere scheint mir eine Ameles Art zu sein, aber nicht Genaues weiss ich nicht.
    Und dann habe ich mal gelesen, dass im östlichen Mittelmeer Empusa pennata von E. fasciata abgelöst wird. Auch hier, keine Ahnung, ob man die irgendwie unterscheiden kann ausser an der Verbreitung. Das sind auch meine Lieblinge. Letztens habe ich ein hüpfendes Stöckchen gesehen. Wie ich dann genauer hinschaute, war es eine winzige Empusa.

  • Liebe Susanne,


    E.pennata und fasciata zu unterscheiden soll nicht ganz einfach sein. Ich habe daher vor etwa 10 Jahren mich für E.pennata entschieden. Da die Süßwassergewinnung aus dem Meer damals Vorrang hatte, will ich das Thema nicht weiter verteidigen. War vielleicht etwas leichtfertig und daher sage ich: Keine Garantie. .Wenn die mir in grün über den Weg liefe wäre ich schon verblüfft.


    LG Lothar


    Hier sollte das Bild eines ausgewachsenen Empusa-Männchens stehen. Hat 256 kB und ich nicht die Zeit das schnell zu ändern

    Die Erfahrung ist wie eine Laterne im Rücken; sie beleuchtet stets nur das Stück Weg, das wir bereits hinter uns haben. >Konfuzius<

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